– Eröffnung der 79. Banktagung in Berlin mit rund 900 Vorständen und Ansprache des Bundeskanzlers
– Forderung nach langfristiger Strategie mit Schuldenbremse, Steuerentlastung, Fachkräfte-Einwanderung und Bildung
– Warnung vor EU-Krisenmanagement-Reform (CMDI) zum Schutz der dezentralen Bankenstruktur
Wandel gestalten: Die 79. Bankwirtschaftliche Tagung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin
Unter dem Motto "Der Wandel sind wir" eröffnete Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), am 5. Juni 2024 die 79. Bankwirtschaftliche Tagung in Berlin. Rund 900 Vorstände der genossenschaftlichen FinanzGruppe kamen um 10:15 Uhr zusammen, um zentrale Herausforderungen und Strategien für die Zukunft zu diskutieren. Kolak unterstrich dabei die „dringende Notwendigkeit einer umfassenden Strategie zur Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands“. Sie forderte eine langfristige Planung mit Fokus auf die Einhaltung der Schuldenbremse, eine Senkung von Steuern und Abgaben sowie eine stärkere Fachkräfte-Einwanderung. Zudem machte sie sich für die Förderung der Kapitalmarktunion stark, „ohne Mittelstandsbenachteiligung“, und hob die Wichtigkeit einer konsequenten Bildungspolitik hervor.
Kolak warnte darüber hinaus eindringlich vor den Folgen neuer Krisenmanagement-Regulierungen (CMDI) für die bewährte dezentrale Bankenstruktur. Sie appellierte: „Unser Appell richtet sich … an den Rat der Europäischen Union, die geplanten Änderungen zu überdenken und die bewährte Bankenstruktur nicht zu gefährden.“ Gleichzeitig verlangte sie eine Neuorientierung der BaFin, die neben dem Risikoabbau auch die Wettbewerbsfähigkeit der Banken stärken müsse.
Einen hohen Stellenwert in ihren Ausführungen nahm auch die Rolle der Genossenschaftsbanken für die Gesellschaft ein. Bundeskanzler Olaf Scholz würdigte sie als „tragende Säulen des deutschen Wohlstandsmodells“ und verwies auf ihre historische Bedeutung und internationale Anerkennung mit den Worten: „Gemeinsam sind wir stärker“.
Mit dem ThinkTank „Neonblau“ startete der BVR zudem eine Initiative zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit. Kolak betonte: „Die Zeit mit den jungen Menschen zeigt uns, dass der Wandel jeden Einzelnen fordert. Auch wir müssen uns verändern, neu und anders denken.“ Diese Forderung nach Veränderung zieht sich als roter Faden durch die Tagung und bringt den Anspruch auf den Punkt, aktiv die Weichen für eine nachhaltige und stabile Finanzzukunft zu stellen.
Genossenschaftsbanken im Wandel: Warum die aktuellen Debatten über die Zukunft entscheiden
Die Rolle der Genossenschaftsbanken in Deutschland geht weit über das reine Finanzgeschäft hinaus. Sie stehen mitten in einem umfassenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel, der nicht nur die Branche selbst betrifft, sondern maßgeblich die wirtschaftliche Stabilität und den Wohlstand der Regionen prägt. Die laufenden Diskussionen zur Bankregulierung, zum Fachkräftemangel und zum Innovationsdruck sind daher von zentraler Bedeutung – nicht nur für die Bankenbranche, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn wer zufriedene Kund:innen, funktionierende Unternehmen und eine lebendige regionale Wirtschaft will, muss den Fortbestand einer starken, regional verankerten Bankenlandschaft sichern.
Was steht für die Wirtschaft und Verbraucher auf dem Spiel?
Die Veränderungen im Bankensektor wirken sich unmittelbar auf den Alltag der Menschen aus. Genossenschaftsbanken sind oft Nahversorger für Finanzdienstleistungen und unterstützen kleine sowie mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Verschärfte regulatorische Vorgaben können jedoch den Spielraum dieser Institute stark einschränken und so Geschäftsmodelle und Kreditvergaben beeinflussen. Gleichzeitig wächst der Druck, neue Technologien zu integrieren und digitaler zu werden, um Kundenerwartungen gerecht zu werden.
Für Verbraucher heißt das: Zugang zu verlässlichen Finanzdienstleistungen in der Region, Vertrauen in Beratung und Produkte, aber auch potenziell höhere Kosten oder eingeschränkte Angebote, wenn Institute diese Herausforderungen nicht meistern. Die Einbindung der jungen Generation, die zukünftige Kund:innen und potenzielle Mitarbeiter:innen stellt hierbei eine weitere Schlüsselkomponente dar. Ohne diese Verbindung droht ein Bedeutungsverlust mit weitreichenden Folgen für Stabilität und Innovation.
Wie verändern sich Banken und Finanzwesen in Deutschland?
Der Bankensektor steht vor grundlegenden Transformationen. Regulatorische Weichenstellungen bestimmen zunehmend das operative Geschäft, insbesondere durch höhere Anforderungen an Kapitalausstattung und Risikomanagement. Zugleich zeigt sich ein wachsender Wettbewerbs- und Innovationsdruck, der beispielsweise mit der fortschreitenden Digitalisierung einhergeht. Die Fähigkeit, auf agile Weise neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, wird zur Überlebensfrage.
Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der die Umsetzung dieser Veränderungen zusätzlich erschwert. Die Personalgewinnung und -bindung werden zu entscheidenden Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Branche muss sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren, um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu halten.
Die wichtigsten Herausforderungen für Genossenschaftsbanken auf einen Blick:
- Steigende regulatorische Anforderungen erschweren die Geschäftsmodelle
- Fachkräftemangel erschwert Innovation und kundennahe Betreuung
- Digitaler Wandel zwingt zu neuen Technologien und Prozessen
- Veränderte Kundenansprüche fordern moderne, flexible Lösungen
- Stärkung der jungen Generation als Kunden und Mitarbeitende ist existenziell
Die Entwicklung dieser Faktoren wird nicht nur die Zukunft der Banken bestimmen, sondern auch maßgeblich, wie robust und innovativ die regionale Wirtschaft in Deutschland bleibt. Die Debatten sind somit wegweisend für den gesellschaftlichen Wohlstand und die Gestaltung des Finanzwesens als Teil eines dynamischen, nachhaltigen Wirtschaftsmodells.
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79. Bankwirtschaftliche Tagung der Volksbanken und Raiffeisenbanken: BVR-Präsidentin …
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