Betriebliche Pflegeversicherung: 76% der Beschäftigten fordern bPV als Top-Benefit 2025

Mehr als drei Viertel der Beschäftigten in Deutschland wünschen sich eine betriebliche Pflegeversicherung vom Arbeitgeber. Die Nachfrage nach solchen Zusatzleistungen wächst, wie auch die betriebliche Krankenversicherung weiter an Bedeutung gewinnt. Der Verband fordert daher eine stärkere steuerliche Förderung dieses Vorsorgeinstruments.

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Das Wichtigste in Kürze

  • 76 % der Beschäftigten wünschen sich eine betriebliche Pflegeversicherung als wichtigen Zusatzbenefit.
  • Die betriebliche Krankenversicherung wächst stark und unterstützt Unternehmen im Fachkräftemangel.
  • Der PKV-Verband fordert eine stärkere steuerliche Förderung der betrieblichen Pflegevorsorge.
  • Betriebliche Pflegeversicherung schützt Beschäftigte vor hohen Eigenanteilen bei Pflegekosten.
  • Unternehmen profitieren durch höhere Mitarbeiterbindung und bessere Recruiting-Chancen bei moderaten Kosten.

– Über drei Viertel der Beschäftigten wünscht sich eine betriebliche Pflegeversicherung vom Arbeitgeber.
– Die betriebliche Krankenversicherung wächst und dient Unternehmen als Instrument im Fachkräftemangel.
– Der PKV-Verband fordert eine stärkere steuerliche Förderung der betrieblichen Pflegevorsorge.

Demografischer Wandel erhöht die Bedeutung betrieblicher Pflegevorsorge

Die steigende Zahl älterer Menschen in Deutschland führt dazu, dass die Belastung durch Pflegekosten weiter wächst. Diese Entwicklungen machen deutlich, warum betriebliche Absicherungsmodelle zunehmend an Bedeutung gewinnen. "Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demografischen Entwicklung immer relevanter", erklärt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbands. "Insbesondere mit Blick auf die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege. Die kapitalgedeckte betriebliche Pflegeversicherung kann das finanzielle Risiko dieser Pflegelücke nicht nur effizient zu günstigen Prämien, sondern auch nachhaltig und generationengerecht absichern. Deswegen sollte die Politik dieses sinnvolle Vorsorgeinstrument stärker steuerlich fördern."

Der Bereich der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), zu dem die bPV gehört, verzeichnet 2025 ebenfalls ein deutliches Wachstum. Aktuell bieten viele Unternehmen in Deutschland eine voll arbeitgeberfinanzierte bKV an*. Die Zahl der Beschäftigten, die von einer betrieblichen Krankenversicherung profitieren, steigt ebenfalls kontinuierlich*. Insgesamt sind derzeit mehrere Millionen Mitarbeitende in der bKV versichert, darunter auch Personen mit einer bPV*.

Dazu passt auch GKV-Reform: PKV-Verband warnt vor Systembruch durch geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze.

Die Attraktivität der bKV als Arbeitgeberinstrument bleibt ungebrochen. Rund 68 Prozent der Beschäftigten würden eine solche Zusatzleistung begrüßen, 55 Prozent betrachten sie sogar als wichtiger als andere Zusatzleistungen wie Jobtickets oder Mobiltelefone. Brahm betont: "In Zeiten eines sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels ist die bKV ein strategischer Vorteil für Unternehmen. Sie stärkt die Mitarbeiterbindung, erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber und schafft gleichzeitig einen echten gesundheitlichen Mehrwert."

Die betriebliche Krankenversicherung ergänzt die Gesetzliche Krankenversicherung, indem sie zusätzliche Gesundheitsleistungen abdeckt, die nicht oder nur unzureichend von den Krankenkassen übernommen werden. Dazu gehören hochwertiger Zahnersatz, Wahlleistungen im Krankenhaus sowie Auslandsreisekranken- und Krankentagegeldversicherungen. Besonders für Unternehmen und Beschäftigte bietet die bKV den Vorteil, dass kein Gesundheitscheck erforderlich ist und die Absicherung oft auch Angehörigen zugänglich gemacht werden kann.

Entwicklung der betrieblichen Krankenversicherung: Aktueller Stand und Hintergründe

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Aufschwung. Dieser Trend zeigt sich nicht nur in steigenden Teilnehmerzahlen, sondern auch in der zunehmenden Vielfalt der angebotenen Leistungen. Eine Analyse der Entwicklung im zeitlichen Vergleich liefert Hinweise auf die zunehmende Bedeutung dieses Instruments in der deutschen Unternehmenswelt.

Wachstum der bKV im Zeitverlauf

Bis Ende 2023 verzeichnete die bKV insgesamt 39.300 Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden einen Versicherungsschutz boten (Stand: 2023). Laut einer Untersuchung wurde diese Zahl im Jahr 2024 auf 44.500 Unternehmen erhöht, was einem Zuwachs von 13,4 Prozent entspricht (Stand: 2024). Ende 2025 bestehen gemäß einer aktuellen Erhebung 60.600 Unternehmen, die eine vollständig arbeitgeberfinanzierte bKV anbieten. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 8.100 Unternehmen zu verzeichnen, was einer Steigerung von 15,6 Prozent entspricht (Stand: 2025)*.

Parallel wächst auch die Zahl der versicherten Beschäftigten deutlich. 2023 lag die Anzahl bei 2,11 Millionen (Stand: 2023). Im Jahr 2024 stieg sie auf 2,53 Millionen (Stand: 2024) und umfasst Ende 2025 insgesamt 2,82 Millionen Beschäftigte (Stand: 2025)*. Damit wurden in drei Jahren rund 710.000 zusätzliche Mitarbeitende in die bKV eingebunden.

Jahr Unternehmen mit bKV Versicherte Beschäftigte Quelle/Stand
2023 39.300 2,11 Mio. (Quelle: Versicherungsbote, Stand: 2023)*
2024 44.500 2,53 Mio. (Quelle: Portfolio Institutionell, Stand: 2024)*
2025 60.600 2,82 Mio. (Quelle: Versicherungsjournal, Stand: 2025)*

Die Unterschiede zwischen den vom PM genannten „60.000 Unternehmen“ und den recherchierten 60.600 Firmen im Jahr 2025 dürften auf Rundungsdifferenzen und unterschiedliche Erhebungsmethoden zurückzuführen sein.

Kosten und Unternehmensrealität

Die durchschnittlichen Kosten für eine bKV belaufen sich auf circa 23 Euro pro Mitarbeiter und Monat (Stand: 2024). Arbeitgeber schätzen die Investition als wirtschaftlich sinnvoll ein: Laut einer Studie aus 2024 sind 88 Prozent der Anbieter sehr zufrieden mit ihrer bKV-Angebotsstrategie. Zudem zeigen die Daten, dass die betriebliche Krankenversicherung ein wirksames Mittel im Wettbewerb um Fachkräfte ist: Rund 68 Prozent der Beschäftigten begrüßen diese Zusatzleistung, und 55 Prozent finden sie sogar wichtiger als andere Benefits wie Jobtickets oder Mobiltelefone*.

Positive Effekte auf Recruiting und Mitarbeitermotivation sind messbar: Die Studie belegt eine Steigerung der Attraktivität beim Anwerben junger Fachkräfte (+14 %) sowie bei der Mitarbeiterbindung (+23 %)*.

Hinsichtlich der Kosten in der Umsetzung sind diese im Vergleich zu klassischen Leistungsangeboten moderat. Die betriebliche Krankenversicherung lässt sich nahtlos in bestehende HR-Modelle integrieren, ohne den administrativen Aufwand erheblich zu erhöhen.

Insgesamt gewinnt die bKV an Bedeutung als gesundheitliches Absicherungstool und als Instrument zur Mitarbeiterbindung. Mit steigender Akzeptanz und zunehmender Angebotstiefe wird die bKV voraussichtlich weiter an Einfluss in der betrieblichen Personalpolitik gewinnen.

Auswirkungen betrieblicher Pflegevorsorge auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Umsetzung einer stärkeren betrieblichen Pflegevorsorge hat signifikante Folgen für Beschäftigte und Unternehmen. Für Arbeitnehmer bedeutet sie vor allem eine bessere finanzielle Absicherung im Pflegefall. Im Alltag kann das im konkreten Fall bedeuten, dass die Sorge vor hohen Eigenanteilen bei stationärer Pflege sinkt: Wer eine betriebliche Pflegeversicherung (bPV) abschließt, profitiert von einem Schutz gegen die oft erheblichen Kosten, was die finanzielle Belastung deutlich verringert. Das Risiko, im Pflegefall persönlich extrem belastet zu werden, wird somit reduziert, was insbesondere bei längerer Pflegezeit eine große Entlastung darstellt.

Gleichzeitig beeinflusst die Einführung einer betrieblichen Vorsorge die Attraktivität eines Arbeitgebers. Studien belegen, dass Unternehmen, die eine bPV anbieten, einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte haben. Während im Jahr 2024 nur 18 Prozent der deutschen Unternehmen eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) mit Pflegebaustein anbieten, steigt die Zahl der versicherten Beschäftigten kontinuierlich. Mittlerweile profitieren rund 2,82 Millionen Beschäftigte von einer betrieblichen Krankenversicherung*; darunter etwa 450.000 von einer bPV*. Die Zahlen für 2024 zeigen, dass die bKV bei 60.000 Unternehmen in Deutschland eine feste Größe ist, mit einem Plus von 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr*.

Konkrete Vorteile für Beschäftigte

Beschäftigte, die eine Zusatzversicherung wählen, müssen sich bei Pflegefällen weniger mit hohen Eigenanteilen beschäftigen. Das bedeutet: Im Ernstfall steht ihnen eine finanzielle Absicherung zur Seite, die sie vor erheblichen Kosten schützt. Diese Sicherheit kann entscheidend sein, um die persönliche Lebensqualität zu wahren, wenn es um längere Pflegezeiten geht.

Nutzen für Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte

Arbeitgeber, die eine betriebliche Pflege- oder Krankenversicherung anbieten, profitieren auf vielfältige Weise:

  • Höheres Recruiting-Potenzial (+14 % — Stand: 2024): Unternehmen werden attraktiver für Fachkräfte, die Wert auf eine umfassende Absicherung legen.*
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit (+23 % — Stand: 2024): Zufriedene Mitarbeiter bleiben länger im Betrieb und bewerten das Arbeitsumfeld positiver.*
  • Niedrige zusätzliche Kosten (durchschnittlich 23 Euro pro Monat und Mitarbeiter — Stand: 2024): Die Investition ins Personal ist vergleichsweise gering, bietet aber eine hohe Wirkung im Bereich Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberimage.*

Diese Vorteile sprechen dafür, die betriebliche Pflegevorsorge stärker in den Fokus zu rücken. Für Beschäftigte bedeutet sie mehr Sicherheit im Pflegefall, für Arbeitgeber die Chance, im hart umkämpften Fachkräftemarkt besser zu bestehen. Durch eine präventive Absicherung können Unternehmen nicht nur Kosten sparen, sondern auch ein starkes Signal für nachhaltige Fürsorge und Generationengerechtigkeit setzen.

Ausblick und Diskussionspunkte: Politische und unternehmerische Handlungsoptionen für die Zukunft

Die betriebliche Kranken- und Pflegeversicherung (bKV/bPV) verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum, das sich auch im Jahr 2025 fortsetzt. Dieses Wachstum markiert eine zentrale Entwicklung im Arbeitsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Eigenanteile in der stationären Pflege, die durch die bPV zumindest teilweise kompensiert werden können.

Neben dem Ausbau der Angebotszahlen ist jedoch auch eine stärkere politische Förderung notwendig. Die Forderung nach einer verbesserten steuerlichen Begünstigung spiegelt wider, dass der aktuelle Rahmen die Potenziale der bKV und bPV noch nicht voll ausschöpft. Aus Sicht des PKV-Verbands und anderer Fachleute ist zu prüfen, welche weiteren steuerlichen Anreize – etwa in Form von direkten Förderungen oder Abzugsmöglichkeiten – den Ausbau zusätzlich vorantreiben könnten. Eine stärkere steuerliche Förderung könnte zudem dazu beitragen, die Akzeptanz bei kleineren und mittelständischen Unternehmen zu erhöhen, die bislang nur zögerlich in die betriebliche Vorsorge investieren.

Gleichzeitig bleibt die kritische Frage, welche Argumente gegen eine Intensivierung der steuerlichen Begünstigung sprechen. Hier wird häufig die fiskalische Belastung des Staates oder mögliche Fehlanreize diskutiert. Für eine ausgewogene Argumentation empfiehlt sich eine Befragung relevanter Institutionen, darunter der PKV-Verband, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften, um die wichtigsten Standpunkte zu bündeln und politische Entscheidungsträger zu informieren.

Neben steuerlichen Aspekten spielen auch weiterführende Fragen eine Rolle: Wie lässt sich die Bekanntheit und Akzeptanz der betrieblichen Vorsorgelösungen noch erhöhen? Welche Maßnahmen sind notwendig, um den Informationsbedarf der Unternehmen zu decken und Unsicherheiten bezüglich der Kostenentwicklung und der steuerlichen Handhabung zu beseitigen? In Zeiten, in denen die durchschnittlichen monatlichen Kosten für eine bVK bei etwa 23 Euro liegen, gilt es, strategisch vorzugehen, um eine breite Basis für diese Instrumente zu schaffen.

Schließlich bieten sich vielfältige Perspektiven für eine gemeinsame Diskussion über die zukünftigen Rahmenbedingungen an. Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Politik können gemeinsam erörtern, welche Handlungsoptionen den sinnvollsten Rahmen im Sinne der Versorgungssicherheit und generationengerechter Finanzierung bieten. Ziel bleibt es, die betrieblichen Vorsorgemöglichkeiten noch stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken und so die Chancen für mehr finanzielle Sicherheit in der Pflege und im Krankheitsfall zu verbessern.

Die vorliegenden Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V.

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Der demografische Wandel erhöht den Druck auf Pflegebudgets in Deutschland: Wenn mehr Menschen älter werden, steigen auch die Belastungen durch Pflegekosten. Genau hier setzt die betriebliche Pflegevorsorge an, indem sie laut Beitrag einen Teil der finanziellen Lücke bei steigenden Eigenanteilen in der stationären Pflege absichern soll.

Für Beschäftigte und Familien heißt das: Mehr Sicherheit im Pflegefall kann die Angst vor besonders hohen Eigenanteilen senken und bei längeren Pflegezeiten entlasten. Für Arbeitgeber wird die betriebliche Krankenversicherung (mit Pflegebaustein) zudem zu einem relevanten Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte, weil sie nachweislich auf Zustimmung stößt und laut Beitrag Recruiting sowie Mitarbeiterbindung stärken kann. Politisch bleibt vor allem die Forderung nach stärkerer steuerlicher Förderung zentral, um das Instrument breiter nutzbar zu machen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum wird die betriebliche Pflegevorsorge im Beitrag als Reaktion auf demografischen Wandel beschrieben?
Weil die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege die finanzielle Belastung erhöhen und die bPV hier absichern soll.

Welche Rolle spielt steuerliche Förderung laut PKV-Verbandsforderung?
Der Beitrag nennt als zentralen Hebel, dass Politik die betriebliche Pflegevorsorge stärker steuerlich fördern sollte, damit das Potenzial besser ausgeschöpft wird.

Welche Vorteile haben Beschäftigte durch eine bPV?
Sie sollen im Pflegefall weniger stark mit hohen Eigenanteilen belastet werden, insbesondere bei längerer Pflegezeit.

An wen können sich Unternehmen oder Beschäftigte für weitere Informationen wenden?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

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