Kohlendioxid-Speichergesetz: BEE drängt auf nachhaltiges Carbon Management mit Fokus auf BECCS und Klimaschutz

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat anlässlich des erwarteten Kabinettsbeschlusses zum neuen Kohlendioxid-Speichergesetz ein Positionspapier vorgelegt und fordert, Kohlenstoff-Management-Technologien ausschließlich bei Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und unvermeidbaren Emissionen einzusetzen, um neue fossile Abhängigkeiten zu verhindern. BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter verweist auf die 3,4 %ige Reduktion der deutschen Treibhausgasemissionen auf 649 Mio. Tonnen CO₂ im Jahr 2024 und betont die Notwendigkeit klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. Subventionen für CCS in fossilen Kraftwerken lehnt der Verband ab und plädiert stattdessen für den konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien, moderner Speicher und intelligenter Netze.

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– Berlin (06. August 2025): BEE veröffentlicht Positionspapier zum KSpG-Beschluss, fordert Schwerpunkt BECCS.
– BECCS-Technologien könnten bis 2050 bis zu 60 % der Restemissionen kompensieren.
– CCS an fossilen Kraftwerken unwirtschaftlich, stattdessen Ausbau Erneuerbarer und Speicher fordern.

BEE fordert klare Regeln für Carbon Management und warnt vor neuen fossilen Abhängigkeiten

Der erwartete Kabinettsbeschluss zum neuen Kohlendioxid-Speichergesetz (KSpG) in Deutschland hat den Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) dazu veranlasst, sein Positionspapier zum Thema Carbon Management zu veröffentlichen. Der Verband betont darin die Bedeutung einer klaren Schwerpunktsetzung: CCS (Carbon Capture and Storage) soll vor allem in Verbindung mit Bioenergie (BECCS) und bei unvermeidbaren Emissionen zum Einsatz kommen. Wichtig ist für den BEE, dass CCS nicht als Türöffner für neue fossile Abhängigkeiten genutzt wird.

Im Jahr 2024 lagen die Treibhausgasemissionen in Deutschland bei insgesamt 649 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber 2023. Die größten Einsparungen wurden in der Energiewirtschaft erzielt – dank eines geringeren Verbrauchs fossiler Brennstoffe und dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dazu erklärt BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter: „Die Treibhausgasemissionen in Deutschland betrugen im Jahr 2024 insgesamt 649 Millionen Tonnen CO2. Damit sanken die Emissionen gegenüber dem Jahr 2023 um 3,4 %. Die deutlichsten Minderungen gab es in der Energiewirtschaft, was unter anderem auf einen geringeren Einsatz fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Strom und Wärme sowie den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. Dieser Weg muss fortgesetzt werden, zumal heimische Erneuerbare vor Importabhängigkeiten und künftigen Preisschwankungen schützen.“

Trotz der Fortschritte verbleiben Restemissionen, die sich nicht ohne weiteres vermeiden lassen. Hier setzt Carbon Management an – mit CO2-Abscheidung, -Speicherung und -Nutzung. Der BEE fordert dabei „klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine Begrenzung auf die zentralen industriellen Anwendungen“, damit CCS und CCU (Carbon Capture and Utilization) den größtmöglichen Nutzen für Deutschland entfalten.

Besonderes Potenzial sieht der Verband in der Kombination von CCS mit Bioenergie – BECCS – die negative Emissionen schaffen kann. Da die Biomasse CO2 aus der Atmosphäre bindet, führt ihre Nutzung mit CO2-Abscheidung zu einem Netto-Entzug von Treibhausgasen. Dr. Simone Peter erläutert: „Durch die Erzeugung von Negativemissionen durch BECCS werden Treibhausgasemissionen an anderer Stelle ausgeglichen, so dass in Summe Klimaneutralität erreicht werden kann.“ Laut BEE könnten BECCS-Technologien bis 2050 bis zu 60 Prozent der restlichen Emissionen kompensieren.

Demgegenüber steht die Kritik an CCS in fossilen Kraftwerken. Der BEE warnt davor, dort auf CCS zu setzen, da die Technologie teuer, technisch herausfordernd und wenig flexibel sei. Die hohen Investitionskosten machten einen langjährigen Betrieb notwendig, was in einem dynamischen Stromsystem problematisch sei. Für Dr. Simone Peter sind CCS-Gaskraftwerke keine sinnvolle Flexibilitätsoption: „Anstatt mit Milliarden an Subventionen die Probleme von gestern zu konservieren und mit Steuergeldern in ineffiziente und teure CCS-Technologien an fossilen Kraftwerken zu investieren, müssen wir unsere Ressourcen in den Ausbau der Erneuerbaren, moderne Speicherlösungen und eine intelligente Infrastruktur lenken.“

Das Positionspapier des BEE unterstreicht damit die Notwendigkeit, die Nutzung von Carbon Management gezielt auf jene Bereiche zu fokussieren, die zur Klimaneutralität beitragen, ohne neue umweltschädliche Abhängigkeiten aufzubauen. Mit Blick auf den politischen Beschluss fordert der Verband eine verantwortungsvolle Ausgestaltung des Kohlendioxid-Speichergesetzes, die Erneuerbare Energien weiterhin stärkt und fossile Subventionen vermeidet.

Carbon Management: Schlüsselrolle im Klimaschutz und der Energiewende

Carbon Management gewinnt im deutschen Klimadiskurs zunehmend an Bedeutung – besonders vor dem Hintergrund der Energiewende und der ambitionierten Klimaziele. Dabei versteht man unter Carbon Management verschiedene Techniken und Strategien, mit denen CO2-Emissionen nicht nur reduziert, sondern auch aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kombination von Bioenergie mit der Abscheidung und Speicherung von CO2, bekannt als BECCS (Bio-Energy with Carbon Capture and Storage).

Die Relevanz von BECCS ergibt sich daraus, dass einige Emissionen unvermeidbar bleiben – etwa in der Industrie oder bei bestimmten Prozessen. BECCS kann hier einen doppelten Vorteil bieten: Biomasse nimmt während ihres Wachstums CO2 aus der Luft auf. Wird dieses CO2 anschließend in Anlagen abgespalten und dauerhaft gespeichert, entziehen diese Technologien der Atmosphäre mehr Kohlendioxid, als sie ausstoßen. Deutschland könnte so laut Experten bis 2050 bis zu 60 Prozent seiner Restemissionen ausgleichen.

Diese Form der sogenannten negativen Emissionen ist eine Ergänzung zur direkten Reduktion von Treibhausgasen und damit ein möglicher Hebel, die Klimaneutralität zu erreichen. Doch Carbon Management und speziell BECCS sind nicht frei von Herausforderungen. Technisch erfordert die Abscheidung, der Transport und die sichere Speicherung von CO2 komplexe und erhebliche Investitionen. Außerdem besteht die Gefahr, dass CCS-Technologien als Entschuldigung genutzt werden könnten, um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu verzögern.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) mahnt hier zur Vorsicht und spricht sich vehement gegen die Nutzung von CCS an fossilen Kraftwerken aus. Diese Anlagen seien wirtschaftlich kostenintensiv, technisch schwer flexibel und bergen das Risiko, dass die Gesellschaft weiterhin von fossilen Brennstoffen abhängig bleibt. Stattdessen solle die Politik klare Grenzen setzen und den Fokus auf nachhaltige Bioenergieanlagen mit CCS legen. Gleichzeitig müsse der Ausbau erneuerbarer Energien und intelligenter Speichersysteme konsequent vorangetrieben werden.

Technologische Perspektiven: Chancen und Risiken von BECCS

Die Technologie hinter BECCS bietet interessante Chancen, setzt aber auch Nebenbedingungen:

  • Klimaschutzpotenzial: Durch die Erzeugung von Negativemissionen könnten CO2-Restemissionen in Industrie und Energie kompensiert werden, wodurch Klimaneutralität realistischer wird.

  • Wirtschaftliche Anforderungen: Der Bau und Betrieb von CCS-Anlagen ist mit hohen Kosten verbunden. Ein wirtschaftlich nachhaltiger Betrieb erfordert lange Nutzungshorizonte und kosteneffiziente Infrastruktur.

  • Technische Herausforderungen: CO2 muss zuverlässig abgeschieden, sicher transportiert und dauerhaft gespeichert werden, um Umweltrisiken auszuschließen.

  • Gesellschaftliche Akzeptanz: Speicherung von CO2 stößt teils auf Vorbehalte in der Bevölkerung, vor allem was Sicherheit und Umweltverträglichkeit betrifft.

  • Vermeidung fossiler Abhängigkeiten: BECCS sollte nicht dazu dienen, fossile Kraftwerke am Leben zu erhalten, sondern als Brücke für den Ausstieg aus fossilen Energien fungieren.

International zeigen Beispiele aus Ländern wie Kanada und Norwegen, dass CCS-Technologien technisch umsetzbar sind, allerdings in der Regel mit staatlicher Unterstützung. Deutschland steht hier vor der Herausforderung, eine Balance zu finden zwischen technologischer Innovation, ökologischem Schutz und sozialer Akzeptanz.

Carbon Management kann somit eine wichtige Rolle im Portfolio der Klimaschutzmaßnahmen spielen, wenn es gelingt, den Fokus auf nachhaltige Lösungen zu legen und Risiken klar zu steuern. Deutschlands ambitionierter Weg zur Energiewende wird durch Carbon Management ergänzt – aber nicht ersetzt – von den notwendigen Anstrengungen im Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienz.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf der Pressemitteilung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V.

7 Antworten

  1. „Negativemissionen“ klingt toll, aber was passiert mit der Biomasse? Ist sie nachhaltig genug für so ein Projekt? Ich bin mir da unsicher und würde gerne mehr darüber erfahren.

    1. @Magnus Das ist eine berechtigte Frage! Wir müssen darauf achten, dass die Biomasse nachhaltig gewonnen wird. Wer hat Erfahrung mit nachhaltiger Biomasse-Nutzung?

  2. Ich finde die Idee von BECCS sehr interessant. Es klingt nach einer guten Lösung für die Restemissionen. Aber wie realistisch ist es, dass wir bis 2050 tatsächlich 60 % kompensieren können? Gibt es dafür bereits konkrete Pläne?

    1. Sara, ich glaube schon, dass das möglich ist, wenn wir alle zusammenarbeiten und innovative Ansätze verfolgen! Was denkt ihr über die Investitionen in diese Technologien?

  3. Ich finde das Thema Carbon Management echt wichtig, aber warum sollte man nur auf BECCS setzen? Es gibt viele Möglichkeiten, CO2 zu reduzieren. Welche anderen Technologien könnten wir nutzen, um die Emissionen weiter zu senken?

    1. Das ist ein guter Punkt, Heidemarie! Vielleicht sollten wir mehr in erneuerbare Energien investieren und nicht nur auf CCS hoffen. Welche Ideen habt ihr dazu?

    2. Ich stimme euch zu! Aber ich mache mir Sorgen, dass neue fossile Abhängigkeiten entstehen könnten. Wie können wir das vermeiden?

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