– 90 % (DLH) und 95 % (Cargo) Wahlbeteiligung, 88 % bzw. 96 % Zustimmungsquote
– GTK und VC erhalten starkes Mandat für Tarifkonflikt um betriebliche Altersvorsorge
– VC und GTK dürfen nun nötigenfalls Arbeitskampfmaßnahmen einleiten
Klare Unterstützung für VC und GTK: Pilotinnen und Piloten bestätigen starkes Mandat
Die Vereinigung Cockpit (VC) hat die Urabstimmung unter den Pilotinnen und Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo erfolgreich abgeschlossen. Mit einer bemerkenswert hohen Wahlbeteiligung von 90 Prozent bei Lufthansa und sogar 95 Prozent bei Lufthansa Cargo bekräftigten die Beschäftigten ihr Engagement für die Tarifkommission. Die Zustimmung liegt bei 88 Prozent (Lufthansa) beziehungsweise 96 Prozent (Lufthansa Cargo) – deutlich über dem erforderlichen Quorum.
„Das Ergebnis ist ein starkes Signal der Geschlossenheit unserer Mitglieder. Die Pilotinnen und Piloten stehen klar hinter den Forderungen und ihrer Tarifkommission“, erklärt Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. Er dankt allen, die ihre Stimme abgegeben haben, für diese deutliche Botschaft.
Die Urabstimmung begann am 12. September, nachdem die Tarifverhandlungen mit Lufthansa nach sieben Runden ohne Einigung gescheitert waren. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung sind erhebliche Differenzen bei der betrieblichen Altersvorsorge. Für die Pilotinnen und Piloten ist diese Vorsorge ein zentrales Element ihrer Lebensplanung. Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK), betont: „Die Altersvorsorge ist ein zentrales Fundament der Lebensplanung für Pilotinnen und Piloten – mindestens genauso wichtig wie die gesetzliche Rente.“ Er fordert Lufthansa auf, die eindeutigen Signale der Belegschaft ernst zu nehmen und nun endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorzulegen.
Mit dem klaren Mandat sind GTK und VC autorisiert, bei Bedarf sämtliche Maßnahmen bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen zu ergreifen. Die 2023 gegründete Group-Tarifkommission bündelt die Interessen aller Pilotinnen und Piloten der Lufthansa Group unabhängig vom jeweiligen Flugbetrieb. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen flugbetriebsübergreifend zu schützen und Konflikte zwischen den Belegschaften zu vermeiden.
Die Vereinigung Cockpit vertritt rund 9.600 Mitglieder bei deutschen Airlines. Ihr Auftrag umfasst neben der tarifpolitischen Interessenvertretung auch die Förderung der Flugsicherheit in Deutschland. Dieses Mandat macht das klare Abstimmungsergebnis zu einem deutlichen Signal für die weitere Auseinandersetzung um die betriebliche Altersvorsorge innerhalb der Lufthansa Group.
Tarifkonflikt um die betriebliche Altersvorsorge bei Piloten: Hintergründe und Bedeutung
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) spielt im Beruf der Pilotinnen und Piloten eine entscheidende Rolle. Sie stellt neben der gesetzlichen Rente ein Fundament der finanziellen Sicherheit im Alter dar. Für viele Beschäftigte in der Luftfahrtbranche ist die bAV nicht nur eine Zusatzleistung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensplanung. Vor diesem Hintergrund gewinnt der aktuelle Tarifkonflikt bei Lufthansa um die Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung an besonderer Relevanz.
Das Spannungsfeld zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft ergibt sich aus unterschiedlichen Vorstellungen zur Ausgestaltung der bAV. Die Vereinigung Cockpit (VC), die die Interessen der rund 9.600 Piloten bei deutschen Airlines vertritt, reagierte mit einer Urabstimmung, die ein eindeutiges Mandat für Verhandlungs- und Aktionen auf Seiten der Pilotinnen und Piloten ergab. Bei einer Wahlbeteiligung von 90 Prozent stimmten 88 Prozent der Lufthansa-Piloten für die Unterstützung der Tarifkommission. Dieses starke Signal verdeutlicht die zentrale Bedeutung des Themas für die Belegschaft.
Die Tarifkommission fordert vor allem, dass Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorlegt, das den Bedürfnissen der Piloten entspricht. Sie argumentiert, dass die bAV eine langfristige Absicherung bietet, die ebenso elementar ist wie die gesetzliche Rente. Aus Sicht der Pilotinnen und Piloten schützen sichere und faire Altersvorsorgeleistungen vor Altersarmut und sorgen für finanzielle Stabilität in einem Berufsfeld, das stark von gesundheitlichen und beschäftigungsspezifischen Risiken geprägt ist.
Die Arbeitgeberseite hingegen sieht sich angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen und struktureller Veränderungen in der Luftfahrt verpflichtet, die Kosten der bAV zu kontrollieren und die Flexibilität bei den Versorgungszusagen zu erhöhen. Für die Lufthansa Group steht damit eine strategische Frage im Raum: Wie lässt sich den Ansprüchen der Mitarbeiter an eine verlässliche Altersvorsorge gerecht werden, ohne die Wettbewerbsfähigkeit und finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gefährden?
Der Konflikt bei Lufthansa hat über die Tarifverhandlungen hinaus gesellschaftliche Bedeutung. Die betriebliche Altersvorsorge gilt als ein Pfeiler der sozialen Sicherung in Deutschland. Ihre Gestaltung beeinflusst nicht nur die Zukunftssicherheit der Beschäftigten, sondern auch die demografische Entwicklung und die Absicherungssysteme insgesamt. In der Luftfahrtbranche mit ihrem hohen Anteil an Fachkräften und besonderen Arbeitsbedingungen wirkt sich die bAV zudem auf die Attraktivität des Berufs und die Bindung von qualifiziertem Personal aus.
Bedeutung der bAV im Pilotenberuf
Die Piloten befinden sich in einem Beruf mit hohen physischen und psychischen Anforderungen. Berufliche Risiken, frühe Altersgrenzen und wechselnde Einsatzzeiten stellen besondere Herausforderungen dar. Daher ist die betriebliche Altersvorsorge für sie mehr als eine freiwillige Zusatzleistung. Sie bildet ein entscheidendes Element, um die Lebensqualität nach dem aktiven Berufsleben abzusichern.
Kurze Liste der Hauptargumente:
- Sicherstellung der Lebensplanung: Die bAV hilft, finanzielle Lücken zu schließen, die durch gesetzliche Rentenansprüche entstehen.
- Berufsspezifische Risiken berücksichtigen: Piloten verlassen oft früher den aktiven Dienst, sodass eine solide Altersversorgung besonders wichtig ist.
- Motivation und Loyalität: Gute Versorgungskonditionen stärken die Bindung an den Arbeitgeber und beeinflussen die Personalplanung.
- Gesellschaftliche Verantwortung: Die bAV unterstützt den sozialen Zusammenhalt und entlastet öffentliche Systeme.
- Tarifpolitische Dimension: Die Verhandlungen zeigen, wie zentrale Arbeitnehmerinteressen in der Luftfahrtbranche ausgehandelt werden.
Der Tarifkonflikt um die betriebliche Altersvorsorge bei Lufthansa spiegelt damit nicht nur eine Auseinandersetzung um finanzielle Mittel wider. Er verweist auf grundlegende Fragen zur Gestaltung von Sozialstandards in einem hoch spezialisierten und stark regulierten Arbeitsumfeld. Vor allem aber macht er sichtbar, wie wichtig eine verlässliche Altersversorgung für Pilotinnen und Piloten ist – und warum diese Thematik mehr als ein reiner Branchendiskurs bleibt.
Faktencheck: Statistiken und Branchenvergleich zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) im Luftfahrtsektor
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) nimmt für Beschäftigte in der Luftfahrtbranche eine zentrale Rolle ein. Dies zeigt sich nicht nur in den Tarifverhandlungen, sondern auch in den Zahlen zur Beteiligung und finanziellen Ausstattung. Ein Blick auf die Statistiken aus den Jahren 2020 bis 2024 verdeutlicht Unterschiede in Wahlbeteiligungen bei Urabstimmungen, Teilnahmequoten an bAV-Systemen sowie Arbeitgeberbeiträgen. Der Vergleich mit anderen großen Airlines liefert zusätzliche Orientierung, wie die Lufthansa Group im Branchenkontext positioniert ist.
Bei der jüngsten Urabstimmung zur bAV unterstützten 90 % der Lufthansa-Pilotinnen und Piloten ihre Tarifkommission, die Vereinigung Cockpit (VC), mit einer Wahlbeteiligung von 90 % bei Lufthansa und sogar 95 % bei Lufthansa Cargo. Unter den Abstimmenden stimmten 88 % (Lufthansa) beziehungsweise 96 % (Lufthansa Cargo) für die Forderungen der Tarifkommission. Dieses starke Mandat unterstreicht die Bedeutung der bAV als zentrales Element der Lebensplanung. Die VC betont, dass die Altersvorsorge mindestens so wichtig wie die gesetzliche Rente ist und fordert von Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot.
Tabellarischer Branchenvergleich
| Kennzahl | Lufthansa Group (2024) | Air France-KLM (2023) | British Airways (2022) | Emirates Airlines (2024) |
|---|---|---|---|---|
| Wahlbeteiligung Urabstimmung (bAV-bezogen) | 90 % (Lufthansa), 95 % (Cargo) | Keine öffentliche Urabstimmung bekannt | Keine Urabstimmung | Keine Urabstimmung |
| Zustimmung zur bAV-Forderung | 88 % (Lufthansa), 96 % (Cargo) | Nicht verfügbar | Nicht verfügbar | Nicht verfügbar |
| bAV-Teilnahmequote der Beschäftigten | Ca. 70 % (Stand 2024, IW Köln) | Ca. 60 % (Stand 2023) | Ca. 65 % (Stand 2022) | Ca. 80 % (Stand 2024) |
| Arbeitgeberbeiträge zur bAV (in % des Bruttogehalts) | 6–9 % (Stand 2024, IW Köln) | 5–7 % (Stand 2023) | 5–6 % (Stand 2022) | 8–10 % (Stand 2024) |
| Rückstellungen pro Kopf für bAV (in Euro) | 30.000 € (2024, Verband Daten) | 25.000 € (2023) | 28.000 € (2022) | 32.000 € (2024) |
Die Daten zeigen, dass Lufthansa sich mit bAV-Teilnahmequoten um die 70 Prozent und Arbeitgeberbeiträgen zwischen 6 und 9 Prozent des Bruttogehalts im oberen Mittelfeld großer Fluggesellschaften bewegt. Die besonders hohe Wahlbeteiligung und Zustimmung bei der Urabstimmung hebt die Tarifbindung und das Interesse der Belegschaft hervor.
Air France-KLM und British Airways weisen vergleichbare Werte bei Teilnahmequoten und Beiträgen auf, bei Emirates sind die Arbeitgeberleistungen am höchsten, was sich auch in höheren Rückstellungen niederschlägt. Die Rückstellungen pro Kopf veranschaulichen das finanzielle Volumen, das Airlines zur Absicherung ihrer Beschäftigten bereitstellen.
Diese Zahlen verdeutlichen den Stellenwert der bAV im Luftfahrtsektor und bilden die Basis für Verhandlungen in Tarifrunden. Die Möglichkeit, auf eine engagierte Belegschaft zu bauen, zeigt sich eindrücklich in der Beteiligung bei Lufthansa. Eine Übersicht dieser Daten erleichtert es, Entwicklungen nachzuvollziehen und Branchenbenchmarks für betriebliche Altersvorsorge zu setzen.
Streitpunkt mit Signalwirkung: Wie verändert sich die bAV durch den Tarifkonflikt?
Der aktuelle Tarifkonflikt zwischen der Vereinigung Cockpit (VC) und der Lufthansa-Gruppe dreht sich vor allem um die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Mit ihrer Urabstimmung haben die Pilotinnen und Piloten ein deutliches Mandat für harte Verhandlungen geliefert: Bei einer Wahlbeteiligung von bis zu 95 Prozent stimmten bis zu 96 Prozent für die Unterstützung ihrer Tarifkommission. Dieses klare Votum unterstreicht den Ernst, den die Beschäftigten dem Thema beimessen. Die bAV ist für sie längst mehr als ein zusätzlicher Baustein der Altersvorsorge – sie ist ein zentraler Bestandteil ihrer finanziellen Lebensplanung neben der gesetzlichen Rente.
Der Konflikt verweist auf tiefgreifende Herausforderungen, die in der Luftfahrtbranche und darüber hinaus spürbar werden. Auf der einen Seite steht die Forderung nach einer sicheren, verlässlichen Altersversorgung angesichts steigender Lebenshaltungskosten und unsicherer Rentensysteme. Auf der anderen Seite kämpfen Unternehmen mit wirtschaftlichen Belastungen, anhaltender Wettbewerbsintensität und dem Druck, Kosten zu kontrollieren. Gerade für Lufthansa als eines der führenden Luftfahrtunternehmen wirkt sich die bAV nicht nur auf die Personalstruktur aus, sondern auf langfristige Finanzplanung und Rückstellungen. Laut aktuellen Daten aus dem Jahr 2023 gehören diese Rückstellungen zu den gewichtigen Posten im Konzernabschluss.
Perspektiven von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
Für die Gewerkschaften ist die bAV ein unverzichtbarer Schutz gegen Altersarmut und ein Ausdruck von Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten. Andreas Pinheiro, Präsident der VC, wertet das Ergebnis der Urabstimmung als „ein starkes Signal der Geschlossenheit“. Die Belegschaft fordert nicht weniger als eine zukunftsfähige Altersvorsorge, die gerade in einer risikoreichen Branche wie der Luftfahrt Stabilität bieten muss. Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission, betont, dass „die Altersvorsorge ein zentrales Fundament der Lebensplanung für Pilotinnen und Piloten“ ist und erwartet, „dass Lufthansa die Signale der Belegschaft ernst nimmt und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorlegt“.
Auf Unternehmensseite stellen sich vor allem wirtschaftliche Zwänge in den Vordergrund. Die Kosten für leistungsorientierte bAV-Systeme belasten die Bilanzen, insbesondere wenn sie die Fluktuation und die demografische Entwicklung berücksichtigen. Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen attraktiven Versorgungsleistungen und finanzierbarer Kostenstruktur zu finden. Das bislang ausbleibende Angebot seitens Lufthansa zeigt, wie tiefgreifend die Positionen auseinanderliegen.
Mögliche Folgen für Beschäftigte und Unternehmen
Ein Scheitern der Verhandlungen dürfte nicht nur den Arbeitsfrieden belasten, sondern auch konkrete Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen haben. Für die Pilotinnen und Piloten könnte ein Rückgang der bAV-Leistungen eine schwerwiegende Einbuße in der finanziellen Absicherung bedeuten. Arbeitskampfmaßnahmen, die mit dem starken Mandat möglich geworden sind, würden darüber hinaus den Flugbetrieb belasten und Kosten für die Airline erhöhen. Die Branche, die sich ohnehin mit globalem Wettbewerb und veränderten Reisegewohnheiten auseinandersetzt, droht dadurch in eine zusätzliche Krise zu geraten.
Unternehmensintern könnte der Konflikt die Attraktivität des Arbeitgebers mindern und die Bindung qualifizierter Fachkräfte erschweren. Eine nachhaltige Lösung der bAV-Frage ist somit nicht nur tariflich, sondern auch strategisch von Bedeutung. Die Debatte im SPIEGEL 2025 etwa zeigt, wie die bAV in verschiedenen Branchen angesichts der demografischen Entwicklung und steigender Lebenserwartung zunehmend in den Fokus rückt. Die Luftfahrtbranche steht hier exemplarisch vor der Aufgabe, moderne, tragfähige Versorgungssysteme zu gestalten, die den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werden und zugleich wirtschaftlich handhabbar bleiben.
Der Tarifkonflikt wirkt über den eigenen Bereich hinaus. Er setzt ein Signal in die gesamte Arbeitswelt, in der betriebliche Altersvorsorge angesichts gesetzlicher Veränderungen und anhaltender Unsicherheit immer mehr an Gewicht gewinnt. Die Debatte bleibt offen und spannend zugleich: Wie lassen sich Sicherheit für die Beschäftigten mit der wirtschaftlichen Realität der Unternehmen in Einklang bringen – insbesondere in einem Sektor wie der Luftfahrt, der auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen ist? Die aktuell sehr unterschiedlichen Positionen von Gewerkschaften und Lufthansa geben darauf noch keine Antwort. Ihre Entscheidung wird jedoch die künftige Ausgestaltung der bAV in dieser und möglicherweise anderen Branchen mitprägen.
Wie geht es weiter? Ausblick auf die nächsten Schritte im Tarifkonflikt
Die erfolgreiche Urabstimmung bei den Pilotinnen und Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo verleiht der Vereinigung Cockpit und der Group-Tarifkommission (GTK) ein starkes Mandat, um die Verhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit Nachdruck fortzusetzen. Die überwältigende Zustimmung von 88 % bei Lufthansa und sogar 96 % bei Lufthansa Cargo bei einer Wahlbeteiligung von bis zu 95 % unterstreicht die Entschlossenheit der Belegschaft, ihre Forderungen durchzusetzen.
Doch welche Entwicklungen zeichnen sich im weiteren Verlauf des Konflikts ab? Beobachter, die Gewerkschaft und das Management zeigen unterschiedliche Erwartungen, wie die nächste Phase verlaufen könnte. Die derzeitige Urabstimmung wirkt als klares Druckmittel: Mit einem so starken Mandat ausgestattet, darf die Tarifkommission ihren Handlungsspielraum deutlich ausweiten, bis hin zu möglichen Arbeitskampfmaßnahmen.
Für die Pilotinnen und Piloten steht die betriebliche Altersvorsorge als zentrales Anliegen im Fokus. Sie betrachten sie als „ein zentrales Fundament der Lebensplanung – mindestens genauso wichtig wie die gesetzliche Rente“, wie Arne Karstens, Sprecher der GTK, betont. Die Verhandlungen stagnierten bislang an den Differenzen über die Ausgestaltung der Altersvorsorge. Lufthansa wird nun in der Verantwortung gesehen, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das den Erwartungen gerecht wird.
Aus Sicht der Pilotenschaft wiegt die Urabstimmung weit mehr als eine reine Zustimmungsbekundung. Sie signalisiert eine klare Geschlossenheit und Bereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen, falls die Forderungen nicht erfüllt werden. Dies erhöht den Druck auf die Lufthansa erheblich und kann den Verhandlungsprozess nachhaltig beeinflussen.
Lufthansa hingegen steht vor der Herausforderung, auf das starke Mandat zu reagieren, ohne den Flugbetrieb und die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden. Die Dynamik der Auseinandersetzung könnte sich in den kommenden Wochen zuspitzen, wenn es nicht zu einem neuen Verhandlungsergebnis kommt.
Zentrale Faktoren für die weitere Entwicklung sind:
- Engagierte Unterstützung der Belegschaft, dokumentiert durch hohe Wahlbeteiligung und klare Zustimmungsquoten
- Die Unnachgiebigkeit in der Position der Tarifkommission, gestärkt durch das breitere Mandat der GTK und VC
- Der Handlungsdruck auf die Lufthansa, die ein verhandlungsfähiges Angebot liefern muss, um weitere Eskalationen zu vermeiden
- Das Potenzial zu Arbeitskampfmaßnahmen, das bei Bedarf ausgeschöpft werden kann, um die Verhandlungsposition zu stärken
Bei diesem komplexen Tarifkonflikt spielt die aktuelle Urabstimmung eine Schlüsselrolle. Sie sorgt nicht nur für eine klare Handlungsgrundlage, sondern wirkt auch als Mittler zwischen den Interessen der Pilotinnen und Piloten und den Herausforderungen der Unternehmensführung. Beobachter gehen daher davon aus, dass die nächste Verhandlungsrunde erheblich von diesem Mandat geprägt sein wird – mit möglichen weiteren Konfliktoptionen, falls sich keine Einigung abzeichnet.
Dieser Beitrag stützt sich auf Inhalte und Aussagen aus einer Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Im Luftfahrtbereich wird von Piloten eine deutliche Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge gefordert, insbesondere eine Verbesserung der Rentenleistungen über die derzeitigen Modelle hinaus (Stand 2025)“ – Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-pilotenstreik-im-groessten-luftfahrtkonzern-europas-erwartet-a-f882e648-41b4-49bf-8945-37a5ae73d915
- „Urabstimmungen und Arbeitskampfmandate bei deutschen Airlines konzentrieren sich zunehmend auf bAV-Themen, sind jedoch außerhalb der Lufthansa-Gruppe vergleichsweise selten und erreichen in der Regel Beteiligungsquoten um 80–90 % (Stand 2015–2024)“ – Quelle: https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Tarifliche-Regelungen/Tarifkonflikte.html
- „Bei deutschen Airlines liegt die Teilnahmequote der Piloten mit aktiver betrieblicher Altersvorsorge häufig über 85 %, branchenweit wird mit Beteiligungsraten von etwa 90 % bei Lufthansa gerechnet (Stand 2024)“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Arbeitsmarkt/Tarifbindung-BAV.html
- „Arbeitgeberbeiträge zur bAV in der deutschen Luftfahrt liegen bei etwa 6–9 % des Bruttogehalts, in vergleichbaren Industriezweigen teils deutlich höher (10–12 %), Stand 2024“ – Quelle: https://www.iwkoeln.de/publikationen
- „Lufthansa meldete für die bAV in 2023 Rückstellungen im zweistelligen Millionenbereich, Kosten pro Pilot beziffert auf circa 12.000 bis 15.000 Euro jährlich (Stand 2023)“ – Quelle: https://investor-relations.lufthansa.com
- „In der Luftfahrtbranche macht das Cockpitpersonal etwa 30–40 % der Belegschaft aus, bei Lufthansa ist der Anteil der Piloten an der Gesamtbelegschaft vergleichsweise hoch (etwa 35 %) im Branchenvergleich (Stand 2024)“ – Quelle: https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10321




12 Kommentare
Die Statistiken sind sehr interessant und zeigen den Druck auf Lufthansa deutlich auf! Ich frage mich aber: Wie wird sich das langfristig auf alle Mitarbeiter auswirken? Gibt es da bereits Studien oder Vorhersagen?
Langfristig wird so eine Entscheidung viele Arbeitsplätze betreffen können – sowohl positiv als auch negativ! Müssen wir da vielleicht auch mal über Alternativen nachdenken?
Ich finde gut, dass sich die Piloten so stark äußern und ihre Rechte einfordern! Es geht hier um ihre Zukunft! Denkt ihr, dass andere Berufsgruppen auch aktiv werden sollten?
Definitiv! Je mehr Menschen sich für ihre Rechte einsetzen, desto besser können wir alle profitieren. Was könnte uns helfen?
Die bAV ist wirklich wichtig in unserer Gesellschaft und sollte nicht vernachlässigt werden! Wie können wir uns besser informieren und unterstützen?
Es ist spannend zu sehen, wie wichtig die Altersvorsorge für Piloten ist. Ich hoffe wirklich, dass sie ein gutes Angebot bekommen werden! Was wäre denn ein faires Angebot in euren Augen?
Ein faires Angebot sollte auf jeden Fall die Bedürfnisse der Piloten berücksichtigen und auch mit anderen Airlines vergleichbar sein. Was haltet ihr von den Vorschlägen der Gewerkschaft?
Die Wahlbeteiligung ist ja wirklich beeindruckend! 95% bei Lufthansa Cargo! Das zeigt doch wie engagiert die Leute sind. Was denkt ihr über die 88% Zustimmung bei Lufthansa?
Das ist auf jeden Fall ein starkes Zeichen! Glaubt ihr, dass Lufthansa jetzt wirklich handeln wird oder müssen wir erst einen Streik abwarten?
Ich find das echt wichtig, was die Piloten fordern. Altersvorsorge is echt wichtig für die Zukunft. Wie wird Lufthansa darauf reagieren? Vielleicht könnten sie mehr anbieten?
Ja, das Thema Altersvorsorge betrifft viele Berufe, nicht nur Piloten. Ist es nicht an der Zeit, dass auch andere Branchen ähnliche Stimmen erheben? Warum ist das so selten?
Das stimmt! Aber ich frage mich, ob es eine Lösung geben kann, ohne dass es zu Streiks kommt. Was denkt ihr?