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Tierschutzbund: Botox-Protest Tierschützer fordern Ende von Tierversuchen für Faltenglätter

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Obwohl namenhafte Hersteller von Botox in den vergangenen Jahren auf tierversuchsfreie Methoden umgestiegen sind, werden immer noch Mäuse für die Testung von Chargen genutzt: Geschätzte 400.000 Tiere pro Jahr sterben in Europa so einen grausamen Tod. Darauf macht der Deutsche Tierschutzbund als Mitglied der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) aufmerksam. Die ECEAE als Allianz europäischer Tierschutzorganisationen gegen Tierversuche ruft in diesem Jahr vom 21. bis 26. Juni erneut die Botox-Protest-Woche aus. Bereits zum fünften Mal in Folge will man das unnötige Leiden der Tiere in dieser Woche in die Öffentlichkeit tragen.

„Es ist nicht zu akzeptieren, dass fühlende Lebewesen einen qualvollen Tod sterben, nur, weil manche Menschen einem fragwürdigen Schönheitsideal hinterhereifern und für ihre Eitelkeit Tierleid billigend in Kauf nehmen“, sagt Tilo Weber, Fachreferent für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund.

Der Kampf der Tierschützer zeigt erste Erfolge: Der Botox-Hersteller Allergan stellte bereits vor zehn Jahren als erstes auf tierversuchsfreie Alternativmethoden um, um seine Botox-Chargen zu testen. 2015 und 2018 folgten mit Merz und Ipsen zwei weitere globale Unternehmen. Ein Hersteller hingegen, der nach wie vor auf Tierversuche setzt, ist Sloan Pharma. 2019 erhielt das Unternehmen die Lizenz zur Durchführung von sogenannten LD50-Tests an 46.800 Mäusen in Deutschland.

Obwohl es mittlerweile zugelassene und erfolgreich angewandte tierleidfreie Alternativen zum LD50-Test gibt, erlaubt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nach wie vor diesen grausamen Tierversuch: Dabei wird Mäusen das von Bakterien produzierte Gift Botulinumtoxin (kurz Botox) in unterschiedlich stark verdünnten Dosen in die Bauchhöhle injiziert, um zu ermitteln, bei welcher Konzentration 50 Prozent der Tiere sterben. Das Prozedere ist mit enormem Leid verbunden. Die Mäuse ersticken langsam durch die Lähmung ihrer Atemmuskulatur – dabei kann sich ihr Todeskampf über bis zu vier Tage hinziehen. Die ECEAE fordert die EMA auf, den LD50-Test aus dem Europäischen Arzneibuch zu streichen und nur noch tierleidfreie Methoden zuzulassen.

Deutscher Tierschutzbund

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