– Deutschland und Spanien sind die führenden Nationen im Beachhandball bei Männern und Frauen.
– Der DHB verlängerte die Verträge der erfolgreichen Bundestrainer Marten Franke und Alexander Novakovic.
– Für 2029 strebt das Team Medaillen bei den World Games im heimischen Karlsruhe an.
Beachhandball: Warum Kontinuität zum Erfolgsmodell wird
Der Deutsche Handballbund setzt im Beachhandball weiter auf personelle Stabilität: Die Verträge mit den Bundestrainern Alexander Novakovic und Marten Franke wurden verlängert. Diese Entscheidung verknüpft der Verband in seiner Medieninformation vom 16. März 2026 ausdrücklich mit der sportlichen Entwicklung der vergangenen Jahre und den aktuellen Spitzenplätzen der deutschen Teams im EHF-Ranking. Bei den Männern führt die Rangliste 2025 Spanien vor Deutschland an, Ungarn folgt auf Rang drei. Bei den Frauen liegt Deutschland vor Spanien und den Niederlanden. Zugleich hat das Ranking unmittelbare Bedeutung, weil es als Setzliste für die Gruppenauslosungen der großen Turniere im Jahr 2026 dient.
Dazu passt auch Opel wird Namensgeber der Handball-Bundesliga und Partner der Nationalteams ab 2026.
Für den DHB ist die Personalie damit mehr als eine reine Vertragsfrage. „Diese Erfolge resultieren aus einem klaren Konzept. Im Beachhandball hat der Deutschen Handballbund beharrlich, systematisch und klug gearbeitet. Daraus sind stabile und ergiebige Strukturen mit weiterem Entwicklungspotenzial entstanden – das belegen auch die Medaillen der U-Nationalmannschaften. Und personelle Konstanz ist ein weiterer Schlüssel“, sagt Ingo Meckes, Vorstand Sport Deutscher Handballbund. „Deshalb freue ich mich, dass wir neben unsere Bundestrainer Marten Franke und Alexander Novakovic weiter an uns gebunden haben.“
Warum der DHB auf personelle Kontinuität setzt
Die Verlängerungen folgen einer Logik, die im Beachhandball besonders naheliegt. Nationalteams arbeiten in kompakten Lehrgängen und Turnierphasen, Übergänge aus dem Nachwuchs müssen sauber organisiert werden, und eingespielte Abläufe im Trainerstab gewinnen dadurch zusätzlich an Gewicht. Genau darauf verweist der Verband nun mit seiner Entscheidung.
Novakovic steht laut DHB seit 2014 in Diensten des Verbandes, Franke ist seit 2018 im DHB-Beachhandball aktiv. Beide stehen damit für lange gewachsene Strukturen. Novakovic sagt: „Ich freue mich, mit meinem Trainerteam den Weg mit unserer Frauen-Nationalmannschaft weiter fortsetzen zu können. Wir haben weiter große Ziele.“ Laut DHB gewann er als Bundestrainer bereits Doppel-Gold bei Welt- und Europameisterschaften sowie den World Games.
Auch bei den Männern verbindet der Verband die Verlängerung mit konkreten Erfolgen. Franke legte 2025 Männer-Gold bei der Europameisterschaft und den World Games nach. „Hinter uns liegt ein außergewöhnliches Jahr, auf das wir sehr stolz sein dürfen“, sagt der 31-Jährige. „Die strukturierte und intensive Arbeit hat sich ausgezahlt. Ich bin dankbar, dass ich den Weg weiter mitgestalten kann.“
Dass der DHB gerade jetzt auf Kontinuität setzt, wirkt deshalb weniger wie Verwaltung als wie eine sportstrategische Entscheidung. Der Verband hält an zwei Trainern fest, deren Amtszeiten mit einer Phase zusammenfallen, in der sich deutsche Männer- und Frauenteams in der europäischen Spitze etabliert haben. Das Fernziel reicht dabei schon weiter: Beide Bundestrainer formulieren es gemeinsam so: „Wir werden alles dafür tun, um diesen Weg weiterzugehen und auch weiterhin Topplatzierungen bei internationalen Wettkämpfen zu erreichen. Vor allem 2029 bei den World Games im heimischen Karlsruhe wollen wir um Medaillen mitspielen.“
Die sportliche Bilanz hinter dem Ranking
Der Verweis auf Kontinuität wäre ohne belastbare Ergebnisse wenig wert. Die Bilanz, die der DHB mit Stand 16. März 2026 anführt, fällt jedoch deutlich aus. In das aktuelle Ranking gingen neun Wettkämpfe ein, an acht davon nahmen die deutschen Teams teil. Nicht nötig war die EM-Qualifikation, weil Deutschland mit Männern und Frauen als WM-Teilnehmer direkt für die darauffolgende Europameisterschaft qualifiziert war.
Bei den Männern holte der DHB in diesen acht Wettbewerben fünf Medaillen und belegte zweimal Rang vier. Damit stand das Team in sieben von acht Turnieren mindestens im Halbfinale. Im Frauenbereich stehen ebenfalls fünf Medaillen in der Bilanz; damit kamen auch die Frauen auf fünf Halbfinalteilnahmen bei acht Turnieren. Besonders auffällig ist dabei die Konstanz der Frauen: Im aktuellen Ranking-Zeitraum erreichten sie laut DHB bei allen Wettbewerben eine Medaillenplatzierung, mit jeweils zweimal Gold und Bronze.
Der Verband hebt vor allem das Jahr 2025 hervor. In diesem Jahr gewannen die deutschen Beachhandball-Nationalteams zusammen sieben Medaillen in acht Wettbewerben, darunter dreimal Gold. Zugleich weist der DHB darauf hin, dass die World Games 2025 in der EHF-Wertung nicht berücksichtigt sind. Das ist für die Einordnung wichtig, weil damit nicht jeder sportliche Erfolg automatisch im Ranking sichtbar wird.
Welche Turniere in die Rangliste 2025 einflossen, zeigt auch die zeitliche Entwicklung des Wertungssystems: Berücksichtigt wurden aus 2023 die EHF EURO der Senioren, die YAC 17 EHF EURO und die Europaspiele, aus 2024 die IHF-Weltmeisterschaft der Senioren, die EHF Championship und die YAC 16 EHF EURO sowie aus 2025 die IHF YAC 17 Weltmeisterschaft, die YAC 17 EHF EURO und die EHF EURO der Senioren.
Zusätzliche Recherche unterstreicht vor allem die Stärke der Männer bei der EURO 2025. Laut der bei Wikipedia dokumentierten Turnierübersicht gewann Deutschland in der Vorrunde alle drei Spiele mit 6:0 Sätzen und +41 Toren; in der Hauptrunde folgten vier Siege und eine Niederlage bei 9:2 Sätzen und erneut +41 Toren. Als ergänzender Kontext passt dazu auch der Nachwuchsbereich: Bei der EHF Men’s 17 Beach Handball EURO 2025 belegte Deutschland Platz eins vor Spanien, Tschechien und Ungarn. Das stützt die DHB-These, dass der aktuelle Spitzenstatus nicht nur auf einzelne Jahrgänge oder ein einzelnes Turnier zurückgeht.
Wie belastbar ist Deutschlands Spitzenstatus?
So klar der aktuelle Befund des DHB ausfällt, ganz statisch ist die Lage in Europas Beachhandball-Spitze nicht. Ein Blick auf frühere Ranglistenstände zeigt, wie stark die Platzierungen vom jeweiligen Stichtag und von den berücksichtigten Wettbewerben abhängen.
Im März 2025 führte Spanien laut handball-world.news die EHF-Männer-Rangliste mit 764 Punkten an, Deutschland lag mit 658 Punkten auf Platz 4. Im Frauenbereich stand Deutschland mit 848 Punkten an der Spitze, vor den Niederlanden und Spanien. Die damalige Rangliste basierte laut demselben Bericht auf zehn Turnieren von 2022 bis 2024, wobei Seniorenturniere doppelt gewichtet wurden.
Der Stand der DHB-Mitteilung vom 16. März 2026 sieht bereits anders aus. Bei den Männern kommt Spanien nun auf 836 Punkte. Deutschland liegt 20 Punkte dahinter und ist zugleich punktgleich mit Ungarn; wegen der besseren Resultate aus den letzten drei großen Seniorenturnieren belegt Deutschland Rang zwei vor Ungarn. Bei den Frauen führt Deutschland mit 840 Punkten vor Spanien mit 832 und den Niederlanden mit 736. Dahinter folgen Norwegen mit 632 und Dänemark mit 488.
Diese Unterschiede sprechen nicht gegen die Rangliste, sondern zeigen ihre Dynamik. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Zeitpunkten und beruhen auf verschiedenen berücksichtigten Turnierpaketen. Gerade deshalb lässt sich aus dem aktuellen Bild vor allem eines ablesen: Deutschland gehört inzwischen in beiden Wettbewerben dauerhaft zum engsten Kreis der Top-Nationen, aber der Vorsprung ist nicht so groß, dass er Selbstläufer erlauben würde. Bei den Männern bleibt das Spitzenfeld mit Spanien, Deutschland und Ungarn eng beieinander. Bei den Frauen führt Deutschland zwar, der Vorsprung auf Spanien beträgt laut DHB-Stand vom 16. März 2026 aber nur acht Punkte.
Was nun folgt: Setzliste 2026 und Fernziel Karlsruhe 2029
Der Nutzen des Rankings endet damit nicht bei einer symbolischen Standortbestimmung. Nach DHB-Angaben dient die aktuelle Rangliste als Setzliste für die Gruppenauslosungen der großen Turniere im Jahr 2026. Gute Platzierungen können also direkte Auswirkungen auf den sportlichen Weg in den kommenden Wettbewerben haben.
Für den Verband verbindet sich damit eine kurzfristige und eine langfristige Perspektive. Kurzfristig geht es darum, die starke Ausgangslage in den Auslosungen zu nutzen. Langfristig richtet sich der Blick auf die World Games 2029 in Karlsruhe. Dass Novakovic und Franke ihre Arbeit fortsetzen, passt genau zu diesem Zeithorizont: Der DHB setzt darauf, dass die zuletzt aufgebauten Strukturen auch in den nächsten Jahren tragen.
Der deutsche Beachhandball steht damit vor einer Phase, in der Kontinuität nicht als Stillstand gelesen wird, sondern als Versuch, sportliche Substanz in weitere internationale Topplatzierungen zu übersetzen. Die Ranglistenplätze liefern dafür eine starke Momentaufnahme. Ob daraus auch in den nächsten Turnierzyklen Medaillen werden, entscheidet sich nun auf dem Sand.
Die Inhalte dieses Beitrags beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Handballbundes e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Spanien führt die EHF-Männer-Rangliste 2025 mit 764 Punkten an, Deutschland folgt auf Platz 4 mit 658 Punkten; im Frauenbereich führt Deutschland mit 848 Punkten vor den Niederlanden und Spanien (Stand: März 2025).“ – Quelle: https://www.handball-world.news/artikel/ehf-nationenranking-beachhandball-deutschland-auf-1-und-4-1077519
- „Die EHF-Rangliste Beachhandball 2025 basiert auf zehn Turnieren von 2022 bis 2024 mit doppelter Gewichtung der Senioren-Turniere und beinhaltet u.a. die IHF Weltmeisterschaften und EHF EUROs (Stand: März 2025).“ – Quelle: https://www.handball-world.news/artikel/ehf-nationenranking-beachhandball-deutschland-auf-1-und-4-1077519
- „Bei der Beachhandball-Euro 2025 in Alanya gewann Deutschland in der Vorrunde alle 3 Spiele mit 6:0 Sätzen und +41 Toren, in der Hauptrunde erreichte das Team 4 Siege und 1 Niederlage (9:2 Sätze, +41 Tore; Stand: Juli 2025).“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Beachhandball_Euro_2025
- „Bei der EHF Men’s 17 Beach Handball EURO 2025 belegte Deutschland Platz 1, gefolgt von Spanien, Tschechien und Ungarn (Stand: 2025).“ – Quelle: https://beach.eurohandball.com/beach-competitions/national-team-competitions/men/men-s-17-beach-handball-euro-2025/
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Kontinuität ist im Beachhandball mehr als ein interner Personalbeschluss. Der DHB verknüpft die Vertragsverlängerungen von Alexander Novakovic und Marten Franke direkt mit messbaren Ergebnissen: Deutschland gehört in beiden Bereichen laut DHB-Ranking dauerhaft zum engsten Kreis der Top-Nationen und stellt in der Frauenbilanz zudem besondere Konstanz unter Beweis.
Für Betroffene wie Spielerinnen und Spieler, Nachwuchsteams und den gesamten DHB bedeutet das vor allem Planbarkeit. Wenn Trainerstab und Abläufe in kompakten Lehrgangs- und Turnierphasen stabil bleiben, können Übergänge besser organisiert werden. Auch für die kommenden Turniere 2026 ist die Logik relevant, weil das Ranking als Setzliste für Gruppenauslosungen genutzt wird. Langfristig zielt der Verband dabei auf Medaillen bei den World Games 2029 in Karlsruhe.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum macht der DHB die Trainerverlängerung so explizit am Ranking fest?
Weil das Ranking als Grundlage für Setzlisten der großen Turniere 2026 dient und die sportliche Entwicklung der letzten Jahre widerspiegeln soll.
Wie stark ist der Vorsprung Deutschlands wirklich?
Laut DHB-Stand vom 16. März 2026 ist er vorhanden, aber nicht riesig: Bei den Frauen liegt Deutschland nur knapp vor Spanien, bei den Männern ist das Spitzenfeld sehr dicht.
Was bedeutet die Setzliste 2026 praktisch?
Gute Platzierungen können die Gruppenauslosung und damit den sportlichen Weg in den Wettbewerben 2026 beeinflussen.
Wie realistisch sind Medaillen 2029 in Karlsruhe aus Sicht des Artikels?
Der Verband baut darauf, dass die aufgebauten Strukturen bis dahin tragen. Ob Medaillen gelingen, entscheidet sich laut Beitrag aber auf dem Sand.





