CCS-Gesetz 2025: BUND protestiert gegen CO2-Speicherung – Risiken und politische Entscheidung

Der Bundestag stimmt heute über eine Novelle des Kohlendioxidspeichergesetzes (KSpG) ab, die CCS-Technologien ermöglichen soll. Der BUND protestiert mit anderen Umweltverbänden ab 14.30 Uhr vor dem Parlament und warnt vor langfristigen Risiken und milliardenschweren Subventionen für die fossile Industrie. Die Kritiker fordern, das Gesetz zu stoppen, da es die Energiewende ausbremsen und internationale Klimaverpflichtungen gefährden würde.
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Inhaltsübersicht

– BUND lehnt CCS-Gesetz als klimapolitisch verheerend und wirtschaftliches Fiasko ab
– Protestaktion vor dem Bundestag am 6. November 2025 gegen die Gesetzesnovelle
– Kritik an milliardenschweren Subventionen für fossile Industrie durch CCS-Technologie

BUND-Protest gegen CCS-Gesetz: "Fiasko für Wirtschaft und Klima"

Am 6. November 2025 steht im Bundestag eine wegweisende Entscheidung an: Die Abgeordneten stimmen über die Novelle des Kohlendioxidspeichergesetzes (KSpG) ab. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) positioniert sich mit deutlichen Worten gegen die geplante Gesetzesänderung und kündigt Protestaktionen vor dem Parlament an.

„Das geplante CCS-Gesetz ist ein Geschenk an die fossile Industrie. Wer jetzt hochsubventionierte Leitungsnetze und Endlager für das klimaschädliche CO2 errichtet, schafft langfristige Infrastruktur für Öl und Gas – nicht fürs Klima. Das ist der Ausstieg aus der Energiewende durch die Hintertür.“

Ab 14.30 Uhr (Stand: 06.11.2025)* demonstriert der BUND gemeinsam mit anderen Umweltverbänden vor dem Bundestag gegen das Vorhaben. Der Verband zählt zu den größten Umweltorganisationen Deutschlands und vertritt die Interessen von rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen (Stand: 06.11.2025)*.

Die Organisation kritisiert weiter: „Technisch fragwürdig, wirtschaftlich ein Fiasko, klimapolitisch verheerend: Das CCS-Gesetz ist eine Sackgasse. Profitieren werden am Ende nur wenige Konzerne, die mit Milliarden an Subventionen rechnen – auf Kosten von Klima, Steuerzahlern und künftigen Generationen. Der Bundestag muss dieses Gesetz stoppen.“

Die heutige Abstimmung markiert damit nicht nur einen parlamentarischen Prozess, sondern eine grundsätzliche Weichenstellung in der deutschen Klimapolitik.*

CCS-Entwicklung: Von früher Kritik zur Gesetzesnovelle

Die Diskussion um Carbon Capture and Storage (CCS) durchlief in den letzten Jahren mehrere entscheidende Phasen. Bereits am 31. Januar 2024 warnte ein breites Umweltbündnis, dass CCS den Ausstieg aus fossilen Energien verzögert, hohe ökologische Risiken birgt und erhebliche Steuermittel für die Infrastruktur benötigt*. Diese Kritik bildete den Auftakt einer kontinuierlich wachsenden Skepsis gegenüber der CO₂-Abscheidung und -Speicherung.

Frühe Kritik und Studien

Im Juni 2024 veröffentlichte Greenpeace eine Studie, die erhebliche Unsicherheiten bei CO₂-Speicherkapazitäten, geologischen Barrieren der geplanten Nordsee-Endlager sowie massive Leckagerisiken aufzeigte*. Diese wissenschaftliche Auseinandersetzung mit CCS markierte einen wichtigen Schritt in der öffentlichen Debatte.

Ein Jahr später, im Juni 2025, äußerte der Sachverständigenrat für Umweltfragen fundamentale Bedenken. Die Experten identifizierten drei Hauptprobleme:

  • Ungeklärte Langzeitsicherheit der CO₂-Speicher
  • Wirtschaftliche Fragwürdigkeit der hohen Investitionskosten
  • Gefahr der Verzögerung des Ausbaus erneuerbarer Energien*

Gesetzentwicklung 2025

Die politische Wende zeichnete sich im August 2025 ab, als die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Änderung des Kohlendioxidspeichergesetzes (KSpG) vorlegte*. Dieser Entwurf sah eine deutliche Ausweitung der CCS-Anwendungsmöglichkeiten vor und löste erneute Kontroversen aus.

Die kritische Haltung gegenüber CCS gipfelte am 13. Oktober 2025, als eine Mehrheit der Sachverständigen im Bundestags-Wirtschaftsausschuss sich explizit gegen die CO₂-Speicherung für Gaskraftwerke aussprach*. Diese Positionierung der unabhängigen Experten unterstrich die anhaltenden Vorbehalte gegenüber der Technologie und beeinflusste die finale parlamentarische Debatte maßgeblich.

Politische Fronten im CCS-Streit

Die Debatte um die CO₂-Abscheidung und -Speicherung zeigt ein klares politisches Spannungsfeld. Die Bundesregierung plant ein deutschlandweites CO₂-Pipelinenetz mit unterirdischen Speichern.*

Parlamentarischer Stand: wer unterstützt, wer lehnt ab?

Die Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD befürworten den CCS-Ausbau als notwendigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Die Grünen üben fundamentale Kritik an der Technologie. Auch die AfD lehnt das Vorhaben ab. Diese politische Konstellation sorgt für eine knappe Mehrheitslage im Bundestag.

Parallel zur parlamentarischen Debatte meldeten sich Fachleute mit deutlichen Warnungen zu Wort. Im Wirtschaftsausschuss sprachen sich Sachverständige gegen CO₂-Speicherung für Gaskraftwerke aus.* Die Experten sehen die Technologie als ungeeignet für eine nachhaltige Energieversorgung und verweisen auf ungelöste Sicherheitsfragen.

Bedenken gegenüber CCS: Technische Risiken und klimapolitische Zweifel

Kritiker der CO₂-Abscheidung und -Speicherung sehen in der Technologie keine Lösung für die Klimakrise, sondern eine problematische Verlängerung des fossilen Zeitalters. Ihre Einwände betreffen sowohl technische Sicherheitsaspekte als auch ökonomische und klimapolitische Grundsatzfragen.

Technische und ökologische Risiken

Eine von Greenpeace geförderte Studie weist auf erhebliche Unsicherheiten bei der dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid hin (Juni 2024)*. Demnach bestehen substanzielle Leckagerisiken, die sowohl die Klimabilanz der Technologie gefährden als auch lokale Ökosysteme beeinträchtigen könnten. CCS verursacht einen hohen Energieverbrauch bei der Abscheidung, verhindert keine vollständigen Emissionen und benötigt große Flächen für Transport und Lagerung. Zudem beeinträchtigt die Infrastruktur Naturräume und die Artenvielfalt.

Ökonomische und klimapolitische Einwände

Aus wirtschaftlicher Perspektive kritisieren Fachleute die enormen Kosten der CCS-Infrastruktur. Ein Umweltbündnis warnte bereits im Januar 2024 vor den klimapolitischen Konsequenzen: Die Technologie könne den Ausstieg aus fossilen Energien verzögern und binde finanzielle Mittel in erheblichem Umfang, die für den Ausbau erneuerbarer Energien fehlen (31.01.2024)*. Diese Befürchtung teilt der BUND, der in einer aktuellen Stellungnahme betont: „Das Versprechen auf subventioniertes CCS lähmt den Ausbau der Erneuerbaren Energien.“

Die zentralen Kritikpunkte im Überblick:

  • Sicherheitsbedenken: Unkalkulierbare Leckagerisiken und mögliche Ewigkeitslasten ähnlich wie beim Atommüll
  • Ressourcenintensiv: Hoher Energiebedarf und großer Flächenverbrauch
  • Wirtschaftliche Ineffizienz: Massive Subventionsabhängigkeit und Fehlallokation von Klimaschutzmitteln
  • Klimapolitische Fehlsteuerung: Gefahr der Verlängerung fossiler Strukturen und Verzögerung der Energiewende

    Ausblick: Entscheidungswege und was als Nächstes zu erwarten ist

Am 6. November 2025 steht die entscheidende Bundestagsabstimmung über die CCS-Gesetzesnovelle an. Parallel dazu mobilisieren Umweltverbände zu Protesten – der BUND kündigt für 14:30 Uhr eine Aktion vor dem Parlament an. Die politischen Weichenstellungen dieses Tages werden die deutsche Klimapolitik nachhaltig prägen.

Im Falle einer Ablehnung der Vorlage würde das geltende Kohlendioxidspeichergesetz weiterhin Anwendung finden. Die wirtschaftlichen und klimapolitischen Folgen der Entscheidung werden unmittelbar nach der Abstimmung sichtbar werden.

Dieser Beitrag enthält Informationen und Stellungnahmen, die auf einer Pressemitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) basieren.

Weiterführende Quellen:

8 Antworten

  1. „Das CCS-Gesetz ist ein Fiasko“, sagt BUND – ich bin ganz eurer Meinung! Wie sieht es mit der Unterstützung von alternativen Energien aus? Wer kann uns helfen, diese Technologien schneller voranzubringen?

    1. „CCS verlängert nur das fossile Zeitalter“ – da habt ihr einen Punkt angesprochen! Wie denkt ihr über die Rolle der Bürger in diesen Entscheidungen? Können wir mehr Einfluss nehmen?

  2. Es ist echt traurig zu sehen, wie viel Geld in CCS fließt, während wir dringend auf nachhaltige Lösungen angewiesen sind. Ich hoffe, dass die Abstimmung negativ ausfällt! Was glaubt ihr wird passieren?

    1. Ich hoffe auch auf ein negatives Ergebnis! Wir müssen den Druck aufrechterhalten und mehr Leute mobilisieren. Gibt es weitere Protestaktionen geplant?

  3. Die Kritik an den hohen Kosten der CCS-Technologie ist berechtigt. Ich frage mich, warum die Regierung nicht mehr für erneuerbare Energien tut? Welche Ideen habt ihr für eine bessere Umsetzung der Klimaziele?

  4. Die BUND-Aktion vor dem Bundestag zeigt klar, dass viele gegen die CCS-Technologie sind. Ich denke auch, dass das Geld besser in erneuerbare Energien investiert werden sollte. Wer hat Vorschläge für Alternativen zu CCS?

    1. Ja, ich stimme zu! Die Subventionen für fossile Industrie sind nicht nachhaltig. Vielleicht sollten wir mehr auf Solar- und Windenergie setzen? Was haltet ihr davon?

  5. Ich finde den Protest gegen das CCS-Gesetz wirklich wichtig! Es ist schade, dass wir immer noch so viel in fossile Energien investieren. Was denkt ihr, wie können wir die Politik besser beeinflussen?

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