Chemieindustrie und Pharmaindustrie in Deutschland: Produktionseinbruch 2025 verschärft Wirtschaftslage

Im zweiten Quartal 2025 brach die Produktion der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie um 3,8 Prozent zum Vorquartal ein und die Kapazitätsauslastung fiel mit 71,7 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 1991. Inlands- und Auslandsumsätze gingen deutlich zurück, während Preise und Aufträge weiter unter Druck standen. Der Verband Chemischer Industrie rechnet für das Gesamtjahr mit einer Stagnation und prognostiziert einen Produktionsrückgang von rund 2 Prozent sowie einen Umsatzminus von 1 Prozent auf etwa 221 Milliarden Euro. Eine kurzfristige Trendwende ist nicht in Sicht.
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– Produktion im Q2/2025 um 3,8 % gesunken, Kapazitätsauslastung auf Tiefstwert 71,7 %.
– Gesamtumsatz Q2/2025 um 5,2 % gesunken, gegenüber Vorjahr minus 2,7 %.
– VCI-Prognose: Produktion 2025 stagniert, Chemie minus 2 %, Umsatz minus 1 %.

Empfindlicher Rückschlag in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie im zweiten Quartal 2025

Das zweite Quartal 2025 hat die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Produktion, Umsatz und Preise verzeichneten teils deutliche Rückgänge, während die erhoffte Erholung im Inlandsgeschäft ausblieb. Statt einer Trendwende verschärfte sich der Auftragsmangel sogar: Viele industrielle Kunden drosselten ihre Produktion und reduzierten ihre Chemikalienbestellungen weiter. Auch das Auslandsgeschäft geriet unter Druck – hier war der Rückgang zwar teilweise erwartbar, da zu Jahresbeginn im bedeutenden US-Markt Vorzieheffekte durch die Erwartung neuer Zölle die Nachfrage kurzfristig aufgebläht hatten.

Besonders alarmierend sind die Zahlen zur Kapazitätsauslastung: Mit nur noch 71,7 Prozent erreichte sie den niedrigsten Stand seit 1991 und liegt deutlich unter der Rentabilitätsschwelle. Diese schwache Auslastung spiegelt die schwierige Lage der Branche wider und lässt kurzfristig keine Besserung erwarten. Die Geschäftserwartungen sind spürbar eingetrübt, was sich in einem erheblichen Zurückhalt bei Investitionen und Planungen niederschlägt.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert die Situation klar: „Das zweite Quartal war für die Chemie ein weiterer Härtetest. Schwache Nachfrage, sinkende Umsätze und eine Produktion weit unter Vorkrisenniveau – so sieht derzeit die Realität in unserer Branche und auch in weiten Teilen der deutschen Industrie aus. Geopolitische Krisen und politischer Zickzack zündeln an der Wirtschaft. Die Unsicherheit in Chemie- und Pharmaunternehmen ist riesig und lähmt das Geschäft.“ Die internationalen Bemühungen der Bundesregierung wertet er als wichtige Schritte, fordert jedoch eine schnelle und entschlossene Umsetzung der angekündigten Maßnahmen: „In den zweiten 100 Tagen muss die Regierung die versprochene spektakuläre Aufholjagd starten. Nehmt gemeinsam die Schaufel in die Hand und baut den riesigen Bürokratieberg und die strukturellen Defizite am Standort ab. Jetzt zählt nur Handeln – mutig, schnell, entschlossen.“

Trotz des Rückschlags bleibt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bei seiner Prognose für das Gesamtjahr 2025: Die Produktion der Chemie- und Pharmaindustrie wird voraussichtlich stagnieren, wobei für die Chemiebranche mit einem Rückgang von 2 Prozent gerechnet wird. Die Preise stehen unter Druck, und somit dürfte der Gesamtumsatz der Branche um 1 Prozent auf 221 Milliarden Euro sinken. Konkret lagen die Werte im zweiten Quartal wie folgt: Die Produktion fiel im Vergleich zum Vorquartal um 3,8 Prozent und war auch 3,1 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Erzeugerpreise sanken gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent und lagen 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Gesamtumsatz verminderte sich um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und belief sich auf 52,2 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Daten zeigen, dass weder im Inlands- noch im Auslandsgeschäft eine spürbare Trendwende in Sicht ist. Die Kombination aus zurückhaltender Nachfrage, sinkenden Preisen und niedriger Auslastung führt zu einer angespannten wirtschaftlichen Lage, die durch geopolitische Unsicherheiten und innenpolitische Hürden weiter verschärft wird. Die chemisch-pharmazeutische Industrie, einst einer der stabilsten Sektoren der deutschen Wirtschaft, befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Anpassungsprozess, dessen Verlauf maßgeblich von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt.

Was der Einbruch in der Chemiebranche für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet

Die Chemieindustrie gehört zu den tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft – ihr aktueller Rückschlag hat daher weitreichende Folgen. Im zweiten Quartal 2025 schrumpften Produktion und Umsatz deutlich, während die Kapazitätsauslastung auf den niedrigsten Stand seit über 30 Jahren fiel. Diese Entwicklung steht nicht allein; sie spiegelt globale Umbrüche, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen wider, die die Branche und die gesamte Wirtschaft prägen.

International betrachtet befindet sich die deutsche Chemie im Wettbewerb mit großen Akteuren wie den USA, China und Japan. Während einige Länder bereits eine leichte Erholung zeigen, bleibt Deutschlands Industrie durch hohe Bürokratie, steigende Kosten und geopolitische Risiken belastet. Im Vergleich zu den Vorjahren bleiben die erzielten Umsätze unter Druck – ein Zeichen, dass die Branche derzeit Schwierigkeiten hat, sich an die neuen Markt- und Rahmenbedingungen anzupassen.

Die Bedeutung der Chemiebranche für den Standort Deutschland ist tiefgreifend. Sie liefert Grundstoffe für zahlreiche andere Industrien – von der Automobilfertigung über die Elektronik bis hin zur Landwirtschaft. Ein Rückgang in der Chemie wirkt sich deshalb auf viele andere Wirtschaftszweige aus, die auf zuverlässige Lieferketten angewiesen sind. Gleichzeitig ist die Chemie ein wichtiger Innovationsmotor, etwa bei der Entwicklung nachhaltiger Materialien und Verfahren. Ein schwacher Branchenzyklus kann daher auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig beeinträchtigen.

Die Auswirkungen des aktuellen Einbruchs lassen sich an folgenden Punkten festmachen:

  • Nachfrageeinbruch in der Industrie: Viele Unternehmen reduzieren ihre Produktion und bestellen weniger Chemikalien, was die gesamte Wertschöpfungskette belastet.
  • Druck auf Erzeugerpreise: Sinkende Verkaufspreise erschweren Investitionen in neue Technologien und Innovationen.
  • Beschäftigungssituation: Die schwächelnde Auftragslage erhöht den Druck auf Arbeitsplätze und kann zu Stellenabbau führen.
  • Folgen für Verbraucher: Engpässe bei Grundstoffen könnten mittel- bis langfristig die Verfügbarkeit und Preise von Produkten erhöhen.
  • Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsprojekte: Investitionen in grüne Chemie und Kreislaufwirtschaft könnten verzögert oder gekürzt werden, was den Strukturwandel erschwert.

Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen müssen Unternehmen, Politik und Gesellschaft Wege finden, die Resilienz der Chemiebranche zu stärken. Politische Forderungen zielen dabei auf den Abbau bürokratischer Hürden, bessere Rahmenbedingungen für Innovationen und eine klare Industriepolitik ab. Chancen ergeben sich insbesondere aus dem Ausbau klimafreundlicher Technologien und der Erschließung neuer Märkte, etwa durch Digitalisierung und nachhaltige Produkte.

Gleichzeitig bestehen erhebliche Marktrisiken: Anhaltende geopolitische Spannungen, volatile Rohstoffpreise und regulatorische Unsicherheiten können Stabilisierung und Wachstum verzögern. Entscheidend wird sein, wie schnell und zielgerichtet Akteure auf diese äußeren und inneren Herausforderungen reagieren, um Deutschlands Chemieindustrie zukunftsfähig zu gestalten.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Verbandes der Chemischen Industrie e. V.

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10 Kommentare

  1. Ich mache mir Sorgen um die Verbraucherpreise in der Zukunft. Wenn weniger Chemikalien produziert werden, wird das nicht teuer für uns alle? Was denkt ihr darüber?

  2. Die geopolitischen Unsicherheiten sind ein großes Thema. Wie können Unternehmen besser vorbereitet sein auf solche Krisen? Ich denke, wir müssen mehr über Resilienz sprechen.

  3. Die niedrige Kapazitätsauslastung ist alarmierend! Ich frage mich, was das für die zukünftige Innovationskraft der Branche bedeutet. Gibt es Ideen oder Vorschläge, wie man dem entgegenwirken kann?

    1. Das wäre interessant zu diskutieren! Vielleicht könnte eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung helfen.

  4. Ich finde es wichtig, dass wir über die Auswirkungen auf Arbeitsplätze sprechen. Der Rückgang könnte viele Menschen betreffen. Wie können wir sicherstellen, dass die Beschäftigung in dieser Branche erhalten bleibt?

  5. Der Artikel beleuchtet die Herausforderungen der Chemiebranche wirklich gut. Es ist erschreckend zu sehen, wie stark die Produktion gesunken ist. Was denkt ihr, welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um diese Probleme anzugehen?

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