Urlaubsreisen und Mobilitätswende: Auto weiter Spitzenreiter – Deutschland-Ticket und nachhaltige Alternativen holen auf

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Das Auto bleibt mit 58 Prozent Anteil das wichtigste Verkehrsmittel für Urlaubsreisen, während Bahn (19 Prozent) und Flug (16 Prozent) wieder fast Vorkrisenniveau erreichen. Experten sehen im Deutschland-Ticket, Mobilitätshubs und digitalen On-Demand-Angeboten wie elektrischen Rufbussen und Kleinbussen (etwa 45 Prozent Fahrgastplus in Ludwigslust-Parchim seit 2015) effektive Hebel für eine klimafreundlichere Reisekette. Damit steht die Mobilitätswende im Tourismus in den Startlöchern – vorausgesetzt, die Angebote bleiben preislich stabil und flächendeckend verfügbar.

Inhaltsverzeichnis

– Bundestag-Ausschuss Anhörung: Autos dominierten zuletzt 58 % der Urlaubsreisen.
– Bahnreisen legten auf 19 Prozent zu, Flugreisen erreichten 16 Prozent.
– Deutschland-Ticket soll Mobilitätswende vorantreiben und Klimaschutz in Tourismusregionen stärken.

Die Mobilitätswende im Urlaub: Zwischen Auto und nachhaltigen Alternativen

Das Auto bleibt die dominierende Wahl bei Urlaubsreisen mit Übernachtungen: 58 Prozent aller Reisen wurden im vergangenen Jahr mit dem Pkw unternommen. Zwar ist das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen spürbar gestiegen, doch es zeigt sich auch, dass dieses Bewusstsein „noch nicht im Handeln der Verbraucher angekommen ist“. Flugreisen liegen mit einem Anteil von 16 Prozent fast auf dem Niveau vor der Pandemie (2019: 17 Prozent), während Bahnreisen ihren Anteil sogar von 16 Prozent in 2019 auf 19 Prozent steigern konnten.

Als ein Schlüssel zur Mobilitätswende wird das Deutschland-Ticket angesehen. Dieses gilt als „vielversprechendes Werkzeug zur Mobilitätswende“, wobei laut Hurek die Wirkung besonders dann groß sei, wenn es „preislich stabil bleibt“ und somit Pendler entlaste sowie zum Klimaschutz in touristischen Regionen beitrage. Für die notwendige Infrastruktur betonte Jan Schilling von der Deutschen Bahn die Bedeutung „schneller Zugverbindungen zu Urlaubszielen“ und eines „flächendeckend nutzbaren Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)“. Dabei schlägt er vor, Umstiegsorte zu „Mobilitätshubs“ weiterzuentwickeln und vorhandene Angebote digital zu individuellen Reiseketten zusammenzuführen.

Auch Taxis rücken stärker in den Fokus nachhaltiger Mobilität. Michael Oppermann vom Bundesverband Taxi und Mietwagen bezeichnet Taxis als „wichtigen Bestandteil flexibler Mobilität neben Bus und Bahn“. Aktuell setzt man vielfach Hybrid-Fahrzeuge ein, noch stärker sollen diese zukünftig durch batterieelektrische Autos ersetzt werden. Besonders dort, wo Anruf-Sammeltaxen etabliert sind, könnten Taxis Lücken im ÖPNV-Angebot schließen. Im Gegensatz dazu weist Roland Werner von Uber auf Herausforderungen hin: Chauffeur-Mietwagen unterliegen „einer höheren Mehrwertsteuer sowie strengen Rückkehrpflichten zum Ausgangsort“, was gerade den Einsatz elektrischer Fahrzeuge erschwere.

Konkrete Beispiele erfolgreicher Kooperationen zeigen neue Wege auf. Stefan Lösel von der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim berichtet von einem flächendeckenden Rufbussystem, das seit 2015 eine Fahrgaststeigerung um 45 Prozent erzielt hat. Unterstützt wird dies durch rund um die Uhr verfügbare Fahrangebote und den Einsatz von Elektrobussen. Ebenfalls innovativ ist das Projekt „EMMI-MOBIL“ aus Bad Hindelang, vorgestellt von Maximilian Hillmeier: Elektrisch betriebene Kleinbusse holen Passagiere direkt an der Haustür ab – bis zur Bushaltestelle oder sogar direkt ans Ziel. So könnten viele Urlauber auf ihr eigenes Auto verzichten.

Auch im Bereich Kreuzfahrtschiffe tut sich etwas: Georg Ehrmann berichtete von Fortschritten bei nachhaltigen Kraftstoffen, etwa Flüssigerdgas (LNG) und synthetischem LNG zur Dekarbonisierung dieser Transportform. Er fordert jedoch, dass sowohl Politik als auch Wirtschaft verstärkt in die Förderung solcher Technologien investieren.

Zwischen Gewohnheit und Zukunft: Der Wandel der Mobilität beim Reisen

Mobilität beim Reisen steht heute an einem entscheidenden Wendepunkt. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen prägen den Blick auf nachhaltige Fortbewegung und fordern uns heraus, bisherige Gewohnheiten zu hinterfragen. Für viele Menschen besteht noch eine starke Verknüpfung zwischen Reisen und individuellen Verkehrsarten – das eigene Auto, günstige Flugverbindungen oder klassische Bahnreisen sind vertraute Standards. Doch ökologische Notwendigkeiten und innovative Verkehrslösungen rücken zunehmend in den Fokus, nicht nur bei Politik und Mobilitätsexperten, sondern für alle, die unterwegs sind.

Die gesellschaftliche Relevanz nachhaltiger Mobilität ist heute so hoch wie nie, denn das Bedürfnis, die Umweltbelastung zu verringern, trifft auf vielfältige Lebenswirklichkeiten. Mobilitätstrends zeigen deutliche Veränderungen: Share-Angebote, multimodale Verkehrsnetze und Digitalisierung ermöglichen neue Formen des Reisens und verringern den direkten Ressourcenverbrauch. Dabei besteht die Herausforderung, unterschiedliche Bedürfnisse von Städtern und Bewohnern ländlicher Regionen zu berücksichtigen, denn nicht jede innovative Verkehrslösung ist überall gleichermaßen umsetzbar oder gefragt.

Bahnticket & Klimaschutzziele – Wer profitiert von neuen Angeboten?

Die Einführung neuer Bahnticketmodelle und der Ausbau des Schienennetzes sind eng verbunden mit den Klimaschutzzielen vieler Länder. Dabei profitieren vor allem jene, die auf eine komfortable und zuverlässige Zuganbindung zugreifen können. Zugleich erfordert der Wandel eine Umstellung von Reisemustern, da günstige Tickets allein nicht alle Hürden beseitigen: Verfügbarkeit, Flexibilität und ergänzende Mobilitätsangebote sind entscheidend, um Barrieren abzubauen und den Wandel für alle Zielgruppen realistisch zu machen.

Innovative Verkehrslösungen: Ländliche Regionen und urbane Zentren im Vergleich

In urbanen Zentren etablieren sich zunehmend vernetzte Verkehrssysteme mit Sharingdiensten, Elektrofahrzeugen und intelligenten Routing-Lösungen. Ländliche Regionen stehen vor anderen Herausforderungen: Hier fehlt oft die Infrastruktur, um alternative Verkehrsmittel flächendeckend einzuführen und zu betreiben. Die Anpassung an neue Mobilitätskonzepte wird somit zu einem sozialen und wirtschaftlichen Balanceakt.

Zentrale Herausforderungen nachhaltiger Mobilität im Urlaubskontext:

  • Anpassung der Infrastruktur an verschiedene regionale Bedürfnisse
  • Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
  • Überwindung etablierter Verhaltensmuster bei den Nutzern
  • Sicherstellung von Flexibilität und Komfort bei umweltfreundlichen Alternativen

Die Entwicklung innovativer Projekte mit Modellcharakter eröffnet die Chance, langfristige Veränderungen anzustoßen und eine nachhaltigere Reiselandschaft zu gestalten. Dieser Wandel betrifft dabei nicht nur einzelne Gruppen, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die durch Zusammenarbeit und Verständnis für unterschiedliche Lebensumstände gelingen kann.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Deutscher Bundestag – Fahrt in den Urlaub meistens mit dem Auto

10 Antworten

  1. 58% fährt noch Auto im Urlaub? Brauchen mehr Anreiz um Bahn und Bus zu nutzen. Gutes ÖPNV system ist nötig.

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