– Die BHE-Konjunkturumfrage zeigt eine stabile, positive Entwicklung im Sicherheitsmarkt.
– Fast 75 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut.
– 55 Prozent der Unternehmen planen Neueinstellungen, was den Fachkräftebedarf unterstreicht.
Sicherheitsbranche mit stabiler Geschäftslage
Die aktuelle Herbst-Konjunkturumfrage des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. zeigt eine weiterhin stabile und leicht positive Entwicklung im Sicherheitsmarkt. Die Facherrichter bewerten ihre derzeitige Geschäftslage mit der Note 2,02 und damit etwas besser als im Frühjahr 2025 (2,09) (Stand: Herbst 2025/BHE-Konjunkturumfrage). Gleichzeitig ist dies der drittbeste Wert seit Anfang 2020. Der Anteil an Betrieben, die eine „schlechte Geschäftslage“ beklagen, beträgt knapp 4 Prozent (Stand: Herbst 2025/BHE-Konjunkturumfrage). In den Kundengruppen entwickelt sich der Privatsektor positiv: Nach 3,08 im Herbst 2024 und 2,95 im Frühjahr 2025 erreicht er nun 2,94 (Stand: Herbst 2025/BHE-Konjunkturumfrage). Der gewerbliche Bereich liegt bei 2,26 (Frühjahr 2025: 2,20), der behördliche Bereich bei 2,56 (Frühjahr 2025: 2,67). Die Fachsparten zeigen unterschiedliche Tendenzen: Während Brandmeldetechnik (1,91; Frühjahr 1,96) und Zutrittssteuerung (2,15; Frühjahr 2,16) Aufschwung verzeichnen, sind Einbruchmeldetechnik (2,48; Frühjahr 2,40), Videosicherheit (2,33; Frühjahr 2,31) und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (2,20; Frühjahr 2,16) leicht rückläufig. Die Zukunftsnote von 2,15 (Stand: Herbst 2025/BHE-Konjunkturumfrage) wurde seit Anfang 2020 nur im Herbst 2021 mit 2,06 übertroffen. Laut Umfrage planen 55 Prozent der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen. 44 Prozent möchten ihren Personalstamm halten, nur 1 Prozent rechnet mit einem Abbau (Stand: Herbst 2025/BHE-Konjunkturumfrage).
Elektronische Sicherheitstechnik: Wachstum trotz gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen
Die positive Grundstimmung in der Sicherheitsbranche, wie sie die aktuelle BHE-Konjunkturumfrage widerspiegelt, findet ihre Entsprechung in den gesamtwirtschaftlichen Daten des Sektors. Die elektronische Sicherheitstechnik verzeichnete im Jahr 2023 ein Marktwachstum und erreichte damit ein Volumen von 5,3 Milliarden Euro.* Dieser anhaltende Aufwärtstrend unterstreicht die robuste Nachfrage nach Sicherheitslösungen.
Wachstum der elektronischen Sicherheitstechnik
Die Branche entwickelte sich weiter dynamisch: Ende 2024 beschäftigte die deutsche Sicherheitswirtschaft rund 890.000 Arbeitnehmer:innen und erzielte einen Gesamtumsatz von 220 Milliarden Euro.* Diese Zahlen belegen nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors, sondern auch sein substanzielles Beschäftigungspotenzial.
Beschäftigungs- und Umsatzdaten der Branche
Vor diesem Hintergrund erscheint die leicht positive Stimmung aus der BHE-Umfrage besonders plausibel. Dass fast drei Viertel der Betriebe ihre aktuelle Marktsituation als gut oder sehr gut bewerten, korrespondiert mit der soliden gesamtwirtschaftlichen Performance. Gleichzeitig zeigt der hohe Fachkräftebedarf – mehr als die Hälfte der Betriebe plant Neueinstellungen –, dass die Branche trotz ihres beachtlichen Größenwachstums weiter expandieren will. Die elektronische Sicherheitstechnik etabliert sich damit zunehmend als stabiler Wirtschaftsfaktor, der auch in unsicheren gesamtwirtschaftlichen Phasen Wachstum generiert.
Marktentwicklung im Überblick: Zahlen und Fakten
Die Sicherheitsbranche in Deutschland zeigt sich als dynamischer Wirtschaftszweig mit stabilen Wachstumsraten. Diese kompakte Übersicht fasst wichtige Kennzahlen aus verschiedenen Bereichen der Sicherheitswirtschaft zusammen:
- Im Jahr 2023 wuchs der Markt für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland um 3,6 % auf über 5,3 Mrd. Euro (Quelle: ZVEI)* – Stand: 2023
- Der Markt für Sicherheitsdienstleistungen verzeichnete 2023 ein Umsatzwachstum von 12,6 % auf 13,4 Mrd. Euro (Quelle: Security-Explorer)* – Stand: 2023
- Die 25 führenden Sicherheitsdienstleister in Deutschland erzielten 2024 ein Umsatzwachstum von 7,5 % und vergrößerten ihren Personalbestand um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Facility Manager)* – Stand: 2024
- Ende 2024 beschäftigte die deutsche Branche rund 890.000 Arbeitnehmer:innen und erzielte einen Gesamtumsatz von 220 Mrd. Euro (Quelle: ZVEI)* – Stand: Ende 2024
- In Deutschland waren 2025 über 290.000 Beschäftigte im Bereich Wach- und Sicherheitsdienste tätig (Quelle: Statista)* – Stand: 2025
Der Arbeitskräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung.
Personalsituation: Folge für Betriebe und Gesellschaft
Die positive Geschäftsentwicklung im Sicherheitsmarkt trifft auf eine anhaltend angespannte Personalsituation. Laut der aktuellen BHE-Konjunkturumfrage bleibt die Personalfrage ein zentrales Thema für die Branche. Diese Einschätzung wird durch externe Zahlen gestützt: Bereits hatten 92 Prozent der Sicherheitsunternehmen Schwierigkeiten, Personal zu finden* – ein Trend, der sich im privaten Sicherheitsgewerbe fortsetzt. Dieser Fachkräftemangel wirkt sich unmittelbar auf Betriebe, Dienstleistungsqualität und letztlich auch auf die Verbraucher aus.
Fachkräftemangel als Wachstumsbremse
Der Bereich Wach- und Sicherheitsdienste stellt einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar. Doch die Personaldecke bleibt dünn. Die hohe Nachfrage nach Sicherheitslösungen stößt an personelle Grenzen: Unternehmen können Aufträge nur bedingt annehmen oder müssen längere Vorlaufzeiten einkalkulieren. Besonders im Objektschutz, bei Veranstaltungen oder in der Gefahrenabwehr wird spürbar, wie eng der Arbeitsmarkt gespannt ist. Betriebe, die eigentlich expandieren könnten, sehen sich durch den Mangel an qualifizierten Kräften ausgebremst.
Folgen für Angebot und Kosten
Die personelle Unterbesetzung hat direkte Konsequenzen für das Dienstleistungsangebot. Kunden müssen mit verlängerten Wartezeiten für Planung, Installation und Wartung von Sicherheitstechnik rechnen. In akuten Fällen – etwa bei nachträglicher Sicherung nach Einbrüchen – kann dies zu kritischen Verzögerungen führen. Gleichzeitig steigen die Personalkosten, die sich in höheren Preisen für Sicherheitsdienstleistungen niederschlagen. Für private Haushalte, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen bedeutet dies: Die Verfügbarkeit von Sicherheitslösungen wird teurer und unter Umständen zeitlich eingeschränkt.
Die Personalfrage entwickelt sich damit zu einem gesellschaftlichen Thema. Wenn Sicherheitsdienstleister an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, betrifft das letztlich den Schutz von Eigentum, Infrastruktur und persönlicher Sicherheit. Die Branche steht vor der doppelten Herausforderung, einerseits den wachsenden Bedarf zu decken und andererseits die hohen Qualitätsstandards unter erschwerten Personalbedingungen aufrechtzuerhalten.
Ausblick für den Sicherheitsmarkt
Die Grundstimmung im Sicherheitshandwerk weist auf eine Entwicklung in den kommenden Monaten hin. Externe Wirtschaftsdaten zeigen unterschiedliche Dynamiken zwischen den Kundensegmenten. Für eine Einschätzung lohnt sich der Blick auf aktuelle Marktberichte, Beschäftigungszahlen und Branchenrankings wie die Lünendonk-Listen.*
Die vorliegenden Daten und Aussagen stammen aus einer Mitteilung des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. und spiegeln die aktuelle Lage im Sicherheitsmarkt wider.
Weiterführende Quellen:
- „Im Jahr 2023 wuchs der Markt für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland um 3,6 % auf über 5,3 Mrd. Euro.“ – Quelle: https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/wachstumstrend-in-der-elektronischen-sicherheitstechnik-setzt-sich-leicht-abgeschwaecht-fort
- „Ende 2024 beschäftigte die deutsche Branche rund 890.000 Arbeitnehmer:innen und erzielte einen Gesamtumsatz von 220 Mrd. Euro.“ – Quelle: https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/wachstumstrend-in-der-elektronischen-sicherheitstechnik-setzt-sich-leicht-abgeschwaecht-fort
- „Der Markt für Sicherheitsdienstleistungen verzeichnete 2023 ein Umsatzwachstum von 12,6 % auf 13,4 Mrd. Euro.“ – Quelle: https://security-explorer.de/sicherheitsmarkt-in-deutschland-wachstum-trotz-herausforderungen/
- „Die 25 führenden Sicherheitsdienstleister in Deutschland erzielten 2024 ein Umsatzwachstum von 7,5 % und vergrößerten ihren Personalbestand um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr.“ – Quelle: https://www.facility-manager.de/aktuelles/luenendonk-liste-2025-sicherheitsdienstleister-werden-digital/
- „Der Arbeitskräftemangel bleibt auch im Jahr 2025 ein zentrales Problem: 92 % der Sicherheitsunternehmen hatten 2022 Schwierigkeiten, Personal zu finden; der Trend setzt sich fort, insbesondere im privaten Sicherheitsgewerbe.“ – Quelle: https://www.sequrix.com/de/blog/die-wichtigsten-trends-in-der-sicherheitsbranche/
- „In Deutschland waren 2025 über 290.000 Beschäftigte im Bereich Wach- und Sicherheitsdienste tätig.“ – Quelle: https://de.statista.com/themen/1543/wach-und-sicherheitsdienste/
8 Antworten
‚Einbruchmeldetechnik‘ scheint zurückzugehen… Warum ist das so? Ist es wegen der steigenden Nachfrage nach anderen Sicherheitssystemen?
Die Daten sind echt beeindruckend! Aber ich frage mich, ob der Markt nicht irgendwann überhitzt? Gibt es schon Anzeichen dafür?
‚Überhitzen‘ klingt gefährlich! Vielleicht sollten Unternehmen vorsichtiger planen und nachhaltige Wachstumsstrategien entwickeln.
Die Umfrage zeigt eine positive Tendenz. Aber was ist mit dem Fachkräftemangel? Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, Personal zu finden. Wie könnte man das Problem lösen?
Das ist wirklich ein großes Problem! Vielleicht sollten mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden oder Anreize für Quereinsteiger angeboten werden.
Ich finde es interessant, dass fast 75% der Betriebe ihre Lage gut bewerten. Aber wie sieht es mit den Löhnen aus? Die Branche wächst, aber können die Mitarbeiter davon auch profitieren?
Das stimmt! Wenn die Firmen wachsen, sollten auch die Löhne steigen. Gibt es dazu Statistiken? Ich hoffe, dass die Beschäftigten auch von den guten Zahlen profitieren.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt! Ich denke, die Arbeitgeber müssen mehr tun, um Fachkräfte zu halten. Wie sieht das mit Weiterbildungsmöglichkeiten aus?