DFB startet Schulfußball-Tour 2026: Mehr Bewegung an Schulen gegen Bewegungsmangel

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) startet eine bundesweite Schulfußball-Tour, um mehr Bewegung in den Schulalltag zu bringen. Die Initiative im „Jahr der Schule“ umfasst Aktionstage, Fortbildungen für Lehrkräfte und Vernetzungstreffen vor Ort. Damit reagiert der DFB auf den zunehmenden Bewegungsmangel und den kommenden Ganztagsbetreuungsanspruch.
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– DFB und Landesverbände starten bundesweite Schulfußball-Tour für mehr Bewegung an Schulen.
– Die Tour umfasst 3-gegen-3-Festivals, Lehrkräftefortbildungen und politische Vernetzungstreffen.
– Ein geplanter Tourstopp ist am 14. April 2026 in Hamburg mit dem HSV und FC St. Pauli.

DFB startet bundesweite Schulfußball-Tour für mehr Bewegung im Schulalltag

Der Deutsche Fußball-Bund und seine Landesverbände gehen mit einer bundesweiten Schulfußball-Tour an den Start. Im Rahmen der Initiative „Jahr der Schule“ will der DFB das Thema Sport und Bewegung an Schulen stärker in den Mittelpunkt rücken und mit regionalen Veranstaltungen sichtbarer machen. Der Verband verbindet das ausdrücklich mit dem kommenden Ganztagsbetreuungsanspruch und dem Ziel, nachhaltige Strukturen für mehr Bewegung im Schulalltag anzustoßen.

Ein erster Termin fand bereits Anfang Februar in Stuttgart statt. Rund um das ausverkaufte Futsal-Länderspiel gegen Schweden nahmen nach DFB-Angaben mehr als 300 Lehrkräfte an einer Fortbildung des Kompetenzteams um Direktor Hannes Wolf teil. Ergänzt wurde das Programm durch ein großes 3-gegen-3-Festival für Grundschulkinder sowie Gespräche zwischen Vereinen, Politik und Landesverbänden.

Schulfußball-Tour setzt auf Praxis, Fortbildung und Vernetzung

Nach Darstellung des DFB ist die Tour bewusst nicht nur als Reihe einzelner Aktionstage angelegt. Das Konzept verbindet sportliche, pädagogische und strukturelle Elemente. Vorgesehen sind vor Ort unter anderem 3-gegen-3-Ballsportformate für Grundschulkinder nach dem Konzept der „Schule des Kleinfeldfußballs“, Lehrkräfte-Fortbildungen durch das DFB-Kompetenzteam, politische Vernetzungstreffen sowie der Einsatz des DFB-Mobils mit Praxismaterialien und Trainingsmodulen. Hinzu kommen Kooperationen mit Profivereinen.

Damit verfolgt der Verband mehrere Ziele zugleich: Kinder sollen direkt in Bewegung kommen, Lehrkräfte konkrete Impulse für den Schulalltag erhalten und Schulen, Vereine, Verbände sowie politische Akteurinnen und Akteure enger zusammenarbeiten. Aus Sicht des DFB kann die Tour so über einzelne Veranstaltungstage hinauswirken und die Verbindung zwischen Schule und organisiertem Breitensport stärken.

Hannes Wolf wirbt für einfache Spielformen in der Schule

Für Hannes Wolf steht dabei die praktische Umsetzbarkeit im Vordergrund. Er sagt: „Wir brauchen ein gutes Sportangebot in unserer Gesellschaft. Das ist ein wichtiger Teil des Großwerdens. Die Schulfußball-Tour wird dazu beitragen, unsere Spielformen in der Schule bekannter zu machen und durch die Fortbildungen aufzuzeigen, wie niedrigschwellige Bewegungsangebote aussehen können. Das 3-gegen-3 ist kein Zaubermittel, aber es ist die beste Möglichkeit für Kinder, Sport zu treiben. Denn nur Spielen bildet Ganzheitlichkeit ab. Einfachheit ist der Schlüssel, vor allem in der Organisation Schule, damit die Umsetzung leicht möglich ist."

Lesenswert ist außerdem DFB Masterplan Amateurfußball 2026-2029: Verbindliche Ziele, Finanzierung und Auswirkungen für alle Vereine.

Die Tour greift damit einen Ansatz auf, den der DFB klar hervorhebt: einfache Bewegungsangebote, die sich ohne große Hürden in den schulischen Alltag integrieren lassen. Gerade im engen organisatorischen Rahmen von Schule sieht der Verband darin einen entscheidenden Hebel.

Weitere Stationen in Hamburg, Potsdam-Babelsberg, Bremen, Köln und Marburg

Die nächsten Termine der Schulfußball-Tour stehen bereits fest. Am 14. April 2026 macht die Tour in Hamburg Station. Geplant ist dort eine Lehrkräfte-Fortbildung in Kooperation mit dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli in der Sporthalle Hamburg, in der am Abend die Futsal-Nationalmannschaft gegen Kroatien spielt.

Weitere Stopps sind für den 22. Mai 2026 in Potsdam-Babelsberg, den 29. Mai 2026 in Bremen, den 3. Juni 2026 in Köln und den 13. Juni 2026 in Marburg angekündigt. Zusätzliche Termine sollen gemeinsam mit den Landesverbänden fortlaufend bekanntgegeben werden.

DFB sieht Schule als Schlüssel für Bewegung und Amateurfußball

Hinter dem Projekt steht auch ein strategischer Ansatz. Der DFB will im Programm „Gemeinsam am Ball“ die Zusammenarbeit zwischen Schulen und den bundesweit knapp 24.000 Fußballvereinen enger verzahnen. Aus Sicht des Verbandes wird die Schule immer wichtiger, wenn es um Bewegung, Nachwuchsgewinnung und die Zukunft des Amateurfußballs geht, weil Kinder einen großen Teil ihres Tages dort verbringen.

Einige Landesverbände arbeiten laut DFB bereits an weiterführenden Modellen. Genannt werden ein Bewegungspass für Kindergarten und Grundschule in Württemberg, Personalstellen zur Koordination zwischen Schule und Verein in Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie lokale Lehrkräfte-Fortbildungen in Bayern. Die Tour soll solche Ansätze sichtbarer machen und zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen.

Bewegungsmangel an Schulen rückt stärker in den Fokus

Der DFB ordnet die Initiative in eine breitere Debatte über Bewegungsmangel ein. Nach Verbandsangaben verfehlen 75 Prozent der Grundschulkinder die WHO-Vorgabe von 60 Minuten täglicher Bewegung. Zudem leiden demnach 300.000 Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und 18 Jahren unter motorischen Entwicklungsstörungen – ein Anstieg von 64 Prozent gegenüber dem Jahr 2008.

Prof. Dr. Silke Sinning, DFB-Vizepräsidentin für Bildung, Gesundheit und Safe Sport sowie Vorsitzende der Kommission Schulfußball, betont die gesellschaftliche Dimension des Themas: „Die Zeit, die Kinder an Schulen verbringen, hat zugenommen. Wir wollen im Hinblick auf den Ganztagsbetreuungsanspruch und den wissenschaftlich belegten Bewegungsmangel in unserer Gesellschaft Anstöße für dauerhafte Strukturen schaffen, die Sport und Bewegung an Schulen fördern. Bewegungsmangel ist ein zentrales Problem – für die Gesellschaft und den organisierten Sport. Die Schulfußball-Tour zeigt auf, wie Landesverbände, Politik und Vereine gemeinsam etwas bewegen können. Bewegungsangebote in der Schule sind ein bedeutender Baustein für gesunde und glückliche Kinder – und ein wichtiger Faktor für die Zukunftssicherheit unserer Vereine.“

Mit der Schulfußball-Tour verbindet der DFB damit mehr als Aufmerksamkeit für einzelne Aktionstage. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, Sport und Bewegung in der Schule dauerhaft zu verankern, Kooperationen vor Ort zu stärken und Schulen, Vereine und Politik enger zusammenzubringen. Aus Sicht des Verbandes wird entscheidend sein, dass aus den regionalen Stationen belastbare Strukturen für den Schulalltag entstehen.

Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bunds e.V. (DFB).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Bewegung an Schulen ist nicht nur ein Sportthema, sondern wirkt auf Gesundheit, Entwicklung und den Alltag von Kindern. Der Beitrag ordnet das Projekt in eine Debatte ein: Laut DFB verfehlen 75 Prozent der Grundschulkinder die WHO-Vorgabe von 60 Minuten täglicher Bewegung; zudem seien 300.000 Schülerinnen und Schüler von motorischen Entwicklungsstörungen betroffen.

Für betroffene Menschen und Organisationen heißt das: Schulen, Vereine, Verbände und Politik müssen praktikable Wege finden, Bewegung dauerhaft im Schulalltag zu verankern. Die Schulfußball-Tour setzt dafür auf niedrigschwellige Spielformen wie 3-gegen-3 sowie auf Lehrkräftefortbildungen und Vernetzung – damit aus einzelnen Terminen belastbare Strukturen werden, die auch mit Blick auf den Ganztagsbetreuungsanspruch tragen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum setzt der DFB auf 3-gegen-3 und einfache Angebote?
Der Beitrag nennt als Kern: niedrigschwellige Bewegungsformate sollen sich leicht in den organisatorischen Alltag von Schule integrieren lassen.

Wer profitiert von den geplanten Maßnahmen vor Ort?
Laut Beitrag sollen Grundschulkinder direkt in Bewegung kommen, Lehrkräfte konkrete Impulse erhalten und Schulen stärker mit Vereinen und politisch Verantwortlichen vernetzt werden.

Welche Rolle spielt die Schulfußball-Tour über den einzelnen Termin hinaus?
Der DFB will, dass die regionalen Stationen mehr bewirken als Aktionstage – nämlich dauerhafte Strukturen für den Schulalltag anstoßen.

Welche nächsten Schritte sind für Schulen oder Vereine naheliegend?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein. Der Beitrag verweist zudem auf die Zusammenarbeit von Landesverbänden, Vereinen und dem DFB-Kompetenzteam als zentralen Ansatz.

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11 Kommentare

  1. Mir gefällt das Thema, besonders weil Prof. Dr. Silke Sinning das anspricht, aber wie inklusiv ist das für Mädchen und Kinder mit motorischen störungen? WHO-Vorgabe 60 minuten steht oft in berichten, mehr auf /inklusion, bitte mehr adaptive Angebote, Hilfsmittel und klare Leitlinien für Schulen, sonst profitieren nur schon starke Kinder.

    1. Guter Punkt Zmeyer, Eltern sollten auch eingebunden werden, Infoabende und einfache Übungen für zuhause wären gut, link /eltern, und wer schult die Sporthelfer in inklusion, ohne das fehlt Nachhaltigkeit, frage an Eltern und Lehrkräfte, wie macht ihr das?

  2. Neutral gesagt, das Projekt macht sinn für Amateurfussbal und Nachwuchs, 24.000 Vereine sind viele, doch wie stellt man sicher dass ländliche gebiete nicht vergessen werden? Kooperation mit Profi vereine ist gut, aber oft sind die regional nicht erreichbar, siehe /vereine, kann man mobile Konzepte ausbauen?

    1. Ja Diethard, mobiles DFB-Mobil ist eine idee, aber oft fährt es nur in städte, man braucht lokale Koordinatoren wie in Sachsen-Anhalt, link /koordination, und klarere finanzierung, sonst bleibt es symbolisch und kommt nicht in jede dorf schule.

  3. Lehrerfortbildungen sind wichtig, das Kompetenzteam um Hannes Wolf schein gut, aber wie ist die Finanzierung, wer stellt zeit zur verfügung, es fehlt oft an Personal, 3gegen3 ist praktisch in der Pause, doch was ist mit inklusion und motorische störungen, mehr infos auf /fortbildung wären hilfreich, wer plant weiterfolgen?

    1. Gute frage Diethelm. Ich glaube man braucht dauerhafte Stellen für Koordination zwischen Schule und Verein, wie in Thüringen schon erwähnt, link /koordination, aber viele Landkreise haben kein Geld, also wer entscheidet, Land oder Kommune, und wie gehts weiter?

    2. Die Statistik mit 300.000 ist erschreckend, steht auch auf /daten/bewegung, aber wie verlässlich sind die Zahlen, wurde das breit untersucht, und was bedeutet das konkret für Grundschulen, brauchen wir mehr Physiotherapeuten oder mehr spielangebote?

  4. Ich finde die idee mit mehr Bewegung wichtig wegen Bewegungsmangel, WHO sagt 60 minuten, aber reicht eine Tour wirklich, oder braucht es langfristig Mittel und Ganztagsbetreuung vernetzung? Auf /themen/bewegung steht vieles, aber wer kontrollier den Effekt, wer misst motorik, und wie bleiben Vereine und Schule verbunden?

    1. Man könnte mit einem Bewegungpass arbeiten wie in Württemberg, siehe /bewegungspass, das hilft messen, aber wer füllt den aus, lehrer oder vereine, und gibt es daten schutz probleme, wer bezahlt das, frage an die politik und Verbände?

  5. Die Schulfußbal-Tour vom DFB klingt nett und wichtig, weil Bewegung in der schule fehlt, aber wie geht das in der Praxis, wenn Klassenzimmer und Halle knapp sind? 3-gegen-3 ist simpel und gut, lehr kräfte brauchen echt tipps, siehe /projekte/jahr-der-schule, trotzdem wer sorgt für dauerhaft, nicht nur Aktionstag, frage an andere?

    1. Guter punkt, Aloisia. Hamburg am 14 April ist ja geplant, aber ist das nur Show oder kommen auch echte ressourcen nachher in die Schule? Auf /termine/hamburg steht datum aber wenig details, wer von HSV und St. Pauli macht was genau, kann jemand mehr sagen?

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