– Nick Woltemade und Ervin Fetahovic erhalten die Fair-Play-Medaille für 2024/2025.
– Woltemade tröstete Pokalfinal-Gegner statt sofort mitzufeiern.
– Trainer Fetahovic wies seine Mannschaft an, ein Gegentor aus Fairness zuzulassen.
Fair-Play-Medaille für Nick Woltemade und Ervin Fetahovic
Am 10. November 2025 zeichnete der Deutsche Fußball-Bund Nationalspieler Nick Woltemade und C-Junioren-Trainer Ervin Fetahovic mit der Fair-Play-Medaille aus.* Die Ehrung würdigt beide als fairste Akteure der Saison 2024/2025 (Stand: 10.11.2025).
Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Fair-Play-Jury, betonte in seiner Ansprache: „Der Fußball lebt von Emotionen, aber auch von Respekt, Anstand und Fairness.“ Die Entscheidung der Jury fiel auf zwei herausragende Beispiele sportlicher Haltung.
Nick Woltemade zeigte im Mai 2025 während des DFB-Pokalfinales im Berliner Olympiastadion außergewöhnlichen Sportsgeist. Während seine Teamkollegen vom VfB Stuttgart den Pokalsieg feierten, suchte er zunächst die Spieler von Arminia Bielefeld auf, klatschte sie ab, nahm sie in den Arm und sprach ihnen aufmunternde Worte zu. Seine Motivation erklärte der Nationalspieler anschließend: „Ich habe ihnen für so eine Leistung, für so eine Saison gratuliert. Wenn man den ganzen Weg von denen sieht, nicht nur in der 3. Liga, sondern auch die Pokalreise – das ist eine phänomenale Saison. Da wollte ich einfach noch mal gratulieren.“
Im Amateurbereich überzeugte Ervin Fetahovic, Trainer der C-Junioren der SG Markgräflerland. Bei einem Spielstand von 3:1 für die U17-Juniorinnen des SC Freiburg verletzte sich ein Spieler seiner Mannschaft. Obwohl seine Mannschaft in der Folge unglücklich zum 2:3 traf, wies Fetahovic seine Spieler an, die Gegnerinnen nach dem Anstoß ungehindert zum 4:2 durchlaufen zu lassen – eine Entscheidung, die beispielhaft für sportliche Fairness steht.
Bereits im September 2025 hatte der DFB im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels gegen Nordirland die fairsten Akteure im Amateurfußball ausgezeichnet. Auf den Plätzen zwei und drei folgen in dieser Saison Dominik Backes vom SV Niederbexbach und Martin Pätzold vom FSV Kühlungsborn. Den Sonderpreis erhalten Benedict Richter und Baris Karadag von der DJK Schwarz-Weiß Neukölln.*
Regionale Fair-Play-Initiativen und Beispiele
Während die DFB-Fair-Play-Medaille die bundesweit bekannteste Auszeichnung für sportliches Verhalten darstellt, existiert parallel ein dichtes Netz regionaler Initiativen, die Fair Play auf lokaler Ebene fördern. Diese dezentralen Ansätze erreichen Vereine und Spieler direkt vor Ort und schaffen damit eine wichtige Ergänzung zur nationalen Ehrung.
Lokale Initiativen stärken Fair Play
Der Württembergische Fußballverband führt mit seiner Kampagne "Bleib fair!" aktuell 25 Fair-Play-Aktionen durch (Stand: Mai 2025*) . Diese reichen von Aufklärungskampagnen über spezielle Trainingseinheiten bis hin zu Fair-Play-Wochen in den Vereinen. Ebenfalls im Juli 2025 startete die Sparkassen-Finanzgruppe eine regionale Initiative zur Ehrung der fairsten Fußballmannschaften der Saison 2024/2025 (Veröffentlichung: 11.07.2025*).
Weitere Verbände haben eigene Preissysteme etabliert:
- Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) vergibt den FLVW-Fair-Play-Pokal*.
- Der Hessische Fußball-Verband ehrt vorbildliche Mannschaften und Einzelspieler.
Diese regionalen Programme zeigen, dass faire Spielkultur nicht nur auf Bundesebene, sondern insbesondere in den Basisstrukturen des Fußballs verankert wird.
So werden Preisträger in Verbänden ausgewählt
Die Auswahlverfahren der regionalen Fair-Play-Preise orientieren sich an ähnlichen Kriterien wie die DFB-Medaille, berücksichtigen jedoch die spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Ligen. Während der DFB eine zentrale Jury einsetzt, arbeiten die Regionalverbände häufig mit ehrenamtlichen Gremien, die Spielbeobachter einsetzen und Meldesysteme der Vereine nutzen. Die Sparkassen-Initiative basiert auf einem mehrstufigen Bewertungsverfahren, bei dem nicht nur die Anzahl von Gelben Karten, sondern auch das allgemeine Verhalten von Mannschaften, Trainern und Fans bewertet wird.
Die Vielfalt der Ehrungsformen – von Pokalen über Medaillen bis hin zu Sonderpreisen – unterstreicht, dass Fair Play im deutschen Fußball kein einheitliches Konzept, sondern eine vielschichtige Kultur ist, die auf verschiedenen Ebenen gelebt und gefördert wird.
Fair Play als Fundament des Sports
Fair-Play-Auszeichnungen wie die des Deutschen Fußball-Bunds sind mehr als nur Preise – sie markieren Werte, die den Sport auf allen Ebenen prägen. Während im Profifußball Gesten medial Aufmerksamkeit erhalten, wirken vergleichbare Ehrungen im Amateurbereich oft nachhaltiger in die Breite. Vereine und Verbände nutzen diese Anlässe bewusst, um Vorbilder zu schaffen und sportliches Verhalten zu institutionalisieren.*
Der Hessische Fußball-Verband etwa vergibt seinen Fair-Play-Pokal nach klaren Kriterien: Neben sportlichem Verhalten während des Spiels zählen auch der Umgang mit Schiedsrichtern, der respektvolle Auftritt von Betreuern und Fans sowie die allgemeine Haltung gegenüber dem Gegner. Diese transparenten Maßstäbe helfen, Fair Play nicht dem Zufall zu überlassen, sondern als festen Bestandteil der Sportkultur zu verankern.*
Unterschiedliche Perspektiven auf Fair-Play-Ehrungen zeigen sich in ihrer Wirkung: Einerseits geht es um die verdiente Anerkennung einzelner Personen, andererseits um die symbolische Kraft, die von solchen Auszeichnungen ausgeht. Wenn Nachwuchsspieler bei Eintracht Frankfurt für faires Verhalten geehrt werden, sendet das Signale an die gesamte Jugendabteilung. Gleichzeitig bleiben die Kriterien je nach Verband und Wettbewerb unterschiedlich – während manche auf spektakuläre Einzelaktionen abzielen, honorieren andere durchgängig vorbildliches Verhalten über eine ganze Saison.*
Diese Vielfalt an Ansätzen unterstreicht, dass Fair Play kein einheitliches Konzept ist, sondern je nach Kontext unterschiedlich gelebt wird. Was alle Initiativen verbindet, ist der Versuch, Sport als Raum für charakterliche Entwicklung zu begreifen – nicht nur als Austragungsort von Wettkämpfen.*
Fair Play als gesellschaftlicher Impuls
Die Auszeichnungen für Nick Woltemade* und Ervin Fetahovic zeigen beispielhaft, wie Fairness über den Sport hinauswirkt. Ihre Gesten im Profi- und Amateurbereich machen deutlich: Respekt und Anstand sind keine Frage der Liga, sondern der Haltung. Solche Vorbilder inspirieren nicht nur Nachwuchsspieler, sondern prägen Werte, die auch im Alltag Bedeutung haben.
Initiativen wie "Bleib fair!" des Württembergischen Fußballverbands oder die Fair-Play-Ehrungen der Sparkassen demonstrieren, wie Vereine und lokale Partner dieses Engagement systematisch fördern. Ehrenamtliche Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre schaffen damit Räume, in denen junge Menschen lernen, Konflikte sportlich zu lösen und Gegner als Partner zu achten.
Jeder kann Fair Play im eigenen Umfeld stärken – durch Anerkennung für faires Verhalten auf dem Sportplatz, durch Unterstützung lokaler Vereine oder einfach durch respektvollen Umgang bei der nächsten Begegnung. Die Beispiele dieser Saison erinnern daran, dass sportlicher Geist letztlich von Menschen getragen wird, die mehr im Sinn haben als nur das Ergebnis.
Die vorliegenden Daten und Zitate wurden einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) entnommen.
Weiterführende Quellen:
- „Im Mai 2025 wurden dem Württembergischen Fußballverband rekordverdächtige 25 Fair-Play-Aktionen gemeldet, aus denen drei Szenen zur Wahl des Monatssiegers gestellt wurden.“ – Quelle: https://www.wuerttfv.de/verband/gesellschaft/bleib-fair/
- „Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen zeichnet für die Saison 2024/2025 wieder lokale Mannschaften mit dem FLVW-Fair-Play-Pokal aus, die Gewinner werden in Landes- und Bezirksligen ermittelt und geehrt.“ – Quelle: https://flvw.de/de/ehrung-der-sieger-des-flvw-fair-play-pokals-20242025.htm
- „Beim Hessischen Fußball-Verband werden die fairsten Mannschaften der Saison 2024/2025 geehrt, die Kriterien umfassen vorbildliches Verhalten wie Verwarnungen und Einzelaktionen; Preisträger erhalten Geld- und Sachpreise.“ – Quelle: https://nachwuchs.eintracht.de/news/fair-play-ehrung-fuer-eintracht-frankfurt-171721/
- „Sparkassen Kaiserslautern, Kusel und Donnersberg ehren die fairsten Fußballmannschaften der Saison 2024/2025 im Amateurbereich als regionale Fairplay-Initiativen.“ – Quelle: https://sparkasse-kl.sparkasseblog.de/2025/07/11/mit-fair-play-zum-erfolg-sparkassen-ehren-die-fairsten-fussballmannschaften-der-saison-2024-2025/
9 Antworten
‚Faires Verhalten‘ sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein im Sport! Die Ehrungen sind ein guter Schritt in die richtige Richtung! Glaubt ihr, dass solche Auszeichnungen langfristig was verändern können?
@Gmichels Ja, ich denke schon, dass sie einen Einfluss haben können auf die Kultur im Sport. Je mehr darüber gesprochen wird, desto besser wird es für alle!
‚Bleib fair!‘ ist eine super Initiative vom Württembergischen Fußballverband! Ich finde es klasse, dass so etwas auf lokaler Ebene gefördert wird. Wie seht ihr das? Gibt es ähnliche Programme in anderen Regionen?
‚Bleib fair!‘ klingt wirklich gut! Solche Aktionen können viel bewirken und junge Spieler prägen. Kennt jemand weitere Beispiele aus der Region?
Die Fair-Play-Medaille ist echt wichtig! Ich hoffe, dass mehr Leute darüber sprechen und das fördern. Es sollte nicht nur um Gewinnen gehen. Welche anderen Werte sind euch im Sport wichtig?
Auf jeden Fall! Respekt und Teamgeist sind genauso wichtig wie Tore schießen. Vielleicht sollten mehr Vereine solche Aktionen machen!
Ich finde es echt toll, wie Woltemade die Spieler von Bielefeld trösten konnte, während seine Teamkollegen feierten. Das zeigt echte Klasse und Respekt im Fußball! Was denkt ihr über solche Gesten im Sport?
Ja, ich glaube auch, das ist wichtig! Wenn mehr Spieler so denken würden, könnte der Fußball viel fairer sein. Habt ihr andere Beispiele für faires Verhalten gesehen?
Das stimmt! Manchmal vergisst man in der Hitze des Gefechts die Fairness. Woltemade ist da ein gutes Vorbild! Was haltet ihr von den Fair-Play-Initiativen?