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Nur wenige Busspuren in deutschen Großstädten – Deutsche Umwelthilfe fordert Ausbauoffensive
Deutschland tut sich schwer mit der Verkehrswende. In den 40 größten Städten des Landes sind eigene Fahrspuren für den Busverkehr noch immer eine Seltenheit. Im Durchschnitt entfallen nur 0,6 Prozent des Straßennetzes auf Bussonderfahrstreifen. Damit bleibt das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr attraktiv und konkurrenzfähig zu gestalten, in weiter Ferne.
Ein Blick auf die aktuellen Fakten zum Thema Mobilität zeigt die drastischen Unterschiede zwischen den Städten. Berlin nimmt mit 121 Kilometern Busspur und einem Anteil von 2,3 Prozent am gesamten Straßennetz den Spitzenplatz ein. Dicht dahinter folgen Aachen und Mainz mit je 1,4 Prozent, danach kommen München und Hamburg. Für fast alle anderen Großstädte bleibt der Anteil der Busspuren verschwindend gering. Besonders gravierend ist die Lage in Halle (Saale), Krefeld, Magdeburg und Oberhausen: Dort existieren überhaupt keine Bussonderfahrstreifen.
Trotz gelockerter Vorgaben durch die neue Straßenverkehrsordnung ist das Thema vielerorts noch kein Selbstläufer. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gibt aktuell nur gut die Hälfte der Städte an, weitere Busspuren zu planen oder zu prüfen. Dabei könnten die Kommunen seit der StVO-Reform 2024 und den Neuregelungen aus dem Frühjahr 2025 sehr viel einfacher Busspuren einrichten. Die Hürde einer Mindestanzahl von 20 Bussen pro Stunde entfällt etwa seit Kurzem, was Kommunen eine schnelle Reaktion ermöglicht.
Der Handlungsdruck ist groß. Die Auswirkungen des aktuellen Zustands sind überall spürbar: Staus, verspätete Busse, schlechte Luft und ein unnötig hoher CO2-Ausstoß. Busse, die im Stau stehen, können ihre Vorteile als umweltfreundliche Alternative nicht ausspielen. Genau darauf verweist Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der öffentliche Nahverkehr ist das Rückgrat der Mobilitätswende – dennoch haben Busse nur im Ausnahmefall freie Fahrt auf gesonderten Spuren. Die Folge sind Staus, verspätete Busse, schlechtere Luft und unnötig hoher CO2-Ausstoß. Busspuren wirken sofort, kosten wenig und lassen sich als Pop-up-Lösungen schnell und unkompliziert umsetzen. Mit der neuen Straßenverkehrsordnung können Städte Busspuren so einfach einführen wie nie zuvor. Wir fordern alle Städte auf, Busse schnellstmöglich auf die Überholspur zu bringen. Wir brauchen eine Busspur auf jeder mehrspurigen Straße mit Busverkehr.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)
Die Branche öffentlicher Nahverkehr steht im Zentrum der aktuellen Mobilitätsdebatte. Wer im Alltag klimafreundliche und effiziente Alternativen zum Individualverkehr sucht, ist auf verlässliche, schnelle Angebote angewiesen. Umso wichtiger ist die Forderung der DUH nach einer „Ausbauoffensive für Busspuren“, wie sie es nennt. Der Hebel für die Städte liegt auf der Hand: Mit wenig Aufwand lassen sich Pop-up-Busspuren umsetzen, die sofort Wirkung zeigen und den Wandel in der städtischen Mobilität schneller voranbringen.
Das Hintergrundprojekt „Pop-up Mobilitätswende – bundesweite Verbreitung von Sofortmaßnahmen“, gefördert von der Nationalen Klimaschutzinitiative, unterstützt Kommunen mit Informationen, wie sie die Mobilitätswende sofort anpacken können. Der Wissensstand wächst, doch der Wille zum Handeln bleibt in vielen Städten ausbaufähig.
Für Städte, die ihre Verkehrsprobleme lösen und den Klimaschutz ernst nehmen möchten, bietet sich mit dem gezielten Ausbau von Busspuren eine echte Chance – für mehr Lebensqualität, bessere Luft und einen öffentlichen Nahverkehr, der hält, was er verspricht.
Weitere Hintergrundinformationen, aktuelle Entwicklungen und Erklärungen rund um den Ausbau von Busspuren und die Mobilitätswende finden Interessierte bei der Deutschen Umwelthilfe und in zahlreichen Branchenberichten.
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Kaum Platz für Busse: Abfrage der Deutschen Umwelthilfe offenbart dringenden …
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Busspuren als Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Mobilitätswende: Stand, Vergleich und Perspektiven
Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland beim Ausbau von Bussonderfahrstreifen noch erheblichen Nachholbedarf hat. Während beispielsweise in Großbritannien oder Frankreich Busspuren bereits seit Jahren einen festen Bestandteil der urbanen Verkehrspolitik darstellen und maßgeblich zu schnelleren und zuverlässigen Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr beitragen, hinken viele deutsche Großstädte in dieser Entwicklung hinterher. Dies ist besonders vor dem Hintergrund bedenklich, dass die Förderung klimafreundlicher Verkehrsangebote und die damit verbundenen Ziele der nationalen Klimaschutzpolitik zunehmend in den Fokus rücken. Auch vergleichbare Initiativen, wie zum Beispiel die „Bus Priority Lanes“ in London, haben gezeigt, dass bereits eine geringfügige Erhöhung des Anteils an Busspuren zu einer deutlichen Verbesserung der Pünktlichkeit und Fahrgastzufriedenheit führen kann.
Aktuelle Entwicklungen in der Straßenverkehrsordnung, insbesondere die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren, könnten den notwendigen Impuls für eine breite Umsetzung solcher Maßnahmen auch in Deutschland liefern. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Anteil an Busspuren in den nächsten Jahren in vielen deutschen Städten ansteigen wird, sofern Kommunen die Potenziale der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen konsequent nutzen. Prognosen im Bereich der ökologischen Mobilität und digitale Stadtentwicklung deuten darauf hin, dass vermehrte Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen betriebswirtschaftlichen Vorteil bringen können – etwa durch schnelleres Reisen, weniger CO2-Ausstoß und eine höhere Lebensqualität in den urbanen Zentren.
Insgesamt bleibt die weitere Ausweitung von Bussonderfahrstreifen zielentscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Mobilitätswende. Wer aktuelle Trends und Best-Practice-Beispiele in anderen europäischen Ländern im Blick behält, erkennt: Der Weg zu leistungsfähigen, klimafreundlichen und modernen Städten führt über eine mutige Verkehrspolitik und die konsequente Nutzung der bereits vorhandenen rechtlichen Spielräume. Der politische Wille und die Bereitschaft zur Umsetzung werden daher entscheidend dafür sein, wie schnell Busspuren zur neuen Normalität in deutschen Großstädten werden – mit direktem Nutzen für Umwelt, Städte und ihre Bürgerinnen und Bürger.
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