– BNN beruft Alissa Schick und Dr. Silke Bruns in seinen Wissenschaftlichen Beirat.
– Nach über 20 Jahren scheiden Martin Rombach und Günter Lach aus dem Beirat aus.
– Neuberufene bringen Fachkompetenz in Öko-Kontrolle und Pestizidanalytik in den Beirat ein.
Neuer Schwung im Wissenschaftlichen Beirat des BNN: Alissa Schick und Dr. Silke Bruns übernehmen
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) vollzieht einen bedeutenden Wechsel in seinem Wissenschaftlichen Beirat. Mit der Neuberufung von Alissa Schick und Dr. Silke Bruns rücken zwei erfahrene Expertinnen nach, die die Arbeit des Gremiums künftig prägen werden. Die beiden folgen auf Martin Rombach und Dr. Günter Lach, die den Beirat über zwei Jahrzehnte mit hoher Sachkenntnis und großem Engagement unterstützt haben. Diese Veränderung markiert nicht nur einen Generationswechsel, sondern stellt auch die Weichen für die zukünftige Qualitätssicherung in der Bio-Branche.
Der Wissenschaftliche Beirat ist für den BNN ein zentrales Gremium. Er berät unabhängig und fachlich fundiert in Fragen der Qualitätssicherung und hat maßgeblich zur Entwicklung der BNN-Richtlinien beigetragen. Besonders hervorzuheben ist der BNN-Orientierungswert (O-Wert), ein praxisnahes Instrument zur Bewertung von Pestizidnachweisen, das über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht und innerhalb der Branche als Referenz gilt.
Martin Rombach, Geschäftsführer der Prüfgesellschaft ökologischer Landbau mbH, und Dr. Günter Lach, beratender Chemiker bei Lach & Bruns, waren seit der Gründung des Beirats im Jahr 2001 die tragenden Säulen dieser Arbeit. Die Pressemitteilung des BNN würdigt ihre Laufbahn: Ihre Zusammenarbeit war „geprägt von analytischer Tiefe, fundierter Sachkenntnis und einem unermüdlichen Einsatz für die Anliegen der Bio-Branche.“ Außerdem spielten sie eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung des O-Werts sowie bei der Bearbeitung komplexer Themen wie der Isotopenanalyse, dem Umgang mit Bromid- und Phosphonsäure-Nachweisen, Lagerschutzmitteln und Strategien zur Reduktion von Weichmachern.
Mit Alissa Schick, Leiterin der Öko-Kontrollstelle bei der Prüfgesellschaft ökologischer Landbau mbH, gewinnt der BNN eine Fachfrau mit über 15 Jahren Erfahrung in der Bio-Kontrolle. Sie verbindet einen breiten Blick auf Herstellungs- und Handelsprozesse mit fundiertem Wissen im Öko-Kontrollrecht. „Mit ihrem breiten Blick für Herstellungs- und Handelsprozesse sowie fundierten Kenntnissen im Öko-Kontrollrecht wird sie eine wertvolle Ansprechpartnerin in Fragen der Umsetzung und rechtlichen Bewertung sein“, heißt es in der Mitteilung.
Dr. Silke Bruns trägt als promovierte Lebensmittelchemikerin und Spezialistin für Pestizidanalytik tiefgehende wissenschaftliche und regulatorische Kompetenz bei. Als Senior Partnerin bei Lach & Bruns bringt sie umfangreiche Erfahrung als Gutachterin im Rahmen der BNN-Laboranerkennung mit. Die Pressemitteilung beschreibt sie als „ideale Brückenbauerin zwischen Theorie und Praxis.“
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren vertritt die Unternehmen der Naturkost- und Naturwarenbranche, die mit rund 18.000 Beschäftigten und mehr als 1.000 Auszubildenden eine bedeutende wirtschaftliche Größe darstellen. 2024 erzielte der deutsche Naturkostgroßhandel einen Umsatz von 3,26 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln, aus dem sich ein Umsatzvolumen von 3,96 Milliarden Euro für den Naturkost-Facheinzelhandel ableiten lässt.
Der Wechsel im Wissenschaftlichen Beirat ist daher von großer Relevanz für die Bio-Branche. Er sichert nicht nur den Fortbestand der hohen Qualitätsstandards, sondern stärkt auch die unabhängige wissenschaftliche Begleitung einer wachsenden Wirtschafts- und Verbrauchersparte. Mit der Neuberufung von Alissa Schick und Dr. Silke Bruns setzt der BNN auf frischen Sachverstand, der die bewährte Expertise der Vorgänger ergänzt und neue Impulse für künftige Anforderungen im Naturkostfachhandel bringt.
Warum wissenschaftliche Qualität in der Bio-Branche immer wichtiger wird
Der jüngste Personalwechsel im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) markiert eine bedeutende Weichenstellung für die Bio-Branche. Mit dem Einstieg von Alissa Schick und Dr. Silke Bruns folgen zwei Experten auf langjährige Wegbereiter wie Martin Rombach und Dr. Günter Lach, die über zwei Jahrzehnte mit ihrer wissenschaftlichen Expertise zentrale Qualitätsstandards im Naturkostfachhandel mitbestimmt haben. Diese Übergabe steht exemplarisch für den steigenden Bedarf an unabhängiger und fundierter Qualitätssicherung in einer Branche, die zunehmend vor komplexen Herausforderungen steht: Nachhaltigkeit, Verbraucherschutz und die Sicherung hoher Bio-Standards verlangen heute mehr denn je exakte wissenschaftliche Begleitung.
Die Bio-Branche wächst nicht nur wirtschaftlich, sondern sieht sich auch einem stärkeren öffentlichen Interesse sowie strengeren regulatorischen Anforderungen ausgesetzt. Dabei gewinnt der Wissenschaftliche Beirat des BNN als unabhängiges Gremium an Bedeutung, weil er nicht nur die Entwicklung praxisnaher Instrumente wie des O-Werts (Orientierungswert für Pestizidnachweise) vorantreibt, sondern auch eine Brücke zwischen Forschung, Regulierung und Praxis schlägt. Der Beirat gewährleistet damit, dass die Qualitätskontrollen in der Naturkostbranche stets auf der aktuellen wissenschaftlichen Grundlage beruhen und über das gesetzliche Mindestniveau hinausgehen.
Neue Rollen im Qualitätsmanagement
Mit der Berufung von Alissa Schick – langjährig erfahren in der Bio-Kontrolle und versiert im Öko-Kontrollrecht – sowie Dr. Silke Bruns – promovierte Lebensmittelchemikerin und Spezialistin für Pestizidanalytik – wird das Qualitätsmanagement im BNN zukunftsfest gestaltet. Beide bringen wertvolle Kompetenzen ein, die für die Umsetzung komplexer Kontrollen und die rechtliche Bewertung von zentraler Bedeutung sind. Sie folgen damit auf Persönlichkeiten, die nicht nur akademische Tiefe, sondern auch praktische Anwendbarkeit verbanden. Die vielfältigen Aufgaben ihres neuen Mandats erfordern nun, den Spagat zwischen Innovationsbereitschaft und bewährten wissenschaftlichen Methoden zu meistern.
Typische Herausforderungen im Bio-Sektor, die der Wissenschaftliche Beirat aktiv mitgestaltet, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Präzise Bewertung von Pestizidrückständen mit Instrumenten wie dem O-Wert
- Umgang mit komplexen Nachweisen, etwa Bromid- und Phosphonsäure-Rückständen
- Entwicklung von Strategien zur Reduktion unerwünschter Stoffe wie Weichmachern
- Umsetzung strenger gesetzlicher und branchenspezifischer Kontrollvorgaben
Diese Punkte spiegeln die Vielschichtigkeit der Qualitätssicherung wider, die weit über oberflächliche Kontrollen hinausgeht und fundierte wissenschaftliche Analysen sowie kontinuierliche Anpassungen erforderlich macht.
Zukunftstrends im Bio-Bereich
Der Wandel im Wissenschaftlichen Beirat signalisiert auch den notwendigen Schritt hin zu einer noch stärker wissenschaftlich fundierten Qualitätssicherung. Während frühere Generationen Pionierarbeit für klare Standards geleistet haben, stehen die Nachfolger vor neuen Herausforderungen, die unter anderem den wachsenden Anspruch an Nachhaltigkeit und den Schutz von Verbraucherinteressen widerspiegeln. Fortschrittliche Analytik, innovative Monitoring-Methoden und ein enger Austausch zwischen Wissenschaft, Handel und Politik werden künftig eine noch zentralere Rolle spielen.
Die Fähigkeit, wissenschaftliche Fachkompetenz mit praktischer Kontrollpraxis zu verknüpfen, bleibt ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Bio-Branche. Nur so können Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin auf die Qualität und Sicherheit von Naturkostprodukten vertrauen – und die Branche ihre führende Rolle im wachsenden Bio-Markt behaupten.
Die hier veröffentlichten Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.