– DFB zieht positive Bilanz nach Anti-Rassismus-Projekt im Amateurfußball.
– Über 1150 Vereinsvertreter erreicht und 75 wirksame Maßnahmen umgesetzt.
– Projekt endet nach Pilotphase, bundesweite Umsetzung wird angestrebt.
Anti-Rassismus-Projekt: DFB zieht positive Bilanz nach dreijähriger Pilotphase
Am 24. November 2025 präsentiert der Deutsche Fußball-Bund in der Alten Försterei bei Bundesligist 1. FC Union Berlin die Ergebnisse seines "Projekts zur wirksamen und nachhaltigen Anti-Rassismus-Arbeit im deutschen Amateurfußball". Nach drei Jahren endet das Projekt, das 2023 gemeinsam mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) und Makkabi Deutschland ins Leben gerufen wurde, nun zum 31. Dezember 2025. Ziel war es, praxisnahe und bedarfsgerechte Maßnahmen gegen Rassismus im Amateurfußball zu entwickeln und zu erproben.
Das Anti-Rassismus-Projekt basierte auf zwei Säulen: einer Mitmachaktion für Fans unter dem Motto "Fußballzeit ist die beste Zeit gegen Rassismus" sowie einem umfassenden Maßnahmenpaket für Amateurvereine. "Beim Fußball begegnen sich Woche für Woche Millionen Menschen, genau deshalb müssen wir Strukturen schaffen, die Rassismus und Diskriminierung keinen Platz lassen", sagt der 1. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. "Mit diesem Projekt haben wir einen wichtigen Schritt gemacht: Wir befähigen Vereine, präventiv zu handeln und eine Kultur des Respekts und der Vielfalt zu leben. Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit klaren Strukturen und gemeinsamer Verantwortung Diskriminierung noch wirksamer entgegentreten können."
Die Evaluation belegt eine hohe Wirksamkeit: 85 Prozent der Teilnehmenden bewerten die Maßnahmen positiv, 86 Prozent fühlen sich kompetenter im Umgang mit Rassismus und 87 Prozent würden die Angebote weiterempfehlen.
Die Abschlussveranstaltung in Berlin vereint engagierte Stimmen, die sich für Vielfalt und Respekt im Fußball stark machen. An den Podiumsdiskussionen nehmen teil:
- Ronny Zimmermann (1. DFB-Vizepräsident)
- Natalie Pawlik (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration)
- Alon Meyer (Präsident von Makkabi Deutschland)
- Herman Winkler (NOFV-Präsident)
- Safa Semsary (Antidiskriminierungsbeauftragte und Trainerin beim Verein Polar Pinguin)
- Lina Mitschke (Co-Geschäftsführung für Politische Kommunikation, Projektleitung NAR Bei EOTO e.V.)
Mit der heutigen Veranstaltung endet die Pilotphase, doch die Arbeit geht weiter. Die entwickelten Maßnahmen sollen nun für eine künftige bundesweite Umsetzung adaptiert werden, um langfristig eine nachhaltige Struktur für Anti-Rassismus-Arbeit im Amateurfußball zu etablieren.
Die vorliegenden Informationen und Statements stammen aus einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Weiterführende Quellen:
- „Im deutschlandweiten organisierten Amateur-Spielbetrieb wurden in der Saison 2024/2025 insgesamt 829 gewalt- oder diskriminierungsbedingte Spielabbrüche bei rund 1,286 Millionen Spielen registriert – das entspricht 0,06% aller Spiele und stellt den niedrigsten Wert seit der Corona-Pandemie dar.“ – Quelle: https://www.dfb.de/content/gewalt-und-diskriminierung-im-amateurfussball
- „Der Anteil aller Partien mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen im Amateurfußball ist auf 0,43% gesunken (2023/2024: 0,45%).“ – Quelle: https://www.dfb.de/content/gewalt-und-diskriminierung-im-amateurfussball
- „In der Pilotphase des DFB Anti-Rassismus-Projekts wurden mehr als 1150 Amateurvertreter*innen erreicht und 75 Maßnahmen umgesetzt, die Vereine im Umgang mit Rassismus sensibilisiert und gestärkt haben. 85 Prozent bewerten die Maßnahmen positiv, 86 Prozent fühlen sich kompetenter im Umgang und 87 Prozent würden die Angebote weiterempfehlen (Stand: Ende 2025).“ – Quelle: https://link.mailing.dfb.de/u/nrd.php?p=fiQLYGm9jA_460_663729_1_6
- „Die Einführung des DFB-STOPP-Konzepts und der Kapitänsregel wird von Funktionären als Impuls für nachhaltige Verhaltensänderung und Deeskalation bewertet; der Fair-Play-Gedanke hat sich gestärkt (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://www.fvm.de/news/uebersicht/detailseite/lagebild-des-amateurfussballs-fvm-zahlen-zu-gewalt-und-diskriminierung-2
- „In einer Umfrage des Amateurfußball-Barometers 2024/25 beurteilten 93% die Kapitänsregel und 88% das DFB-STOPP-Konzept als sinnvoll; Schiedsrichter*innen nahmen eine um 10 Prozentpunkte gestiegene Wertschätzung und um 7 Prozentpunkte bessere Einbindung im Vereinsleben wahr (jeweils gegenüber 2023).“ – Quelle: https://www.dfb.de/content/gewalt-und-diskriminierung-im-amateurfussball
8 Antworten
‚Fußballzeit ist die beste Zeit gegen Rassismus‘ – was für ein tolles Motto! Es wäre schön zu hören, ob es bereits positive Veränderungen in den Vereinen gibt.
‚Veränderungen sind nötig‘, denke ich auch! Welche weiteren Schritte könntet ihr euch vorstellen?
Das Anti-Rassismus-Projekt des DFB ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich bin besonders beeindruckt von den hohen Zustimmungsraten. Was haltet ihr von den konkreten Maßnahmen für die Vereine?
Ich finde die Idee großartig! Es ist wichtig, dass Vereine aktiv werden und eine klare Haltung gegen Rassismus zeigen.
‚Kapitänsregel‘ klingt interessant! Wie funktioniert das genau und wie wird es umgesetzt?
Ich finde es toll, dass der DFB so viele Maßnahmen gegen Rassismus umgesetzt hat. Die positiven Rückmeldungen von 85% zeigen, dass das Projekt wirklich hilfreich ist. Wie denkt ihr über die langfristigen Auswirkungen dieser Initiative?
Ich stimme zu, Gustav! Es ist wichtig, dass diese Themen im Fußball angesprochen werden. Glaubt ihr, dass ähnliche Projekte auch in anderen Sportarten erfolgreich sein könnten?
Ja, absolut! Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, wie man solche Maßnahmen noch mehr bekannt machen kann.