– BVMed-Hygieneforum am 11. Dezember 2025 zu Infektionsprävention
– Veranstaltung behandelt vermeidbare nosokomiale Infektionen und Hygienemaßnahmen
– Teilnahme kostenlos vor Ort in Berlin oder digital möglich
BVMed-Hygieneforum 2025: Gemeinsam gegen Krankenhausinfektionen
Am 11. Dezember 2025 veranstaltet der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in Berlin sein 14. Hygieneforum, das sich den zentralen Herausforderungen der Infektionsprävention in stationärer und ambulanter Versorgung widmet. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. med. Nils-Olaf Hübner vom Universitätsklinikum Greifswald diskutieren Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen vor dem Hintergrund laufender Reformen im Gesundheitswesen. Die kostenfreie Veranstaltung steht Fachpersonal offen und ist sowohl vor Ort als auch digital besuchbar.
Das Programm umfasst praxisrelevante Themen wie Ergebnisse der HALT 4-Studie in Langzeitpflegeeinrichtungen, Erfahrungen aus dem Fachnetzwerk Infektionen sowie die Umsetzung genomischer Surveillance zur Überwachung von Infektionserregern. Weitere Schwerpunkte bilden der Status Quo der Infektionsprävention in der Neonatologie, Analysen zu Zeitressourcen für Hygienebeauftragte und die praktische Anwendung der neuen S3-Leitlinie zu Sepsis.
Lena Richter und Miriam Rohloff vom BVMed betonen: „Bis zu einem Drittel der nosokomialen Infektionen gilt als vermeidbar. Um dies zu erreichen, sind neben einem Bündel an Hygienemaßnahmen die Anstrengungen aller Beteiligten erforderlich, die wir auf dem jährlichen BVMed-Hygieneforum zusammenbinden.“
Der BVMed vertritt als Branchenverband über 300 Unternehmen der Medizintechnik.* Die Branche beschäftigt insgesamt 212.100 Menschen und erzielt eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro.* Die 1.510 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten generieren einen Gesamtumsatz von über 41 Milliarden Euro.* Mit 68 Prozent Exportquote und 9 Prozent Forschungsinvestitionen vom Umsatz zeigt sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche, die zu 93 Prozent aus mittelständischen Unternehmen besteht.*
IGS, Reformen und Lücken in der Praxis
Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen bewegt sich zwischen technologischen Fortschritten und praktischen Herausforderungen. Während neue Überwachungssysteme entstehen und regulatorische Anpassungen erfolgen, zeigen sich in Kliniken strukturelle Engpässe, die den Infektionsschutz beeinträchtigen.
Genomische Surveillance: Stand und Ausbau
Seit 2021/2022 baut das Robert Koch-Institut die integrierte genomische Surveillance (IGS) als effektive Public-Health-Strategie zur Überwachung von Infektionserregern aus. Dieses System soll bis Ende 2025 vollständig etabliert sein. Parallel entwickelt das Netzwerk Universitätsmedizin die genomische Überwachung weiter: Bis 2025 wird die genomische Überwachung in allen 36 deutschen Universitätskliniken für SARS-CoV-2 und andere Erreger ausgebaut.*
Praktische Engpässe in Krankenhäusern
Trotz dieser Fortschritte behindern praktische Probleme die Infektionsprävention. Gleichzeitig verlangt die Neufassung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung verschärfte Hygienevorgaben für Medizinprodukte.
Die Diskrepanz zwischen regulatorischen Anforderungen und klinischer Realität wird besonders deutlich: Während neue Verordnungen strengere Hygienestandards vorschreiben, fehlt es in vielen Einrichtungen an ausreichendem Pflegepersonal, spezialisierten Reinigungskräften und systematischen Antibiotika-Management-Programmen. Diese strukturellen Defizite gefährden die praktische Umsetzung der theoretisch vorhandenen Infektionsschutzkonzepte.
Gesellschaftliche Relevanz und Konsequenzen
Die aktuellen Entwicklungen in der Infektionsprävention betreffen nicht nur Fachpersonal, sondern haben direkte Auswirkungen auf Patient:innen, Angehörige und die gesamte Gesundheitsversorgung. Die Umsetzung neuer Konzepte wie der integrierten genomischen Surveillance und veränderter Hygienevorschriften verändert den Alltag in medizinischen Einrichtungen spürbar.
Was Patient:innen und Angehörige beachten sollten
Für Patient:innen und ihre Angehörigen bedeutet die verbesserte Infektionskontrolle mehr Sicherheit, erfordert aber auch aktive Mitwirkung. Besonders wichtig ist das Bewusstsein für grundlegende Hygienemaßnahmen wie regelmäßige Händedesinfektion und das Einhalten von Besuchsregeln. Transparente Kommunikation zwischen Behandlungsteams und Patient:innen wird zunehmend bedeutsam, um gemeinsam Infektionsrisiken zu minimieren.
Aktuelle Herausforderungen und Veränderungen im Gesundheitswesen zeigen sich in mehreren Bereichen:
- Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung führt zu strengeren Prüf- und Dokumentationspflichten für Desinfektionsmittel (Quelle: Hygiene-Medizinprodukte)* — Stand: 20.02.2025
- Genomische Surveillance verbessert die Erkennung von Ausbrüchen und die Überwachung von Antibiotikaresistenzen (Quelle: Robert Koch-Institut)* — Stand: 2025
Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sich strukturelle Veränderungen im Gesundheitssystem unmittelbar auf die Versorgungsqualität auswirken. Während neue Technologien wie die genomische Surveillance die Früherkennung von Infektionsgeschehen verbessern, stellen Personalknappheit und bürokratische Hürden praktische Herausforderungen dar. Für Patient:innen bedeutet dies, dass sie sich zunehmend als aktive Partner im Infektionsschutz verstehen sollten – durch konsequente Hygiene und offene Kommunikation mit dem Behandlungsteam.
Ausblick: Was das Hygieneforum bewirken kann
Das BVMed-Hygieneforum bringt zu einem entscheidenden Zeitpunkt Expertinnen und Experten zusammen.
Gleichzeitig verlangt die aktualisierte Medizinprodukte-Betreiberverordnung nach praktikablen Lösungen für die Hygiene in Kliniken und Praxen.*
Damit diese Potenziale genutzt werden können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Ausreichend qualifiziertes Personal bildet die Grundlage für eine wirksame Infektionsprävention. Zudem bedarf es klarer Umsetzungsstrategien, um die neuen regulatorischen Vorgaben in den Klinikalltag zu integrieren. Ein nationales Netzwerk, wie es im Positionspapier des Netzwerks Universitätsmedizin vom 22.02.2023 skizziert wurde, könnte hier Synergien schaffen.*
Offen bleibt, wie die verschiedenen Akteure die geplanten Strukturen konkret mit Leben füllen werden. Das Forum bietet die Chance, diese Fragen zu diskutieren und Wege aufzuzeigen, wie theoretische Konzepte in der Praxis wirksam werden.
Die vorliegenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Bundesverbands Medizintechnologie e.V. (BVMed).
Weiterführende Quellen:
- „Die drängendsten Probleme der Infektionsprävention in deutschen Krankenhäusern 2025 sind u.a. die Anpassung des Pflegeschlüssels, mehr qualifiziertes Reinigungspersonal und konsequente Antibiotic Stewardship; Händehygiene allein reicht nicht.“ – Quelle: https://www.management-krankenhaus.de/topstories/hygiene/wo-steht-die-krankenhaushygiene-2025
- „Ein Positionspapier im Bundesgesundheitsblatt (22.02.2023) fordert den Aufbau eines effizienten nationalen Netzwerks zur genomischen Erreger-Surveillance zur gezielten Entwicklung von Kontrollmaßnahmen.“ – Quelle: https://www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/forschung/gensurv
- „Die integrierte genomische Surveillance (IGS) am Robert Koch-Institut verfolgt seit 2021/2022 das Ziel, bundesweit genetische Verbreitungsmuster von Erregern zu identifizieren und wird bis Ende 2025 mit Nationalen Referenzzentren ausgebaut.“ – Quelle: https://www.rki.de/DE/Themen/Forschung-und-Forschungsdaten/Sentinels-Surveillance-Panel/IGS/IGS.html
- „Bis 2025 wird die genomische Überwachung in allen 36 deutschen Universitätskliniken für SARS-CoV-2 und andere Erreger ausgebaut, um eine bundesweite Erfassung genomischer Daten zur Infektionsepidemiologie zu gewährleisten.“ – Quelle: https://num-genomische-surveillance.de
- „Mit der Neufassung der Medizinprodukte-Betreiberverordnung vom 20.02.2025 gelten strengere Hygiene- und Desinfektionsvorgaben für medizinische Einrichtungen, insbesondere erweiterte Dokumentations- und Prüfpflichten für Desinfektionsmittel.“ – Quelle: https://www.hygiene-medizinprodukte.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Hygieneleitfaden/CoC-Hygieneleitfaden_2023_inkl._Anpassungen_2025.pdf
11 Antworten
Die Informationspolitik muss besser werden! Patienten sollten wissen, wie sie sich schützen können.
Auf jeden Fall! Transparente Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten ist entscheidend.
Das sehe ich auch so! Vielleicht könnte eine Broschüre helfen? Wo findet man mehr Infos dazu?
Es ist wichtig, dass Patienten und Angehörige aktiv teilnehmen! Wo können wir mehr über Hygienemaßnahmen erfahren?
Ich habe von der genomischen Surveillance gelesen und finde es spannend, wie sie funktioniert. Wird es dazu mehr Informationen geben?
Die Herausforderungen in der Infektionsprävention sind echt enorm. Ich hoffe, dass beim Hygieneforum gute Lösungen gefunden werden! Wer wird denn dort sprechen?
Ich habe gehört, dass Experten aus verschiedenen Bereichen teilnehmen werden. Das sollte spannend sein! Was erhofft ihr euch am meisten von dem Forum?
Ich hoffe auf praktische Ansätze zur Umsetzung der neuen Hygienevorschriften.
Ich finde das Thema von nosokomialen Infektionen sehr wichtig. Es ist erschreckend, dass ein Drittel vermeidbar sind. Wie können wir sicherstellen, dass mehr Patienten darüber informiert werden?
Ja, das ist wirklich wichtig! Ich denke, Schulungen für das Pflegepersonal könnten helfen. Aber was ist mit den Ressourcen? Sind die genug vorhanden?
Das stimmt! Aber ich frage mich auch, ob die Hygienemaßnahmen in allen Kliniken gleich gut umgesetzt werden.