Deutscher Tourismuspreis 2025: Maker-Advent aus Chemnitz gewinnt mit kreativen Mitmach-Erlebnissen

Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
Am 19. November 2025 wurde auf dem Deutschen Tourismustag in Saarbrücken der Deutsche Tourismuspreis verliehen. Den ersten Preis erhielt die Initiative „Maker-Advent“ aus der Kulturhauptstadtregion Chemnitz, die mit 140 kreativen Mitmach-Angeboten in 40 Kommunen überzeugte. *„Hier stehen Handwerk und kreatives Mitmachen im Vordergrund, nicht bloßer Weihnachtskonsum“*, so die Jury. Der ADAC-Publikumspreis ging an die KI-gestützte Reisebegleitung „Schwarzwald Marie“.

Inhaltsverzeichnis

– Maker-Advent gewann den Deutschen Tourismuspreis 2025 in Saarbrücken.
– Die Initiative bietet 140 kreative Erlebnisse in der Kulturhauptstadtregion Chemnitz.
– Zwei weitere Jurypreise und der ADAC-Publikumspreis wurden ebenfalls vergeben.

Deutscher Tourismuspreis 2025: Vier innovative Projekte ausgezeichnet

Am 19. November 2025 hat der Deutsche Tourismusverband auf dem Deutschen Tourismustag in Saarbrücken die Gewinner des Deutschen Tourismuspreises bekanntgegeben. Die Initiative „Maker-Advent“ aus der Kulturhauptstadtregion Chemnitz sicherte sich den ersten Preis. Zusätzlich vergab die Jury zwei weitere Auszeichnungen, während die „Schwarzwald Marie“ den ADAC-Publikumspreis gewann.

Der siegreiche Maker-Advent verwandelt die Adventszeit in eine Mitmachphase: 140 kreative Erlebnisse an 85 Orten in 40 Kommunen (Stand: 19. November 2025) laden Einheimische und Gäste zum Ausprobieren an Drechselbänken, Töpferscheiben, Backöfen oder Webrahmen ein. DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz betonte: „Hier stehen Handwerk und kreatives Mitmachen im Vordergrund, nicht bloßer Weihnachtskonsum“ und würdigte die Initiative als „begeisternde Initiative mit großer Strahlkraft, die Tourismus, Kreativwirtschaft und Regionalentwicklung zusammenbringt.“

Die weiteren Preisträger im Überblick:

  • 2. Preis: Die „Schwendaktionen im Achental“ bringen Gäste, Einheimische und Almbauern gemeinsam für die Landschaftspflege zusammen. Kunz lobte: „Tourismus und Almwirtschaft arbeiten Hand in Hand“ und verwies darauf, „wie Gäste, Einheimische und die Region von nachhaltigem Tourismus profitieren können.“

  • 3. Preis: Der „Qualitätslotse“ des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Betriebe digital bei Qualität und Nachhaltigkeit. „Besonders beeindruckend ist die gelungene Verbindung von Theorie und Praxis. Das Online-Tool zeigt, wie auch kleine Betriebe ihre Qualität und Nachhaltigkeit verbessern können“, so Kunz.

  • ADAC-Publikumspreis: Die KI-generierte Markenbotschafterin „Schwarzwald Marie“ setzte sich mit 38,8 Prozent, 1.955 der 5.036 verifizierten Stimmen (Stand: 19. November 2025) durch. Als empathischer Reise-Concierge begleitet sie Gäste durch alle Reisephasen und liefert maßgeschneiderte, mehrsprachige Empfehlungen in Echtzeit.

Insgesamt gingen Bewerbungen für den Deutschen Tourismuspreis ein, der seit 2015 verliehen wird. Der Deutsche Tourismusverband vertritt als Dachorganisation Mitglieder und zeichnet mit dem Preis zukunftsweisende Projekte im Deutschlandtourismus aus.

Deutscher Tourismuspreis: Entwicklung und Auswahlverfahren

Seit seiner Einführung dokumentiert der Innovationsfinder des Deutschen Tourismuspreises die wachsende Innovationskraft der Branche. Das digitale Archiv verzeichnet über 200 Beiträge mit einem kontinuierlichen Aufkommen von Einreichungen und Preisträgern seit dem Startjahr 2015*. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung des Preises für zukunftsweisende Tourismuskonzepte.

Innovationsfinder: Entwicklung seit 2015

Der Innovationsfinder hat sich von einem einfachen Preisträger-Verzeichnis zu einer umfassenden Wissensplattform entwickelt. Die dokumentierten Projekte zeigen die thematische Bandbreite moderner Tourismuskonzepte – von nachhaltigen Regionalinitiativen bis zu digitalen Serviceangeboten. Die stetig wachsende Zahl an Einreichungen unterstreicht die Attraktivität des Wettbewerbs als bundesweite Plattform für tourismuspolitische Innovationen.

Publikumspreis: Verfahren und Reichweite

Parallel zum Juryentscheid bietet der ADAC-Publikumspreis der Öffentlichkeit die Möglichkeit, über die beliebtesten Tourismusprojekte mitzuentscheiden. Im mehrstufigen Auswahlverfahren für den Deutschen Tourismuspreis 2025 erreichten fünf Finalisten das Finale, die aus zahlreichen Einreichungen bestimmt wurden*. Das abschließende Online-Voting lief bis November 2025 und ermöglichte eine breite öffentliche Beteiligung an der Preisvergabe. Dieses Verfahren stärkt nicht nur die Sichtbarkeit der nominierten Projekte, sondern schafft auch zusätzliche Aufmerksamkeit für innovative Tourismusansätze in Deutschland.

Auswirkungen und Kontroversen

Prämierten Tourismusprojekten wie dem Maker-Advent kommt eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu – sie wirken als Impulsgeber für regionale Entwicklung, stärken das Ehrenamt und setzen neue Maßstäbe für nachhaltigen Tourismus. Doch hinter den Auszeichnungen stehen auch kritische Fragen nach den tatsächlichen Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen.

Regionale Wertschöpfung und Ehrenamt

Initiativen, die Mitmachformate mit Handwerk, Almpflege oder digitalen Tools verbinden, entfalten ihr Potenzial auf mehreren Ebenen. Sie schaffen neue Erlebnisräume, die über klassischen Konsumtourismus hinausgehen. Beim Maker-Advent etwa steht nicht der Kauf von Weihnachtsartikeln im Vordergrund, sondern das aktive Erproben traditioneller Handwerkstechniken. Diese Authentizität wird zum Standortvorteil für die gesamte Kulturhauptstadtregion.

Die Vernetzung von 85 Orten in 40 Kommunen zeigt, wie solche Projekte regionale Kooperationen befördern können. Lokale Kreativschaffende gewinnen Sichtbarkeit, Gastronomie und Beherbergung profitieren von zusätzlichen Gästeankünften. Gleichzeitig stärken Mitmachformate wie die Schwendaktionen im Achental das Verantwortungsbewusstsein von Gästen und Einheimischen für ihre Kulturlandschaft.

Doch das Engagement hat seine Kehrseite: Ehrenamtliche, die solche Projekte tragen, können an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Die kontinuierliche Betreuung von Mitmachaktionen erfordert personelle Ressourcen, die in ländlichen Regionen oft knapp sind. Erfolgsdruck und wachsende Erwartungen können die ursprüngliche Motivation der Beteiligten beeinträchtigen.

Nachhaltigkeit vs. Kommerzialisierungsrisiko

Die Auszeichnungspraxis des Deutschen Tourismuspreis (Stand: 2025) legt besonderen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Projekte wie der digitale Qualitätslotse in Mecklenburg-Vorpommern setzen hier Maßstäbe, indem sie Betriebe bei der Orientierung an den UN-Nachhaltigkeitszielen unterstützen.

Dennoch besteht die Gefahr der Instrumentalisierung: Soziale Projekte könnten vor allem als Marketinginstrument für Tourismusdestinationen dienen, ohne dass tatsächlich nachhaltige Strukturen entstehen. Die Kritik an "Schein-Nachhaltigkeit" zielt genau auf diese Diskrepanz zwischen Imagepflege und realer Wirkung.

Weitere Spannungsfelder zeigen sich in:

  • Overtourism-Risiko: Erfolgreiche Projekte können ungewollt Besucherströme in sensible Räume lenken
  • Authentizitätsverlust: Kommerzialisierung droht, wenn ursprüngliche Mitmachideen zu standardisierten Touristenattraktionen werden
  • Digitale Kluft: KI-gestützte Lösungen wie die Schwarzwald Marie erreichen möglicherweise nicht alle Zielgruppen gleichwertig

Was das für Besucher*innen bedeutet

Für Reisende bieten prämierte Projekte die Chance, Destinationen jenseits ausgetretener Pfade zu erleben. Die Teilnahme an Mitmachaktionen ermöglicht intensivere Begegnungen mit lokalen Akteuren und Traditionen. Gleichzeitig lohnt sich ein bewusster Blick hinter die Kulissen: Unterstützt mein Besuch tatsächlich lokale Wertschöpfung? Tragen die Angebote zur Entlastung oder eher zur Belastung der Region bei?

Die Dokumentation im Innovationsfinder des Deutschen Tourismuspreises bietet hier eine erste Orientierung. Reisende können nachvollziehen, nach welchen Kriterien Projekte ausgezeichnet wurden – und sich so für Angebote entscheiden, die ihren eigenen Nachhaltigkeitsvorstellungen entsprechen.
*

Ausblick und Relevante Termine

Beobachtungspunkte für 2026

Für die Tourismusbranche bieten die prämierten Projekte interessante Entwicklungsperspektiven. Besonders spannend wird die Frage, ob erfolgreiche Formate wie der "Maker-Advent" mit seinen 140 kreativen Erlebnisorten skalierbar sind und sich auf andere Regionen übertragen lassen. Ein weiterer wichtiger Beobachtungspunkt betrifft die Messbarkeit von Nachhaltigkeit: Wie können touristische Unternehmen ökologische und soziale Wirkungen konkret erfassen, ohne sich in komplexen Kennzahlensystemen zu verlieren?

Wie lokale Akteure profitieren können

Die Verbindung von Tourismus mit lokalen Wirtschaftskreisläufen, die Einbindung von Gästen in authentische Erlebnisse und die Entwicklung praxistauglicher Nachhaltigkeitsinstrumente stehen im Fokus der prämierten Projekte.

Diese Ansätze zeigen, dass erfolgreicher Tourismus heute weniger auf klassische Besichtigungen setzt, sondern auf aktive Beteiligung und genuine Begegnungen. Diese Erkenntnis lässt sich nutzen, um eigene Angebote weiterzuentwickeln und sich im Wettbewerb um Gäste zu positionieren.

Die hier verwendeten Informationen und Zitate stammen aus einer offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Tourismusverbandes.

Weiterführende Quellen:

9 Antworten

  1. ‚Maker-Advent‘ ist eine gute Sache für die Region! Aber ich mache mir Sorgen über Overtourism. Wie stellen wir sicher, dass das alles nicht zu viel wird für die lokalen Gemeinden?

    1. ‚Overtourism‘ ist ein großes Thema! Wir müssen sicherstellen, dass diese Projekte nicht nur kurzfristig gut laufen, sondern auch langfristig die Region stärken.

  2. ‚Schwarzwald Marie‘ klingt ja spannend! Ich frage mich, ob KI wirklich die besten Tipps geben kann oder ob da auch menschliche Empathie nötig ist? Was denkt ihr darüber?

    1. ‚Marie‘ hat sicher ihre Vorteile, aber ich glaube nicht, dass sie den persönlichen Kontakt ersetzen kann. Das macht doch einen großen Teil des Reisens aus!

  3. Die Verbindung zwischen Tourismus und Handwerk ist echt spannend! Ich hoffe nur, dass die Veranstaltungen wirklich nachhaltig sind und nicht nur für den Profit organisiert werden. Wie sieht es mit den ehrenamtlichen Helfern aus?

    1. Das ist ein guter Punkt! Ich habe gehört, dass viele Ehrenamtliche stark belastet sind. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, wie man sie besser unterstützen kann.

    2. Ich denke auch, dass das Wichtigste der Spaß am Mitmachen sein sollte und nicht nur der kommerzielle Aspekt. Hat jemand schon am Maker-Advent teilgenommen?

  4. Ich find das super interessant, was der Maker-Advent da macht! Die Idee mit den kreativen Erlebnissen ist echt toll. Aber wie wird das Ganze finanziert? Gibt es da Unterstützung von der Stadt oder so?

    1. Ja, das stimmt. Mich würde auch interessieren, ob es genug Platz für alle gibt, die teilnehmen wollen. Manchmal sind solche Veranstaltungen ja schnell überfüllt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Über den Autor

Die Redaktion von Verbandsbüro besteht aus vielen unterschiedlichen Experten aus der Verbands- und Vereinswelt. Alle Beiträge beruhen auf eigene Erfahrungen. Damit wollen wir Ihnen unsere professionellen Leistungen für Ihre Organisation präsentieren. Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Nehmen Sie doch einfach mit uns Kontakt auf.​