Deutscher Wanderverband startet „Brückenwege“: So will das Projekt Ehrenamt für Menschen mit Migrationsbiografie öffnen

Der Deutsche Wanderverband startet ein bundesweites Projekt, um Menschen mit Migrationsbiografie stärker für ein Ehrenamt in Wandervereinen zu gewinnen. Unter dem Titel „Brückenwege“ bietet der Verband von März 2026 bis Februar 2027 Schulungen zu interkultureller Kommunikation und Vernetzung an. Ziel ist es, die Vereine bei einer diverseren Ausrichtung zu unterstützen und neue Wege für mehr gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen.
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– Deutscher Wanderverband startet Projekt „Brückenwege“ für mehr Teilhabe im Ehrenamt.
– Ziel ist, Menschen mit Migrationsbiografie stärker für Wandervereine zu gewinnen.
– Projekt umfasst bundesweite Trainings und Vernetzung von März 2026 bis Februar 2027.

Wandervereine öffnen sich für mehr Teilhabe

Der Deutsche Wanderverband hat am 12. März 2026 in Kassel ein neues Projekt gestartet, das Menschen mit Migrationsbiografie stärker für ein Ehrenamt in Wandervereinen gewinnen soll. Unter dem Titel „Brückenwege – Verbindungen zwischen Kulturen schaffen und Teilhabe ermöglichen“ entwickelt der Verband von März 2026 bis Februar 2027 ein bundesweites Sensibilisierungs-, Trainings- und Vernetzungsprogramm. Es richtet sich vor allem an ehrenamtlich Aktive in den Mitgliedsorganisationen des Verbands und soll Vereine dabei unterstützen, sich diverser aufzustellen.

Geplant sind Online-Seminare und Präsenzworkshops zu Themen wie interkulturelle Kommunikation, kultursensible Öffentlichkeitsarbeit und digitale Ansprache neuer Zielgruppen. Ergänzend sollen mehrere Vereine Kooperationen mit migrantischen Organisationen praktisch erproben. Ein Mentoringprogramm sowie ein digitaler Werkzeugkoffer mit Materialien und Beispielen aus der Praxis sollen die Ergebnisse dauerhaft für die rund 70 Mitgliedsorganisationen des Deutschen Wanderverbands nutzbar machen. An der Umsetzung sind rund 200 Ehrenamtliche beteiligt, von denen ein Teil als Scouts für kulturelle Vielfalt qualifiziert wird.

Projektleiterin Anne-Christine Elsner sagt: „Wandervereine sind Orte der Begegnung. Mit dem Projekt wollen wir Engagierte darin stärken, kulturelle Vielfalt als Chance zu begreifen und neue Wege zu mehr Teilhabe im Ehrenamt zu eröffnen.“ DWV-Geschäftsführer Dr. Bernd Hartmann ergänzt: „Unsere Vereine leben vom Engagement vieler Menschen. Wenn es gelingt, neue Gruppen einzubeziehen und Netzwerke zu erweitern, stärkt das nicht nur die Vereine selbst, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.“

Warum das Thema über den Verband hinaus relevant ist

Das Vorhaben berührt eine Frage, die weit über das organisierte Wandern hinausweist: Wer findet Zugang zu traditionellen Vereinsstrukturen, und wer eher nicht? Ehrenamt gilt vielerorts als wichtiger Raum für Begegnung, Teilhabe und Integration. Gleichzeitig zeigen gerade etablierte Organisationen immer wieder, dass Offenheit nicht automatisch entsteht, sondern aktiv gestaltet werden muss.

Darauf hat auch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hingewiesen. Sie hebt laut dem Netzwerk bürgerschaftliches Engagement die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements von Migrantinnen und Migranten für Integration hervor und empfiehlt, Zugangsbarrieren in traditionellen Engagementstrukturen abzubauen. Genau an dieser Stelle setzt das Projekt des Deutschen Wanderverbands an: Es reagiert auf die geringe Beteiligung von Menschen mit Migrationsbiografie im Wanderwesen und versucht, bestehende Strukturen für neue Gruppen zugänglicher zu machen.

Welche Hürden Vereine überwinden müssen

Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der Ansprache, sondern auch im Vereinsalltag selbst. Viele Wandervereine sind in ländlichen Regionen verankert und haben nach Angaben des Verbands bislang nur begrenzte Erfahrung mit mehrsprachigen Angeboten oder diversitätssensibler Kommunikation. Wer neue Zielgruppen erreichen will, muss deshalb oft an mehreren Punkten zugleich ansetzen: bei Sprache, bei Öffentlichkeitsarbeit, bei digitalen Kanälen und bei der Frage, welche Bilder und Gewohnheiten ein Verein nach außen vermittelt.

Der geplante Mix aus Seminaren, Workshops, Mentoring und praktischen Kooperationen soll genau diese Hürden greifbar machen. Statt bei allgemeinen Appellen zu bleiben, zielt das Programm auf konkrete Werkzeuge für die Vereinsarbeit. Das ist besonders dort relevant, wo Ehrenamtliche viel Verantwortung tragen, aber nur begrenzte Erfahrung mit interkultureller Öffnung haben. Kooperationen mit migrantischen Organisationen können dabei helfen, neue Kontakte nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern vor Ort tatsächlich aufzubauen.

Wie groß das organisierte Wanderwesen ist

Warum solche Öffnungsprozesse Gewicht haben, zeigt ein Blick in die Verbandslandschaft. Der Landeswanderverband NRW vertritt nach eigenen Angaben rund 60.000 organisierte Wanderinnen und Wanderer in Nordrhein-Westfalen, Stand 2023. Diese Zahl steht exemplarisch für die Reichweite organisierter Wanderstrukturen in einem Landesverband; sie lässt sich nicht auf den Bundesverband hochrechnen, macht aber deutlich, dass Wandervereine vielerorts fest im gesellschaftlichen Leben verankert sind.

Wenn sich in solchen Strukturen Zugänge verändern, kann das daher auch über einzelne Vereine hinaus Wirkung entfalten: im Ort, im Verband und in lokalen Netzwerken des Ehrenamts.

Was von dem Projekt zu erwarten ist

Zunächst ist „Brückenwege“ ein zeitlich befristetes Vorhaben: Der Projektzeitraum reicht von März 2026 bis Februar 2027. Zugleich ist der Anspruch erkennbar langfristiger. Das Wissen soll nicht mit dem Projektende verschwinden, sondern durch qualifizierte Scouts, Mentoring und digitale Materialien in die Mitgliedsorganisationen hinein weitergegeben werden.

Finanziert wird das Vorhaben über das Förderprogramm transform_D der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Das Programm unterstützt innovative Projekte, die bürgerschaftliches Engagement stärken und zur Entwicklung einer resilienten Zivilgesellschaft beitragen. Ob die aufgebauten Kontakte und Arbeitsweisen über die Laufzeit hinaus tragen, wird sich erst zeigen. Als Testfall dafür, wie sich traditionelle Vereine breiter öffnen können, ist das Projekt aber schon jetzt von Interesse – nicht nur für das Wanderwesen, sondern auch für andere Bereiche des organisierten Ehrenamts.

Die nachfolgenden Inhalte und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Deutschen Wanderverbands.

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11 Kommentare

  1. Positiv finde ich das fokus auf vernetzung und praktisch kooperationen gelegt wird, aber die frage bleibt wer die kontinuität sichert, projektlaufzeit ist kurz. Was passiert nach februar 2027, gibt es follow up oder fortsetzung? Mentoring und scouts sind gut, aber brauchen klare aufgaben und ressourcen sonst verpufft alles. Bitte publiziert einen fahrplan oder roadmap auf /projekte/brueckenwege

    1. Das mit roadmap ist wichtig, und bitte transparent melden wie transform_D fördert und welche kriteriens gesetzt sind. Auch wichtig: budgettransparenz und welche vereine priorisiert werden, damit nicht nur stadtnahe gruppen profitieren. Würde gern mitmachen, aber brauch klare infos über mitwirkung und kontaktmöglichkeiten auf /ueber-uns

  2. Das projekt spricht wichtige punkte an, aber die realitaet in ländlichen vereinen ist kompliziert, viele habe geringe erfahrung mit diversität, und das ändert man nich mit einem seminar. Braucht längerfristige unterstützung und veränderte vereinsstrukturen. Wie wird erfolg gemessen, gibt es indikatoren für mehr teilhabe? Würde vorschlagen fallbeispiele und messbare ziele im digitalen werkzeugkoffer auf /projekte/brueckenwege einzubauen

    1. Ich stimme zu mit messbare zielen, ohne daten bleibt alles schwammig. Vielleicht sollten teilnehmer zahlen und neue mitgliedschaften erfasst werdn, ausserdem feedback von migrantischen partnern sammeln. Gibt es plan für evaluation durch unabhängige stelle oder intern, das währe wichtig für nachhaltigkeit

    2. Noch ein punkt: Öffentlichkeitsarbeit muss angepasst werden, bilder und sprache müssen inklusiver sein. Viele vereine nutzen ältere medien, da fehlt digitale ansprache. Können kleine workshops für vereinswebseiten und social media hilfreich sein, vielleicht bieten /angebote/seminare genau das an, wäre praktisch

  3. Ich finde die absicht lobenswert, Wandervereine können ortliche verbindungen stärken, aber oft fehlt vertrauen bei neuen gruppen. Wie werden scouts ausgewählt, bekommen die training genug? Mentoringprogramm klingt gut aber wer bleibt nach projektende für die nachbetreuung verantwortlich? Würde auch gern mehr über kooperationen mit migrantischen organisationen lesen, evtl case studies auf /netzwerk/migrantische-organisationen wären super

    1. Frage: Werden die workshops wirklich barrierefrei erreichbar sein für leute mit wenig zeit oder familienpflichten? Präsenztermine in dörfern sin oft schlecht erreichbar ohne auto. Vielleicht mobile formate oder kurze online module helfen. Bitte denkt an zeitfenster abends und mehr flexible digitale ansprachen, sonst bleibt vieles theorie bliebt

  4. Gute idee mit mehr teilhabe im ehrenammt, aber bitte vergesst die sprachbarrieren nicht, mehrsprachige materialien sind nötig sonst bleiben viele draussen. Wer macht die übersetzungen, sind das freiwillige oder bezahlt leute? Könnte sich jemand vom Landesverband NRW da einbringen, example /netzwerk/migrantische-organisationen ist das geplant? Mich interessiert auch wie digitale ansprache praktisch aussieht zB social media zielgruppenansprach, bitte detailsss

    1. Die frage mit mehrsprachigkeit finde ich zentral, ohne konkrete schritte wir es nichts bringen. Vielleicht kooperation mit migrantischen organisationen hilft, aber wer kommuziert das nach aussen? Öffentlichkeitsarbeit muss kultursensibel sein, und bilder die gezeigt werdn sullen diverser sein. Gibt es dafür leitfaden oder digitaler werkzeugkoffer auf /ressourcen/mentorprogramm oder /projekte/brueckenwege wo man downloade kann?

  5. Interessanttes Projekt, finde ich gut das mit Brückenwege, aber es wirkt so als ob da viel theorie bliebt ohne echte praxis, Wanderverein sind oft in dörfer verankert und sprechen kaum migrantinnen an wie soll das gehen? Gibt es plan für langfristige Finanzierung, und wer macht das Mentoringprogramm /ressourcen/mentorprogramm wirklich, oder ist das nur ein flyer? Mehr infos zu digitalen ansprachen währen hilfreich, siehe /projekte/brueckenwege

    1. Danke für den hinweis, ich denke auch das Scouts rolle wichtig ist, aber wer wird qualifiziert, das klingt vage. Inter kulturell Training klingt schön aber wie oft gibt es online seminare und präsenz wirklick, und wie wird teilhabee von Menschen mit Migrationsbiografie gemessen? Würde gern wissen ob vereinsstruktur echt verändert werden oder nur oberfläche, siehe /angebote/seminare

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