– DEGEMED wählte am 12. November 2025 in Berlin einen neuen Vorstand.
– Dr. Maik Fischer und Benjamin Nickelsen sind neue Vorstandsvorsitzende.
– Fokus liegt auf Digitalisierung, Netzwerkausbau und Stärkung der Rehabilitation.
Neuanfang an der DEGEMED-Spitze
Am 12. November 2024 vollzog die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation einen bedeutenden Führungswechsel.* Auf ihrer Mitgliederversammlung in Berlin wählten die Delegierten eine neue Doppelspitze und besetzten die wichtigsten Gremien für die kommende Amtsperiode von drei Jahren.
Nach zehn Jahren an der Verbandsspitze trat Dr. Constanze Schaal als Vorsitzende zurück. In ihrer persönlichen Bilanz resümierte sie: „Zehn Jahre Vorstandsvorsitzende der DEGEMED waren für mich eine Zeit vieler kollegialer Begegnungen, Leidenschaft und gemeinsamer Erfolge. Die Reha ist heute sichtbarer und selbstbewusster denn je. Besonders bewegt hat mich der große Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft. Ich wünsche der DEGEMED, dass sie diesen Geist bewahrt und mutig die Zukunft der Prävention, Rehabilitation und Nachsorge durch die Vielfalt der Mitglieder gestaltet.“ Der Verband würdigte ihr beeindruckendes Engagement und ihre wegweisende Arbeit. Dr. Schaal bleibt dem Vorstand als Beisitzerin erhalten.
Die neue Führung übernehmen Dr. Maik Fischer vom Niedersächsischen Staatsbad Pyrmont und Benjamin Nickelsen vom Deutschen Arbeitskreis für Familienhilfe als alternierende Vorsitzende. Dr. Fischer kündigte an: „Mit der DEGEMED gestalten wir als progressiver Vordenker den Aufbruch von Rehabilitation und Prävention. Mein Fokus liegt auf Strategie, digitaler Transformation und KI sowie dem Ausbau eines starken Netzwerks mit Mitgliederwachstum und neuen Partnerschaften. Reha soll zum strategischen Kern einer modernen Gesundheitsversorgung werden – als gleichwertige Säule für Teilhabe und Lebensqualität.“
Benjamin Nickelsen betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Reha-Arbeit: „Unsere Arbeit braucht in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit den Platz, den sie verdient. Wir tragen intensiv dazu bei, die Gesellschaft arbeitsfähig zu halten, Menschen die Möglichkeit der Teilhabe zurückzugeben, Familien zu befähigen, immer neue Herausforderungen zu bewältigen. Das muss gesehen werden. Wir brauchen verlässliche Strukturen und ein Umfeld für Innovation und Weiterentwicklung. Dafür setze ich mich ein!“
Weitere personelle Veränderungen betreffen den Vorstandsbeisitz: Rolf Keppeler schied nach drei Jahren aus, seine Nachfolge tritt Dr. Christoph Reimertz von der BG Klinik Frankfurt/Main an. Die Mitgliederversammlung bestätigte Christin Walsh als ihre Vorsitzende und Mark Förste als stellvertretenden Vorsitzenden. Beide betonten die Bedeutung von Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten für die Reha-Branche.*
Reha-Branche im Umbruch: Zwischen Fachkräftemangel und Digitalisierung
Mit 1.151 Einrichtungen (Stand: Dezember 2023)* bildet der Reha-Sektor einen substantiellen Teil des deutschen Gesundheitswesens, der jährlich Millionen von Menschen versorgt.
Die dokumentierten 1,93 Millionen Behandlungsfälle aus dem Jahr 2024 (Stand: März 2025)* unterstreichen die volkswirtschaftliche Bedeutung der Rehabilitation. Die erfolgreiche Rückkehrquote von 74,8 Prozent der Rehabilitanden ins Erwerbsleben (Stand: Januar 2024)* zeigt dabei die Wirksamkeit der geleisteten Arbeit.
Kernausforderungen für Reha-Einrichtungen
Der Fachkräftemangel entwickelt sich zur größten Bedrohung für die Versorgungsqualität. Bis Juni 2024 erreichte die offene Stellenquote im Pflegebereich bereits 12,5 Prozent – ein alarmierender Wert, der die personelle Unterdeckung in vielen Einrichtungen widerspiegelt*. Gleichzeitig kämpfen Reha-Kliniken mit strukturellen Nachteilen gegenüber Akutkrankenhäusern, insbesondere bei Innovationsfinanzierung und Personalbindung (Stand: April 2025).
Die Finanzierungssituation bleibt angespannt. Zwar flossen 2023 noch 670 Millionen Euro an staatlicher Förderung (Stand: Mai 2024), doch diese Summe muss im Kontext steigender Anforderungen und Personalaufwendungen betrachtet werden. Die Digitalisierung schreitet zwar voran – mit einem Anteil von 58 Prozent digital arbeitender Einrichtungen bis Oktober 2025 – doch fast jede zweite Klinik hinkt diesem Trend noch hinterher.
Politische Reformagenda 2025
Die neue DEGEMED-Doppelspitze um Dr. Maik Fischer und Benjamin Nickelsen übernimmt damit Verantwortung in einer entscheidenden Phase. Ihre Fokusthemen – digitale Transformation, Fachkräftesicherung und Vernetzung – entsprechen exakt den drängendsten Herausforderungen, vor denen die gesamte Reha-Branche steht.
| Thema | Wert | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| Anzahl medizinischer Reha-Einrichtungen | 1.151 | Einrichtungen | Statistisches Bundesamt, Dezember 2023* |
| Offene Stellenquote im Pflegebereich | 12,5 | % | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Juni 2024* |
| Staatliches Finanzierungsvolumen | 670 | Mio. Euro | Bundesgesundheitsministerium, Mai 2024* |
| Digitalisierungsanteil | 58 | % | Deutsches Krankenhausinstitut, Oktober 2025* |
| Behandlungsfälle | 1,93 | Mio. Fälle | Deutsche Rentenversicherung, März 2025* |
| Rückkehrquote ins Erwerbsleben | 74,8 | % | Deutsche Rentenversicherung, Januar 2024* |
Was der Führungswechsel für Patienten und Kliniken bedeutet
Die neue Doppelspitze bei der DEGEMED bringt personelle Veränderungen auf Verbandsebene mit sich.
Aus Patientensicht ergeben sich Herausforderungen bei der Integration neuer Technologien, da nicht jeder Patient über die notwendige Ausstattung oder Kenntnisse für videogestützte Therapieformen verfügt.
Aus Sicht der Beschäftigten in Reha-Einrichtungen zeichnen sich veränderte Qualifikationsprofile ab. Der persönliche Therapiekontakt bleibt als Kernkompetenz erhalten. Die Fachkräftesicherung wird zur existentiellen Frage für viele Kliniken.
Mögliche Auswirkungen des strategischen Kurswechsels betreffen unter anderem:
- Beschleunigter Zugang zu Reha-Leistungen
- Verstärkte Verknüpfung von stationären und ambulanten Therapiephasen
- Höhere Anforderungen an digitale Kompetenzen bei Patienten und Personal
- Innovationsschub bei therapieunterstützenden Technologien
- Verstärkte Kooperationen zwischen Reha-Einrichtungen und Forschung
Während Trägervertreter die strategische Neuausrichtung als notwendig begrüßen, verweisen Wissenschaftler auf die Bedeutung evidenzbasierter Umsetzung. Kritische Stimmen mahnen, dass technologische Innovationen die menschliche Zuwendung in der Rehabilitation nicht ersetzen dürfen. Andere Experten betonen das Potenzial für verbesserte Therapieerfolge durch datengestützte, individualisierte Behandlungsansätze.
Die gesellschaftliche Relevanz dieser Entwicklung reicht über den medizinischen Bereich hinaus. Gelingt es, Rehabilitation als gleichwertige Säule im Gesundheitswesen zu etablieren, könnte dies langfristig zu höherer Arbeitsplatzsicherheit für Rehabilitanden und Entlastung des Sozialversicherungssystems führen. Die Weichenstellungen der kommenden Jahre werden zeigen, ob die ambitionierten Ziele der neuen Führung in der Versorgungspraxis ankommen.
Quellen und Kennzahlen zur medizinischen Rehabilitation
Für Leser, die sich vertieft mit der Situation der medizinischen Rehabilitation in Deutschland befassen möchten, bietet dieser Abschnitt eine kompakte Übersicht zentraler Daten und Quellen. Die hier aufgeführten Kennzahlen entsprechen den in diesem Beitrag verwendeten statistischen Grundlagen und sind mit vollständigen Quellenangaben versehen.
Anzahl medizinischer Reha-Einrichtungen: 1.151 (Stand: Dezember 2023)
Fachkräftemangel im Pflegebereich: Offene Stellenquote von 12,5 % (Stand: Juni 2024)
Staatliche Förderung: Finanzierungsvolumen von 670 Millionen Euro (Stand: Mai 2024)
Digitalisierungsgrad: 58 % der Einrichtungen arbeiten digital (Stand: Oktober 2025)
Behandlungsfälle: 1,93 Millionen dokumentierte Fälle (Stand: März 2025)*
Rückkehrquote ins Erwerbsleben: 74,8 % (Stand: Januar 2024)*
Zudem verweisen aktuelle Reformpläne auf geplante Beratungen im Bundestag noch 2025 zur Förderung intersektoraler Kooperation und zum Ausbau digitaler Anwendungen.
Die vollständigen Quellenangaben mit Verweisen zu den statistischen Ämtern, Forschungsinstituten und Ministerien finden Sie im separaten Quellenverzeichnis dieses Beitrags.
Ausblick: Neue Führung für die Reha-Branche
Dr. Maik Fischer und Benjamin Nickelsen stehen vor der Aufgabe, die medizinische Rehabilitation als gleichwertige Säule im Gesundheitssystem zu positionieren. Ihre Schwerpunkte liegen auf digitaler Transformation, künstlicher Intelligenz, Netzwerkausbau sowie verlässlichen Finanzierungsstrukturen und Fachkräftesicherung.
Die politischen Weichenstellungen für die Reha-Branche bleiben 2025 zentral. Die bereits im Frühjahr vorgestellten Reformpläne werden weiter diskutiert und müssen nun in konkrete Gesetzesvorhaben münden. Der Verband wird sich intensiv in die anstehenden parlamentarischen Beratungen einbringen, um die Interessen der Rehabilitationseinrichtungen wirksam zu vertreten.
In den kommenden Monaten stehen die Umsetzung der verbandspolitischen Agenda und die parlamentarischen Debatten zur Zukunft der medizinischen Rehabilitation im Fokus.*
Die hier aufgeführten Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED).
Weiterführende Quellen:
- „Die Anzahl der medizinischen Reha-Einrichtungen in Deutschland lag zuletzt bei 1.151 (Stand: Dezember 2023).“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Der Fachkräftemangel in Reha-Einrichtungen stieg bis 2024 auf eine offene Stellenquote von 12,5 % im Pflegebereich (Stand: Juni 2024).“ – Quelle: https://iab.de
- „Das Finanzierungsvolumen der staatlichen Förderung für Reha-Einrichtungen betrug 2023 rund 670 Millionen Euro (Stand: Mai 2024).“ – Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de
- „Der Anteil digital arbeitender Reha-Einrichtungen lag 2025 bei etwa 58 % (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://www.dki.de
- „2024 wurden bundesweit rund 1,93 Millionen Behandlungsfälle in der medizinischen Rehabilitation dokumentiert (Stand: März 2025).“ – Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung.de
- „Die Rückkehrquote von Rehabilitanden ins Erwerbsleben betrug 2023 74,8 % (Stand: Januar 2024).“ – Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung.de
- „Reformpläne zur Förderung intersektoraler Kooperation und zum Ausbau digitaler Anwendungen in der medizinischen Rehabilitation werden noch 2025 im Bundestag beraten.“ – Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de
- „Reha-Einrichtungen zeigen im Vergleich zu Akutkrankenhäusern weiterhin geringere Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere bei Innovationsfinanzierung und Personalbindung (Stand: April 2025).“ – Quelle: https://www.wido.de
8 Antworten
Ich finde es positiv, dass DEGEMED jetzt einen klaren Fokus auf Innovation legt. Aber wie sieht es mit den finanziellen Mitteln aus? Gibt es genug Unterstützung für diese Veränderungen?
Das Finanzierungsvolumen ist ein wichtiger Punkt! Ich hoffe wirklich, dass mehr Geld in die Reha fließt und nicht nur in andere Bereiche des Gesundheitswesens.
@Susan21 Gute Frage! Vielleicht sollten wir auch mehr Druck auf die Politik ausüben, um sicherzustellen, dass unsere Stimmen gehört werden!
Der Fokus auf digitale Transformation ist notwendig! Ich hoffe nur, dass dabei der menschliche Kontakt nicht verloren geht. Was denkt ihr über die Balance zwischen Technologie und persönlicher Betreuung?
Ich stimme dir zu, Gitta! Technologien sind super wichtig, aber wir dürfen nicht vergessen, dass jeder Patient individuell betreut werden muss!
Ich bin gespannt auf die Veränderungen in der Reha-Branche. Es ist gut zu hören, dass die neue Führung sich für Vernetzung einsetzt. Wie könnte das konkret aussehen? Hat jemand Ideen dazu?
Die Herausforderungen im Pflegebereich sind echt alarmierend! Eine offene Stellenquote von 12,5 % ist viel zu hoch! Was denkt ihr, wie die neuen Vorstandsmitglieder das Problem angehen wollen?
Ich finde es sehr wichtig, das DEGEMED neue Führung hat. Digitalisierung wird immer wichtiger, vor allem in der Reha. Wie steht ihr zu den Plänen von Dr. Fischer? Glaubt ihr, dass KI wirklich hilfreich sein kann?