BDP fordert Familiennachzug und Schutz von Kinderrechten

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Einleitungsvorschlag:

Zum Welttag der humanitären Hilfe 2025 schlägt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) Alarm: Die aktuelle Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte in Deutschland verstoße klar gegen nationale und europäische Rechte auf Familienleben. Während die Bundesregierung von einer notwendigen Entlastung der Integrationssysteme spricht, warnen Expert*innen vor erheblichen psychischen Belastungen für Geflüchtete – und mahnen eindringlich, dass diese Politik Leid verschärft und humanitäre Verpflichtungen verletzt.

Inhaltsverzeichnis

Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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*Familiennachzug gestoppt: Psychologinnen warnen vor dramatischen Folgen für Geflüchtete**

Die Entscheidung der Bundesregierung, den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ab dem 24. Juli 2025 für zwei Jahre auszusetzen, sorgt für breite Kritik. Mit dem Ziel, die „Aufnahme- und Integrationssysteme in Deutschland zu entlasten“, bleiben engste Angehörige wie Ehepartner*innen und minderjährige Kinder außen vor – Wartelisten oder laufende Antragsverfahren werden in dieser Zeit nicht weitergeführt. Ausnahmen sind nur in besonderen Härtefällen vorgesehen. Die Regierung plant zudem eine mögliche Verlängerung der Regelung nach Ablauf der zwei Jahre.

Diese neue Gesetzgebung trifft Asylsuchende, die oft bereits durch Flucht und Vertreibung geprägt sind, besonders hart. Organisationen wie PRO ASYL, der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht (BuMF) und die evangelische Kirche verurteilen diesen Schritt. Nun schließt sich auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) dieser Kritik an. Die Fachleute des Verbandes betonen: „Das Recht auf Familienleben ist durch das Grundgesetz (Art. 6), die Grundrechtecharta (Art. 7) und die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK, Art. 8) geschützt“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Die Aussetzung des Familiennachzugs stelle daher eine offensichtliche Verletzung nationaler und europäischer Regelungen dar.

Für viele Geflüchtete ist die Ungewissheit um das Wohl ihrer Familien nicht nur eine emotionale Zumutung, sondern verschärft bestehende psychische Belastungen enorm. Der BDP warnt: Neben physischen Leiden werde das Leid durch Angst, Sorge und Ohnmacht zusätzlich verstärkt. Das könne die Integration erschweren und sogar zu gefährlichen Konsequenzen führen. Fachleute befürchten, dass sich dadurch vermehrt Menschen auf lebensgefährliche Fluchtrouten begeben könnten – insbesondere dann, wenn Kinder und Ehepartner weiterhin im Ausland festsitzen.

Hinzu kommt nach Ansicht des BDP ein weiteres gravierendes Problem: Der aktuelle Zustand in der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten in Deutschland ist laut Verband prekär. Spezialisierte Psychosoziale Zentren (PSZ) sind massiv überlastet, die Versorgungslücke ist groß. Die Wartezeiten für psychotherapeutische Hilfe sind lang – und laut Asylbewerberleistungsgesetz haben Asylsuchende erst nach 36 Monaten Anspruch auf eine psychotherapeutische Versorgung. Oft dauert es sogar noch länger.

Leo Teigler, Präsidiumsbeauftragte*r des BDP für Menschenrechtsfragen, bringt es auf den Punkt: „Nicht behandelte durch Krieg und Verfolgung entwickelte Traumata von Geflüchteten werden oft durch eine prekäre Unterbringung, Diskriminierungserfahrungen und Isolation noch chronifiziert und führen zu Traumafolgestörungen wie Depressionen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung)

Auch ein Blick auf die Zahlen liefert eine überraschende Perspektive: Laut Mediendienst Integration ist die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland rückläufig, und nur rund 8 % der Visa für Familienzusammenführung gingen in den letzten Jahren an Angehörige von subsidiär Schutzberechtigten. Trotzdem werden Betroffene bewusst vom Familienleben ausgeschlossen.

Der BDP fordert deshalb mehr frühzeitigen Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten – inklusive Sprachmittlung – und einen Ausbau niedrigschwelliger, stabilisierender Beratungsangebote. Diese Maßnahmen könnten eine Chronifizierung psychischer Erkrankungen sowie die Entwicklung destruktiver Bewältigungsstrategien verhindern.

Die restriktive Flüchtlingspolitik der Regierung steht somit nicht nur im Widerspruch zu den realen Zahlen und Bedürfnissen der Betroffenen, sondern verletzt auch grundlegende Rechte. Die Warnung des Berufsverbands ist unmissverständlich: Die Bundesregierung müsse ihrer humanitären Verantwortung nachkommen, das Wohl von Minderjährigen schützen und eine weitere Ausgrenzung verhindern.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich Flucht und Migration zeigen, dass politischer Handlungsbedarf besteht – nicht zuletzt, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration zu stärken. Eine nachhaltige Lösung im Sinne von Humanität, Recht und sozialer Verantwortung bleibt unabdingbar.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
BDP-Pressemitteilung zum Welttag der humanitären Hilfe 2025

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Hintergründe und Entwicklungen zur Aussetzung des Familiennachzugs: Auswirkungen und europäische Dimension

Die Frage des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte steht schon seit Jahren im Zentrum migrationspolitischer Debatten in Deutschland und Europa. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen wird deutlich, dass sich nicht nur die humanitäre, sondern auch die gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung dieses Themas weiter zuspitzt. Vergleichbare Einschnitte wie die kurzfristige Aussetzung des Familiennachzugs gab es bereits 2016 und 2018, als die damalige Bundesregierung ähnliche Maßnahmen ergriff, was zu einer intensiven gesellschaftlichen Diskussion und juristischen Auseinandersetzungen führte. Auch damals wurde vielfach auf grundlegende Schutzrechte, insbesondere auf das Recht auf Familienleben nach Artikel 6 des Grundgesetzes und der Europäischen Menschenrechtskonvention, verwiesen.

Auf europäischer Ebene steht Deutschland mit dieser Entscheidung nicht allein: In mehreren EU-Staaten wurden in den vergangenen Jahren ebenfalls Gesetze verschärft, doch wird dies vielfach mit europäischen Werten und rechtlichen Vorgaben in Konflikt gebracht. Die UN-Kinderrechtskonvention und europäische Vorgaben betonen konsequent das Kindeswohl, sodass internationale Organisationen und Anwaltsvereinigungen regelmäßig auf grundrechtswidrige Auswirkungen solcher Maßnahmen hinweisen.

Faktenbasierte Analysen verdeutlichen überdies, dass die tatsächlichen Zahlen im Bereich des Familiennachzugs relativ gering ausfallen und die oft angeführten Belastungen für Integrationssysteme überschaubar sind. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass deutschlandweit lediglich etwa acht Prozent aller Visa zur Familienzusammenführung auf Angehörige subsidiär Schutzberechtigter entfallen. Trotz sinkender Asylzahlen und einer abnehmenden Anzahl psychologischer Behandlungsplätze bleibt der Bedarf an psychosozialer Unterstützung groß, wie auch zahlreiche Branchenberichte und Studien betonen.

Viele Expertinnen und Experten rechnen daher damit, dass sich die öffentliche und politische Diskussion in Zukunft noch verstärken wird. Prognosen gehen davon aus, dass sich – unabhängig von der konkreten Zahl der Geflüchteten – immer wieder die Frage stellt, wie gesetzliche Rahmenbedingungen, Menschenrechte und gesellschaftliche Integration nachhaltig miteinander in Einklang gebracht werden können. Langfristig wird die Versorgungslücke bei der psychologischen Betreuung von Geflüchteten nur durch gezielte Investitionen und eine frühzeitige Sicherstellung rechtlicher Ansprüche geschlossen werden können. Die Entwicklung in Deutschland wird dabei auch vom europäischen Kontext und von rechtlichen Entscheidungen des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beeinflusst. Für Verbände, wie den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), bleibt die konsequente Wahrung von Menschenrechten und die Sicherstellung psychosozialer Versorgung zentrale Forderung gegenüber der Politik.

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5 Antworten

  1. Die Entscheidung zur Aussetzung des Familiennachzugs könnte langfristige negative Effekte haben! Wie kann man denn den betroffenen Familien helfen? Gibt es schon Organisationen oder Gruppen, die da unterstützen wollen?

  2. Die Aussetzung des Familiennachzugs ist ein schwerwiegender Fehler der Regierung! Es gibt genug Beweise für die negativen Auswirkungen auf geflüchtete Menschen. Wie können wir Druck aufbauen, damit sich etwas verändert?

  3. Ich kann nicht fassen, dass so viele Menschen von ihren Familien getrennt bleiben müssen. Was sind die Beweggründe hinter dieser Politik? Ich würde mir wünschen, dass mehr auf das Wohl der Kinder geachtet wird. Was denkt ihr über die psychischen Folgen?

  4. Die Entscheidung zur Aussetzung des Familiennachzugs ist nicht nur unverständlich, sondern auch unmenschlich. Es wäre wichtig zu wissen, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind. Gibt es Statistiken dazu? Ich hoffe, dass sich die öffentliche Diskussion intensiviert.

  5. Ich finde es wirklich traurig, dass die Bundesregierung den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte aussetzt. Wie kann man Menschen in so einer schwierigen Lage noch weiter isolieren? Was sind die nächsten Schritte, um diese Situation zu verbessern?

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