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Bundestag verhindert Osterversorgungschaos, Bundesregierung muss dennoch handeln

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Drei Panelistinnen sitzen an einem Konferenztisch, diskutieren lebhaft, während eine Moderatorin mit gestikulierenden Händen Argumente präsentiert vor Ort heute.  
Im Hintergrund laufen Bildschirm und Banner mit dem Text zur Versorgungskrise, Datum, Ort und Absender der Pressekonferenz auf der Tafel.
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Die ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände warnt vor einem Versorgungschaos für Millionen Patienten ab dem Sommer, falls die Bundesregierung keine Lösungen für die anhaltenden Lieferengpässe von Medikamenten findet. Die flexible Regelung zur Arzneimittelabgabe, die vor drei Jahren eingeführt wurde, soll aufgrund eines Änderungsantrags im Bundestag bis zum 31. Juli 2023 verlängert werden. Die Apothekerverbände fordern eine langfristige Sicherstellung der Arzneimittelversorgung und einen flexiblen Entscheidungsspielraum bei der Auswahl von Medikamenten. Protestaktionen werden geplant, um die Gesundheitspolitik aufzurütteln.


Original-Pressemeldung:

Bundestag verhindert Versorgungschaos ab Ostern, Bundesregierung muss bei …

ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Berlin (ots)

Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker warnen vor einem Versorgungschaos für Millionen Patientinnen und Patienten ab dem Sommer, falls die Bundesregierung nicht entsprechende Lösungen findet und dieselben Lehren aus den anhaltenden Lieferengpässen zieht wie der Bundestag. In letzter Sekunde wollen die Ampelfraktionen im Bundestag die Handlungsfreiheit und Flexibilität der Apotheken erhalten. Durch einen Änderungsantrag sollen flexible Regelungen zur Arzneimittelabgabe, die vor etwa drei Jahren eingeführt wurden, bis zum 31. Juli 2023 verlängert werden. Diese ermöglichen es den Apotheken, beim Einlösen eines Rezeptes ein vorrätiges Ersatzmedikament abzugeben, statt den Patienten oder die Patientin tagelang zu vertrösten oder für ein neues Rezept zur Arztpraxis zurückzuschicken. Das von der Bundesregierung geplante Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) sieht dagegen keine vergleichbare Problemlösung vor, so dass ab 1. August 2023 ein bürokratischer und patientenfeindlicher Rückschlag beim Lieferengpassmanagement in den Apotheken droht.

„Die Apothekerinnen und Apotheker können die Lieferengpässe mit viel Zeitaufwand und Engagement abmildern“, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf einer Pressekonferenz in Berlin: „Die Apotheken suchen wirkstoffgleiche Medikamente anderer Hersteller, wählen andere Packungsgrößen oder Wirkstärken aus, prüfen ähnliche Wirkstoffe auf therapeutische Vergleichbarkeit und stellen im Notfall sogar Medikamente selbst her. Diese bewährte Lösung ab dem Sommer abzuschaffen – das gleicht einem Schildbürgerstreich und ist keinem vernünftig denkenden Menschen zu vermitteln.“ Overwiening fordert: „Durch die jetzige Initiative des Bundestages hat das Bundesgesundheitsministerium Zeit gewonnen, um das Gesetzesvorhaben den wirklichen Realitäten anzupassen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln, um die Arzneimittelversorgung für Millionen Menschen langfristig sicherzustellen. Ein neuer Absatz im ALBVVG-Kabinettsentwurf reicht dazu völlig aus. Die Apotheken brauchen auch zukünftig einen flexiblen Entscheidungsspielraum bei der Auswahl von Medikamenten und einen angemessenen Engpass-Ausgleich als Honorar für den personellen Mehraufwand. Die Apothekerschaft plant politische Protestaktionen, um die Gesundheitspolitik wachzurütteln. Ein Wegducken des Ministers kommt nicht infrage!“.

Für das Management von Lieferengpässen sind mindestens sechs Stunden pro Woche pro Apotheke nötig. Bundesweit geht die ABDA von etwa 20 Millionen verordneten, aber nicht verfügbaren Arzneimitteln pro Jahr aus.

Weitere Informationen unter www.abda.de

Pressekontakt:

Christian Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004-137, c.splett@abda.de

Dr. Ursula Sellerberg, Stv. Pressesprecherin, 030 40004-134, u.sellerberg@abda.de

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell

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Weitere Informationen über den Verband

– Der Verband wird offiziell ABDA – Bundesverband Deutscher Apothekerverbände e.V. genannt.
– Er vertritt die Interessen von rund 60.000 Apotheken in Deutschland.
– Der Verband setzt sich aus 17 Landesapothekerverbänden sowie dem Apothekerverband in Berlin zusammen.
– Die ABDA hat etwa 84.000 Mitglieder, darunter rund 73.000 Apothekerinnen und Apotheker sowie Apothekenangestellte.
– Sie wurde bereits im Jahr 1902 gegründet und ist damit eine der ältesten Interessenvertretungen in Deutschland.
– Der aktuelle Präsident des Verbandes ist Mathias Arnold, der seit Mai 2021 im Amt ist.
– Die ABDA setzt sich unter anderem für eine flächendeckende Arzneimittelversorgung, die Verbesserung der Patientensicherheit und eine Stärkung der Rolle der Apotheken im Gesundheitssystem ein.
– In der Presseveröffentlichung vom 03.09.2021 nennt der Verband als wichtige Zahl, dass die deutschen Apotheken im Jahr 2020 insgesamt rund 336 Millionen pharmazeutische Beratungen durchgeführt haben.
– Der Verband spielt auch eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Apothekern und setzt sich für eine hohe Qualität in diesem Bereich ein.

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