PANIK um Medizinprodukte: BVMed und SPECTARIS warnen vor PFAS-Verbot!

BVMed und SPECTARIS schlagen bei PFAS Alarm | Pauschales Verbot gefährdet die Gesundheitsversorgung mit lebensnotwendigen Medizinprodukten

Die beiden großen deutschen Medizintechnik-Verbände, BVMed und SPECTARIS, haben in einem gemeinsamen Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium vor den katastrophalen Auswirkungen eines pauschalen Verbots von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) auf die Patientenversorgung mit lebensnotwendigen Medizinprodukten gewarnt. Die EU-Kommission plant ein umfassendes Verbot von rund 10.000 PFAS, von denen viele bislang unverzichtbar und alternativlos sind. EU-Rat und EU-Parlament wurden dabei deutlich zu spät eingebunden, kritisieren BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll und SPECTARIS-Geschäftsführer Jörg Mayer. Sie appellieren an die deutsche Gesundheitspolitik, die Brüsseler Initiative eiligst in den Blick zu nehmen und pauschale Regelungen ganzer Stoffgruppen zu verhindern.

PFAS stellen für die Medizintechnik Hochleistungs-Werkstoffe dar, die entscheidende medizinisch-technische Fortschritte der letzten Jahrzehnte überhaupt erst ermöglicht haben. Medizinprodukte wie beispielsweise Inkubatoren für Neugeborene, Herz-Lungen-Maschinen oder Implantate wie Herzschrittmacher, Stents oder Gelenke, aber auch Produkte mit Blutkontakt oder Verpackungen für steril in Verkehr gebrachte Medizinprodukte können dann nicht mehr hergestellt und verwendet werden – und das bereits nach sehr kurzer Übergangsfrist. BVMed und SPECTARIS warnen davor, dass ein pauschales Verbot der PFAS die Gesundheitsversorgung und die Patientensicherheit massiv gefährden würde.

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Der Entwurf einer umfassenden PFAS-Beschränkung wurde im Januar 2023 von der europäischen Chemikalienagentur ECHA im sogenannten Ausschussverfahren unter der REACH-Verordnung vorgelegt. BVMed und SPECTARIS lehnen die breite Regulierung ganzer Stoffgruppen unabhängig von deren nachgewiesenem Risiko strikt ab. “Denn den PFAS wird in Medizinprodukten genau die technische Eigenschaft zum politischen Verhängnis, wegen der sie eingesetzt werden: ihre Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit am und im menschlichen Körper”, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben an das BMG.

Wichtig ist aus Sicht von BVMed und SPECTARIS, dass das bereits laufende Konsultationsverfahren der ECHA nicht im Stile eines gewöhnlichen Verwaltungsaktes lediglich beobachtet und abgewartet wird. “Es besteht dringender politischer Handlungsbedarf, denn es werden angesichts des unsicheren Ausgangs der Regulierung bereits jetzt negative Standortentscheidungen getroffen”, so Möll und Mayer. Ihr dringender Appell: “Ein Ausstieg aus PFAS hätte massive Auswirkungen auf die Patientinnensicherheit, die Innovationsfähigkeit der Medizintechnik und letztlich auch auf wichtige Zukunftsinitiativen der Europäischen Union. Die Politik muss jetzt zügig handeln.”

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BVMed und SPECTARIS vertreten zusammen über 700 Hersteller, Händler und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 250.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 38 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.

SPECTARIS ist der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik mit Sitz in Berlin. Der Verband vertritt 400 überwiegend mittelständische deutsche Unternehmen. Der Fachverband Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS vertritt rund 130 vorwiegend mittelständische Mitgliedsunternehmen. Diese sind innovative Hersteller von Medizinprodukten und Medizintechnik sowie qualitätsorientierte nichtärztliche Leistungserbringer aus dem Bereich der respiratorischen Heimtherapie. 2022 erwirtschaftete die deutsche Medizintechnikindustrie einen weltweiten Umsatz in Höhe von 38,4 Milliarden Euro.

Quelle: BVMed und SPECTARIS

Presse /news Verbandsnachrichten

8 Antworten

  1. Also ich finde, wir sollten alle unsere Pfannen verbieten! Die sind viel gefährlicher als Medizinprodukte!

    1. Sorry, aber das ist einfach absurd. Pfannen mit Medizinprodukten zu vergleichen ist lächerlich. Lassen Sie uns bitte bei vernünftigen Argumenten bleiben und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  2. Leute, seid ihr auch so genervt von ständigen Warnungen und Verboten? Ich meine, PFAS sind doch überall!

  3. Also ich bin der Meinung, dass ein PFAS-Verbot absolut notwendig ist! Diese Chemikalien sind einfach nur giftig und schaden unserer Gesundheit. Wer braucht schon Medizinprodukte, die uns krank machen? Ich bin definitiv für das Verbot!

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