– Fast die Hälfte der Bevölkerung bewertet Tourismusauswirkungen positiv.
– Tourismus beschäftigt 2,7 Millionen Menschen mit 144 Milliarden Euro Wertschöpfung.
– Deutscher Tourismustag 2025 in Saarbrücken fokussiert auf Gastfreundschaft und Akzeptanz.
Deutscher Tourismustag 2025: Wirtschaftsfaktor mit hoher Akzeptanz
Am 19. November 2025 trafen sich 425 Fachleute in Saarbrücken zum Deutschen Tourismustag unter dem Motto „Komm, wie du bist: Begegnung. Vielfalt. Gastfreundschaft.“ Die Veranstaltung brachte die wirtschaftliche Bedeutung der Branche und ihre gesellschaftliche Akzeptanz in den Fokus.
Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), betonte: „Deutschland ist tourismusfreundlich. Die Akzeptanz ist hoch.“ Er unterstrich die Bedeutung der lokalen Bevölkerung für den Tourismus: „Tourismus lebt von der Akzeptanz und Gastfreundschaft der Einheimischen. Ihre Perspektive muss in der Tourismusentwicklung stets berücksichtigt werden.“
Die aktuellen Wirtschaftszahlen belegen die Relevanz der Branche: Der Tourismus beschäftigt 2,7 Millionen Menschen – das entspricht 6 Prozent aller Erwerbstätigen (Stand: Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024“). Mit einer direkten Bruttowertschöpfung von 144 Milliarden Euro trägt die Branche 3,7 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei (Stand: Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024“).
Meyer kommentierte diese Entwicklung: „Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Tourismus und zeigen, dass die Branche nahezu das Vor-Corona-Niveau von 2019 erreicht hat.“ Gleichzeitig warnte er vor den Folgen von Investitionsrückständen: „Der Investitionsstau wird sich spürbar auf das Urlaubserlebnis der Gäste und die Lebensqualität der Einheimischen auswirken.“
Das Saarland als Gastgeberregion präsentierte sich mit tourismuspolitischen Zielen. Wirtschafts- und Tourismusminister Jürgen Barke erklärte: „Wir freuen uns, dass der Deutsche Tourismustag in diesem Jahr im Saarland stattfindet. Der Tourismus spielt eine zentrale Rolle im Strukturwandel des Saarlandes. Unsere Region steht für eine einzigartige Mischung aus Vielfalt, Gastfreundschaft und Weltoffenheit – Werte, die wir in unserer Tourismusstrategie 2035 weiter ausbauen wollen.“
Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt verwies auf die positive Entwicklung seiner Stadt: „Für uns ist die Tourismusentwicklung eine zentrale Säule im Standortmarketing. Dank ihres starken kulturellen und gastronomischen Angebots gewinnt unsere Stadt stetig mehr Gäste.“
Tourismus in Zahlen: Wo steht die Branche heute?
Die wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Tourismus lässt sich am besten im Vergleich verschiedener Zeitpunkte und Datenquellen erfassen. Die verfügbaren Studien zeigen ein differenziertes Bild der Branchenentwicklung – mit teils abweichenden Zahlen, die sich durch unterschiedliche Erhebungszeiträume und Methoden erklären.
Langfristige Werte vs. aktuelle Messgrößen
Vor der Coronapandemie erreichte der Tourismus in Deutschland beachtliche Dimensionen: Im Jahr 2019 lag die tourismusbedingte Bruttowertschöpfung inklusive indirekter Effekte bei 216,2 Milliarden Euro. Damals waren 4,1 Millionen Erwerbstätige direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig – das entsprach etwa neun Prozent aller Arbeitsplätze.
Aktuelle Indikatoren zeigen eine Erholung, allerdings auf verändertem Niveau: Die Reiseintensität der Deutschen lag 2024 bei 80 Prozent* – damit unternahmen vier Fünftel der Bevölkerung mindestens eine Reise und erreichten damit wieder das Vorkrisenniveau*. Bei den Beschäftigungszahlen zeigen sich jedoch Unterschiede zwischen verschiedenen Quellen: Während die Pressemitteilung des Deutschen Tourismusverbandes von 2,7 Millionen Beschäftigten im Tourismussektor berichtet (Stand: Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024"), kommt der Deutsche Reiseverband für 2024 auf 2,9 Millionen Beschäftigte in der Branche (Stand: 2025). Diese Differenz lässt sich durch unterschiedliche Erhebungszeitpunkte und Abgrenzungen des Tourismussektors erklären.
Die gegenwärtige Situation beschreibt damit eine Branche, die sich von den pandemiebedingten Einbrüchen erholt hat, deren Struktur sich jedoch teilweise gewandelt hat. Während die Reisebereitschaft der Deutschen wieder das Vorkrisenniveau erreicht, zeigen die Beschäftigtenzahlen je nach Quelle unterschiedliche Entwicklungen – von nahezu vollständiger Erholung bis hin zu bleibenden strukturellen Veränderungen.
Tourismus in Zahlen: Rekorde und Kennziffern
Die deutsche Tourismusbranche zeigt sich auch 2025 weiterhin auf solidem Wachstumskurs. Wichtige Indikatoren belegen die anhaltende Dynamik des Sektors, der sich von den pandemiebedingten Einbrüchen deutlich erholt hat. Die aktuellen Daten liefern ein differenziertes Bild der Marktentwicklung und dienen als verlässliche Basis für weitergehende Analysen.
Für das Gesamtjahr 2024 wurde mit ca. 496 Mio. Übernachtungen in Deutschland ein neuer Rekordwert erreicht (Stand: Jahresende 2025). Diese positive Entwicklung setzte sich im Jahr 2025 fort: Im August 2025 wurden bundesweit 59,4 Mio. Übernachtungen gezählt, was einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber August 2024 entspricht. Bereits im Juni 2025 lag das Wachstum sogar bei 3,8 Prozent (Stand: Juni 2025)*.
Der Branchenumsatz im deutschen Reise- und Tourismusmarkt lag 2024 bei 83,4 Mrd. Euro und verzeichnete damit ein Plus von 5,6 Prozent zum Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt für Pauschalurlaub, der mit knapp 40 Mrd. Euro ein Wachstum von 7 Prozent erreichte (Stand: 2024/2025)*.
Vergleich ausgewählter Indikatoren
| Jahr | Kennzahl | Wert | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|---|
| 2024 | Übernachtungen gesamt | 496 | Mio. | Jahresende 2025 |
| 2025 | Übernachtungen August | 59,4 | Mio. | August 2025 |
| 2025 | Wachstum Juni | 3,8 | % | Juni 2025 |
| 2024 | Branchenumsatz | 83,4 | Mrd. Euro | 2024/2025 |
| 2024 | Pauschalreiseumsatz | 40 | Mrd. Euro | 2024/2025 |
Diese Kennzahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismussektors, der laut der Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024" 2,7 Millionen Menschen beschäftigt* und mit 144 Milliarden Euro direkt zur Bruttowertschöpfung beiträgt*.
Tourismusboom: Segen und Herausforderung für Regionen
Der anhaltende Reiseboom verändert Städte und Regionen in Deutschland spürbar. Während steigende Übernachtungszahlen und Urlaubsplanungen auf eine robuste Nachfrage hindeuten, stellt diese Entwicklung Kommunen vor komplexe Aufgaben. Die Auswirkungen reichen von neuen Arbeitsplätzen bis hin zu Belastungsgrenzen der Infrastruktur.
Im Saarland zeigt sich eine positive Entwicklung bei den Übernachtungen.* Diese Entwicklung spiegelt den bundesweiten Trend wider: Laut ADAC planen viele Deutsche Reisen in kommenden Jahren.*
Tourismusboom: Segen und Herausforderung für Regionen
Der anhaltende Reiseboom verändert Städte und Regionen in Deutschland spürbar. Während steigende Übernachtungszahlen und Urlaubsplanungen auf eine robuste Nachfrage hindeuten, stellt diese Entwicklung Kommunen vor komplexe Aufgaben. Die Auswirkungen reichen von neuen Arbeitsplätzen bis hin zu Belastungsgrenzen der Infrastruktur.
Im Saarland zeigt sich eine positive Entwicklung bei den Übernachtungen.* Diese Entwicklung spiegelt den bundesweiten Trend wider: Viele Deutsche planen Reisen in den kommenden Jahren.*
Regionalentwicklung im Fokus
Die steigenden Gästezahlen wirken sich unmittelbar auf die regionale Wirtschaftsstruktur aus. Mehr Touristen tragen zu höheren Umsätzen in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel bei. Gleichzeitig entstehen Arbeitsplätze in Dienstleistungsbereichen, die über die klassische Saisonarbeit hinausgehen. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal in touristischen Berufen wächst ebenso wie der Bedarf an spezialisierten Dienstleistern – von Reiseführern über Eventmanager bis hin zu digitalen Tourismusexperten.*
Die infrastrukturellen Anpassungen werden zur Schlüsselfrage: Parkraummanagement, öffentlicher Nahverkehr, Wegweisung und digitale Angebote müssen mit der Besucherzahl Schritt halten. Besonders Regionen mit saisonalen Spitzen erleben Phasen intensiver Nutzung, die lokale Ressourcen beanspruchen.
Nachfrage und Lebensqualität
Die Rückkehr zum gewohnten Reiseverhalten bringt auch Herausforderungen für die Lebensqualität in den betroffenen Regionen mit sich. Die Balance zwischen Gastfreundschaft und Alltagsleben der Einheimischen muss neu justiert werden. Während touristische Belebung leerstehende Ladenlokale füllen und kulturelle Angebote bereichern kann, stellt die gleichbleibende Qualität öffentlicher Services für Bewohner eine zentrale Aufgabe dar.
Die saisonale Konzentration von Besucherströmen erfordert intelligente Steuerungskonzepte, um sowohl Gästeerlebnis als auch Wohnqualität zu erhalten. Regionen wie das Saarland zeigen, wie gezielte Tourismusstrategien wirtschaftliche Impulse setzen können, ohne die Identität der Orte zu gefährden. Die Kunst liegt darin, Wachstum nachhaltig zu gestalten – damit Tourismus für alle Beteiligten ein Gewinn bleibt.
Ausblick: Chancen und offene Fragen
Die Tourismusbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit ca. 496 Mio. Übernachtungen* setzt sich der positive Trend fort. Diese Zahlen belegen die anhaltende Attraktivität Deutschlands als Reiseziel und die wirtschaftliche Stabilität des Sektors.*
Dennoch wirft die positive Nachfrageentwicklung grundsätzliche Fragen auf, die die nachhaltige Entwicklung des Tourismus betreffen. Der anhaltende Investitionsstau in der kommunalen Infrastruktur stellt eine zentrale Herausforderung dar. Viele Gemeinden verfügen trotz steigender Touristenzahlen nicht über ausreichende Mittel, um notwendige Investitionen in Verkehrswege, öffentliche Einrichtungen oder digitale Angebote zu tätigen.*
Parallel zur finanziellen Frage gewinnt das Thema lokale Akzeptanz an Bedeutung. Die Diskussion um eine ausgewogene Besucherlenkung und die Belastungsgrenzen beliebter Destinationen erfordert neue Konzepte.* Zudem rücken Nachhaltigkeitsaspekte stärker in den Fokus – von umweltverträglichen Mobilitätslösungen bis hin zu ressourcenschonenden Betriebskonzepten in der gesamten touristischen Wertschöpfungskette.*
Die aktuellen Übernachtungszahlen bieten somit eine solide Basis für die weitere Tourismusentwicklung. Sie markieren gleichzeitig den Ausgangspunkt für notwendige Debatten über Investitionsprioritäten, regionale Verteilungsgerechtigkeit und zukunftsfähige Tourismusmodelle. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sich Deutschland als tourismusfreundliches Land positioniert und langfristig wettbewerbsfähig bleibt.
Die nachfolgenden Informationen und Aussagen entstammen einer offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Tourismusverbands.
Weiterführende Quellen:
- „2019 lag die tourismusbedingte Bruttowertschöpfung in Deutschland inkl. indirekter Effekte bei 216,2 Mrd. Euro, was 6,96 % des gesamtwirtschaftlichen Werts entsprach. 4,1 Mio. Erwerbstätige (9 %) waren direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Stand: 2021.“ – Quelle: https://www.deutschertourismusverband.de/fileadmin/user_upload/Footer/Presse/Zahlen-Daten-Fakten_2025.pdf
- „Die Reiseintensität der Deutschen lag 2024 bei 80 %, das heißt, 80 % der Bevölkerung unternahmen mindestens eine Reise – Wert auf Vorkrisenniveau. 2,9 Mio. Menschen arbeiteten 2024 im Tourismussektor, rund 7 % aller Arbeitsplätze. Stand: 2025.“ – Quelle: https://www.drv.de/public/Downloads_2025/Zahlen_und_Fakten_2025.pdf
- „Für das Gesamtjahr 2024 wurde mit ca. 496 Mio. Übernachtungen in Deutschland ein neuer Rekordwert erreicht. Stand: Jahresende 2025.“ – Quelle: https://www.hogapage.de/nachrichten/wirtschaft/tourismus/tourismus-in-deutschland-weniger-%C3%BCbernachtungen-im-mai-2025/
- „Im August 2025 wurden bundesweit 59,4 Mio. Übernachtungen gezählt (+0,7 % zu August 2024). Im Juni 2025 lag das Plus sogar bei 3,8 %. Stand: August/Juni 2025.“ – Quelle: https://nds.tourismusnetzwerk.info/inhalte/marktforschung/aktuelles-aus-der-marktforschung/
- „Branchenumsatz im deutschen Reise- und Tourismusmarkt lag 2024 bei 83,4 Mrd. Euro (plus 5,6 % zum Vorjahr). Der Markt für Pauschalurlaub verzeichnete mit knapp 40 Mrd. Euro ein Plus von 7 %. Stand: 2024/2025.“ – Quelle: https://zia-deutschland.de/wp-content/uploads/2025/06/2025_ZIA-Dialog_Tourismusentwicklung_Prof.-Rochnowski.pdf
- „Im Saarland wurden im Jahr 2024 insgesamt 3,41 Mio. Übernachtungen verbucht, ein Zuwachs von 7,5 % gegenüber 2023. Stand: 2024.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tourismus_im_Saarland
- „58 % der Deutschen haben 2024 eine Urlaubsreise unternommen, Wert am Vorkrisenniveau. Für 2025 planen knapp 60 % eine Reise. Stand: ADAC-Studie, 2025.“ – Quelle: https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/touristik/adac-tourismusstudie-2025-deutsche-kehren-zu-vertrautem-reiseverhalten-zurueck.html
- „Tourismus lebt von der Akzeptanz und Gastfreundschaft der Einheimischen: 49 % der Deutschen nehmen die Auswirkungen des Tourismus auf ihren Wohnort als positiv wahr, 41 % sind neutral eingestellt. Stand: November 2025.“ – Quelle: https://www.deutschertourismusverband.de
8 Antworten
Die Zahlen sind sehr beeindruckend und zeigen klar, wie stark der Sektor wächst. Mich interessiert vor allem, was mit dem Investitionsstau passiert? Gibt es schon Lösungen?
‚Investitionsstau‘ klingt wirklich besorgniserregend! Hat jemand Vorschläge oder Ideen, wie man das Problem angehen könnte? Vielleicht eine Art gemeinsamer Fonds für betroffene Regionen?
@Albrecht Ebert Es wäre auch gut zu erfahren, ob die Regierung spezielle Programme plant, um diese Herausforderungen anzugehen.
Ich finde es gut, dass der Deutsche Tourismustag in Saarbrücken stattfindet. Es wäre hilfreich, wenn solche Veranstaltungen mehr über nachhaltigen Tourismus sprechen würden.
Die Gastfreundschaft der Einheimischen ist echt wichtig für den Erfolg des Tourismus. Vielleicht sollten mehr Workshops angeboten werden, um dies zu fördern und zu stärken.
Ich finde die Zahlen über den Tourismus in Deutschland sehr aufschlussreich. 2,7 Millionen Menschen sind ja eine große Zahl! Es wäre interessant zu wissen, wie sich das auf die verschiedenen Regionen auswirkt. Gibt es Studien dazu?
Ja, es ist beeindruckend zu sehen, wie wichtig der Tourismus für die Wirtschaft ist. Ich frage mich, ob es auch negative Seiten gibt? Wie steht es um die Umweltbelastungen durch den Tourismus?
Das Saarland scheint wirklich von diesem Boom zu profitieren! Könnten wir vielleicht mehr Informationen über lokale Initiativen im Tourismus bekommen?