CRISPR/Cas-Technik ermöglicht schnelle Blüte bei Pappeln

Gentechnisch veränderte Pappeln können nun dank der Gen-Schere CRISPR/Cas in erstaunlich kurzer Zeit blühen. Eine faszinierende Auswertung wissenschaftlicher Publikationen hat enthüllt, dass diese Methode keine zusätzlichen Gene oder Eiweißstoffe benötigt. Während Pappeln normalerweise erst nach sieben bis zehn Jahren blühen, können sie nach diesem Eingriff bereits nach vier Monaten in voller Pracht erstrahlen. Doch die schnelle Markteinführung dieser Bäume birgt Risiken für die Umwelt, da sich die veränderten Gene unkontrolliert ausbreiten könnten. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments wird in dieser Woche über die Regulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik abstimmen. Einige Abgeordnete fordern eine verpflichtende Risikoprüfung, während andere sich für eine Deregulierung aussprechen. Ein Expertenteam warnt vor den möglichen Folgen für die Biodiversität und die Ökosysteme. Diese rasanten Entwicklungen werfen wichtige Fragen auf, die uns alle angehen.

Bremen (VBR). Gen-Schere CRISPR/Cas ermöglicht drastische Veränderung von Pappeln: Öffentlichkeit und Umwelt könnten gefährdet sein

22.01.2024 – 14:13

München (ots) – In einer aktuellen Auswertung wissenschaftlicher Publikationen wird deutlich, wie mithilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas wichtige artspezifische Merkmale von Pappeln drastisch verändert werden können. Dabei werden keine zusätzlichen Gene eingefügt oder neue Eiweißstoffe in den Pflanzen gebildet. Das Ergebnis: Pappeln, die normalerweise erst nach sieben bis zehn Jahren blühen, blühen nach dem Eingriff bereits nach vier Monaten.

Der Zweck dieser Manipulation besteht darin, die früh blühenden Gentechnik-Pappeln schneller vermehren, kreuzen und selektieren zu können, ähnlich wie es bei Ackerpflanzen der Fall ist. Durch solche Eingriffe könnte die Markteinführung von gentechnisch veränderten Pappeln erheblich beschleunigt werden.

Allerdings stehen die veränderten Bäume in vielfältiger Beziehung zur Umwelt, da sie wichtige Nahrungspflanzen für viele Insektenarten wie Käfer, Schmetterlinge und Bienen darstellen. Wenn sich die Gentechnik-Bäume mit natürlichen Pappel-Populationen kreuzen, könnten sich die veränderten Gene schnell ausbreiten. Die Folgen könnten irreversibel sein, da veränderte Gene nicht aus der Umwelt zurückgeholt werden können.

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Der Umweltausschuss des EU-Parlaments wird am Mittwoch dieser Woche über die zukünftige Regulierung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik abstimmen. Wenn die Berichterstatterin Jessica Polfjärd (EPP) ihre Position durchsetzt, könnten gentechnisch veränderte Bäume, Sträucher, Ackerpflanzen sowie Wildgräser und Wildblumen ohne Risikoprüfung in die Umwelt gelangen.

Demgegenüber fordern Abgeordnete wie Christoph Clergeau (S&D) und Martin Häusling (Grüne) eine verpflichtende Risikoprüfung für Pflanzen aus Neuer Gentechnik. Diese Forderung stützt sich unter anderem auf Stellungnahmen der zuständigen französischen Behörde ANSES und der Gesellschaft für Ökologie (GFÖ), die insbesondere auf die Gefahren für Wildpflanzen hinweisen. Die renommierte Ökologin Prof. Dr. Katja Tielbörger warnt, dass rund 300.000 Wildpflanzenarten von der drohenden Deregulierung betroffen sein könnten, mit unabsehbaren Folgen für die Ökosysteme und die Biodiversität.

Die Auswirkungen der Gen-Schere CRISPR/Cas auf die Umwelt und die mögliche Freisetzung von genetisch veränderten Organismen in die Natur sind hochumstritten. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass bei der Regulierung dieser Technologie das Vorsorgeprinzip angewandt wird, um mögliche Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren. Es bleibt abzuwarten, wie der Umweltausschuss des EU-Parlaments sich zu dieser Frage positioniert und welche Konsequenzen dies für die Markteinführung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik haben wird.

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