Elektroauto-Bestellungen brechen ein: Ursachen, Folgen und Perspektiven für die Mobilitätswende im deutschen Autohandel

Im ersten Halbjahr 2024 sind die Bestellungen für batterieelektrische Fahrzeuge in deutschen Autohäusern um knapp die Hälfte und für Plug-in-Hybride um rund ein Drittel eingebrochen, während Diesel- und Benzinfahrzeuge Zuwächse verzeichnen. Rund neun von zehn Händlern bewerten die aktuelle E-Mobilitätssituation als schlecht, Hauptgründe sind hohe Anschaffungskosten, unsichere Restwerte und unzureichende Ladeinfrastruktur. 70 Prozent der Autohäuser fordern daher eine gezielte CO₂-Preisförderung, um Elektromobilität und E-Fuels zu stärken und den Mobilitätswandel voranzubringen.
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– Privatkunden-BEV-Bestellungen H1/2024 um 47 %, PHEVs um 37 % gesunken
– Gewerbliche BEV-Bestellungen H1/2024 um 41 %, PHEVs um 33 % eingebrochen
– 91 % der Händler bewerten BEV-, 79 % PHEV-Bestellungen als schlecht oder sehr schlecht

Drastischer Einbruch bei Bestellungen von Elektrofahrzeugen in deutschen Autohäusern

Die Autohäuser in Deutschland verzeichnen im ersten Halbjahr 2024 eine dramatische Entwicklung bei den Neufahrzeugbestellungen. Besonders stark betroffen sind die rein batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV), deren Nachfrage bei Privatkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 % zurückging. Auch die Bestellungen für Plug-in-Hybride (PHEV) sanken um 37 %. Im Gegensatz dazu weist der Markt für Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben wie Diesel und Benziner eine Zunahme von 24 % im Privatkundensegment auf. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei gewerblichen Kunden: Hier fielen die Bestellungen für BEVs um 41 %, jene für PHEVs um 33 % zurück, während Diesel- und Benzinfahrzeuge um 20 % zulegten.

Die aktuelle Lage wird von den Autohäusern überwiegend kritisch beurteilt. Rund 91 % bewerten die Situation bei BEV-Bestellungen von Privatkunden als „sehr schlecht“ oder „schlecht“. Für PHEVs äußern 79 % eine negative Einschätzung. Auch im Geschäftskundenbereich sind die Aussichten getrübt: 84 % sehen die Lage für BEV und 73 % für PHEV als schlecht an. Trotz der düsteren Zahlen rechnen immerhin 39 % der Autohäuser im Privatkundensegment mit einer stabilen bis guten Auftragslage.

Händler sehen als zentrales Hindernis für den Absatz von BEVs und PHEVs vor allem den hohen Anschaffungspreis sowie die hohen Leasingraten. Durch unsichere Wiederverkaufswerte und geringe Restwerte entsteht zusätzlich Zurückhaltung bei den Kund:innen. Auch die unzureichende Ladeinfrastruktur zu Hause und am Arbeitsplatz erschwert die Kaufentscheidung erheblich. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen sprechen sich 70 % der befragten Autohäuser für eine gezielte Nutzung des CO2-Preises zur Förderung alternativer Antriebsarten wie E-Fuels und Elektromobilität aus.

ZDK-Präsident Arne Joswig fasst die Lage prägnant zusammen: Die deutlich rückläufige Bestellsituation bei BEV und PHEV im ersten Halbjahr macht deutlich, wie schwierig die Lage in den Autohäusern ist. Die hohen Preise und Leasingraten werden als ein wichtiges Hemmnis für den Hochlauf der E-Mobilität gesehen.

Mobilitätswende auf dem Prüfstand: Ursachen und Perspektiven der Elektroauto-Flaute

Die initiale Begeisterung für Elektroautos hat spürbar nachgelassen. Die gesunkene Akzeptanz wirft Fragen auf: Warum zögern Verbraucherinnen und Verbraucher beim Umstieg auf E-Mobilität? Welche Einflussfaktoren bestimmen die Kaufzurückhaltung? Und wie wirken sich die Entwicklungen auf Gesellschaft, Politik und die Automobilbranche aus?

Das komplexe Zusammenspiel zwischen begrenzter Infrastruktur, politischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Erwartungen sorgt für eine Durststrecke in der Nachfrage. Diese Phase der Unsicherheit beinhaltet zugleich enorme Chancen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Mobilitätswende ist unbestritten: Sie bestimmt das Tempo bei der Klimaneutralität, verändert urbane Lebensräume und fordert neue Wirtschaftsmodelle. Die Elektroauto-Flaute ist somit nicht nur ein Moment der Krise, sondern auch ein Katalysator für Innovation und strategische Weichenstellungen.

Warum sinkt die Akzeptanz von Elektroautos?

Die sinkende Nachfrage beruht auf einer Reihe von Hemmnissen, die Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit verunsichern. Dazu gehören technische Bedenken wie begrenzte Reichweiten oder Ladezeiten ebenso wie die wahrgenommenen Kosten und die noch nicht flächendeckende Ladeinfrastruktur. Auch gesellschaftliche Faktoren spielen eine Rolle: Die Gewohnheiten und Erwartungen an Mobilität ändern sich nur langsam, zudem existieren Zweifel an der Nachhaltigkeit der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Automobilbranche steht hier vor der Herausforderung, Vertrauen durch verbesserte Technologien und transparente Kommunikation zurückzugewinnen. Gleichzeitig sind politische Rahmenbedingungen entscheidend, um verlässlich Anreize zu setzen und den Ausbau der Infrastruktur zu beschleunigen. Nur wenn diese Wechselwirkungen reibungslos zusammenwirken, kann die Akzeptanz wieder wachsen.

Welche Perspektiven hat die Branche?

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten birgt die Mobilitätswende strategische Chancen. Die Branche muss ihre Innovationskraft bündeln, um praktische Lösungen zur Alltagstauglichkeit und Kostensenkung zu liefern. Zudem sind Kooperationen zwischen Politik und Wirtschaft unerlässlich, um einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören:

  • Ausbau einer zuverlässigen und flächendeckenden Ladeinfrastruktur
  • Verbesserung der Batterietechnologie hinsichtlich Reichweite, Kosten und Nachhaltigkeit
  • Erhöhung der Transparenz und Akzeptanz in der Gesellschaft durch Aufklärung und Vertrauen
  • Politische Stabilität und klare Förderprogramme als Planungsgrundlage für Investitionen
  • Integration der Elektromobilität in umfassendere Mobilitätskonzepte

Die Elektromobilität steht damit an einem Wendepunkt, an dem technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren eng verzahnt sind. Ein koordiniertes Handeln aller Akteure kann die Mobilitätswende erfolgreich voranbringen und die Basis für eine klimafreundliche und nutzerorientierte Zukunft legen.


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Autohandel: Im ersten Halbjahr 47 Prozent weniger private BEV-Bestellungen / Düstere …

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6 Kommentare

  1. Die ZDK-Umfrage zeigt, dass der Markt sich nicht für Elektroautos interessiert. Vielleicht sollten die Hersteller mal drüber nachdenken, warum das so ist.

  2. Also, ich verstehe nicht, warum die Leute keine Elektroautos wollen. Sind doch umweltfreundlicher. Aber die Preise sind echt hoch, das verstehe ich.

  3. Die Regierung sollte mehr tun, um die Ladeinfrastruktur zu verbessern. sonst kauft niemand Elektroautos. Die Steuern müssen auch gesenkt werden für diese Autos.

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