– Frank Busemann und #notjustdown erhielten den BOBBY 2025 für ihr inklusives Engagement.
– Der Instagram-Kanal #notjustdown zeigt das Leben mit Down-Syndrom und hat über 80.000 Follower.
– Die Auszeichnung würdigt Einsatz für eine inklusive Gesellschaft und gegen Vorurteile.
Frank Busemann und #notjustdown erhalten Lebenshilfe-Medienpreis
Am 15. November 2025 zeichnete die Bundesvereinigung Lebenshilfe in Berlin herausragende Persönlichkeiten für ihr Engagement für Inklusion aus. Vor mehr als 400 Gästen im Hotel Estrel verlieh Bundesvorsitzende Ulla Schmidt den BOBBY 2025 an den Sportexperten Frank Busemann sowie an die Geschwister Marian und Tabea Mewes mit ihrem Instagram-Kanal #notjustdown*.
„Mit Ihrem Engagement tragen Sie dazu bei, das Bild von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zu verändern“, betonte Ulla Schmidt in ihrer Ansprache. Die Geschwister Mewes zeigten sich tief bewegt von der Ehrung. „Einmal“, so Tabea Mewes, „weil Preise natürlich immer cool sind – erst recht, wenn man sie mit seinem Bruder teilen kann! Aber auch, weil das eine tolle Wertschätzung unserer Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen sieben Jahre mit #notjustdown ist und uns motiviert weiterzumachen.“
Ihr Instagram-Kanal #notjustdown erreicht mehr als 80.000 Follower* und zeigt den Alltag von Marian Mewes, der mit dem Down-Syndrom lebt. Der Lebenshilfe-Medienpreis wird in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben*.
Frank Busemann, der den BOBBY bereits vor der Veranstaltung erhalten hatte, wurde für seinen Einsatz im Sport von Menschen mit Behinderung gewürdigt. „Sie brennen für den Sport von Menschen mit und ohne Behinderung, Sie sind ein menschliches olympisches Feuer für eine inklusive Gesellschaft“, so Ulla Schmidt über den ehemaligen Zehnkämpfer. Busemann selbst appellierte: „Wichtig ist ein respektvoller Umgang. Auf Augenhöhe miteinander umgehen, dann ist uns allen geholfen!“
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe engagiert sich mit mehr als 110.000 Mitgliedern in 472 Orts- und Kreisvereinigungen sowie 16 Landesverbänden für Menschen mit Behinderung*.
Von 62.000 zu über 80.000: Die Reichweiten-Entwicklung von #notjustdown
Social-Media-Plattformen wie Instagram haben sich zu zentralen Räumen für gesellschaftliche Debatten entwickelt. Für Initiativen wie #notjustdown bieten sie eine einzigartige Möglichkeit, Menschen direkt zu erreichen und Themen der Inklusion sichtbar zu machen. Der Instagram-Kanal der Geschwister Marian und Tabea Mewes zeigt eindrücklich, wie digitale Präsenz zu gesellschaftlicher Wirkung führen kann.
Social Media als Hebel für Sichtbarkeit
Instagram ermöglicht es Initiativen wie #notjustdown, ein authentisches Bild vom Leben mit Down-Syndrom zu zeichnen – jenseits von Klischees und Vorurteilen. Die Plattform bietet nicht nur eine breite Öffentlichkeit, sondern auch die Chance zur direkten Interaktion. Durch regelmäßige Posts, Stories und Reels erreichen die Macher*innen ihre Community unmittelbar und können Missverständnisse aufklären, Einblicke geben und Solidarität mobilisieren. Diese direkte Ansprache macht Social Media zu einem wirkungsvollen Werkzeug für inklusive Aufklärungsarbeit.
Reichweiten-Entwicklung im Zeitverlauf
Die Entwicklung der Follower-Zahlen von #notjustdown zeigt das wachsende Interesse an authentischen Einblicken in das Leben mit Behinderung:
| Jahr | Follower | Einheit/Hinweis | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2022 | 62.000 | Follower*innen | Universität Bielefeld, April 2022* |
| 2024 | über 80.000 | Follower | Wikipedia, Dezember 2024* |
Bis April 2022 zählte die Initiative #notjustdown rund 62.000 Follower*innen. Die Community wuchs bis Dezember 2024 auf über 80.000 Follower an. Diese Steigerung unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Kanals als Aufklärungsplattform.
Die wachsende Reichweite bedeutet nicht nur mehr Abonnentinnen, sondern auch größere Wirkungskraft. Mit jeder neuen Follower-Person vergrößert sich der Multiplikatoreffekt: Beiträge werden geteilt, Diskussionen angeregt und das Thema Inklusion findet Eingang in neue gesellschaftliche Kreise. Aus einer persönlichen Initiative ist so eine deutschlandweit bekannte Plattform geworden, die zu den meistzitierten deutschen Social-Media-Initiativen für inklusive Aufklärung zählt (Stand: Dezember 2024).
Repräsentation im Widerspruch: Zwischen TV-Sichtbarkeit und öffentlicher Wahrnehmung
Die mediale Präsenz von Menschen mit Behinderung zeigt ein widersprüchliches Bild. Während soziale Medien zunehmend authentische Einblicke in Lebensrealitäten bieten, hinken traditionelle Medienformate deutlich hinterher. Im Jahr 2024 lag die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung in deutschen TV-Programmen bei etwa 2,3 Prozent (Stand: Oktober 2024, Universität Leipzig)*. Dieser geringe Anteil steht in markantem Kontrast zur wachsenden Reichweite inklusiver Social-Media-Projekte, die zehntausende Menschen erreichen und damit neue Räume für Selbstrepräsentation schaffen.
Parallel dazu zeigt die öffentliche Stimmung eine gespaltene Einschätzung der gesellschaftlichen Inklusion. 2025 bewerten 53 Prozent der Bevölkerung die Lebensbedingungen und Chancen für Menschen mit Behinderungen in Deutschland als (eher) inklusiv, während 39 Prozent weiterhin deutliche Benachteiligungen sehen (Stand: Juni 2025, Institut für Demoskopie Allensbach)*.
Die Diskrepanz zwischen minimaler TV-Sichtbarkeit und aktiver Social-Media-Präsenz wirft Fragen zur gesellschaftlichen Wahrnehmung auf. Traditionelle Medien erreichen zwar breite Publikumsgruppen, bilden die Vielfalt der Gesellschaft jedoch unzureichend ab. Soziale Plattformen ermöglichen dagegen direkte Perspektiven, erreichen aber oft spezifischere Zielgruppen. Diese Entwicklung hat konkrete Konsequenzen:
- Medienhäuser stehen vor der Aufgabe, ihre Formate inklusiver zu gestalten und Menschen mit Behinderung nicht nur als Randfiguren, sondern als selbstverständlichen Teil des Programms zu zeigen
- Die Politik muss die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschleunigen und mediale Vielfalt aktiv fördern, um gesellschaftliche Teilhabe umfassend zu verwirklichen
Die Daten zeigen: Während sich die öffentliche Meinung allmählich wandelt, bleibt die mediale Repräsentation eine entscheidende Stellschraube für eine wirklich inklusive Gesellschaft.
Ausblick: Warum Preise wie der BOBBY relevant sind
Auszeichnungen wie der BOBBY zeigen ihre eigentliche Bedeutung erst im gesellschaftlichen Kontext. Die Lebenshilfe betont in ihrer Pressemitteilung deutlich, dass Deutschland bei der Umsetzung der seit 2009 geltenden UN-Behindertenrechtskonvention „meilenweit hinterher“ hinke – eine Aussage, die Tabea Mewes von #notjustdown bei der Preisverleihung aufgriff und als Motivation für weiteres Engagement beschrieb. Diese Diskrepanz zwischen rechtlichem Anspruch und gelebter Praxis macht die Relevanz solcher Auszeichnungen besonders deutlich: Sie schaffen nicht nur Sichtbarkeit, sondern markieren auch die Lücken, die es noch zu schließen gilt.
Für Redaktionen eröffnen sich hier mehrere investigative Ansätze. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland bietet Raum für vertiefende Berichterstattung – von der Analyse konkreter Umsetzungsdefizite bis hin zur Frage, warum Inklusionsthemen im politischen Diskurs oft marginalisiert werden. Medien könnten zudem Zeitreihen zur Repräsentation von Menschen mit Behinderung in deutschen Medien erstellen und so Entwicklungen über Jahre hinweg dokumentieren. Besonders ergiebig wären Expertengespräche mit Vertreterinnen von Inklusionsverbänden, Wissenschaftlerinnen der Medienforschung oder Social-Media-Akteuren wie #notjustdown, die aus ihrer Praxis berichten können.
Der BOBBY erreicht die Öffentlichkeit, weil er nicht nur Einzelpersonen würdigt, sondern ein gesellschaftliches Anliegen sichtbar macht – und diese Sichtbarkeit bleibt notwendig, solange Inklusion keine Selbstverständlichkeit ist.
Die hier bereitgestellten Informationen basieren auf einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Weiterführende Quellen:
- „#NotJustDown betrieb 2021 hauptberuflich seinen Instagram-Kanal und hatte zu diesem Zeitpunkt rund 62.000 Follower*innen (Stand: April 2022).“ – Quelle: https://aktuell.uni-bielefeld.de/2022/04/22/notjustdown-der-alltag-mit-down-syndrom/
- „#NotJustDown erreichte 2024 über 80.000 Follower auf Instagram und wurde als eine der meistzitierten deutschen Social-Media-Initiativen für inklusive Aufklärung genannt (Stand: Dezember 2024).“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Notjustdown
- „Im Jahr 2024 lag die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung in deutschen TV-Programmen bei etwa 2,3 %, während Social-Media-Projekte wie #NotJustDown deutlich an Bedeutung gewinnen (Stand: Oktober 2024).“ – Quelle: https://medien.uni-leipzig.de/studien/representation-matters-2024
- „2025 bewerten 53 % der Bevölkerung die Lebensbedingungen und Chancen für Menschen mit Behinderungen in Deutschland als (eher) inklusiv, während 39 % weiterhin deutliche Benachteiligungen sehen (Stand: Juni 2025).“ – Quelle: https://www.ifd-allensbach.de/umfragen/inklusion2025
19 Antworten
Die Zahlen zur Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen sind erschreckend niedrig in den Medien! Was denkt ihr über die Rolle der Politik dabei?
Politik sollte definitiv aktiver sein! Wir brauchen mehr Gesetze zur Förderung von Inklusion in den Medien!
Ja genau! Nur so können wir sicherstellen, dass alle Stimmen gehört werden und wir eine inklusive Gesellschaft erreichen!
Inklusion sollte mehr in Schulen thematisiert werden! Wie denkt ihr darüber? Kinder lernen am besten durch Beispiele und Vorbilder.
Da stimme ich dir zu! Bildung ist der Schlüssel zur Veränderung. Was haltet ihr von Schulprojekten zur Inklusion?
!Die Ehrung von Frank Busemann zeigt doch die Wichtigkeit von Sport in der Inklusion! Wie kann man mehr Menschen motivieren, sich aktiv im Sport zu engagieren?
Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Instagram-Kanal #notjustdown so viele Follower hat! Das zeigt doch, dass das Interesse an inklusiven Themen wächst. Welche anderen Plattformen könnten auch so genutzt werden?
Ich glaube TikTok könnte auch eine gute Plattform sein! Dort sind viele junge Menschen aktiv und offen für neue Perspektiven.
!Das wäre spannend! Ich finde Social Media ist ein wichtiger Weg, um Missverständnisse auszuräumen.
Ich finde es wirklich bewundernswert, wie Frank Busemann und die Mewes-Geschwister sich für Inklusion einsetzen. Ihre Auszeichnung mit dem BOBBY 2025 ist mehr als verdient! Glaubt ihr, dass solche Preise wirklich einen Unterschied machen?
Ja, ich denke schon! Solche Preise machen auf wichtige Themen aufmerksam. Aber was könnte noch getan werden, um das Bewusstsein für Inklusion zu steigern?
Das stimmt! Man sieht viel zu wenig Menschen mit Behinderungen in den Medien. Wie können wir sicherstellen, dass ihre Stimmen gehört werden?
#notjustdown hat echt einen tollen Einfluss auf die Gesellschaft! Ich finde es super, dass sie eine Plattform bieten für echte Geschichten. Wie können wir solche Geschichten noch mehr verbreiten?
…vielleicht durch Veranstaltungen oder Workshops? So könnte man direkt mit Menschen ins Gespräch kommen!
Die Reichweiten-Entwicklung von #notjustdown zeigt wirklich wie wichtig Social Media für die Sichtbarkeit ist! Es ist traurig zu hören, dass TV-Sichtbarkeit so gering ist. Was könnten wir tun um das zu ändern?
Ich glaube, dass mehr Beiträge über Inklusion in den Medien nötig sind! Vielleicht könnten Sender spezielle Formate entwickeln?
Ich finde das Engagement von Frank Busemann und #notjustdown wirklich bewundernswert. Es ist so wichtig, dass wir über Inklusion sprechen und die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung erhöhen. Was denkt ihr, wie können wir mehr Unterstützung für solche Initiativen bekommen?
Ja, das sehe ich auch so! Ich frage mich oft, wie viele Menschen wirklich wissen, was Inklusion bedeutet. Vielleicht sollten wir mehr Aufklärung betreiben?
Das stimmt! Ich denke auch, dass es viele Missverständnisse gibt, die aufgeklärt werden müssen. Wie kann man aktiv helfen?