Caritas warnt: Deutsche Resilienzstrategie 2025 zeigt strukturelle Lücken – Soziale Dienste und vulnerable Gruppen bleiben ungeschützt

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Der Deutsche Caritasverband fordert verlässliche Rahmenbedingungen, um soziale Einrichtungen krisenfester zu machen und vulnerable Gruppen systematisch in alle Resilienzmaßnahmen einzubeziehen. Anlass ist die heute veröffentlichte Bewertung der Nationalen Plattform Resilienz, die zeigt, dass zentrale strukturelle Aufgaben ungelöst bleiben. *„Der Ausbau von Warnsystemen und die gestiegenen Investitionen in die Katastrophenvorsorge sind ein wichtiges und ermutigendes Signal. Gleichzeitig zeigt der Bericht klar, dass Deutschland seine Fähigkeiten, Krisen vorzubeugen, sie abzufedern und zu überwinden, strukturell wie gesellschaftlich weiter stärken muss“,* so Oliver Müller vom Deutschen Caritasverband.

Inhaltsverzeichnis

– Der Deutsche Caritasverband fordert krisenfestere soziale Einrichtungen und mehr Berücksichtigung vulnerabler Gruppen.
– Eine Bewertung der Deutschen Resilienzstrategie zeigt Fortschritte, aber weiterhin große strukturelle Lücken.
– Notwendig sind verlässliche Finanzierung, Integration der Vorsorge in Regeldienste und verbindlichere Zusammenarbeit.

Caritas fordert mehr Krisenfestigkeit für soziale Einrichtungen

Freiburg/Berlin, 28. November 2025. Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat die Bundesregierung aufgefordert, die soziale Dimension der Krisenvorsorge zu stärken. Anlass ist die veröffentlichte Bewertung der Nationalen Plattform Resilienz zur Umsetzung der Deutschen Resilienzstrategie (2022-2025)*. Der Verband, der in der Plattform das Akteursnetzwerk Zivilgesellschaft vertritt, sieht darin einen klaren Auftrag, gesellschaftliche Resilienz stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Die Pressemitteilung wurde am 1. Dezember 2025, 11:00 Uhr, im Newsletter des Verbandes verbreitet.

Oliver Müller, Vorstand für nationale Katastrophenhilfe im Deutschen Caritasverband, kommentiert: „Der Ausbau von Warnsystemen und die gestiegenen Investitionen in die Katastrophenvorsorge sind ein wichtiges und ermutigendes Signal. Gleichzeitig zeigt der Bericht klar, dass Deutschland seine Fähigkeiten, Krisen vorzubeugen, sie abzufedern und zu überwinden, weiter stärken muss“.

Aus Sicht der Caritas ergeben sich aus der Analyse drei zentrale Forderungen für eine krisenfestere soziale Infrastruktur:

  • Soziale Dienste benötigen verlässliche Finanzierung, um Notfallstrukturen aufzubauen und Personal zu qualifizieren.
  • Katastrophenvorsorge muss in die Regeldienste sozialer Arbeit integriert werden – diese eignen sich besonders, um die „letzte Meile“ der Versorgung der Bevölkerung zu schließen.
  • Die Zusammenarbeit im Katastrophenfall zwischen Staat, Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden muss verbindlicher und professioneller ausgestaltet werden.

Die Caritas warnt, dass die Strategie ohne diese Schritte ihre Wirkung verfehlt, und ruft die Bundesregierung auf, die Empfehlungen der Plattform schnell umzusetzen.

Strukturelle Lücken und blinde Flecken: Warum die Resilienzstrategie an der Umsetzung scheitert

Die Bewertung der Nationalen Plattform Resilienz zeigt, dass die Umsetzung der Deutschen Resilienzstrategie an grundlegenden strukturellen Hürden leidet. Die Analyse identifiziert mehrere zentrale Lücken, die eine effektive Krisenvorsorge behindern. Dazu zählen unter anderem fehlende Koordination und Strukturmängel, fehlende Führungsverantwortung auf Bundesebene, unzureichende Zusammenarbeit mit den Ebenen im föderalen System, Unterfinanzierung oder kurzsichtige Finanzierung von Resilienzmaßnahmen* (Stand: 2025). Gleichzeitig bemängelt die Plattform eine unzureichende Berücksichtigung vulnerabler Gruppen sowie fehlende systematische Informationsvermittlung* (Stand: 2025). Diese Punkte verdeutlichen, warum Fortschritte wie der Ausbau von Warnsystemen allein nicht ausreichen, um die Gesellschaft wirklich widerstandsfähig zu machen.

Warum Koordination in einem föderalen System schwerfällt

Die fehlende Führungsverantwortung auf Bundesebene beschreibt ein klassisches Dilemma: Wer trägt im Krisenfall die letzte Verantwortung und sorgt für eine einheitliche Linie? In Deutschland sind Katastrophenschutz und soziale Daseinsvorsorge primär Ländersache. Eine klare strategische Steuerung durch den Bund fehlt jedoch oft, was zu einem Flickenteppich an Maßnahmen und unklaren Verantwortlichkeiten führt. Diese mangelnde Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen erschwert eine schnelle, abgestimmte Reaktion in der Krise erheblich. Das Problem wird durch kurzsichtige Finanzierungsmodelle verschärft. Wenn Mittel nur für akute Notsituationen oder kurze Projektlaufzeiten bereitgestellt werden, können soziale Einrichtungen keine nachhaltigen Notfallstrukturen aufbauen oder Personal dauerhaft qualifizieren. Vorsorge, die langfristig Geld sparen und Leben retten würde, findet so keine verlässliche Grundlage.

Warum vulnerable Gruppen oft außen vor bleiben

Die mangelnde systematische Einbeziehung besonders schutzbedürftiger Menschen ist ein weiterer kritischer Punkt. Menschen mit Behinderungen, ältere Personen, Obdachlose oder Personen mit geringen Deutschkenntnissen haben in Krisen häufig besondere Bedarfe – sei es bei der Evakuierung, der medizinischen Versorgung oder dem Zugang zu Informationen. Werden diese Gruppen nicht von Anfang an in die Planung einbezogen, bleiben sie in der Katastrophe besonders verwundbar. Die von der Caritas geforderte Integration der Katastrophenvorsorge in die Regeldienste der sozialen Arbeit wäre ein Schlüssel, um genau diese „letzte Meile“ der Versorgung zu schließen. Soziale Einrichtungen erreichen diese Menschen täglich und verfügen über das notwendige Vertrauen, das in chaotischen Krisensituationen unverzichtbar ist. Ihre systematische Einbindung ist daher keine zusätzliche Aufgabe, sondern ein zentraler Baustein für eine resiliente Gesellschaft.

Die letzte Meile in der Krise – wenn die Schwächsten durchs Raster fallen

Die Bewertung der Deutschen Resilienzstrategie offenbart eine zentrale Schwachstelle: die unzureichende Berücksichtigung vulnerabler Gruppen*. Diese Lücke ist kein abstraktes Politikversagen, sondern hat konkrete Gesichter. Zu den vulnerablen Gruppen zählen Menschen, die im Alltag bereits auf Unterstützung angewiesen sind: Ältere mit eingeschränkter Mobilität, Personen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose oder auch Familien in prekären finanziellen Verhältnissen. In einer Krise potenzieren sich ihre Herausforderungen, wenn die regulären Versorgungsstrukturen zusammenbrechen.

Stellen Sie sich eine ältere Person vor, die auf tägliche Pflege und Medikamente angewiesen ist. Ein Hochwasser oder ein längerer Stromausfall unterbricht nicht nur die Lieferkette, sondern isoliert sie auch physisch und informell. Soziale Dienste wie Pflegedienste, Tafeln oder Beratungsstellen kennen ihre Klientel, wissen um deren spezifische Nöte und haben oft das nötige Vertrauen aufgebaut. Fehlen diese Akteure in den offiziellen Notfallplänen, reißt die Verbindung zu denjenigen ab, die den Schutz am dringendsten brauchen. Die gesamtgesellschaftliche Resilienz steht und fällt damit, ob es gelingt, alle Menschen zu erreichen.

Für eine vollständige journalistische Einordnung dieses Themas sollten weitere Akteursstimmen eingeholt werden. Perspektiven von betroffenen Kommunen, die die praktischen Herausforderungen vor Ort tragen, sowie direkte Erfahrungsberichte von Betroffenen selbst würden die Analyse vertiefen. Ebenso aufschlussreich wäre die Position der zuständigen Bundesbehörde zu den identifizierten Umsetzungslücken.

Wie es jetzt weitergehen muss

Die Caritas fordert verlässliche Rahmenbedingungen, um soziale Einrichtungen und Dienste krisenfester zu machen und vulnerable Gruppen systematisch zu berücksichtigen.* Eine krisen- und katastrophenresiliente soziale Infrastruktur leistet einen wichtigen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz.*

Für eine vertiefende journalistische Recherche bieten sich mehrere Perspektiven an. Ein Gespräch mit Vertreterinnen von Kommunen könnte die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung vor Ort beleuchten. Die Sicht einer zuständigen Bundesressort-Stelle, etwa im Innenministerium, würde Aufschluss über die geplanten nächsten Schritte der Bundesregierung geben. Zudem lohnt der Kontakt zu weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft, um zu erfahren, wie andere Akteure die Bewertung und die notwendigen Konsequenzen einschätzen.

Journalisten, die das Thema weiterverfolgen, sollten bei der Einbindung zusätzlicher Statistiken oder Daten stets auf eine exakte Quellenangabe und einen aktuellen Stand achten. Nur so bleibt die Berichterstattung nachvollziehbar und fundiert. Die Diskussion um eine krisenfeste soziale Infrastruktur ist eine konkrete Frage der Daseinsvorsorge für alle Menschen in Deutschland.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbands, die wichtige Erkenntnisse zur Stärkung sozialer Einrichtungen in Krisenzeiten zusammenfasst.

Weiterführende Quellen:

6 Antworten

  1. Ich finde den Ansatz spannend und wichtig! Doch ich frage mich, ob genug Gelder zur Verfügung stehen werden. Was denkt ihr über die finanzielle Unterstützung für soziale Einrichtungen in Krisensituationen?

  2. Die Vorschläge zur Integration der Katastrophenvorsorge in soziale Dienste sind sehr sinnvoll! Wie könnte eine solche Integration praktisch aussehen? Welche Schritte wären nötig?

  3. Ich stimme dem Artikel zu, vor allem was die fehlende Koordination angeht. Es wäre hilfreich zu wissen, wie andere Länder das Problem angehen. Gibt es erfolgreiche Beispiele für bessere Krisenmanagement-Systeme?

  4. Die Forderungen von Caritas sind absolut notwendig! Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Lücken in der Resilienzstrategie noch existieren. Was denkt ihr, was die Hauptursache für diese strukturellen Probleme ist?

  5. Ich finde es gut, dass der Deutsche Caritasverband auf diese wichtigen Themen hinweist. Besonders die vulnerable Gruppen sollten nicht vergessen werden. Wie können wir sicherstellen, dass alle Menschen Zugang zu Hilfe bekommen?

    1. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, Uli! Ich frage mich, wie genau die Bundesregierung diese Empfehlungen umsetzen will. Gibt es schon Pläne oder Ideen dazu?

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