* Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat eine eigene Rentenkommission zur Zukunft der Alterssicherung eingesetzt.
* Ziel ist ein Gesamtkonzept für eine auskömmliche, verlässliche Rente mit starker gesetzlicher Basis.
* Die Kommission plant ihre konstituierende Sitzung für Ende Februar oder Anfang März 2026.
DGB setzt Rentenkommission für eine gerechte Zukunft der Alterssicherung ein
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Einrichtung einer eigenen Rentenkommission beschlossen, um eine nachhaltige und verlässliche Alterssicherung in Deutschland zu gestalten. Ziel ist es, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das für alle Erwerbstätigen eine auskömmliche Rente sichert. Dabei steht eine starke gesetzliche Rentenversicherung im Fokus, die eine solide Basis der Alterssicherung bildet.
„Die Rente ist das zentrale Versprechen des Sozialstaats: Wer ein Leben lang arbeitet, muss auch im Alter sicher leben können“, erklärt die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi. Die Kommission soll ein umfassendes Gesamtkonzept erarbeiten, das neben der gesetzlichen Rentenversicherung auch kollektive betriebliche Altersvorsorge sowie Elemente des sozialen Ausgleichs weiterentwickelt. Besonderes Augenmerk liegt auf den geschlechtsspezifischen Nachteilen im Erwerbsleben, der Übernahme von Sorgearbeit sowie gesundheitlich bedingten Einschränkungen, die vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben bedingen können.
Die konstituierende Sitzung der DGB-Rentenkommission ist für Ende Februar beziehungsweise Anfang März 2026 geplant. Eine Zwischenbewertung der Arbeiten erfolgt im späten Frühjahr, die Abschlussklausur ist für den Sommer 2026 angesetzt. Anschließend ist eine zügige Veröffentlichung des Abschlussberichts vorgesehen.
Dem Gremium gehören neben Fahimi Vertreter:innen der Gewerkschaften und Wissenschaft an, darunter Stefanie Janczyk (IG Metall), Nils Hindersmann (IGBCE), Andrea Kocsis (ver.di) sowie Nina Krüger (DGB Jugend). Zur inhaltlichen Vertiefung wird die Kommission vier thematische Labore einrichten: „Versorgungsanspruch aus gesetzlicher und betrieblicher Altersversorgung“, „Finanzierung der Alterssicherung“, „Fairer Renteneintritt und Arbeiten im Alter“ sowie „Sozial abgesicherte Übergänge von der Arbeit in die Rente“.
In diesen Labors erarbeiten Wissenschaftler:innen, Gewerkschaftsvertreter:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft konkrete Lösungsansätze. Beteiligt sind unter anderem Expertinnen wie Prof. Dr. Frank Nullmeier (Universität Bremen), Prof. Dr. Antonio Brettschneider (TH Köln) sowie Prof. Dr. Jutta Schmitz-Kießler (Hochschule Bielefeld). Ziel ist es, Empfehlungen zu entwickeln, die eine breite gesellschaftliche Unterstützung finden.
Mit dieser Initiative setzt der DGB einen wichtigen Schritt für eine klare, solidarische und zukunftsfähige Alterssicherung in Deutschland, wie Fahimi betont: „Mit unserer Rentenkommission wollen wir einen eigenen, klaren und solidarischen Gegenentwurf vorlegen – jenseits von derzeitigem Stückwerk und kurzfristigen Debatten. Unser Ziel ist eine Alterssicherung, die den Lebensstandard sichert, Armut verhindert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.“
Quelle: PM Nr. 005, 27. Januar 2026*
Regierungskommission und DGB-Renteninitiative im Vergleich: Zeitlicher Ablauf und Leitung
Die institutionellen und zeitlichen Abläufe der beiden Gremien, die sich mit der zukünftigen Gestaltung der Alterssicherung beschäftigen, verlaufen parallel, folgen jedoch unterschiedlichen Zeitplänen und Leitungskonzepten. Die Bundesregierung hat ihre Alterssicherungskommission (ASK) im Januar 2026 gestartet. Demgegenüber plant der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Einrichtung einer eigenen Rentenkommission, deren konstituierende Sitzung für Ende Februar oder Anfang März 2026 vorgesehen ist.*
Parallel: Regierungs-ASK — Stand, Leitung
Die Alterssicherungskommission (ASK) der Bundesregierung hat am 7. Januar 2026 ihre Arbeit aufgenommen.* Ihr Ziel ist es, qualitative Vorschläge zu entwickeln, die bis Ende des ersten Halbjahres 2026 vorliegen sollen.
Die Aufgaben der Regierungs-Kommission umfassen vor allem die Untersuchung der gesetzlichen Rentenversicherung und ihrer nachhaltigen Finanzierung sowie die Entwicklung von Reformoptionen. Mit Blick auf den Zeitplan ist die Kommission also frühzeitig aktiv, ihre Arbeit erfolgt vor der DGB-Initiative.
Die DGB-Kommission — Stand, Leitung
Die Rentenkommission des DGB ist erst im Januar 2026 öffentlich angekündigt worden, mit einer konstituierenden Sitzung im späten Februar oder frühen März.* Die DGB-Vertreterinnen und -Vertreter planen, in vier thematischen Laboren konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die Leitung der DGB-Kommission liegt bei Yasmin Fahimi, der Vorsitzenden des Verbands. Mit an Bord sind Fachleute aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft, die im Sommer 2026 ihre Empfehlungen vorlegen sollen.*
Im Unterschied zur Regierungskommission setzt der DGB verstärkt auf sozialpolitische Kernthemen wie geschlechtsspezifische Nachteile im Erwerbsleben, Sorgearbeit und gesundheitliche Einschränkungen. Ziel ist es, eine gesellschaftlich gerechte und verlässliche Alterssicherung zu entwickeln, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.
Mandate und Leitung — Gegenüberstellung
- Regierungs-ASK: Geleitet von Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda, mit einem klaren öffentlichen Auftrag zur Entwicklung von Reformvorschlägen bis Ende des ersten Halbjahres 2026
- DGB-Rentenkommission: Leitung durch Yasmin Fahimi, mit einem Schwerpunkt auf gesellschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit, Abschluss der Empfehlungen im Sommer 2026, konstituiert Ende Februar/Anfang März 2026*
Der zeitliche Ablauf zeigt, dass die staatliche Kommission ihre Arbeit vor der Gewerkschaftsinitiative beginnt. Beide Gremien verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte, doch beide zielen auf nachhaltige Lösungen für die Alterssicherung in Deutschland.
(Stand: 7. Januar 2026 für die Regierungs-ASK, 27. Januar 2026 für die DGB-Initiative; Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Handelsblatt, DGB-Pressemitteilung)
Wer sitzt mit am Tisch — und worauf kommt es in der Rentendebatte an?
Bei der Gestaltung der zukünftigen Alterssicherung in Deutschland bringen verschiedene Akteure ihre Fachkenntnisse und Interessen ein. Zentral sind dabei politische Gremien, Gewerkschaften, Wissenschaftlerinnen und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft. Ihr jeweiliges Mandat und ihre Expertise prägen die Debatte erheblich – sowohl in Bezug auf finanzielle Fragen als auch auf gesellschaftliche Gerechtigkeit.*
Leitung und politische Besetzung
Die anstehende konstituierende Sitzung der Kommission ist für Ende Februar bis Anfang März 2026 geplant.* Danach folgt eine Zwischenbewertung im späten Frühjahr, die Abschlussklausur ist für den Sommer vorgesehen.* Ziel ist es, bis dahin ein breites und tragfähiges Konzept für die Alterssicherung zu erarbeiten, das gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Anforderungen gerecht wird.
Die Konfliktlinien in der Diskussion lassen sich in mehreren Kernfragen zusammenfassen:
- Finanzierung: Welche Modelle sichern die Finanzierung der gesetzlichen Renten langfristig?
- Rolle der Gravität der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV): Soll die GRV die Hauptsäule bleiben oder betriebliche sowie private Vorsorge stärker in den Fokus rücken?
- Betriebliche Altersversorgung (bAV): Wie soll die betriebliche Versorgung weiterentwickelt werden, um Flexibilität und Gerechtigkeit zu erhöhen?
- Sozialer Ausgleich: Wie lassen sich geschlechtsspezifische Nachteile und gesundheitliche Einschränkungen künftig ausgleichen, ohne die Finanzierbarkeit zu gefährden?
In der Debatte werden diese Konflikte durch die unterschiedlichen Perspektiven der Akteure klar sichtbar. Gewerkschaften fordern eine Stärkung der gesetzlichen Renten, um soziale Gerechtigkeit zu sichern. Wissenschaftliche Fachleute bringen differenzierte Analysen zu Finanzierungsmodellen und sozialer Absicherung ein. Die Politik entscheidet darüber hinaus, wie die Empfehlungen in konkrete Gesetze umgesetzt werden.
Ausblick: Woran die Debatte in 2026 maßgeblich hängen wird
Der Blick auf das kommende Jahr zeigt, dass die Diskussion um die Zukunft der deutschen Alterssicherung zentrale Entscheidungsstellen berührt und maßgebliche Weichenstellungen für die nächsten Jahre bereithält.* Im Fokus steht, wie die gesetzlichen, betrieblichen und sozialen Komponenten noch stabiler, gerechter und nachhaltiger gestaltet werden können. Besonders die geplanten Meilensteine im Jahr 2026 werden darüber entscheiden, in welche Richtung sich das Rentensystem entwickeln wird.
Ein Kernpunkt der Debatte ist die langfristige Finanzierung. Hier steht die Frage im Mittelpunkt, welche Beiträge, staatliche Zuschüsse oder kollektive Modelle notwendig sind, um eine verlässliche Rente für alle Generationen zu sichern. Gleichzeitig rückt die Geschlechtergerechtigkeit immer stärker in den Fokus. Es geht darum, die Nachteile im Erwerbsleben, die oft Frauen besonders betreffen, sozial auszugleichen. Ebenso gewinnt die Sorgearbeit an Bedeutung, die bislang im Rentensystem oft zu kurz kam, sowie der gesundheitlich bedingte vorzeitige Austritt aus dem Arbeitsleben.
Kritisch bleibt die Debatte um die Integration neuer Elemente in die Alterssicherung. Wie lassen sich prekären Erwerbsverläufen oder gesundheitlichen Einschränkungen begegnen? Auch der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand ist ein zentrales Thema. Hier soll 2026 klargestellt werden, wie ein sozial abgesicherter Übergang gestaltet werden kann, der gesellschaftliche sowie individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.
Die kommenden Monate bieten Raum für gesellschaftlichen Austausch und politische Entscheidungen, die weitreichende Konsequenzen haben.* Für Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner sowie die breite Öffentlichkeit bedeutet das: Die Weichenstellung im Jahr 2026 entscheidet maßgeblich, ob das soziale Versprechen einer fairen, starken Alterssicherung künftig Bestand hat – und welche konkreten Veränderungen dabei im Fokus stehen werden.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Weiterführende Quellen:
- „Die Alterssicherungskommission (ASK) der Bundesregierung hat am 7. Januar 2026 ihre Arbeit aufgenommen und soll zum Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge für Reformen der Alterssicherung vorlegen.“ – Quelle: https://www.bmas.de/DE/Soziales/Rente-und-Altersvorsorge/Rentenreform-2025/Rentenkommission-2026/rentenkommission-2026.html
- „Die Regierungs-Rentenkommission wird von Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda geleitet, Vizevorsitzende sind Bundestagsabgeordnete Annika Klose (SPD), Florian Dorn (CSU) und Pascal Reddig (CDU).“ (Stand Januar 2026) – Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/rentenreform-dgb-will-boomer-rente-auch-ueber-bundeshaushalt-finanzieren/100193145.html
8 Antworten
*Ich finde die Idee von thematischen Laboren klasse! Vielleicht sollten wir auch darüber diskutieren, wie man soziale Absicherung für Selbständige verbessern kann.*
‚Die Rente als Versprechen des Sozialstaats‘ – das klingt gut! Dennoch müssen wir auch über neue Modelle nachdenken und wie wir diese umsetzen können.
Ich finde es positiv, dass der DGB an einer nachhaltigen Alterssicherung arbeitet. Aber was passiert mit den Menschen, die jetzt schon von Armut betroffen sind?
Die Gründung der Rentenkommission ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich frage mich jedoch, wie sie sicherstellen wollen, dass alle Stimmen gehört werden?
Das ist ein guter Punkt! Wenn nicht alle Akteure involviert sind, könnte es schwer werden, Lösungen zu finden, die für jeden funktionieren.
Ich finde die Initiative des DGB zur Rentenkommission sehr wichtig. Es ist höchste Zeit, dass wir die Altersvorsorge für alle verbessern. Wie denkt ihr über die Herausforderungen, die Frauen in der Rente haben?
Ja, das Thema ist echt entscheidend! Frauen haben oft geringere Renten wegen Teilzeitarbeit. Ich hoffe, die Kommission wird das ernsthaft angehen.
Ich stimme zu! Die Ungleichheit muss behoben werden. Vielleicht könnten wir auch mehr über die betriebliche Altersvorsorge sprechen?