Chemie- und Pharmaindustrie in der Krise: VCI warnt vor historisch niedriger Auslastung, Jobabbau und Produktionsverlagerung

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland steckt weiter in der Krise. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) vom 10. Dezember 2025 sank die Produktion der Chemie um 2,5 Prozent und die Anlagenauslastung erreichte mit 70 Prozent einen historischen Tiefpunkt. VCI-Präsident Markus Steilemann warnt: „Die Industrie funkt SOS“ und fordert von der Politik entschlossene Maßnahmen für eine wettbewerbsfähige Zukunft.

Inhaltsverzeichnis

– Produktion, Umsatz und Beschäftigung der chemisch-pharmazeutischen Industrie gingen 2025 leicht zurück.
– Die Anlagenauslastung erreichte mit 70 Prozent einen historischen Tiefpunkt.
– Für 2026 wird eine stagnierende Produktion und ein weiteres Umsatzminus erwartet.

Chemie- und Pharmaindustrie schlagen Alarm: Jahresbilanz 2025 zeigt tiefe Krise

Die deutsche Industrie kämpft mit einer anhaltenden Krise, die sich besonders in der chemisch-pharmazeutischen Branche verschärft. Am 10. Dezember 2025 legte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine düstere Jahresbilanz vor, die einen historischen Tiefpunkt markiert. Die zentralen Kennzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Produktion und Erzeugerpreise liegen im Vorjahresvergleich bei -0,5 Prozent (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Der Gesamtumsatz der Branche verringerte sich um 1 Prozent (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Besonders hart trifft es die klassische Chemie, deren Produktion um -2,5 Prozent schrumpfte und deren Umsatz im In- und Ausland um -3 Prozent einbrach (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Die Anlagen laufen nur noch mit einer Auslastung von 70 Prozent – ein historisches Minimum, das weit von einer rentablen Produktion entfernt ist. Seit 2021 gingen die Aufträge um mehr als 20 Prozent zurück (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Einzig die Pharmabranche verzeichnete mit einem Produktionsplus von +3 Prozent und einem Umsatzplus von mehr als +4 Prozent noch positive Werte, doch auch hier verschlechterte sich die aktuelle Geschäftslage (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Die Krise erreicht den Arbeitsmarkt: Die Beschäftigtenzahl sank um -0,5 Prozent, was 2.400 Personen weniger entspricht (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation). Für das kommende Jahr erwartet der VCI für die Chemie einen weiteren Produktionsrückgang von -1 Prozent und ein Umsatzminus von rund -2 Prozent (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation)*.

Die Stimmung in den Unternehmen ist entsprechend pessimistisch. Eine repräsentative VCI-Umfrage ergab, dass 20 Prozent der Befragten eine Produktionsverlagerung oder -stilllegung planen. 10 Prozent erwägen eine komplette Standortschließung. Mehr als 40 Prozent rechnen mit sinkenden Inlandsumsätzen, und fast 50 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung der Erträge (Stand: 10. Dezember 2025, VCI-Presseinformation)*.

VCI-Präsident Markus Steilemann kommentierte die Lage mit drastischen Worten: "Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig und der Blick nach vorn wird nicht rosiger." Mit Blick auf die notwendigen politischen Weichenstellungen forderte er: "Konfrontation können wir uns nicht mehr leisten. Wir müssen uns unangenehmen Wahrheiten stellen und nach vorne blicken. Die Transformation unserer Wirtschaft in eine wettbewerbsfähige und gute Zukunft wird uns viel abverlangen. Es wird ein schwieriger Weg, aber wir müssen ihn gehen. Mit den vereinten Kräften von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft."

Produktion im Sinkflug: Deutschlands Chemie verliert im europäischen Vergleich

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland seit Jahren mit einem schwierigen Umfeld kämpft, zeigt der europäische Vergleich, dass der Standort besonders hart getroffen wird. Die Entwicklung von Produktion und Wertschöpfung folgt einem klaren, negativen Trend, der die Wettbewerbsfähigkeit infrage stellt.

Produktionsentwicklung: Daten im Zeitverlauf

Die Krise ist kein kurzfristiger Einbruch, sondern hat sich über Jahre aufgebaut. Ein Blick auf den Produktionsindex für die Chemie ohne Pharmazie zeigt: Er liegt rund 10 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2018 (Stand: 15.02.2025). Im Jahr 2024 stagnierte die Produktion auf diesem bereits niedrigen Niveau. Ein ähnlich deutliches Bild zeichnet die Bruttowertschöpfung: Sie sank in derselben Branche preisbereinigt um rund 14 Prozent zwischen 2018 und 2023 (Stand: 30.06.2024). Dieser anhaltende Rückgang unterstreicht die strukturellen Herausforderungen, die über konjunkturelle Schwankungen hinausgehen.

Die jüngeren Daten bestätigen den Abwärtstrend. Laut Eurostat brach die Produktion der chemischen Industrie in Deutschland im Jahr 2023 um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein (Veröffentlichung: 16.04.2024)*. Diese Entwicklung spiegelt sich in der aktuellen Stimmung der Unternehmen wider. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) meldet für 2025 eine Anlagenauslastung von nur noch 70 Prozent – ein historischer Tiefpunkt. Präsident Markus Steilemann beschreibt die Lage unmissverständlich: "Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig."

Deutschland vs. EU: Wettbewerbsabstände

Die Probleme sind nicht auf Deutschland beschränkt, doch der Standort fällt im europäischen Vergleich zurück. Während die Chemieproduktion in der EU-27 im Jahr 2024 nur rund 1 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 lag, betrug das Minus in Deutschland knapp 9 Prozent (Berichtsdatum: 20.02.2025)*. Diese Diskrepanz von acht Prozentpunkten macht den wachsenden Wettbewerbsabstand sichtbar. Während andere europäische Regionen langsam zu alter Stärke zurückfinden, bleibt die deutsche Chemieproduktion deutlich hinter ihren eigenen Möglichkeiten und denen der Nachbarn zurück.

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Indikatoren im Vergleich zusammen:

Jahr Kennzahl Wert Einheit Quelle/Stand
2018-2024 Produktionsindex Chemie (ohne Pharma) -10 % Gegenüber 2018 Destatis, Stand 15.02.2025*
2023 Produktion chemische Industrie -9 % Gegenüber 2022 Eurostat, Veröff. 16.04.2024*
2018-2023 Bruttowertschöpfung Chemie (ohne Pharma) -14 % Preisbereinigt BMWK, Stand 30.06.2024*
2024 (vs. 2018) Chemieproduktion EU-27 -1 % Gegenüber 2018 Cefic, Bericht 20.02.2025*
2024 (vs. 2018) Chemieproduktion Deutschland -9 % Gegenüber 2018 Cefic, Bericht 20.02.2025*

Diese Zahlen bilden den harten ökonomischen Hintergrund für die alarmierenden Signale aus der Branche. Sie erklären, warum Unternehmen über Produktionsverlagerungen nachdenken und warum der Appell nach verlässlicheren Rahmenbedingungen lauter wird. Die analytische Einordnung zeigt: Es handelt sich nicht um eine vorübergehende Schwächephase, sondern um eine anhaltende Erosion der Produktionsbasis im europäischen Wettbewerb.

Hohe Kosten und sinkende Nachfrage belasten die Chemiebranche

Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie kämpft mit einer doppelten Belastung: explodierenden Produktionskosten und einer gleichzeitig schwindenden Nachfrage. Diese Kombination aus Kosten- und Nachfrageschocks setzt die Unternehmen unter massiven wirtschaftlichen Druck. Die Produktionsanlagen der Branche sind nur noch zu 70 Prozent ausgelastet*. Jedes zweite Unternehmen plant Produktionsverlagerungen oder Stilllegungen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seiner Jahresbilanz 2025 feststellt*.

Die Energiepreise stellen einen der zentralen Kostentreiber dar. Für industrielle Großverbraucher lagen die durchschnittlichen Strompreise in Deutschland im Jahr 2023 bei rund 18 Cent pro Kilowattstunde*. Damit zahlten deutsche Unternehmen deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von etwa 14 Cent pro Kilowattstunde*. Bei den Gaspreisen für Großabnehmer zeigt sich zwar eine Entspannung von den Höchstständen, das Niveau bleibt aber eine Belastung. Während die Preise 2022 noch über 8 Cent pro Kilowattstunde lagen, sanken sie 2023 auf etwa 4 Cent und 2024 auf knapp 3 Cent*. Diese hohen Energiekosten führen zu einem direkten Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich und tragen zur geringen Auslastung der Produktionskapazitäten bei.

Parallel dazu bricht die Nachfrage ein. Die Auftragseingänge in der Chemieindustrie lagen 2024 real rund 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau*. Besonders stark sind die Auslandsaufträge eingebrochen*. Diese Entwicklung schlägt sich direkt in den Umsatzzahlen nieder. Der Umsatz der Chemieindustrie in Deutschland – ohne den Pharmasektor – belief sich 2023 auf rund 205 Milliarden Euro, nach etwa 220 Milliarden Euro im Vorjahr 2022*. Der Pharmabereich konnte hingegen noch Umsatzwachstum verzeichnen: von rund 61 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf etwa 64,5 Milliarden Euro im Jahr 2024*.

Die Wechselwirkungen sind deutlich: Hohe Strom- und Gaskosten erhöhen die Produktionskosten und machen deutsche Chemieerzeugnisse auf dem Weltmarkt teurer. Gleichzeitig führt die schwache konjunkturelle Lage im In- und Ausland zu einem Rückgang der Aufträge. Diese Kombination aus steigenden Kosten und sinkenden Erlösen belastet die Ertragskraft der Unternehmen massiv und führt zu der niedrigen Kapazitätsauslastung. Der VCI-Präsident Markus Steilemann fasst die Lage zusammen: "Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig."

Arbeitsplätze unter Druck, Investitionen auf der Kippe

Die wirtschaftliche Krise in der chemisch-pharmazeutischen Industrie hat konkrete soziale und ökonomische Folgen. Sie zeigt sich in sinkenden Beschäftigtenzahlen, einer zögerlichen Investitionstätigkeit und einer zunehmend kontroversen Debatte über die richtige Politik für den Industriestandort.

Die Entwicklung der Arbeitsplätze verläuft dabei gespalten. Diese gegenläufigen Trends verdeutlichen, wie unterschiedlich die Teilmärkte auf globale Herausforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen reagieren.

Beschäftigung und Sozialverträglichkeit

Die aktuellen Prognosen lassen für die Gesamtbranche keine Entspannung erwarten. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) meldete für das Jahr 2025 einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um 0,5 Prozent, was etwa 2.400 Arbeitsplätzen entspricht*. Bereits angekündigte Anlagenschließungen oder Produktionsverlagerungen werden nach Einschätzung des Verbands zu einem weiteren Stellenabbau führen. Die Gewerkschaft IG BCE warnte bereits im Januar 2025 vor einem schleichenden Abbau gut bezahlter Industriearbeitsplätze. Diese Entwicklung droht, etablierte Tarifstrukturen unter Druck zu setzen und regionale Wirtschaftskreisläufe in chemieintensiven Regionen nachhaltig zu schwächen.

Konfliktlinien: Gewerkschaften vs. Verbände

Die anhaltende Krise schärft die Konturen im politischen Raum. Während die Gewerkschaften den Erhalt von Kernbelegschaften und sozialverträgliche Transformationspfade einfordern, drängen Wirtschaftsverbände auf rasche Entlastungen und Planungssicherheit. Die unterschiedlichen Perspektiven der wichtigsten Akteure lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • IG BCE (22.01.2025): Die Gewerkschaft warnt vor dem schleichenden Abbau gut bezahlter Industriearbeitsplätze und fordert politische Maßnahmen zum Erhalt der industriellen Basis.
  • BDI (27.02.2025): Der Bundesverband der Deutschen Industrie kritisiert die hohen industriellen Strompreise in Deutschland als zentralen Wettbewerbsnachteil und fordert die Einführung eines verbilligten Industriestrommodells.
  • IW Köln (09.01.2025 / 17.07.2025): Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht Investitionshemmnisse vor allem in der anhaltenden Unsicherheit über klima- und industriepolitische Rahmenbedingungen. Es benennt zudem Standortnachteile bei langen Zulassungsdauern und einer restriktiven Erstattungspolitik, insbesondere für die Pharmaindustrie.

Diese Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf die Investitionsneigung aus. Das ifo Institut stellt in einem Gutachten vom März 2025 fest, dass eine schwache Weltkonjunktur, geopolitische Spannungen und verschärfte Umweltauflagen die Exportnachfrage nach deutschen Chemieprodukten dämpfen. In dieser Lage halten sich viele Unternehmen mit langfristigen Investitionsentscheidungen zurück. Das IW Köln identifiziert die anhaltende Unsicherheit über politische Rahmenbedingungen als ein wesentliches Investitionshemmnis (Veröffentlichung: 09.01.2025). Die Folge sind geplante Investitionskürzungen oder die Verlagerung von Kapital in Standorte mit verlässlicheren Bedingungen. Die politische Debatte steht somit vor der zentralen Frage, wie die Transformation zur Klimaneutralität gestaltet werden kann, ohne dabei industrielle Wertschöpfung und hochqualifizierte Arbeitsplätze zu gefährden.

Wege aus der Krise: Welche Reformen sind realistisch?

Die Forderungen des VCI an die Politik sind klar umrissen. Sie reichen von der Sicherung strategischer Produktionsstandorte über die Stärkung von Innovation bis hin zu einer grundlegenden Reform der Energie- und Klimapolitik. Doch wie realistisch ist die Umsetzung dieser Punkte angesichts der tiefgreifenden strukturellen Probleme? Eine Analyse externer Studien und Positionen zeigt, wo kurzfristige Hebel liegen und welche Veränderungen langfristig unumgänglich sind.

Die Dringlichkeit zum Handeln wird durch aktuelle Daten untermauert. Eine ifo-Unternehmensbefragung vom September 2025 ergab, dass über 30 Prozent der befragten Firmen in der Chemie planen, ihre inländischen Investitionen bis 2027 zu reduzieren. Diese Investitionszurückhaltung ist ein klares Warnsignal für die Substanz des Standorts. Gleichzeitig verweist eine Standortstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) vom Juli 2025 auf spezifische Schwächen: Während Deutschland im Pharmasektor eine hohe Forschungs- und Entwicklungsintensität aufweist, verliert es bei Faktoren wie Zulassungsdauer und Erstattungspraxis gegenüber Wettbewerbern wie den USA oder der Schweiz an Attraktivität. Diese Befunde bestätigen die vom VCI benannten Hürden wie langsame Genehmigungsverfahren und regulatorische Unsicherheit.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Energiepolitik. Hier findet der VCI mit seiner Forderung nach wettbewerbsfähigen Kosten Unterstützung von breiten Teilen der Industrie. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte in einem Positionspapier vom Februar 2025 ein gezieltes Industriestrommodell. Eine solche Maßnahme zielt direkt auf einen der größten Kostentreiber ab und könnte kurzfristig Entlastung schaffen. Die politische Umsetzbarkeit ist jedoch hoch umstritten, da sie erhebliche Haushaltsmittel erfordert und im Spannungsfeld mit europäischem Beihilferecht steht.

Langfristig geht es um mehr als Einzelmaßnahmen. Die vom VCI angemahnten „mutigen Reformen“ im Behördenwesen und bei der Bürokratie sind eine Voraussetzung, um die Attraktivität für Forschung und Produktion zurückzugewinnen. Die beschleunigte Zulassung neuer Wirkstoffe oder Chemikalien, wie sie die IW-Studie anmahnt, wäre ein konkreter Schritt. Ebenso ist die Forderung nach einer „glaubwürdigen Gesamtstrategie“ nicht von der Hand zu weisen. Sie adressiert ein Grundproblem: Die Industrie braucht verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen für Investitionen in die klimaneutrale Transformation, die oft Dekaden umspannen.

Der Ausblick für 2026 bleibt verhalten. Kurzfristig sind gezielte Entlastungen bei den Energiepreisen und beschleunigte Genehmigungsverfahren die wahrscheinlichsten politischen Handlungsfelder. Sie könnten die akute Not lindern und weitere Investitionsabwanderungen bremsen. Die langfristige Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit erfordert jedoch tiefgreifendere Reformen – von der Modernisierung der Infrastruktur über eine Neuausrichtung der Innovationsförderung bis hin zu einer kohärenten europäischen Industriestrategie. Ohne diese strukturellen Weichenstellungen droht der schleichende Substanzverlust, vor dem der VCI-Präsident Markus Steilemann warnt, zu einer dauerhaften Schwächung des Industriestandorts zu werden.

Dieser Beitrag basiert auf einer Presseinformation des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

Weiterführende Quellen:

  • „Im Jahr 2023 lag der Produktionindex der chemischen Industrie in Deutschland (ohne Pharma) preis- und kalenderbereinigt rund 10 % unter dem Vorkrisenjahr 2018; 2024 stagnierte er auf diesem niedrigen Niveau (Stand: 15.02.2025).“ – Quelle: https://www.destatis.de
  • „Die pharmazeutische Industrie (NACE C21) in Deutschland erhöhte ihren Produktionsindex 2023 kalenderbereinigt um rund 3 % gegenüber 2022; 2024 lag der Zuwachs bei knapp 2 % (Veröffentlichung: 28.03.2025).“ – Quelle: https://www.destatis.de
  • „Die Bruttowertschöpfung der Chemieindustrie (ohne Pharma) in Deutschland sank zwischen 2018 und 2023 preisbereinigt um rund 14 %, während die pharmazeutische Industrie im selben Zeitraum ein Plus von etwa 18 % verzeichnete (Stand: 30.06.2024).“ – Quelle: https://www.bmwk.de
  • „Laut Eurostat-Industrieproduktionsindex fiel die Produktion der chemischen Industrie in Deutschland 2023 um rund 9 % gegenüber 2022, während die Chemieproduktion im EU-Durchschnitt um etwa 5 % zurückging (Veröffentlichung: 16.04.2024).“ – Quelle: https://ec.europa.eu
  • „Für 2024 weist Eurostat für die europäische pharmazeutische Industrie (EU-27, NACE C21) ein Produktionswachstum von etwa 4 % gegenüber 2023 aus, während Deutschland mit gut 3 % leicht darunter lag (Veröffentlichung: 21.02.2025).“ – Quelle: https://ec.europa.eu
  • „Der Umsatz der chemischen Industrie (ohne Pharma) in Deutschland lag 2023 bei rund 205 Mrd. Euro, nach etwa 220 Mrd. Euro im Jahr 2022; das entspricht einem Rückgang von knapp 7 % (Stand: 10.10.2024).“ – Quelle: https://www.destatis.de
  • „Der pharmazeutische Umsatz in Deutschland (Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen, NACE C21) belief sich 2023 auf rund 61 Mrd. Euro und stieg 2024 auf etwa 64,5 Mrd. Euro (Veröffentlichung: 25.06.2025).“ – Quelle: https://pharma-fakten.de
  • „In der chemischen Industrie (ohne Pharma) in Deutschland waren 2023 rund 332.000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt; dies entspricht einem Rückgang von gut 3 % gegenüber 2019 (Stand: 18.04.2025).“ – Quelle: https://www.arbeitsagentur.de
  • „Die Beschäftigung in der pharmazeutischen Industrie in Deutschland stieg zwischen 2019 und 2023 um rund 10 % auf etwa 135.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Veröffentlichung: 18.04.2025).“ – Quelle: https://www.arbeitsagentur.de
  • „Die Kapazitätsauslastung der Chemieindustrie lag laut ifo-Konjunkturumfragen im Jahresdurchschnitt 2023 bei rund 79 %, fiel 2024 auf etwa 75 % und blieb damit bereits deutlich unter dem langfristigen Mittel von etwa 83 % (Stand der Auswertung: 03.01.2025).“ – Quelle: https://www.ifo.de
  • „Die Auftragseingänge in der Chemieindustrie (real) lagen 2024 in Deutschland um rund 15 % unter dem Niveau von 2021; besonders stark brachen die Auslandsaufträge ein (Veröffentlichung: 12.02.2025).“ – Quelle: https://www.destatis.de
  • „Für energieintensive Industrien, darunter die chemische Industrie, lagen die durchschnittlichen Strompreise für industrielle Großverbraucher in Deutschland 2023 bei rund 18 ct/kWh, während der EU-Durchschnitt bei etwa 14 ct/kWh lag; 2024 sanken die Werte leicht, die Differenz blieb aber bestehen (Veröffentlichung: 30.09.2024).“ – Quelle: https://ec.europa.eu
  • „Nach Berechnungen der EU-Kommission stiegen die Gaspreise für industrielle Großabnehmer in Deutschland 2022 auf über 8 ct/kWh, fielen 2023 auf etwa 4 ct/kWh und 2024 auf knapp 3 ct/kWh, blieben damit aber über dem Vorkrisenniveau (Veröffentlichung: 18.11.2024).“ – Quelle: https://ec.europa.eu
  • „Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) betont in einer Studie zur Chemieindustrie vom 09.01.2025, dass neben hohen Energiepreisen insbesondere ‚anhaltende Unsicherheit über klima- und industriepolitische Rahmenbedingungen‘ ein wesentlicher Investitionshemmnisfaktor sei.“ – Quelle: https://www.iwkoeln.de
  • „In einem Gutachten vom 05.03.2025 kommt das ifo Institut zu dem Ergebnis, dass eine Kombination aus schwacher Weltkonjunktur, geopolitischen Spannungen und verschärften Umweltauflagen die Exportnachfrage für deutsche Chemieprodukte überdurchschnittlich dämpft, während andere EU-Länder stärker von lokalen Nachfrageimpulsen profitieren.“ – Quelle: https://www.ifo.de
  • „Die IG BCE warnte am 22.01.2025, dass in der deutschen Chemieindustrie bei weiter schwacher Auslastung und fehlenden Investitionen ‚ein schleichender Abbau gut bezahlter Industriearbeitsplätze‘ drohe, und forderte zugleich Standort- und Beschäftigungssicherungsvereinbarungen zwischen Unternehmen und Betriebsräten.“ – Quelle: https://igbce.de
  • „Der Europäische Chemieindustrieverband Cefic berichtete am 20.02.2025, dass die Chemieproduktion in der EU-27 2024 nur noch um rund 1 % unter dem Vorkrisenniveau 2018 lag, während Deutschland mit einem Minus von knapp 9 % deutlich zurückblieb.“ – Quelle: https://www.chemieindustrie-online.de
  • „Laut Cefic Facts & Figures 2025 entwickelte sich die Beschäftigung in der europäischen Chemieindustrie 2020–2024 insgesamt weitgehend stabil (Rückgang um gut 1 %), während Deutschland im selben Zeitraum einen stärkeren Personalabbau verzeichnete (Berichtsdatum: 20.02.2025).“ – Quelle: https://www.chemieindustrie-online.de
  • „Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisierte in einem Positionspapier vom 27.02.2025 zu energieintensiven Branchen, dass Deutschland bei industriellen Strompreisen und Netzentgelten im EU-Vergleich weiterhin zur ‚Spitzengruppe der teuersten Standorte‘ gehöre und forderte ein gezieltes Industriestrommodell.“ – Quelle: https://bdi.eu
  • „In einer Standortstudie zur Pharmaindustrie vom 17.07.2025 hebt das IW Köln hervor, dass Deutschland zwar weiterhin hohe F&E-Intensität und gute Qualifikationsstrukturen aufweist, aber bei Zulassungsdauer und Erstattungspolitik gegenüber Standorten wie USA und Schweiz an Attraktivität verliert.“ – Quelle: https://iwkoeln.de
  • „Laut einer ifo-Unternehmensbefragung vom 24.09.2025 gaben in der chemischen Industrie mehr als 30 % der befragten Firmen an, ihre inländischen Investitionen bis 2027 zu reduzieren; Hauptgründe waren Unsicherheit über Klimapolitik, hohe Strompreise und schwache Nachfrage.“ – Quelle: https://ifo.de

7 Antworten

  1. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln werden! Ich hoffe auf positive Veränderungen durch politische Maßnahmen und Innovationen in der Branche.

  2. Die Situation in der chemischen Industrie ist alarmierend. Ich frage mich, welche konkreten Schritte jetzt unternommen werden müssen, um diese Krise zu bewältigen. Gibt es Beispiele aus anderen Ländern?

  3. Interessante Analyse! Besonders die Unterschiede im europäischen Vergleich zeigen, wie kritisch die Lage ist. Könnte eine Senkung der Energiepreise tatsächlich helfen? Was denkt ihr dazu?

    1. Ich glaube schon, dass niedrigere Energiepreise helfen würden! Aber wie können wir sicherstellen, dass solche Maßnahmen auch wirklich umgesetzt werden?

    2. Das ist ein guter Punkt! Vielleicht sollten wir auch über langfristige Strategien nachdenken, nicht nur kurzfristige Lösungen.

  4. Die Rückgänge bei Produktion und Beschäftigung sind wirklich besorgniserregend. Es ist wichtig, dass die Politik hier schnell handelt! Wie seht ihr die Rolle der Energiekosten in dieser Krise?

  5. Ich finde es bedenklich, wie die Chemiebranche in Deutschland leidet. Die Zahlen sind alarmierend und werfen Fragen auf über die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Was sind eure Meinungen zu den Vorschlägen für Reformen?

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