Mehr tote Radfahrende 2025: Destatis-Report zeigt, wo Kreuzungen und Infrastruktur zur tödlichen Falle werden

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer ist 2025 erneut gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Fahrradclub ADFC sieht die Ursache in einer mangelhaften Infrastruktur und fordert vor allem den sicheren Umbau von Kreuzungen sowie Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die über 65 Jahre alt sind.

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– Zahl der getöteten Radfahrenden in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen.
– ADFC fordert bauliche Trennung von Kfz- und Radverkehr an Kreuzungen.
– Tempolimit 30 als Standard und 50 als Ausnahme für mehr Sicherheit.

Mehr tote Radfahrende: ADFC fordert sichere Kreuzungen und Tempo 30

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden ist 2025 erneut gestiegen. Nach den neuen Daten des Statistischen Bundesamts kamen bundesweit 462 Radfahrende bei Unfällen ums Leben, darunter 217 Menschen mit einem Pedelec. Für den ADFC ist das ein deutliches Signal, die Verkehrssicherheit im Radverkehr stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Der Verband fordert vor allem eine sichere, fehlerverzeihende Infrastruktur und sieht dabei insbesondere Kreuzungen als kritische Punkte. Aus Sicht des ADFC braucht es dort eine klare Trennung der Verkehrsströme, um schwere Unfälle wirksam zu vermeiden.

ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann erklärt: „Immer mehr Menschen nutzen Fahrrad und E-Bike für ihre täglichen Wege. Das ist gut für die Gesundheit, die Stauentlastung und schützt das Klima. Gleichzeitig müssen die Unfallzahlen dringend fallen, statt weiter zu steigen. Wir weisen seit Langem darauf hin, dass zu viele Radwege in Deutschland mangelhaft sind – wenn es sie überhaupt gibt. Radwege müssen dringend sicher und fehlerverzeihend ausgebaut werden. Gefährliche Kreuzungen gilt es, durch getrennte Ampelphasen, gute Sichtbeziehungen und eine bauliche Trennung von Kfz- und Radverkehr sicher zu gestalten. Eine sofort umsetzbare Maßnahme für die Sicherheit der Radfahrenden ist Tempo 30 als Standard und Tempo 50 als Ausnahme – so wie in Helsinki, das bei der Verkehrssicherheit ganz vorne liegt. Dafür braucht es vor allem den politischen Willen, die Sicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern ernst zu nehmen.“

Ältere Radfahrende besonders häufig betroffen

Gegenüber 2024 stieg die Zahl der getöteten Radfahrenden um 3,8 Prozent. Für den ADFC ist diese Entwicklung besonders problematisch, weil das Fahrrad und das E-Bike im Alltag für immer mehr Menschen selbstverständlich geworden sind, die Zahl der Todesopfer aber nicht zurückgeht.

Auffällig ist dabei die Altersstruktur. Laut Destatis waren 61,5 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrenden im Jahr 2025 65 Jahre oder älter. Bei den tödlich verunglückten Pedelec-Fahrenden lag der Anteil dieser Altersgruppe sogar bei 67,3 Prozent. Die Zahlen zeigen damit deutlich, dass ältere Menschen überdurchschnittlich häufig unter den Todesopfern sind.

Warum der ADFC Kreuzungen in den Fokus rückt

Nach einer im März 2026 veröffentlichten Einordnung gehören Missachtung der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen und zu hohe Geschwindigkeit zu den Hauptunfallursachen bei Radunfällen. Genau deshalb richtet der ADFC den Blick auf gefährliche Knotenpunkte, an denen unterschiedliche Verkehrsströme aufeinandertreffen.

Aus Sicht des Verbands müssen sichere Kreuzungen so gestaltet sein, dass Radfahrende nicht übersehen werden. Dazu gehören getrennte Ampelphasen, gute Sichtbeziehungen und eine bauliche Trennung von Kfz-Verkehr und Radverkehr. Damit verbindet der ADFC die Forderung nach einem grundsätzlichen Umbau besonders konfliktträchtiger Straßenräume.

Regionale Unterschiede bei den Unfallzahlen

Der bundesweite Anstieg zeigt sich nicht in allen Regionen gleich. In Bayern sank die Zahl der getöteten Radfahrenden nach Angaben des Innenministeriums von 94 im Jahr 2024 auf 82 im Jahr 2025. Darunter waren 39 Pedelec-Fahrende im Jahr 2025, nach 42 im Vorjahr.

Auch in Berlin stellte sich die Entwicklung anders dar. Dort starben im Jahr 2025 regionalen Angaben zufolge fünf Radfahrende im Straßenverkehr, während die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt um 3,01 Prozent auf 137.373 stieg.

Für die Debatte um Radverkehrssicherheit bedeutet das: Bundesweite Trends geben eine klare Richtung vor, gleichzeitig bleibt die Situation vor Ort unterschiedlich. Aus Sicht des ADFC macht das die Diskussion über sichere Infrastruktur auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene umso wichtiger.

Mehr Druck für politische Entscheidungen

Mit den neuen Unfallzahlen wächst nach Auffassung des Verbands der Handlungsdruck. Der ADFC setzt dabei auf Tempo 30 als Standard im Stadtverkehr sowie auf den gezielten Umbau gefährlicher Kreuzungen. Im Mittelpunkt stehen damit Fragen der Flächenverteilung im Straßenraum, der zulässigen Geschwindigkeiten in Innenstädten und der Ausgestaltung kommunaler Infrastruktur.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts unterstreichen aus Sicht des ADFC, dass Verkehrssicherheit für Radfahrende kein Randthema ist. Wenn die Zahl der Todesopfer weiter steigt, gewinnt die Forderung nach sicherer Infrastruktur, Tempo 30 und einer konsequenten Neugestaltung gefährlicher Kreuzungen zusätzlich an Gewicht.

Dieser Beitrag basiert auf den veröffentlichten Informationen und Stellungnahmen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Die steigenden Zahlen zeigen: Radverkehr ist im Alltag zwar stärker präsent, die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr hält jedoch nicht Schritt. Besonders betroffen sind ältere Menschen – sowohl bei klassischen Fahrrädern als auch bei Pedelecs. Damit betrifft das Thema nicht nur „ein paar Unfälle“, sondern die Frage, wie sicher Mobilität für alle Altersgruppen gestaltet wird.

Für Politik, Kommunen und zuständige Verkehrs- und Planungseinheiten wird daraus eine klare Priorität: gefährliche Stellen wie Kreuzungen müssen so umgebaut werden, dass Radfahrende nicht übersehen werden und Konflikte reduziert werden. Der ADFC knüpft das an konkrete Stellschrauben wie getrennte Verkehrsströme, gute Sichtbeziehungen, bauliche Trennung und Tempo 30 als Standard.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Welche Unfallorte stehen im Beitrag im Fokus?
Kreuzungen gelten als besonders kritische Punkte, weil dort verschiedene Verkehrsströme aufeinandertreffen.

Warum wird Tempo 30 als „Standard“ gefordert?
Der Beitrag ordnet Tempo 30 als sofort umsetzbare Sicherheitsmaßnahme ein, während Tempo 50 als Ausnahme funktionieren soll.

Sind besonders bestimmte Gruppen betroffen?
Ja. Mehr als die Hälfte der tödlich verunglückten Radfahrenden sind 65 Jahre oder älter; bei Pedelecs liegt der Anteil sogar noch höher.

Was kann vor Ort helfen, wenn die Situation regional unterschiedlich ist?
Der Beitrag betont, dass bundesweite Trends zwar Orientierung geben, die Umsetzung aber auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene erfolgen muss. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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8 Kommentare

  1. Danke für den Beitrag, finde ADFC Forderungen nachvollziehbar, aber bitte auch berücksichtigen die regionale Unterschiede wie Bayern oder Berlin, nicht überall passen gleiche Lösungen, wichtig ist Dialog kommunal, landes und bundesebene und vernetzte Konzepte zur Verkehrssicherheit, mehr Fallstudien oder Praxisbeispiele wären hilfreich /regionen/radverkehr

  2. Neutral gesagt, die Zahlen sind alarmierend, 462 Tote inkl 217 Pedelec ist kein kleins Problem, aber warum sind 65+ so oft betroffen? Mehr Schulung für ältere Rad fahrer oder technische Hilfen wie ABS für e-bike? Wäre gut wenn die artikel mehr auf Prävention eingeht, siehe /tipps/sicher-radfahren

    1. Ja genau, ältere brauchen vielleicht bessere infrastrukur und angepasste geschwindigkeit, Tempo30 kann helfen aber kombination aus baulicher Trennung, bessere Sichtbeziehungen an Kreuzungen und info kampagnen wär sinnvoll, hat jemand erfahrung mit lokalen Tempo30 einführungen oder links zu Förderprogrammen?

  3. Der Beitrag bringt wichtige Punkte, aber manche Sachen wirkt vereinfachend, zB Tempo 30 als Standard ist gut gemeint aber lokal unterschiedlich nötig, es fehlt detail zu Umsetzung und Kosten, ADFC fordert klare trennung Kfz / Radverkehr an Kreuzungen, hat jemand Beispiel projekte oder links zu Pilotprojekte wie in Helsinki oder lokal?

    1. Guter punkt, ich hab gelesen Helsinki macht das anders, dort sind Tempo 30 gross vielfach, aber gibt es daten über weniger tote? Auf /studien/verkehrssicherheit steht was, aber wäre toll wenn jemand konkrete vergleichszahlen zu Unfallzahlen und Pedelec unfaellen postet oder verlinkt, danke

    2. Ich frag mich ob die poltik genug will, ADFC fordert bauliche trennung und getrennte Ampelphasen, das klingt richtig aber oft fehlt Platz auf Strasse, evtl Umverteilung von Parkplätzen oder shared space umbauen, kann jemand lokale beispiel nennen oder link zu kommunalen projekten auf eurer seite?

  4. Interessant das so viele ältere Pedelec fahrer betroffen sind, 65+ scheinbar übervertreten, vielleicht fehlt es an Aufklärung oder an angepasste Infrastrukur. Ich denk, sichere Kreuzungen mit getrennte Ampelphasen und bauliche Trennung würd helfen, siehe auch /magazin/tempo-30 und evtl kommunale Förderprogramme brauchts?

  5. Die zahl der getöteten Rad fahrende ist echt schlimm, aber ich versteh nicht ganz ob Tempo30 überall hilft oder nur teil weise, ADFC sagt bauliche Trennung an Kreuzungen, das klingt logisch, aber wer bezahlt das? Mehr infos auf /verkehr/rad-sicherheit und könnt ihr quellen teilen zu Pedelec zahlen und Unfallzahlen?

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