Bremen (VBR). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat erneut zu Arbeitskampfmaßnahmen im Handel aufgerufen, um den Druck auf die stockenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Am gestrigen Mittwochabend wurden die Verhandlungen im bayrischen Groß- und Außenhandel abgebrochen, obwohl intensive Sondierungen und verschiedene Lösungsvorschläge der ver.di-Tarifkommission vorgelegt worden waren.
In einem Spitzengespräch zwischen ver.di und dem Handelsverband (HDE) wurde deutlich, dass die Lebensrealität der Beschäftigten unterschiedlich bewertet wird. Der Fokus liegt dabei auf einer nachhaltigen und existenzsichernden Einkommenserhöhung für die Beschäftigten, die keinen Reallohnverlust bedeutet. Es wurde jedoch positiv festgestellt, dass die Arbeitgeber angekündigt haben, die Gespräche in den Tarifgebieten wieder aufzunehmen. Die Beschäftigten warten bereits seit geraumer Zeit auf eine Lösung des Konflikts und vor allem auf eine Verbesserung ihrer Einkommenssituation, betonte Silke Zimmer, Bundesvorstandsmitglied von ver.di.
An dem Gespräch nahmen neben Silke Zimmer auch die Verhandlungsführer der regionalen Tarifkommissionen aus Niedersachsen/Bremen, Mitteldeutschland, Nordrhein-Westfalen und Berlin/Brandenburg teil. Die Arbeitgeberseite wurde von der Kernkommission des tarifpolitischen Ausschusses des HDE vertreten. Hintergrund sind die seit Monaten festgefahrenen Tarifrunden im Handel.
Bei den bisherigen Angeboten der Arbeitgeber im Einzel- und Versandhandel für die Tarifgebiete Mitteldeutschland, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich um eine tabellenwirksame Erhöhung von sechs Prozent für 2023 und weitere vier Prozent für 2024, nach drei Nullmonaten. Ergänzt wird das Angebot durch eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 750 Euro.
Im Groß- und Außenhandel sieht das bisherige offizielle Angebot für das erste Tarifjahr nach vier Nullmonaten lediglich eine Erhöhung von 5,1 Prozent vor, gefolgt von 2,9 Prozent im zweiten Tarifjahr nach drei Nullmonaten. Auch hier wird das Angebot durch eine Inflationsausgleichsprämie von 700 Euro pro Jahr ergänzt.
ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel eine Erhöhung des Gehalts um 2,50 Euro pro Stunde sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 200 bis 250 Euro, abhängig vom Tarifgebiet. Die Gewerkschaft fordert zudem ein Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde. Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 13 Prozent für alle Beschäftigten und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 175 bis 250 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Situation im Handel ist ein wiederkehrendes Thema, das für viele Beschäftigte von großer Bedeutung ist. Die Forderungen der Gewerkschaft zielen darauf ab, existenzsichernde Einkommen zu gewährleisten und die Arbeitsbedingungen im Handel zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie die weiteren Verhandlungen verlaufen und ob eine Einigung erzielt werden kann.
Quelle: ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
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Tarifrunde Handel: Beschäftigte kämpfen weiter für existenzsichernde Einkommen – …
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