BEE kritisiert BNetzA-Vorschläge: Technische Realität nicht berücksichtigt.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisiert die Vorschläge der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur Definition energiewirtschaftlich relevanter Daten, da sie die notwendige Digitalisierung der Energiewende verzögern und zu höheren Kosten für Verbraucher führen würden. Die Vorgaben der BNetzA sehen vor, dass besonders schutzwürdige Daten nur über ein Smart-Meter-Gateway verarbeitet und übermittelt werden dürfen. Der BEE schlägt vor, den Verantwortungsübergang auf den Netzanschlusspunkt zu legen und eine saubere Trennung zwischen Markt und Netzbetrieb zu schaffen. Der BEE fordert die BNetzA auf, ihren Vorschlag zurückzuziehen und das bereits im Konsens gefundene Konzept der Hüllkurve zu übernehmen.


Original-Pressemeldung:

Entspricht nicht der technischen Realität: BEE kritisiert Vorschläge der BNetzA zur …

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

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Entspricht nicht der technischen Realität: BEE kritisiert Vorschläge der BNetzA zur Definition energiewirtschaftlich relevanter Daten

Berlin, 05.04.2023:
Die Vorgaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) würden, sollten sie umgesetzt werden, die benötigte Digitalisierung der Energiewende weiter verzögern und zu Mehrkosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher führen, so der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). In den Standardisierungsgremien wurde im Konsens bereits eine geeignetere Lösung gefunden, die nicht zur Disposition gestellt werden sollte.

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Die BNetzA hatte am 13. Februar ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie definiert, welche Daten als besonders schutzwürdig gelten und welche als rein betriebliche Daten weniger schutzbedürftig sind. Der BEE hat dazu heute eine Stellungnahme veröffentlicht.

Die von der BNetzA vorgestellte Unterscheidung zwischen verschiedenen Datentypen bezieht sich insbesondere auf den Umfang der Nutzungspflicht des Smart-Meter-Gateway (SMGW). Besonders schutzwürdige energiewirtschaftlich relevante Daten dürfen nur über ein solches Gerät verarbeitet und übermittelt werden. Betriebliche Daten hingegen können auch über andere Kommunikationskanäle ausgetauscht werden. Der Vorschlag der BNetzA definiert energiewirtschaftlich relevante Daten so breit, dass bei der praktischen Anwendung eine kaum abzuschätzende Menge an Daten über das SMGW laufen müsste. Dafür ist die IT-Architektur der SMGWs überhaupt nicht geeignet. Zudem sind die 900 zuständigen Messstellenbetreiber weder organisatorisch noch fachlich dafür aufgestellt, die Vorgaben zu implementieren. Insofern geht der Vorschlag aus Sicht des BEE völlig an der technischen Realität vorbei.

Statt technisch bis auf einzelne Anlagen herunter steuern zu wollen, wie es die BNetzA plant, plädiert der BEE dafür, den Verantwortungsübergang auf den Netzanschlusspunkt, also den Punkt, an dem ein Netznutzer mit dem Energienetz verbunden ist, zu legen und so eine saubere Trennung zwischen Markt und Netzbetrieb zu schaffen. Im Rahmen der Task Force Smart Grid und der Arbeitsgemeinschaft Gatewaystandardisierung hat man erkannt, dass die ausschließliche Kommunikation über das SMGW nicht praxistauglich ist und man sich daher auf die absolut notwendigen Steuerungshandlungen der Netzbetreiber zum gesicherten Netzbetrieb beschränken muss. Das gelingt mithilfe des Hüllkurven-Konzepts. Dabei gibt der Verteilnetzbetreiber Sollwerte für den Bezug und die Einspeisung am Netzanschlusspunkt vor. Erst wenn die Werte nicht eingehalten werden, greift der Verteilnetzbetreiber ein. Bis dahin kann der Endkunde frei agieren und die Vorteile am Strommarkt durch Energiemanagement realisieren.

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Die BNetzA sollte ihren Vorschlag zurückziehen und bei der Definition des Begriffs der energiewirtschaftlich relevanten Daten das bereits im Konsens gefundene Konzept der Hüllkurve aufnehmen.

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
Adrian Röhrig
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
 presse@bee-ev.de
Tel: 030 2758170 - 16 & 0151 17123011
Fax: 030 2758170 - 20

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Weitere Informationen über den Verband

– Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist ein in Deutschland tätiger Branchenverband, der sich für die Förderung erneuerbarer Energien und einen Ausstieg aus der Kernenergie einsetzt.
– Der Verband wurde 1998 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Berlin.
– Der BEE vertritt über 50 Mitglieder aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Technologie und Finanzen. Darunter sind Branchenverbände, Unternehmen, Forschungsinstitute und Einzelpersonen.
– Die Mitglieder des BEE beschäftigen insgesamt über 330.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von über 50 Milliarden Euro.
– Der Verband gliedert sich in verschiedene Fachbereiche wie Windenergie, Solarenergie, Biomasse und Geothermie.
– Der BEE setzt sich für eine nachhaltige und CO2-neutrale Energieversorgung ein und engagiert sich auch politisch, zum Beispiel durch Lobbyarbeit und Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen.
– Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des BEE war die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000, das den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland vorangetrieben hat.
– Insgesamt hat der BEE über 1.000 Pressemitteilungen auf seiner Webseite veröffentlicht und ist auch in den sozialen Medien wie Twitter und Facebook aktiv.
– Der Verband veranstaltet regelmäßige Fachkongresse und gibt auch Publikationen wie den “Energiepolitischen Bericht” heraus.

Pressemeldung:BEE kritisiert BNetzA-Vorschläge: Technische Realität nicht berücksichtigt.

13 Antworten

  1. Ich finde es total übertrieben, dass die BNetzA keine Bienen in ihren Vorschlägen berücksichtigt! #SaveTheBees

    1. Was soll das? BNetzA hat eine Verantwortung, technische Realität hin oder her. BEE sollte nicht so tun, als ob er/die alleinige Expertise besitzt. Es gibt immer verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen.

  2. Also ich finde es total übertrieben, dass die BEE die Vorschläge der BNetzA kritisiert. Die technische Realität sollte doch immer berücksichtigt werden!

    1. Das ist doch lächerlich! Die BEE hat jedes Recht, die Vorschläge der BNetzA zu kritisieren. Technische Realität hin oder her, es geht hier um wichtige Entscheidungen für unsere Energieversorgung. Die BEE hat den Finger am Puls der Branche, also hört gefälligst auf, sie zu diskreditieren!

    1. Das sehe ich aber ganz anders. Die Kritik ist absolut berechtigt! Die technische Realität ist keine Ausrede für fragwürdige Vorschläge. Die BNetzA sollte sich lieber um vernünftige Lösungen bemühen, anstatt faule Kompromisse zu verteidigen.

  3. Leute, ich finde, BEE sollte mal chillen und die Vorschläge der BNetzA akzeptieren. #TechnischeRealität

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