BDP fordert Femizid-Gesetz und mehr Schutz für Frauen

Am 24. November 2024 hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) eine dringende Resolution verabschiedet, die maßgebliche Verbesserungen in der deutschen Umsetzung der Istanbul-Konvention fordert. Diese Vereinbarung des Europarats zielt auf die Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ab. Angesichts alarmierender Statistiken zu Partnerschaftsgewalt in Deutschland pocht der BDP auf eine klare juristische Anerkennung von Femiziden und einen umfassenden Ausbau von Schutzmaßnahmen und Unterstützungsstrukturen für Betroffene. Dabei wird besonders die Eingliederung psychologischer Expertise als entscheidend angesehen, um die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen zu steigern und die Einhaltung der Konventionen sicherzustellen.
Im Zentrum steht ein junger Mann mit Bart und Kopfhörern, die Augen geschlossen, wirkt in stiller Meditation, fokussiert nach innen. Um ihn herum schweben Symbole von Gewalt, Religion und Gesellschaft: Pistole, Rosen, Tauben, gehäufte Silhouetten, Kirchen-Spitze und Menschenmengen vorne angeordnet.

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Bremen (VBR). Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) schlägt Alarm: In einer kürzlich verabschiedeten Resolution fordert der Verband entscheidende Verbesserungen bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland. Diese von der Delegiertenkonferenz verabschiedete Resolution hebt den dringenden Handlungsbedarf zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen hervor. Besonders erschreckend sind die Statistiken des Bundeskriminalamts, die einen Anstieg von Partnerschaftsgewalt um 17,5 % über fünf Jahre dokumentieren – eine beunruhigende Entwicklung, die tiefergehende politische Maßnahmen erforderlich macht.

Insbesondere das Thema Femizid steht dabei im Fokus. Deutschland erkennt bisher nicht spezifisch diese Delikte als geschlechtsspezifische Straftaten an. „Eine klare Benennung sowie auch Strafverfolgung solcher Delikte könnten diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen sichtbarer und leichter sanktionierbar machen“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Die Einführung eines spezifischen Straftatbestands soll nicht nur zukünftige Taten verhindern, sondern auch bestehende gesellschaftliche Strukturen hinterfragen.

Die Kritik am momentanen Standpunkt Deutschlands ist nicht unbegründet. GREVIO, das Expert*innengremium des Europarats, attestiert gravierende Mängel in der Umsetzungsstrategie. Es fehlt sowohl an einer umfassenden Gesamtstrategie als auch an finanziellen Ressourcen zur Unterstützung der Opfer. Der BDP plädiert für eine umfassende Reform, die nicht nur eine bessere Erfassung solcher Fälle ermöglicht, sondern auch genügend Infrastruktur und Fachwissen bereitstellt.

Psychologische Expertise wird als Schlüsselelement betrachtet, um gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und Betreuungsangebote für Betroffene auszubauen. Diese Perspektive könnte maßgeblich dazu beitragen, die rechtliche Landschaft zu verändern und langfristig geschlechtsspezifische Gewalt einzudämmen.

Am Ende steht eine klare Forderung: Es braucht Mut, Entschlossenheit und Ressourcen, um die Istanbul-Konvention korrekt umzusetzen und Frauen besser zu schützen. Dies ist ein gesellschaftliches Anliegen, das alle betrifft und nicht länger ignoriert werden darf.


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Pressemitteilung: BDP-Resolution fordert deutliche Verbesserungen bei gesetzlicher …

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Stärkung der Rolle psychosozialer Unterstützung in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Zusätzlich zur jüngsten Resolution des BDP, der die dringende Notwendigkeit einer verbesserten Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland betont, wird auch die Bedeutung umfangreicher psychosozialer Unterstützungsangebote für Opfer von häuslicher Gewalt immer offensichtlicher. In den letzten Jahren ist weltweit ein zunehmendes Bewusstsein dafür entstanden, dass rechtliche und strafrechtliche Maßnahmen allein nicht ausreichen, um geschlechtsspezifische Gewalt effektiv zu verhindern. Vielmehr sind ganzheitliche Ansätze erforderlich, die auch psychologische Unterstützung und Bildung umfassen.

Ein Blick auf erfolgreiche internationale Modelle zeigt, dass Länder wie Spanien und Schweden bei der Prävention von Gewalt gegen Frauen messbare Fortschritte durch die Integration multidisziplinärer Netzwerke erzielt haben. Diese Netzwerke bestehen aus Fachleuten aus dem juristischen Bereich, der Medizin und der Psychologie, die gemeinsam darauf abzielen, Opfern nicht nur kurzfristige Zuflucht, sondern auch langanhaltende psychologische Betreuung zu bieten. Psychologen spielen dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Traumata bearbeiten und Betroffene befähigen, langfristige Strategien zur Bewältigung ihrer Erlebnisse zu entwickeln.

Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass gesellschaftliche Programme zur Sensibilisierung und Bildung, die auf lange Sicht stereotype Geschlechterrollen hinterfragen, entscheidend sein könnten, um strukturelle Veränderungen herbeizuführen. In Deutschland deutet alles darauf hin, dass solche innovativen Ansätze Teil einer umfassenden Strategie sein müssen, um die erschreckenden Zahlen bei Partnerschaftsgewalt nachhaltig zu senken. Die Erkenntnisse aus anderen Ländern können als Blaupause dienen, um auch hierzulande Infrastruktur und Ressourcen ressourcenschonend und effizient zu implementieren.

Die gegenwärtige Debatte um Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt erfährt mehr mediale Beachtung, was den Druck auf politische Institutionen erhöht, substantielle Reformen tatsächlich umzusetzen. Mit der sich entwickelnden gesellschaftlichen Diskussion über Gleichstellung und Menschenrechte sieht Deutschland einem Punkt entgegen, an dem präventive und unterstützende Maßnahmen gestärkt und neu konzipiert werden müssen, um den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.

Die Verpflichtung Deutschlands zur Durchsetzung der Istanbul-Konvention stellt einen wichtigen Schritt dar, jedoch muss deren vollständige Umsetzung Priorität gewinnen, um den komplexen Herausforderungen dieses schwerwiegenden sozialen Problems adäquat begegnen zu können. Der BDP unterstreicht, dass ohne angemessene finanzielle Mittel und spezialisierte Trainingsprogramme das Risiko besteht, dass bestehende Strukturen die notwendigen Veränderungen nicht ausreichend fördern können. Der Fokus sollte verstärkt darauf liegen, betroffene Frauen umfassend zu unterstützen und diese Problematiken durch Bildungsmaßnahmen bereits frühzeitig anzugehen, um langfristig eine Gesellschaft frei von Gewalt zu fördern.


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