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Deutscher Waldpädagogikpreis 2024: Sven Neißer gewinnt mit Zukunftsgärtnerei-Projekt für Draußenlernen

Sven Neißer hat den Deutschen Waldpädagogikpreis 2024 für sein Projekt „Die Zukunftsgärtnerei: Draußenlernen als Schlüssel zu den 17 Zielen“ erhalten. Die Auszeichnung wurde am 22. Oktober im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium verliehen und ist mit 3.000 Euro dotiert. Damit würdigt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald besonders innovative Bildungsvorhaben, die Nachhaltigkeit praktisch erlebbar machen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Sven Neißer gewinnt den Deutschen Waldpädagogikpreis 2024 für das Projekt „Zukunftsgärtnerei“ mit 3.000 Euro Preisgeld.
  • Das Projekt fördert Draußenlernen und vernetztes Denken zur nachhaltigen Bildung anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele.
  • Der Preis wird alle zwei Jahre für innovative waldpädagogische Bildungsprojekte vergeben und unterstützt praktische Nachhaltigkeit.
  • Waldpädagogik verbindet theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung und stärkt ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge.
  • Waldpädagogische Projekte fördern Naturverständnis, Nachhaltigkeitskompetenzen und stärken lokale Bildungsnetzwerke.

– Das Projekt „Zukunftsgärtnerei“ erhielt den Deutschen Waldpädagogikpreis 2024.
– Es fördert Draußenlernen für nachhaltige Bildung und vernetztes Denken.
– Der Preis wird alle zwei Jahre für innovative Waldbildungsprojekte vergeben.

Deutscher Waldpädagogikpreis 2024 geht an innovative "Zukunftsgärtnerei"

Im Großen Sitzungssaal des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung erhielt Sven Neißer am 22. Oktober 2025 die Auszeichnung für sein Bildungsprojekt "Die Zukunftsgärtnerei: Draußenlernen als Schlüssel zu den 17 Zielen".* Der Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verlieh den Deutschen Waldpädagogikpreis.

Bildungsminister Sven Teuber MdL betonte die Bedeutung solcher Initiativen: "Nachhaltige Bildung gehört in Rheinland-Pfalz ganz selbstverständlich dazu". Er führte weiter aus: "Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche verstehen, wie ihr Handeln wirkt und dass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Dafür schaffen wir Lernorte, die neugierig machen und zum Mitgestalten einladen. Die Zukunftsgärtnerei ist genau so ein Ort – hier wird Nachhaltigkeit erlebbar, Wissen wächst praktisch und Ideen werden zu echtem Handeln."

Die Auszeichnung würdigt besonders innovative Bildungsvorhaben und unterstützt sie finanziell mit einem Preisgeld von 3.000 Euro (Stand: 23.10.2025, Pressemitteilung). Gleichzeitig setzt der Preis neue Impulse für eine vielseitige Bildungslandschaft.

Für den nächsten Deutschen Waldpädagogikpreis 2026 können sich Schulklassen, Vereine, Gemeinden oder Einzelpersonen bis zum 31. Oktober 2026 mit ihrem waldbezogenen BNE-Projekt bewerben (Stand: 23.10.2025, Pressemitteilung).

Waldpädagogik: Vom Nischenkonzept zum Bildungsansatz der Zukunft

Während die Diskussion über nachhaltige Bildung zunimmt, bleibt regelmäßiges Lernen in der Natur an Regelschulen weiterhin die Ausnahme. Dabei eröffnet das Draußenlernen vielfältige Möglichkeiten: Es verwandelt die Schultür in eine Drehtür, die Kinder und Erwachsene sowohl aus der Schule hinaus als auch Menschen von außen hinein in die Umwelt lässt. Von diesem Ansatz profitieren nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern ebenso Lehrkräfte. Genau an dieser Stelle setzt Sven Neißer mit seiner "Zukunftsgärtnerei" an und entwickelt ein umfassendes Bildungskonzept. Statt reiner Wissensvermittlung in festen Fächergrenzen stehen bei ihm vernetztes und kreatives Denken, Eigenständigkeit und Verantwortung im Zentrum.

Waldpädagogik als Bildungsraum

Der Wald bietet für das Draußenlernen einen altersgerechten Zugang und eine hervorragende Grundlage. "Die Waldpädagogik nutzt den Wald als lebendigen und ganzheitlichen Lernraum", bestätigt Isabel Mackensen-Geis MdB, Vorsitzende der SDW Rheinland-Pfalz.* Diese ganzheitliche Wirkung zeigt sich in praktischen Projekten, die theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung verbinden.

Ansatz: vernetztes Lernen statt Fachgrenzen

Die Zukunftsgärtnerei verkörpert einen Paradigmenwechsel in der Bildungslandschaft. Statt isolierter Fächer wie Biologie, Geografie oder Sozialkunde entsteht hier ein integriertes Lernmodell, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge gemeinsam betrachtet. Dieser vernetzte Ansatz entspricht der Komplexität realer Herausforderungen und bereitet Lernende besser auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen vor.

Die wachsende Bedeutung solcher Bildungsansätze spiegelt sich auch in der Entwicklung des Deutschen Waldpädagogikpreises wider: Seit 2010 zeichnet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald waldpädagogische Initiativen und Projekte aus.* Die Auszeichnung hat sich von einer ursprünglichen Initiative zu einem anerkannten Instrument der Qualitätssicherung und Förderung innovativer Bildungsarbeit entwickelt.* Diese Entwicklung unterstreicht den Wandel der Waldpädagogik vom Nischenthema zum relevanten Bildungsfaktor.

Preisgelder im Wandel der Zeit

Die Entwicklung der Preisgelder für waldpädagogische Auszeichnungen zeigt interessante Unterschiede, die sich über einen Zeitraum von 15 Jahren nachverfolgen lassen. Die verfügbaren Daten dokumentieren eine bemerkenswerte Spannweite von 1.000 bis 5.000 Euro, wobei die jeweiligen Beträge stark vom Auslober und dem Zeitpunkt der Verleihung abhängen.

Vergleich der Preisgelder

Die historische Betrachtung beginnt mit dem Deutschen Waldpädagogikpreis, der im Jahr 2010 ein Preisgeld von 5.000 Euro ausschüttete* (Quelle: Deutscher Jagdverband, Stand: 2010). Dieser Betrag markiert den bisherigen Höchstwert in der dokumentierten Entwicklung.

Im Jahr 2024 zeigt sich ein anderes Bild beim regionalen Waldpädagogikpreis ECKI, der mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert ist* (Quelle: SDW Thüringen, Stand: 2024). Dieser deutlich niedrigere Betrag könnte auf unterschiedliche finanzielle Ausstattungen regionaler Auszeichnungen hinweisen.

Die aktuellste Angabe stammt aus der Pressemitteilung vom 23. Oktober 2025, die für den Deutschen Waldpädagogikpreis ein Preisgeld von 3.000 Euro nennt* (Stand: 23.10.2025, Pressemitteilung SDW). Dieser Wert liegt zwischen den beiden vorherigen Beträgen und repräsentiert die aktuelle Dotierung des bundesweiten Preises.

Jahr Preisgeld Quelle / Stand
2010 5.000 Euro Deutscher Jagdverband — Stand: 2010*
2024 1.000 Euro SDW Thüringen — Stand: 2024*
2025 3.000 Euro Pressemitteilung SDW — Stand: 23.10.2025*

Regionale versus bundesweite Auszeichnungen

Die Gegenüberstellung macht deutlich, dass regionale und bundesweite Waldpädagogikpreise unterschiedlich dotiert sind. Während der regionale ECKI-Preis in Thüringen mit 1.000 Euro ausgestattet ist, bewegt sich der bundesweite Deutsche Waldpädagogikpreis in einer anderen Größenordnung. Die Unterschiede lassen sich durch verschiedene Faktoren erklären: Die finanziellen Möglichkeiten der auslobenden Organisationen variieren ebenso wie der Umfang und die Reichweite der prämierten Projekte. Zudem unterliegen Preisgelder natürlichen Anpassungen über die Jahre, die sich aus veränderten Budgets, Sponsoring-Modellen oder inhaltlichen Schwerpunktsetzungen ergeben können.

Waldpädagogik als Bildungsimpuls: Was der Preis bewirkt

Die Auszeichnung waldpädagogischer Projekte reicht weit über die Ehrung einzelner Initiativen hinaus. Sie setzt ein deutliches Signal für die gesellschaftliche Bedeutung naturnaher Bildungskonzepte. Schulen erhalten durch solche Preise praktische Beispiele, wie sich Unterricht lebendig gestalten lässt – nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Bereicherung des Schulalltags. Kommunen erkennen das Potenzial außerschulischer Lernorte und können ihre Bildungslandschaft vielfältiger gestalten. Für die gesamte Bildungslandschaft bedeutet die Würdigung solcher Projekte eine Aufwertung erfahrungsbasierter Lernformen gegenüber rein kognitiven Wissensvermittlungsmodellen.

Gesellschaftliche Relevanz

Waldpädagogische Projekte entfalten ihre Wirkung auf mehreren Ebenen. Sie schaffen nicht nur unmittelbare Lernerlebnisse, sondern prägen langfristig das Verhältnis junger Menschen zu ihrer Umwelt. Die typischen Effekte solcher Initiativen lassen sich in drei Kernbereichen zusammenfassen:

  • Vertieftes Naturverständnis: Durch unmittelbare Erfahrungen entwickeln Kinder und Jugendliche ein fundiertes ökologisches Bewusstsein
  • Praktische Nachhaltigkeitskompetenzen: Handlungsorientiertes Lernen ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge konkret zu begreifen und umzusetzen
  • Stärkung lokaler Bildungsnetzwerke: Gemeinden, Vereine und Schulen arbeiten enger zusammen und schaffen nachhaltige Strukturen

Diese Wirkungen zeigen, dass waldpädagogische Ansätze weit mehr sind als ein methodischer Zusatz – sie stellen eine grundlegende Erweiterung unseres Bildungsverständnisses dar.

Wie es weitergehen kann

Die wachsende Bedeutung solcher Initiativen spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider: Bildung wird zunehmend als ganzheitlicher Prozess verstanden, der Kopf, Herz und Hand gleichermaßen anspricht. Die Waldpädagogik zeigt dabei beispielhaft, wie sich theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung verbinden lässt – und wie daraus Kompetenzen entstehen, die junge Menschen befähigen, verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umzugehen.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V.

Weiterführende Quellen:

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