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CCS-Gesetz 2025: BUND warnt vor gefährlicher Scheintechnologie und fordert Bundesrat zum Stopp auf

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert den Bundesrat auf, das geplante CCS-Gesetz zu stoppen. In einer Resolution warnen rund 150 Delegierte vor einer „gefährlichen Scheinlösung“, die erhebliche Risiken für Trinkwasser und Regionen berge. Statt CO₂ mit hohem Energieaufwand zu speichern, sollten branchenübergreifende Einsparpotenziale genutzt werden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der BUND fordert den Stopp des CCS-Gesetzes wegen Risiken für Trinkwasser und ineffektiver CO₂-Reduktion.
  • CCS-Technologie ist teuer, energieintensiv und birgt langfristige Sicherheitsrisiken bei Speicherung und Transport.
  • Geplante Infrastruktur umfasst 1.200 km Pipelines und mindestens fünf Speicherstandorte mit unklarer Langzeitsicherheit.
  • 17 dokumentierte CO₂-Leckagen in Europa zeigen das grundsätzliche Risikopotenzial der Technologie.
  • Öffentliche Beteiligung ist eingeschränkt, der Bundesrat kann noch Änderungen am Gesetz fordern.

– BUND warnt vor CCS-Gesetz als Gefahr für Klima und Trinkwasser
– CCS gilt als unsichere Technologie ohne verlässliche CO₂-Reduktion
– Bundesrat soll Gesetz stoppen und stattdessen Erneuerbare fördern

CCS-Gesetz: BUND warnt vor gefährlicher Scheinlösung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit seinen rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützerinnen (Stand: 20. November 2025) fordert den Bundesrat auf, das geplante CCS-Gesetz zu stoppen. Nur wenige Wochen nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes im Bundestag am 06. November 2025* steht nun die entscheidende Bundesratssitzung bevor. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution appellieren rund 150 Delegierte des BUND an die Bundesratsmitglieder, die gefährliche Weichenstellung zu verhindern.

„Diese Gesetzesänderung setzt auf eine Technik, die weder wirksam noch sicher ist. Anstatt CO2 von vornherein zu vermeiden, soll dieses künftig teuer eingefangen und unter enormem Energieaufwand verpresst werden. Gleichzeitig birgt die geplante CO2-Infrastruktur erhebliche und langfristige Risiken: Deponien könnten Trinkwasserressourcen gefährden und ganze Regionen belasten. Niemand kann garantieren, dass die Speicher über Jahrhunderte dicht bleiben. Die Bundesregierung setzt damit auf eine gefährliche Scheinlösung mit enormem zusätzlichem Energie- und Ressourcenverbrauch, die in anderen Ländern bereits gescheitert ist. Das wirft Deutschland energie- und industriepolitisch weit zurück.“

„In allen Branchen lässt sich mittlerweile CO2 einsparen oder sogar komplett vermeiden – selbst in der Zementindustrie. Doch statt diese Potenziale auszuschöpfen, soll CCS nun sogar als ‘überragendes öffentliches Interesse‘ eingestuft und hoch subventioniert werden. Damit würden Investitionen in innovative Verfahren und erneuerbare Energien systematisch benachteiligt. Umwelt-, Natur- und Wasserschutz werden im Gesetz geschwächt und Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit eingeschränkt. Statt wirksame Klimaschutzlösungen zu stärken, würden Milliarden in eine Technik fließen, die Risiken schafft, aber keine Probleme löst. Der Bundesrat muss diese Fehlentwicklung stoppen!“

Zur Bundesratssitzung am Freitag, den 21. November 2025* plant der BUND-Bundesverband gemeinsam mit Vertreter*innen seiner Landesverbände eine Protestaktion vor dem Bundesrat, Leipziger Straße 3-4 in Berlin. Die Presse ist ab 08:45 Uhr herzlich eingeladen. Die Entscheidung des Bundesrats markiert die letzte Möglichkeit, diese umstrittene Gesetzesänderung aufzuhalten und stattdessen auf echte Klimaschutzlösungen zu setzen.

Technische Machbarkeit und wirtschaftliche Hürden

Der Weltklimarat (IPCC) bewertet die CO₂-Abscheidung und -Speicherung als technisch möglich, aber mit hohen Kosten und Unsicherheiten verbunden.*

Diese Einschätzung unterstreicht die grundlegenden Herausforderungen, die mit CCS verbunden sind.*

Wirtschaftliche Dimension der CO₂-Abscheidung

Die aktuellen Kostenschätzungen bestätigen die wirtschaftlichen Bedenken des IPCC. Die Aufwendungen für Abscheidung und Speicherung liegen gegenwärtig bei etwa 60 bis 120 Euro pro Tonne CO₂ (Stand: 2025, Quelle: Umweltbundesamt*). Diese Größenordnung macht deutlich, warum viele Expertinnen und Experten die Wirtschaftlichkeit der Technologie kritisch sehen. Die hohen spezifischen Kosten stellen eine erhebliche Hürde für den breiten Einsatz dar und werfen Fragen nach der finanziellen Tragfähigkeit auf.

Infrastrukturrisiken und dokumentierte Vorfälle

Die geplante CCS-Infrastruktur in Deutschland umfasst rund 1.200 Kilometer CO₂-Pipelines und mindestens fünf geologische Speicherstandorte*. Diese Dimensionen werfen grundlegende Sicherheitsfragen auf – sowohl für den Transport des komprimierten Kohlendioxids als auch für dessen dauerhafte unterirdische Lagerung. Die technischen Anforderungen an Leitungsmaterialien, Überwachungssysteme und Speicherintegrität müssen über Jahrzehnte gewährleistet bleiben, um Risiken für Bevölkerung und Umwelt zu minimieren.

Geplantes Leitungsnetz und Speicherstandorte

Das Pipeline-Netz soll Industriezentren mit den geologischen Formationen verbinden, die als CO₂-Speicher dienen können. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den dicht besiedelten Regionen, die von den Trassen durchquert werden könnten, sowie den ausgewählten Speicherstandorten. Deren geologische Stabilität muss nicht nur kurzfristig, sondern über Jahrhunderte garantiert werden, da austretendes CO₂ nicht nur klimaschädlich wirkt, sondern in hohen Konzentrationen auch gesundheitsgefährdend ist. Die langfristige Sicherheit der Speicher steht damit im Zentrum der technischen und politischen Debatte.

Bisher dokumentierte Unfälle und Leckagen in Europa

In Europa gab es insgesamt 17 dokumentierte Vorfälle mit CO₂-Leckagen oder Unfällen im Zusammenhang mit CCS-Anlagen, wobei es keine schweren gesundheitlichen Schäden gab*. Diese Bilanz zeigt einerseits, dass bisherige Zwischenfälle glimpflich verliefen, andererseits belegen sie das grundsätzliche Risikopotenzial der Technologie. Die dokumentierten Vorfälle reichen von kleineren Leckagen an Verbindungsstücken bis zu technischen Störungen in Überwachungssystemen.

Aus diesen Erfahrungen ergeben sich konkrete Unsicherheiten für die deutschen Planungen: Können die Sicherheitsstandards der bisherigen europäischen Anlagen auf das deutlich größere deutsche Netz übertragen werden? Wie lassen sich Langzeitrisiken der Speicherung verlässlich bewerten? Diese Fragen bleiben trotz der bisherigen europäischen Erfahrungen nicht vollständig geklärt und bedürfen weiterer transparenter Diskussion.

Öffentlichkeit, Beteiligung und Entscheidungsspielräume

Das CCS-Gesetz behandelt Beteiligungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Speicherstätten und Pipelines. Diese unterschiedlichen Regelungen werfen praktische Fragen auf, die sowohl für die Bevölkerung als auch für die Bundesratsmitglieder relevant sind.

Beteiligungsverfahren laut Gesetz

Die gesetzlichen Vorgaben trennen klar zwischen verschiedenen Projektphasen. Für unterirdische CO₂-Speicher und Pipeline-Trassen müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden. Bei der vorausgehenden Routenplanung für Transportleitungen sieht der Gesetzentwurf keine verbindliche Einbeziehung der betroffenen Bürger vor.*

Was der Bundesrat entscheiden kann

Vor der entscheidenden Abstimmung stehen grundsätzliche Fragen im Raum:

  • Wie werden Risiken für Trinkwasservorkommen entlang der geplanten Leitungen bewertet?
  • Welche Transparenz besteht bei der Auswahl von Pipeline-Trassen?
  • Wer trägt langfristig die Kosten für Wartung und mögliche Schadensfälle?

Die Bundesratsmitglieder haben nun die Möglichkeit, auf diese offenen Punkte einzuwirken. Nach ihrer Entscheidung beginnt entweder die Umsetzung des Gesetzes oder es folgen weitere politische Verhandlungen. Sollte der Bundesrat Änderungen fordern, müsste der Gesetzentwurf zurück an den Bundestag. Eine Zustimmung ohne Vorbehalte würde den Weg für die konkrete Planung von CO₂-Transportinfrastruktur ebnen.

Dieser Beitrag enthält Informationen und Zitate aus einer Pressemitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Weiterführende Quellen:

  • „Die Kosten für die Abscheidung und Speicherung von CO₂ in Deutschland liegen aktuell bei etwa 60 bis 120 Euro pro Tonne CO₂, je nach Anwendung und Standort (Stand: 2025).“ – Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/technische-kohlenstoffsenken
  • „In Europa gab es in den letzten zehn Jahren insgesamt 17 dokumentierte Vorfälle mit CO₂-Leckagen oder Unfällen im Zusammenhang mit CCS-Anlagen, wobei es keine schweren gesundheitlichen Schäden gab (Stand: 2025).“ – Quelle: https://www.eea.europa.eu/de/publications/accidents-and-incidents-in-co2-transport-and-storage
  • „Das IPCC bewertet CCS im sechsten Sachstandsbericht (2023) als technisch möglich, aber mit hohen Kosten und Unsicherheiten; es könne nur einen begrenzten Beitrag zur Klimaneutralität leisten und müsse mit anderen Maßnahmen kombiniert werden.“ – Quelle: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg3/
  • „Die geplante CCS-Infrastruktur in Deutschland umfasst bis 2030 rund 1.200 Kilometer CO₂-Pipelines und mindestens fünf geologische Speicherstandorte, vor allem in Norddeutschland und an der Nordsee (Stand: 2025).“ – Quelle: https://www.bundesnetzagentur.de/
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