– Über 35 Verbände fordern European Green and Social Deal für nächste EU-Legislaturperiode
– Appell an EU-Staats- und Regierungschefs: Green Deal stärken, ausreichend finanzieren und sozial gerecht gestalten
– Soziale Transformation und klimaneutraler Umbau sollen inklusiv erfolgen, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern
Starker Appell für einen European Green and Social Deal
Über 35 Organisationen aus Umwelt, Sozialem, Verbraucherschutz und Wirtschaft setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die EU in der kommenden Legislaturperiode einen „European Green and Social Deal“ vorantreibt. Das breit aufgestellte Bündnis – darunter der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW), der Deutsche Caritasverband, der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR), Diakonie Deutschland, die IG BCE sowie die Klima-Allianz Deutschland – betont, dass der Green Deal gestärkt, wirkungsvoll finanziert und sozial gerecht gestaltet werden muss. Nur so ließen sich Zusammenhalt, Fortschritt und Wohlstand in der EU sichern.
Die Initiative richtet sich insbesondere an die Bundesregierung, diese Prioritäten verbindlich in die strategische EU-Agenda einzubringen. Der Appell kommt angesichts der aktuellen EU-Wahlergebnisse, die zeigen, wie groß das Bedürfnis der Bürgerinnen nach Sicherheit ist. „Die Europawahl hat gezeigt, dass sich viele Bürger*innen Sicherheit wünschen. Wir brauchen die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Green Deals, damit unsere Industrien wettbewerbsfähig bleiben und sich die soziale Spaltung nicht weiter verschärft.*“ heißt es dazu von Kai Niebert.
Angesichts der Herausforderungen der Klimaneutralität unterstreicht Christine Behle die Bedeutung sozialer Absicherung: „*Der Weg zur Klimaneutralität in der EU muss konsequent weitergegangen werden, aber die dabei notwendigen Maßnahmen müssen auch sozial abgesichert und gerecht gestaltet werden. Ein Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand gegen die Interessen der Beschäftigten darf es nicht geben.*“
Katharina Reuter weist darauf hin, dass Nachhaltigkeit auch als Wettbewerbsvorteil verstanden werden muss: „*Nachhaltigkeit ist die neue Wettbewerbsfähigkeit! Umwelttechnologien und zirkuläre Lösungen sind elementar für den Wirtschaftsstandort Europa. Der Green-Deal darf in keinem Falle abgewickelt werden.*“
Das Bündnis macht deutlich, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt für den Erfolg ist. Eva M. Welskop-Deffaa sagt: „*Wer heute schon am Rande der Gesellschaft steht, braucht spürbare Unterstützung. Die Akzeptanz und Umsetzung von klimapolitischen EU-Maßnahmen wird davon abhängen, dass Abstiegsangst vermieden und Zukunftsmut gestärkt wird.*“
Parallel fordert Maria Loheide, dass der Green Deal einen stärkeren sozialen Fokus erhält: „*Er wird nur gelingen, wenn wir alle Menschen auf diesem Weg mitnehmen. Der European Green Deal muss daher soziale Sicherheit stärker in den Blick nehmen und zu einem Green and Social Deal werden.*“
Das breite Bündnis appelliert an die Staats- und Regierungschef*innen der EU, diese Prioritäten in den nächsten fünf Jahren klar festzulegen – für ein nachhaltiges und gerechtes Europa.
Warum ein Green and Social Deal Europa jetzt verändern könnte
Der geforderte Green and Social Deal verbindet zwei der zentralen Herausforderungen unserer Zeit: den Klimaschutz und die soziale Gerechtigkeit. Dieses Konzept will Europa nicht nur klimafreundlicher gestalten, sondern gleichzeitig dafür sorgen, dass dieser Wandel alle Bürgerinnen und Bürger mitnimmt. Damit entsteht ein neuer politischer Ansatz, der Umwelt- und Wirtschaftsinteressen mit sozialen Fragen verknüpft und so den Weg für eine nachhaltige und faire Zukunft ebnet.
Was steckt hinter dem Konzept eines Green and Social Deals?
Der Green and Social Deal zielt darauf ab, ökologische Transformation mit sozialer Verantwortung zu verbinden. Er basiert auf der Erkenntnis, dass Klimaschutz allein nicht genügt, wenn dabei soziale Ungleichheiten verschärft werden. Deshalb muss der ökologische Wandel so gestaltet werden, dass er Arbeitsplätze sichert oder schafft, soziale Abfederungen bietet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. So soll verhindert werden, dass einzelne Gruppen, Regionen oder Branchen abgehängt werden. Das Konzept ist damit nicht nur eine politische Vision, sondern ein pragmatischer Handlungsrahmen, der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleichermaßen betrifft.
Herausforderungen und Chancen für Europas Wirtschafts- und Sozialpolitik
Die Umsetzung eines Green and Social Deals bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Unterschiedliche Interessen und Empfindlichkeiten spiegeln sich seit der letzten Europawahl stärker denn je in den politischen Debatten wider. Die Balance zwischen ambitionierten Klimazielen und sozialem Ausgleich zu finden, verlangt Kompromisse auf mehreren Ebenen. Gleichzeitig bieten sich Chancen, die europäische Wirtschaft zukunftsfähig zu machen und das Gemeinschaftsgefühl in der EU zu festigen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das neue Perspektiven im Arbeitsmarkt, mehr soziale Sicherheit und eine nachhaltigere Lebensweise.
Wichtige Aspekte sind:
- Integration von Klimaschutzmaßnahmen mit sozialer Absicherung
- Stärkung nachhaltiger Wirtschaftsmodelle und grüner Innovationen
- Bewältigung bestehender sozialer Ungleichheiten und regionaler Unterschiede
- Politische Stabilität trotz divergierender Interessen in der EU
Diese Verknüpfung von Umwelt- und Sozialpolitik wirkt sich auf alle Ebenen aus: von der individuellen Lebensrealität über die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zur Gestaltung des politischen Systems in Europa. Die Aufgabe besteht darin, beide Dimensionen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als verbundenes Ziel zu verstehen.
Der Green and Social Deal könnte deshalb zum zentralen Gestaltungsprinzip der künftigen EU-Politik avancieren. Er eröffnet eine Perspektive, in der Europa nicht nur das Klima schützt, sondern auch seine Gesellschaft nachhaltig stärkt. In diesem Sinne steht der Deal für eine zukunftsweisende Politik, die ökologische und soziale Nachhaltigkeit als untrennbar betrachtet – ein Ansatz, der Europa prägen und seinen Platz in der globalen Zukunft sichern könnte.
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Medien-Info: Breites Bündnis aus Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften fordert …
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