Bürokratie-Schreck hindert Handwerker an Selbständigkeit

"Bürokratisierung bedroht Handwerker: Maler- und Lackiererhandwerk fordert Abbau sinnloser Regulierung und mehr Planbarkeit. Die Bereitschaft zur Selbständigkeit sinkt dramatisch, der Unmut wächst. Das geplante Bürokratieentlastungsgesetz geht an den Bedürfnissen der kleinen und mittleren Unternehmen vorbei. In einem dringenden Appell fordert der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz nun konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Bürokratie und mehr Unterstützung für die Betriebe. "

Bremen (VBR). Bürokratisierung bedroht die Selbständigkeit im Handwerk

Die wachsende Bürokratie und die zunehmende Regulierung machen es Handwerksbetrieben immer schwerer, selbständig und unternehmerisch tätig zu sein. Besonders betroffen ist das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk, das sich nun in einem Brief an die politischen Entscheidungsträger wendet. Ziel ist es, mehr Planbarkeit und einen Abbau sinnloser Bürokratie zu fordern.

In den vergangenen Monaten gab es deutschlandweit schon zahlreiche Demonstrationen von Bauern, die gegen die steigende Regulierung und Bürokratisierung protestierten. Dabei haben sich auch viele Handwerksbetriebe, darunter auch das Maler- und Lackiererhandwerk, aus eigener Initiative den Protesten angeschlossen. Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit ist die stetig wachsende Regulierungsdichte und der immer größer werdende bürokratische Aufwand.

Die fast 40.000 Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks haben das Gefühl, dass ihre unternehmerische Verantwortung nicht ausreichend gewürdigt wird und sie zunehmend unter Generalverdacht gestellt werden. Leider bietet der aktuelle Entwurf des Bürokratieentlastungsgesetzes (BEG IV) nur wenig Verbesserungen. Die belastenden Berichts- und Nachweispflichten wurden nicht angegangen und die geplanten Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung könnten die Betriebe überfordern und ihre Finanzen gefährden.

Lesen Sie auch:  Zukunftssicherheit für Geflüchtete: Nachhaltige Strukturen auf dem Flüchtlingsgipfel beschlossen

Eine Umfrage unter den Meisterschulen zeigt, dass nur noch etwa 30 Prozent der angehenden Meisterinnen und Meister den Wunsch haben, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen. Vor einem Jahrzehnt waren es noch 80 Prozent. Denn wer heute ein Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern führt, verbringt den Großteil seiner Zeit im Büro.

Das deutsche Maler- und Lackiererhandwerk fordert daher unter anderem die Umsetzung des bereits beschlossenen Belastungsmoratoriums und eine verbindliche KMU-Assessment, also einen “Bürokratie-TÜV”, auf nationaler und europäischer Ebene. Ein konkretes Beispiel für die Problematik ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Hierüber werden den Handwerksbetrieben immer öfter die Sorgfaltspflichten von Großkunden übertragen, was zu umfangreichen Nachweislisten bei Ausschreibungen führt. Ein Kollateralschaden, den der Gesetzgeber so nicht beabsichtigt hatte.

Die Überregulierung betrifft mittlerweile alle Bereiche der Berichts- und Nachweispflichten. Besonders betroffen sind dabei die Betriebe, die sich mit den quartals- und jährlich zu erstellenden Statistiken auseinandersetzen müssen. Oft ist nicht klar, wozu die erhobenen Daten zu Umsatz, Arbeitsstunden, Mitarbeiterzahl, Investitionen und Lohnsummen genutzt werden sollen. Bei der Erhebung statistischer Daten sollten deshalb bereits vorhandene Verwaltungsdaten priorisiert genutzt werden, ohne dass Datenschutzbedenken den Austausch zwischen den Behörden behindern.

Lesen Sie auch:  Einbruch der Baugenehmigungen im Jahr 2022: Presseportal berichtet

Die versprochene Digitalisierung der Verwaltung ist noch lange nicht umgesetzt. Jede Kommune hat ihr eigenes Vergabeportal, was Vergabeverfahren unnötig erschwert. Das Maler- und Lackiererhandwerk fordert daher ein bundesweit einheitliches Vergabeportal und eine länderübergreifende Präqualifizierung.

Diese Beispiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Probleme, mit denen das Handwerk konfrontiert ist: Es braucht weniger Bürokratie und mehr Verlässlichkeit. Das kürzlich beschlossene Gebäudeenergiegesetz hat gezeigt, dass Planungsunsicherheit direkt zu Investitionszurückhaltung führt. Für das Maler- und Lackiererhandwerk bringt dieses Gesetz keine Vorteile, da es zu einseitig auf die Heizungstechnik fokussiert ist und Investitionen in die Gebäudehülle vernachlässigt.

Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, der 39.610 Maler- und Lackiererbetriebe mit einem Gesamtumsatz von 17,6 Milliarden Euro vertritt, fordert dringend Maßnahmen zur Reduzierung der Bürokratie und zur Steigerung der Planbarkeit. Es ist an der Zeit, die Selbständigkeit im Handwerk zu fördern und den Unternehmergeist wieder aufblühen zu lassen.

Pressekontakt:
V.i.S.d.P. Mathias Bucksteeg
Kontakt für weitere Infos:
bucksteeg@farbe.de
Telefon +49 (069) 66575-314

Lesen Sie auch:  Wohnraummangel erreicht kritische Dimension: Lösungen dringend erforderlich

Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Bürokratie killt Selbständigkeit im Handwerk / Deutsches Malerhandwerk fordert …

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

Pressemeldung:Bürokratie-Schreck hindert Handwerker an Selbständigkeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Warum sind eure Kommentare so wertvoll?

Hier ein paar Gründe:

  1. Ihr bringt frischen Wind in die Diskussion und sorgt für abwechslungsreiche Ansichten.
  2. Ihr helft uns, uns selbst zu verbessern und immer am Puls der Zeit zu bleiben.
  3. Gemeinsam lernen wir voneinander und wachsen als Community.
  4. Mit euren Beiträgen bauen wir eine offene und respektvolle Umgebung auf, in der alle Stimmen gehört und geschätzt werden.

 

Jeder Kommentar ist Gold wert, egal ob Lob oder Kritik, zustimmend oder kontrovers. Lasst euren Gedanken freien Lauf und helft uns dabei, diese Community zu einem Ort zu machen, an dem jeder gern vorbeischaut und seine Meinung teilt. Auf geht’s!

 

Mehr Infos und News aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie hier in der Übersicht

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Telegram
Email
Drucken
XING