Bayerischer Bauernverband 2026: Forderungen zu GAP, Düngerecht und Mercosur im 15-Punkte-Katalog

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Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat auf seiner Neujahrspressekonferenz in München am 13. Januar 2026 ein entschlossenes Handeln der Politik gefordert. Bauernpräsident Günther Felßner betonte, dass 2026 ein Jahr der Entscheidungen für die Land- und Forstwirtschaft werden müsse. Der Verband fordert unter anderem eine grundlegende Überarbeitung des Düngerechts, eine Absage an das Mercosur-Handelsabkommen und eine inflationsbereinigte Sicherung des EU-Agrarbudgets.

Inhaltsverzeichnis

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– Der Bayerische Bauernverband fordert für 2026 politische Entscheidungen zur Zukunft der EU-Agrarpolitik und gegen Bürokratie.
– Ein zentrales Anliegen ist die grundlegende Überarbeitung der Düngeverordnung nach einem Gerichtsurteil.
– Kritik gibt es an niedrigen Agrarpreisen, hohen Kosten und am Agrarteil des Mercosur-Handelsabkommens.

Jahr der Entscheidungen: Landwirte fordern mutige Weichenstellungen für 2026

Die Neujahrspressekonferenz des Bayerischen Bauernverbands (BBV) am 13. Januar 2026 macht deutlich: Das Jahr 2026 ist ein Jahr der Weichenstellungen für die Landwirtschaft in Deutschland und Europa*. Die Landwirtschaftsverbände signalisieren, dass 2026 nachhaltige Perspektiven sichern und die Herausforderungen der Branche angegangen werden müssen.

Im Mittelpunkt steht ein umfassender 15-Punkte-Katalog, der zentrale Anliegen der bayerischen Landwirte zusammenfasst – von EU-Haushalt und Gemeinsamer Agrarpolitik bis hin zu Umweltauflagen und internationalen Handelsabkommen. Bauernpräsident Günther Felßner betonte: „2026 muss ein Jahr der Entscheidungen für die Landwirtschaft werden!“ und forderte politisches Handeln auf allen Ebenen.

Felßner wies auf die Bedeutung der EU für die Versorgungssicherheit hin und warnte vor Kürzungen im EU-Haushalt ab 2028. Er erklärte: „Die GAP sichert Ernährung, Stabilität und Versorgungssicherheit in Europa. Wer hier kürzt legt die Axt an die regionale Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit.“ Zugleich forderte er mehr Initiative für weibliche Betriebsleiterinnen, um die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern*.

Ein zentraler Punkt der Pressekonferenz war das reformbedürftige Düngerecht. Felßner bezeichnete das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts als „Wendepunkt“ und machte deutlich: „Deutschland braucht ein Düngerecht mit weniger Bürokratie, mehr Fachlichkeit und wirksamem Wasserschutz.“ Diese und andere Themen wie die Preislage an den Agrarmärkten oder das Mercosur-Abkommen verdeutlichen, wie viel auf dem Spiel steht*.

Der Bauernpräsident forderte konkrete politische Initiativen: „2026 muss ein Jahr der Entscheidungen werden. Der Bayerische Bauernverband liefert konkrete Lösungsansätze. Jetzt müssen Bayern, Berlin und Brüssel handeln.“ Dabei setzt er auf weniger bürokratischen Aufwand, ein Auflagenmoratorium und verbindliche Zusagen für die landwirtschaftliche Branche*.

EU-Haushalt und GAP: Die Zukunft der Agrarförderung auf dem Prüfstand

Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist für die Versorgungssicherheit und Stabilität in Europa unverzichtbar. Mit Blick auf den EU-Haushalt ab 2028 stehen zentrale Weichenstellungen an, die maßgeblich die finanzielle Grundlage der Landwirtschaft in Deutschland und Europa beeinflussen. Aktuell stehen diese Pläne im Fokus politischen und verbändlichen Handelns, da die Auswirkungen weit über die nächste Förderperiode hinausreichen.

Aktuelle Finanzrahmen und geplante Änderungen

Der EU-Haushalt für 2026 sieht ein Gesamtvolumen von 193,26 Milliarden Euro vor, ergänzt durch 105,32 Milliarden Euro aus dem Next Generation EU-Programm*. Ein bedeutender Anteil entfällt auf die Ressource „natürliche Ressourcen und Umwelt“ (Rubrik 3), von der ein großer Teil für die Gemeinsame Agrarpolitik vorgesehen ist*.

Für die Förderperiode 2023 bis 2027 stellt Deutschland jährlich rund 6,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln bereit, was im internationalen Vergleich eine bedeutende Investition in die Agrar- und Umweltpolitik darstellt*. Der Gesamtrahmen für die GAP in Deutschland umfasst in dieser Periode etwa 30 Milliarden Euro*.

Doch die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission für den Haushalt ab 2028 enthalten unter anderem eine Zusammenlegung der bisherigen Fonds EGFL und ELER in einem gemeinsamen Fördertopf, was bei vielen Verbänden erhebliche Bedenken hervorruft. Das Ziel dieser Reform: eine effizientere, aber auch straffere Förderarchitektur. Kritiker, darunter der Deutsche Bauernverband, warnen vor den Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Planungssicherheit. Laut Verband fordert man „eine inflationsbereinigte Sicherung des GAP-Budgets und spürbare Einkommenswirkungen zur Planungssicherheit“*.

Reaktionen aus Politik und Verbänden

Der Deutsche Bauernverband bewertet die Vorschläge zum Mehrjährigen Finanzrahmen und zur GAP ab 2028 als „nicht akzeptabel“ und fordert eine „grundlegende Überarbeitung“. Derzeit sieht das Bundesumweltministerium in den Plänen der EU-Kommission erhebliche Risiken, insbesondere in der Finanzierung des Naturschutzes sowie bei Fehlanreizen in der Flächenförderung (Stand: 13.01.2026)*.

Die Diskussionen um die Finanzierung offenbaren die Divergenz zwischen den politischen Absichtserklärungen und den Realitäten der landwirtschaftlichen Betriebe. Während die EU-Kommission 45 Milliarden Euro ab 2028 zusätzlich zu den bisherigen Mitteln plant*, fordert die Verbände, diese Zusagen verbindlich als EU-Mittel zu sichern.

Mögliche Tabelle: Vergleich der GAP- und Haushaltsskalen

Zeitraum Betrag Zweck / Details Quelle / Stand
Förderperiode 2023–2027 ca. 6,3 Mrd. € jährlich (Deutschland) EU-Mittel für Agrarförderung in Deutschland *
Gesamtsumme Förderperiode Rund 30 Mrd. € Deutschland im Rahmen der GAP *
Haushalt 2026 (EU-Vorschlag) 193,26 Mrd. € (gesamt) Gesamtvolumen inkl. Next Generation EU *
Ressourcen „natürliche Ressourcen“ 56,9 Mrd. € (im Haushalt 2026) Davon großer Teil für GAP *

Insgesamt zeichnen sich die Pläne der EU-Kommission durch eine ambitionierte Budgeterhöhung und eine Umgestaltung der Förderarchitektur ab, um Effizienz und Fokussierung zu verbessern. Dennoch haben Verbände wie der BBV die Sorge, dass die angedachten Kürzungen und Verschiebungen auf dem Feld der Grundversorgung zu Einbußen bei Planungssicherheit und Einkommen führen könnten.

Blick nach vorn: Chancen und Herausforderungen

Damit die neuen Rahmenbedingungen für Landwirtinnen und Landwirte tragbar bleiben, fordert der BBV eine sofortige Umsetzung konkreter Maßnahmen auf EU-, Bundes- und Landesebene. Ziel ist es, die Finanzierung stabil zu halten, bürokratische Hürden abzubauen und den Agrarbereich für die Herausforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes zu wappnen.

Als Zeichen für die Dringlichkeit ist die angekündigte Reform der Förderarchitektur durch die Zusammenführung der Fonds ab 2028 zu sehen. Kritiker fordern jedoch, diese Integration wachsam zu begleiten, um eine Verlagerung der Fördermittel auf unkritische Bereiche zu verhindern.


Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, gleichzeitig aber auch zu wirtschaftlicher Sicherheit bleiben die Verhandlungen um den EU-Haushalt und die GAP eine entscheidende Weiche für die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland. Das Jahr 2026 wird dabei eine Schlüsselrolle spielen – für politische Entscheidungen, die den landwirtschaftlichen Kern in Europa stärken.

Düngerecht im Umbruch: Gerichtsurteil als Weichensteller für die Landwirtschaft

Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts am 13. Januar 2026 zeichnet sich eine bedeutende Wende in der deutschen Düngeregulierung ab. Das Gericht fordert eine grundlegend neue Gestaltung der Düngeverordnung, was erhebliche Konsequenzen für Praxis, Verwaltung und politische Rahmenbedingungen haben wird. Der Bayerische Bauernverband bezeichnete das Urteil als „Wendepunkt. Wir müssen die Düngeverordnung grundlegend überarbeiten – nicht nur kosmetisch. Deutschland braucht ein Düngerecht mit weniger Bürokratie, mehr Fachlichkeit und wirksamem Wasserschutz.“ (Stand: 13.01.2026)* Es ist offensichtlich, dass das Urteil die Debatte um eine effizientere und praxisorientierte Düngerechtspolitik deutlich vorantreibt.

Gerichtsurteil als Impuls für Änderungen in der Düngeverordnung

Das Bundesverwaltungsgericht hebt hervor, dass die aktuellen Regelungen zu kompliziert, bürokratisch belastend und kaum praxistauglich seien. Die Entscheidung schafft die Notwendigkeit, die Düngeverordnung neu zu gestalten, um Bürokratie abzubauen und gleichzeitig wirksame Schutzmaßnahmen zu gewährleisten.

„Hier hoffe ich auch auf Impulse von Ministerin Kaniber, die das Düngerecht neu denken will nach dem Leitbild fair und verursachergerecht,“ sagte der Bauernpräsident des Bayerischen Bauernverbands in diesem Zusammenhang (Stand: 13.01.2026). Damit öffnet sich ein politischer Spielraum für Initiativen, die auf eine bessere Balance zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen setzen.

Die Reformforderungen zielen auf weniger administrativen Aufwand, eine stärkere Fachlichkeit sowie auf wirksamen Wasserschutz. Die Praxis zeigt, dass die bisherigen Regulierungstools zu hohen Belastungen für Landwirte führen, während die tatsächliche Wasserschutzwirkung teils unbefriedigend bleibt. Das Gerichtsurteil markiert somit einen Wendepunkt, um diese Konfliktlinie aufzulösen und eine bürgernahe, effektive Düngeverordnung zu entwickeln.

Folgen für die Praxis und die politische Umsetzung

In der landwirtschaftlichen Praxis heißt das, dass Betriebe künftig mit angepassten Regelungen rechnen müssen. Einerseits besteht die Erwartung, Bürokratie abzubauen und die Überwachung der Düngeverordnung handhabbarer zu machen. Andererseits ist die tatsächliche Umsetzung einer verbesserten Wasserschutzpolitik gefragt. Die Ministerin für Landwirtschaft, Michaela Kaniber, wird hierbei eine zentrale Rolle spielen, da sie das Ziel verfolgt, das Düngerecht nach einem Leitbild „fair und verursachergerecht“ neu zu gestalten.

Die wichtigsten Veränderungen könnten in den kommenden Monaten aufrechterhalten werden, sobald die politischen Gremien mit der Überarbeitung der Düngeverordnung starten. Die Bundesregierung, die Länder und die EU stehen vor der Herausforderung, eine Balance zwischen landwirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Wasserschutz herzustellen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gilt dabei als entscheidende Weiche, um diesen Wandel einzuleiten.

Kurz gefasst: Das Urteil schafft eine Chance, die deutsche Düngeverordnung grundlegend zu modernisieren, Bürokratie abzubauen und gleichzeitig wirksamen Wasserschutz zu gewährleisten. Die nächsten Monate werden entscheidend, um konkrete gesetzliche und administrative Anpassungen umzusetzen.

Weitere Entwicklungen, konkrete Reformvorschläge und parlamentarische Initiativen werden in den kommenden Wochen erwartet. Damit beginnt eine Phase, in der die Politik und Verwaltung aktiv an einer nachhaltigen und praxistauglichen Düngerechtspolitik arbeiten müssen, um den Herausforderungen für Landwirtschaft und Umwelt gerecht zu werden.

Einfluss von Preisdruck, Betriebskosten und gesellschaftlichen Erwartungen auf die Landwirtschaft

Die gegenwärtige Lage in der Landwirtschaft ist durch einen erheblichen Preisdruck gekennzeichnet, der die Rentabilität vieler Betriebe deutlich belastet. Gleichzeitig steigen die Betriebsmittelkosten. Dieses Ungleichgewicht erschwert es Landwirtinnen und Landwirten, wirtschaftlich stabil zu bleiben und Investitionen in Innovationen und nachhaltige Praxis zu tätigen.

Einen Einblick in die aktuelle Problematik gibt Bundesverbandspräsident Günther Felßner: „Hier appelliere ich an alle Akteure der Lebensmittelkette ihre Verantwortung ernst zu nehmen: Heimische Landwirtschaft zu fördern heißt auch mal über dem Weltmarktpreis zu bezahlen, um langfristig stabile Lieferbeziehungen zu haben.“ (Stand: 13.01.2026)*

Diese Situation führt dazu, dass Betriebe oft nur noch kurzfristig überleben, während Investitionen in Tierhaltung oder nachhaltigen Ackerbau durch die hohen Kosten und sinkende Erlöse erschwert werden.

Darüber hinaus hat die gesellschaftliche Erwartung an die Landwirtschaft eine bedeutende Relevanz. Die Landwirtschaft wird zunehmend als gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen, etwa im Hinblick auf Fairness, Umwelt- und Tierschutz. Insbesondere Frauen spielen eine zentrale Rolle. Laut Felßner sind sie schon heute die tragenden Säulen, doch nur neun Prozent der bayerischen Höfe werden von Frauen geführt. Er betont: „Wir sind überzeugt, dass deutlich mehr möglich ist. Und hier wollen wir entschlossen anschieben und gemeinsam mit Politik und Gesellschaft verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – über das UN-Jahr 2026 der Landwirtin hinaus!“ (Stand: 13.01.2026)

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das eine Herausforderung: Sie profitieren von einer breiten Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel, stecken aber gleichzeitig in einem Konflikt zwischen fairen Preisen und dem Schutz der heimischen Landwirtschaft. Die niedrigen Marktpreise bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten erhöhen den Druck auf die Erzeuger, was sich langfristig auf die Versorgungssicherheit und die Qualität der Lebensmittel auswirken kann.

Angesichts dieser Herausforderungen fordern Branchenvertreter, etwa in der Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands, konkrete Maßnahmen. Dazu zählen Planungs- und Rechtssicherheit, eine Überarbeitung der Düngeverordnung sowie Maßnahmen zur Reduzierung bürokratischer Hürden. Ziel ist es, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Preisschwankungen zu machen und ihre gesellschaftliche Aufgaben weiterhin zu stärken.

Handelspolitik, EU-Forderungen und die Risiken des Mercosur-Abkommens

Die Diskussion um das Mercosur-Handelsabkommen bleibt für den Bayerischen Bauernverband (BBV) ein zentrales Thema, da die Qualität und Nachhaltigkeit der Agrarimporte aus Brasilien weiterhin erhebliche Zweifel aufwerfen. Nach wie vor ist die Prozessqualität im Agrarteil des Abkommens nicht ausreichend abgesichert, was bedeutet, dass die Gefahr besteht, dass Importe bei Tierwohl und Pflanzengesundheit nicht den Verbraucherstandards der EU entsprechen*. „Da die Prozessqualität im Agrarteil des Abkommens nach wie vor nicht abgesichert wurde, können Agrarimporte zum Beispiel aus Brasilien im Rahmen der vorgesehenen Handelskontingente nach Europa reinkommen, die bei Tierwohl und Pflanzengesundheit nicht den Verbraucherstandards der EU entsprechen“ (Stand: 13.01.2026). Aufgrund dieser Unsicherheiten lehnt der BBV den Agrarteil des Mercosur-Abkommens weiterhin ab.

Risiken im Agrarteil des Mercosur-Abkommens

Das Abkommen sieht Handelskontingente vor, die den Zugang zu europäischen Märkten erleichtern sollen. Diese Kontingente könnten jedoch qualitativ nicht-konforme Importe ermöglichen, was die Qualitätssicherung in der EU gefährdet. Besonders kritisch sieht der BBV hier die vermeintliche Überprüfung der Schutzklauseln und Importkontrollen, die nach Initialen der EU-Kommission noch umgesetzt werden müssten, um die Verbraucher zu schützen. Die mangelnde Prozesssicherung werde langfristig zu Wettbewerbsnachteilen für deutsche und europäische Landwirte führen, weil billigere Produkte die heimische Qualität unter Druck setzen.

Konsequenzen für Verbraucher und Produzenten

Für Verbraucher bedeutet die ungelöste Problematik eine Unsicherheit hinsichtlich Tierwohl, Pflanzengesundheit und Lebensmittelsicherheit. Der Druck auf regionale Landwirte nehme zu, weil preislich konkurrierende Importe oft nicht nach den hohen europäischen Standards produziert werden. Landwirte stehen zudem vor erheblichen Herausforderungen durch die angespannte Preislage bei landwirtschaftlichen Gütern, hohen Betriebskosten und den gestiegenen Marktöffnungen. Diese Faktoren könnten ihre wirtschaftliche Existenz weiter belasten.

Politische Forderungen des BBV

Der BBV fordert klar, dass die EU die angekündigten Finanzmittel ab 2028 von rund 45 Milliarden Euro verbindlich als gesicherte Mittel neben den bisherigen Vorschlägen zum Agrarbudget für 2028 bis 2034 festlegt (Stand: 13.01.2026)*. Ziel ist es, eine nachhaltige Unterstützung für die Landwirtschaft zu gewährleisten. Zudem fordert der Verband, dass in den ersten Monaten dieses Jahres umfassende Korrekturen bei Naturwiederherstellung, Nitratrichtlinie sowie Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden. „Bei Naturwiederherstellung, Nitratrichtlinie und Wasserrahmenrichtlinie sind in den ersten Monaten dieses Jahres grundsätzliche Korrekturen für ausreichend Praxistauglichkeit anzupacken, wie auch dies letzte Woche die EU-Kommission erklärt hat“ (Stand: 13.01.2026).

Wissenschaftliche und rechtliche Entwicklungen

Die Gestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik wird maßgeblich durch die Neufassung der Förderarchitektur beeinflusst. Laut der Europäischen Kommission plant man seit Juli 2025 eine Zusammenführung bisheriger Fonds (EGFL und ELER) in einen gemeinsamen Fonds ab 2028 (*). Diese Reformen sollen die Förderung effizienter und zielgerichteter machen, doch die aktuellen Herausforderungen im Agrarschutz, insbesondere im Wasser- und Naturschutz, erfordern schnelle und konkrete Korrekturen, um die Praxistauglichkeit für Landwirte zu sichern.

Zusammenfassung

Der BBV fordert eine klare politische Verlässlichkeit und konkrete Maßnahmen, um die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu sichern. Das Jahr 2026 müsse zu einem entscheidenden Jahr der Weichenstellung werden, heißt es. Insbesondere müssten die EU und die Bundesregierung auf die von der EU-Kommission angekündigten finanziellen Mittel sowie auf Korrekturen bei Umwelt- und Wasser-Richtlinien schnellstens reagieren. Nur so könnten die regionalen Betriebe ihre zukunftsfähige Entwicklung sicherstellen, Auflagen abbauen und ihre wirtschaftliche Stabilität bewahren.

Weitere Informationen und den vollständigen Forderungskatalog veröffentlicht der Verband auf seiner Webseite.

Fazit: Politische Entscheidungen sind jetzt gefragt

Die Land- und Forstwirtschaft in Bayern steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Die Landwirtschaft hat ihre Bereitschaft gezeigt, Verantwortung zu übernehmen, doch sie braucht nachhaltige politische Verlässlichkeit, um langfristig stabil wirtschaften zu können. Der Bayerische Bauernverband fordert konkrete Maßnahmen auf allen Ebenen: Von Bayern über Berlin bis Brüssel müssen Handlungen folgen, die den Rahmen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft setzen. Nur durch klare, umsetzbare Beschlüsse lässt sich die Branche auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten und die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung nutzen.

Die politischen Verantwortlichen stehen in der Pflicht, langfristige Perspektiven zu schaffen, die die Betriebe entlasten, bürokratische Hürden abbauen und Ängste vor noch höherem Auflagenwahnsinn nehmen. Die vollständigen Positionspapiere und der 15-Punkte-Katalog des BBV bieten hierfür eine klare Orientierung und sind unter den bekannten Links abrufbar.* Es ist Zeit für Taten statt Worte, damit die Landwirtschaft in Bayern, Deutschland und Europa auch künftig eine stabile Versorgung sicherstellen kann.*

Die Inhalte und Zitate in diesem Artikel beruhen auf einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands.

Weiterführende Quellen:

9 Antworten

  1. Ich bin gespannt, wie sich das Mercosur-Abkommen entwickeln wird. Die Qualität der Importe muss gesichert werden! Was haltet ihr von den Bedenken des BBV?

    1. ‚Qualitätssicherung‘ sollte immer Priorität haben! Ich mache mir auch Sorgen über die Standards unserer Lebensmittel im Vergleich zu Importen.

    2. ‚Sicherung der Standards‘ klingt gut, aber wie können wir das tatsächlich durchsetzen? Brauchen wir mehr Kontrolle von Seiten der EU?

  2. Die niedrigen Agrarpreise sind ein echtes Problem für viele Bauern. Ich hoffe, dass die Politik hier endlich handelt und Lösungen findet. Wer hat Erfahrungen mit den Preisen gemacht? Wie geht ihr damit um?

    1. Das Preisdumping ist eine große Herausforderung! Ich denke, es braucht einen klaren Plan von Seiten der Politik, um faire Preise zu sichern.

    2. Ja genau! Und gleichzeitig steigen die Kosten für Betriebsmittel. Es fühlt sich oft an, als würde man gegen Windmühlen kämpfen.

  3. Ich finde die Forderungen des Bayerischen Bauernverbands sehr wichtig. Die Überarbeitung der Düngeverordnung ist wirklich nötig, um die Landwirtschaft zukunftssicher zu machen. Was denkt ihr über die Rolle der EU in diesem Prozess?

    1. Ich stimme zu, dass eine Reform der Düngeverordnung notwendig ist. Bürokratieabbau könnte viele Landwirte entlasten. Glaubt ihr, dass die Politik rechtzeitig reagieren wird?

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