– VKU unterstützt bundesweite Kampagne „#wirfuerbio“ ab 15. September für sauberen Bioabfall
– Ziel: Vermeidung von Plastik in der Biotonne zur Kompostqualität und Energiegewinnung
– Seit 2018 beteiligen sich über 80 kommunale Betriebe aus zwölf Bundesländern
VKU startet gemeinsam mit „#wirfuerbio“ für sauberen Biomüll und eine starke Kreislaufwirtschaft
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt die Umweltkampagne „#wirfuerbio“, die sich für eine möglichst störstofffreie Bioabfallsammlung einsetzt und Plastik in der Biotonne ablehnt. Am 15. September beginnt die bundesweite Aktion, bei der kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe aus ganz Deutschland ein starkes Zeichen für mehr Umweltbewusstsein und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft setzen. „Sauberer Bioabfall – also Bioabfall mit möglichst wenig Fremdstoffen – ist die Grundlage für hochwertigen Kompost und klimafreundliche Energie. Wer richtig trennt, schützt nicht nur die Umwelt, sondern stärkt auch die kommunale Kreislaufwirtschaft“, betont Uwe Feige, VKU-Vizepräsident und Leiter des Kommunalservice Jena.
Die Kampagne „#wirfuerbio“ wurde 2018 von kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben ins Leben gerufen und umfasst inzwischen über 80 Teilnehmer aus zwölf Bundesländern. Die Aktion informiert darüber, dass Plastik – auch sogenanntes Bioplastik – nicht in die Biotonne gehört, da selbst kompostierbare Kunststoffbeutel sich nicht vollständig zersetzen und Mikroplastik in den Kompost und somit in die Umwelt, die Nahrung und das Trinkwasser gelangen kann. Um das Bewusstsein bei der Bevölkerung zu erhöhen, werden bundesweit Informationsmaterialien verteilt, Tonnenkontrollen durchgeführt und Bürgerinnen und Bürger beispielsweise auf Wochenmärkten, in Schulen oder über Social Media direkt angesprochen. Ziel der Kampagne ist es, die Fehlwurfquote deutlich zu senken und die Qualität des Bioabfalls zu verbessern.
Sortenreiner Bioabfall ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Kreislaufwirtschaft. Er liefert hochwertigen Kompost, der Böden verbessert und Torf ersetzt. Zudem wird Bioabfall in Biogasanlagen zu Strom und Wärme umgewandelt – eine klimafreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern. Voraussetzung für diese Nutzung ist jedoch, dass der Bioabfall möglichst frei von Störstoffen wie Plastik, Glas oder Metall ist.
Kreislaufwirtschaft stärken: Warum saubere Biotonnen für Umwelt und Gesellschaft entscheidend sind
Die Bedeutung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft rückt immer stärker in den Fokus des Umwelt- und Klimaschutzes. Im Zentrum steht dabei sortenreiner Bioabfall, der maßgeblich dazu beiträgt, natürliche Ressourcen zu schonen und gleichzeitig Boden und Klima zu entlasten. Doch wie beeinflusst eine saubere Biotonne den Alltag und welche Folgen hat Kontamination durch Plastik für uns alle?
Bioabfall, der frei von Fremdstoffen ist, dient als Rohstoff für die Herstellung hochwertiger Komposte. Diese verbessern die Bodenqualität, fördern die Biodiversität und ersetzen zudem schädliche Torfprodukte. In Biogasanlagen erzeugt er erneuerbare Energie in Form von Strom und Wärme – ein bedeutender Beitrag zur Reduzierung fossiler Energieträger. Damit das gelingt, ist eine möglichst störstofffreie Sammlung entscheidend, denn jedes Stück Plastik senkt die Qualität des kompostierten Materials und kann die technische Anlagenfunktion beeinträchtigen.
Warum ist sortenreiner Bioabfall entscheidend?
Der Grund dafür liegt in den Anforderungen an die stoffliche Verwertung. Werden der Biotonne Fremdstoffe wie Plastik, Glas oder Metall beigemischt, verschlechtert sich das Kompostprodukt und die Effizienz der Energieerzeugung sinkt. Selbst sogenanntes „biologisch abbaubares“ Plastik zersetzt sich nicht vollständig im Kompostierungsprozess. Dabei entstehen Mikroplastikpartikel, die sich im Boden anreichern und schädliche Auswirkungen auf Mikroorganismen und die Bodenstruktur haben können. Diese Schadstoffe gelangen langfristig über Boden und Pflanzen auch in unsere Nahrungskette und ins Trinkwasser.
Sauberer und sortenreiner Bioabfall ist deshalb nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit für die kommunalen Entsorger, sondern hat eine direkte ökologische und gesundheitliche Bedeutung für die gesamte Bevölkerung. Wenn Abfälle falsch entsorgt werden, verursachen sie Mehraufwand, höhere Kosten und leistungsmindernde Nachwirkungen im Kreislaufsystem.
Plastikmüll in der Biotonne: Herausforderungen und Lösungswege
Das Problem des Plastiks in der Biotonne ist vielschichtig. Viele Menschen wissen nicht genau, was dort hineingehört oder sind unsicher, wie sie Bioabfälle richtig trennen. Diese Informationslücken führen dazu, dass häufig Plastikbeutel oder Verpackungen im organischen Abfall landen – oft mit dem Eindruck, da sei „Bioplastik“ benutzt worden, das kompostierbar sei. Die Realität sieht jedoch anders aus: Diese Beutel zersetzen sich nicht vollständig und Mikroplastik bleibt zurück.
Ein Lösungsweg besteht in verstärkter Aufklärung und Kommunikation, wie sie die Kampagne „#wirfuerbio“ vorantreibt. Durch bundesweite Informationsaktionen, Tonnenkontrollen und Gespräche auf Marktplätzen und in Schulen soll die Fehlwurfquote reduziert werden. Bessere Trennung steigert die Qualität des Bioabfalls, senkt Entsorgungskosten und verbessert die Umweltbilanz.
Praktische Vorteile sortenreiner Biotonnen:
- Höhere Qualität des Komposts als Bodenverbesserer
- Effektivere und emissionsärmere Energiegewinnung in Biogasanlagen
- Vermeidung der Ausbreitung von Mikroplastik in Boden und Gewässern
- Stabile, nachhaltige Kreislaufwirtschaft mit weniger Restabfall
Eine saubere Bioabfallsammlung ist somit ein zentraler Schritt in Richtung nachhaltiges Wirtschaften und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.
Auch aus gesellschaftlicher Sicht bietet dies eine Chance, Bürgerschaftlichkeit und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Jeder Mensch kann durch richtiges Trennen einen wichtigen Beitrag leisten. Kommunale Entsorgungsunternehmen wiederum gewinnen durch gute Bioabfallqualität Planungssicherheit und Effizienz.
Zukunftsweisend wird es sein, bürgerschaftliches Engagement mit politischen und rechtlichen Maßnahmen zu verknüpfen, um Fehlwürfe systematisch zu reduzieren. Dazu zählen zum Beispiel verbindliche Standards für Biotonnen sowie Anreize für Vermeidung von Verpackungsmüll an der Quelle. Nur so lässt sich die Kreislaufwirtschaft nachhaltig stärken und der Schutz von Umwelt und Gesundheit langfristig sichern.
Grundlage dieses Beitrags sind Informationen und Zitate aus einer Pressemitteilung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).
9 Kommentare
‚#wirfuerbio‘ ist ein Schritt in die richtige Richtung! Es ist erschreckend zu hören, wie viel Mikroplastik im Boden landet. Was denkt ihr über spezielle Bioplastik-Tüten? Sind sie wirklich kompostierbar?
@Michaela80 Ich bin skeptisch gegenüber Bioplastik-Tüten. Oft werden sie nicht richtig zersetzt und schaden letztendlich nur der Umwelt noch mehr.
@Michaela80 Gute Frage! Es gibt viele Missverständnisse über Bioplastik. Ich denke, Aufklärung ist hier der Schlüssel – viele wissen einfach nicht Bescheid.
Ich finde es super, dass VKU diese Kampagne gestartet hat! Wir müssen alle dafür sorgen, dass unser Bioabfall sauber bleibt. Habt ihr Ideen, wie wir Nachbarn motivieren können? Manchmal sind sie nicht so engagiert.
Erich, vielleicht könnten wir Nachbarschaftstreffen organisieren und Informationen austauschen? Wenn jeder etwas dazu beiträgt und wir uns gegenseitig unterstützen, wird das sicher helfen!
Das klingt nach einer großartigen Idee! Vielleicht könnten wir auch kleine Wettbewerbe veranstalten – wer trennt am besten seinen Abfall? Das könnte die Leute wirklich motivieren!
Ich finde die Kampagne ‚#wirfuerbio‘ wirklich wichtig! Es ist entscheidend, dass wir unser Plastikproblem angehen. Hat jemand von euch Tipps, wie man besser trennen kann? Ich denke, es könnte auch hilfreich sein, mehr Workshops in Schulen anzubieten!
Das ist eine gute Idee, Evelyne! Workshops könnten das Bewusstsein wirklich schärfen. Aber wie sieht es mit der Unterstützung der Gemeinden aus? Ich glaube, sie sollten auch mehr Informationen bereitstellen.
Ich stimme zu! Wenn mehr Informationen vorhanden wären, würden weniger Menschen falsch entsorgen. Ich habe neulich einen Flyer gesehen, der erklärt hat, was in die Biotonne gehört. Solche Materialien sollten weit verbreitet werden!