DBV fordert praxisnahe und starke EU-Agrarförderung ab 2028

Die Zukunft der EU-Agrarförderung steht auf dem Prüfstand: Anlässlich der Sonder-Agrarministerkonferenz in Berlin und der wichtigen Debatten im Europäischen Parlament fordert der Deutsche Bauernverband ein starkes Signal für die heimische Landwirtschaft. Präsident Joachim Rukwied appelliert an Politik und Gesellschaft, die Einkommenssicherung und Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe entschlossen zu stärken – und setzt auf Bürokratieabbau, mehr Vertrauen und praxisnahe Lösungen. Die Rekordnachfrage bei Ökoregelungen zeigt: Die deutschen Landwirtinnen und Landwirte sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
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Schicksalsjahr für Europas Landwirtschaft: Bauernverband fordert Kurswechsel bei EU-Agrarförderung

Inmitten wachsender Unsicherheiten für die Agrarbranche rücken in Berlin und Straßburg zentrale Entscheidungen zur Zukunft der EU-Agrarförderungen ab 2028 in den Fokus. Der Deutsche Bauernverband (DBV) meldet sich mit nachdrücklichen Forderungen zu Wort – im Namen tausender Bäuerinnen und Bauern, die nicht nur für ihre Höfe, sondern auch für unsere Versorgungssicherheit arbeiten.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, findet klare Worte: „Die Landwirtinnen und Landwirte in unserem Land erwarten zu Recht, dass die GAP ab 2028 die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität ihrer Betriebe stärkt und die Politik wieder mehr Vertrauen in ihre Arbeit setzt.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Die seit Jahrzehnten umstrittene Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird ab 2028 neu aufgestellt – und damit stellt sich die Frage, ob die europäischen Landwirte künftig noch Schritt halten können im globalen Wettbewerb.

Was auf den ersten Blick wie eine abstrakte Reformdebatte in europäischen Hinterzimmern wirkt, hat ganz konkrete Auswirkungen: Geht es nach dem DBV, müssen die Einkommen der bäuerlichen Betriebe in Deutschland und Europa wieder gestärkt, schwere bürokratische Hürden abgebaut und die „grüne Architektur“ der Förderpolitik praxistauglicher gestaltet werden.

Rukwied fordert ein „starkes, eigenständiges und deutlich erhöhtes EU-Agrarbudget“, um zentrale Ziele wie Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz abzusichern. Die Einkommenswirksamkeit der GAP-Instrumente, insbesondere der Direktzahlungen, müsse gestärkt werden. „Bürokratieabbau, Vereinfachung und eine praxistaugliche Gestaltung der Grünen Architektur müssen im Mittelpunkt stehen. Freiwillige Agrarumweltmaßnahmen müssen wirtschaftlich tragfähig und kooperativ ausgestaltet sein, um als eigenständiger Betriebszweig bestehen zu können,“ so Rukwied. (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Rückenwind für Naturschutzmaßnahmen

Erstmals wurde im Jahr 2025 das ursprünglich geplante Budget von knapp einer Milliarde Euro für freiwillige Ökoregelungen (ÖR) überzeichnet. Die Nachfrage nach diesen Maßnahmen – von Blühstreifen bis nachhaltigerem Bodenmanagement – hat deutlich zugelegt. Der Bauernpräsident sieht darin ein starkes Zeichen: „Unsere Landwirte sind bereit, noch mehr für Umwelt-, Klima- und Naturschutz zu leisten – wenn die Maßnahmen praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung) Er appelliert, die Sonderkonferenz der Agrarminister möge auf Praktikabilität, Eigenverantwortung und Vertrauen in die Landwirtschaft setzen.

Was steckt hinter den Ökoregelungen?

Diese sogenannten ÖR sind freiwillige Maßnahmen im Rahmen der GAP, mit denen Betriebe gezielt Umweltleistungen erbringen – etwa durch weniger Düngemitteleinsatz, größere Artenvielfalt und den Verzicht auf Pestizide. Dass das Budget schon jetzt über der Milliarden-Grenze liegt, macht deutlich: Viele Betriebe möchten einen stärkeren Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz leisten, solange die Vergütung gesichert und die Antragsverfahren praktikabel sind.

Offen ist nun, wie die Politik auf die wachsende Nachfrage reagiert. Rechtlich sind die Prämien der Ökoregelungen „bei 100 Prozent abgesichert“. Doch falls der tatsächliche Etat überzogen wird, müssten andere Förderprämien zur Finanzierung gekürzt werden – ein sensibles Thema für viele Betriebe, deren Existenz vom Förderrahmen abhängt.

Wegweisende Entscheidung für Landwirtschaft und Gesellschaft

Die anstehenden Debatten berühren weit mehr als nur die Interessen der Landwirte. Sie betreffen zentrale gesellschaftliche Fragen: Wie sichern wir unsere Ernährung? Wie fördern wir nachhaltige Landwirtschaft? Wie bleibt der ländliche Raum lebendig? Die politische Weichenstellung im Sommer 2025 kann den Weg für eine gerechtere, ökologisch tragfähige und wirtschaftlich robuste Landwirtschaft in Deutschland und Europa ebnen.

Eines zeigt sich deutlich: Bäuerinnen und Bauern sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Nun liegt es an Bundesregierung, Ländern und den Verantwortlichen in Brüssel, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen – für die Landwirtschaft, für den Umweltschutz und für die ganze Gesellschaft.


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Appell des Deutschen Bauernverbandes für eine zukunftsfähige Gestaltung der …

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Hintergrund und Einordnung: Herausforderungen und Perspektiven für die EU-Agrarförderung ab 2028

Die Zukunft der EU-Agrarförderung steht aktuell im Mittelpunkt nicht nur politischer Debatten, sondern auch der strategischen Planung vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland und Europa. Mit Blick auf die laufende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 stellen sich weitreichende Fragen zu Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und der Sicherung landwirtschaftlicher Einkommen, die für die gesamte Branche entscheidend sind. Die zunehmenden Anforderungen an Klimaschutz, Umweltauflagen und die Umsetzung von Ökoregelungen sorgen dabei für eine wachsende Komplexität im operativen Alltag – gleichzeitig aber auch für neue Optionen, wie die höhere Nachfrage nach Fördermaßnahmen im laufenden Antragsjahr zeigt.

Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht, dass Reformen der GAP häufig mit intensiven Diskussionen und nicht selten auch mit Verunsicherung bei den Landwirtinnen und Landwirten verbunden waren. Bereits die Anpassungen im Rahmen der letzten Förderperioden – insbesondere im Hinblick auf die sogenannte „Greening“-Komponente und die Einführung der Öko-Regelungen – haben die Verantwortlichen vor beträchtliche Herausforderungen gestellt. Vergleichbare Entwicklungen sind auch in anderen EU-Mitgliedstaaten zu beobachten, was die Bedeutung einer koordinierenden, europaweiten Strategie unterstreicht.

Als zentraler Akteur in der öffentlichen Debatte tritt der Deutsche Bauernverband regelmäßig für eine stärkere Berücksichtigung praxisnaher Lösungen ein. Die Forderung nach einem deutlich erhöhten EU-Agrarbudget für die neue Förderperiode spiegelt eine breite Erwartung in der Branche wider, denn seit Jahren stagnieren die Einkommen vieler Höfe trotz gestiegener Produktionsanforderungen. Gleichzeitig wächst der internationale Wettbewerbsdruck, insbesondere durch Importe aus Drittländern, die anderen Umwelt- und Sozialstandards unterliegen.

Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Ausrichtung der Agrarförderung künftig noch stärker auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation zielen wird. Trends wie die Präzisionslandwirtschaft und der verstärkte Einsatz digitaler Technologien könnten landwirtschaftlichen Betrieben helfen, nicht nur die gesetzlichen Vorgaben effizienter zu erfüllen, sondern auch neue Geschäftsfelder zu erschließen. Welche Rolle dabei die freiwilligen Ökoregelungen und deren budgetäre Ausgestaltung auf nationaler Ebene spielen werden, bleibt eine der Schlüsselfragen für kommende Verhandlungsrunden.

Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass der intensive Austausch zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft über die sinnvolle Ausgestaltung der GAP in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnt. Für Direktbetroffene bietet sich ein kontinuierlicher Blick auf offizielle Informationskanäle und spezialisierte Beratungsangebote an, um Handlungsspielräume optimal zu nutzen und Fördermöglichkeiten gezielt zu erschließen. Wer sich über aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und Prognosen rund um die EU-Agrarförderung informieren oder gezielt nach Unterstützungsangeboten suchen möchte, sollte neben den offiziellen Portalen auch die Seiten von Fachverbänden, zahlreichen Service-Dienstleistern und Beratungseinrichtungen nutzen.

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10 Kommentare

  1. Die Diskussion über Agrarförderungen muss unbedingt weitergeführt werden! Es betrifft uns alle und ich finde es gut, dass Landwirte bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

  2. Die Herausforderungen der Landwirtschaft sind nicht zu unterschätzen! Ich frage mich oft, wie wir als Gesellschaft helfen können, um nachhaltige Lösungen zu finden.

  3. Ich finde es spannend zu sehen, wie sich die GAP reformieren soll. Es ist klar, dass Änderungen nötig sind, aber welche Maßnahmen halten wir für notwendig? Was denkt ihr über den Vorschlag eines höheren Budgets?

    1. Ein höheres Budget könnte wirklich helfen! Aber ich mache mir Sorgen um die Verteilung der Mittel. Wird das Geld da ankommen, wo es am meisten gebraucht wird?

  4. Die Themen rund um Agrarförderung sind so wichtig für uns alle. Ich finde es toll, dass die Bauern mehr Verantwortung übernehmen wollen. Aber wie können wir sicherstellen, dass diese Maßnahmen tatsächlich nachhaltig sind?

    1. Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollten wir auch mehr in Bildung und Aufklärung investieren, damit alle verstehen, warum nachhaltige Landwirtschaft so wichtig ist.

  5. Ich finde den Artikel sehr informativ und wichtig für die Landwirtschaft. Die Forderungen des DBV sind durchaus nachvollziehbar. Wie steht ihr zu den neuen Ökoregelungen? Sind die wirklich effektiv?

    1. Ich sehe das ähnlich! Die Ökoregelungen könnten eine gute Möglichkeit sein, aber ob sie in der Praxis funktionieren, bleibt abzuwarten. Was denkt ihr über die Bürokratie? Ist das nicht ein großes Hindernis?

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