– Die Bauwirtschaft kritisiert die geplante Entlastungsprämie als für viele Betriebe nicht finanzierbar und realitätsfern.
– Die Senkung der Energiesteuer um 17 Cent pro Liter wird als überfällig, aber unzureichend bewertet.
– Es werden strukturelle Maßnahmen gefordert, um einen weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu verhindern.
Bauwirtschaft kritisiert Koalitionsbeschlüsse 2025 als zusätzliche Belastung für Betriebe
Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft bewertet die Ergebnisse der Koalitionsklausur 2025 als deutliche Fehlsteuerung für die Bau- und Ausbauwirtschaft. Aus Sicht des Verbands bringen die beschlossenen Maßnahmen den Unternehmen nicht die erhoffte Entlastung, sondern erhöhen den wirtschaftlichen Druck.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen die geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte sowie die nach Auffassung des Verbands unzureichende Senkung der Energiesteuer. Der Verband sieht darin keine tragfähige Antwort auf die angespannte Lage vieler Betriebe.
Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, bringt die Haltung des Verbands klar auf den Punkt: „Die Ergebnisse der Koalitionsklausur sind für die Bau- und Ausbauwirtschaft schlicht enttäuschend. Statt dringend benötigter Entlastungen für die Betriebe liefert die Bundesregierung das Gegenteil: Sie wälzt die Kosten ihrer Maßnahmen einseitig auf die Unternehmen ab.“
Kritik an Entlastungsprämie für Beschäftigte
Besonders deutlich wendet sich die Bundesvereinigung Bauwirtschaft gegen die geplante Entlastungsprämie für Beschäftigte. Aus Sicht des Verbands mag ein solcher Schritt politisch nach Unterstützung für Arbeitnehmer aussehen, in den Betrieben kann daraus jedoch ein zusätzlicher Erwartungsdruck entstehen.
Nachbauer erklärt dazu: „Die geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte mag politisch gut klingen – wirtschaftlich ist sie für viele Betriebe realitätsfern.“
Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf explodierende Material- und Rohstoffkosten. Viele Unternehmen arbeiteten nach eigener Darstellung bereits an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Zusätzliche Leistungen könnten unter diesen Bedingungen nicht als Entlastung, sondern als weitere Belastung auf der Arbeitgeberseite wirken.
Verband warnt vor Folgen für Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit
Die Kritik der Bauwirtschaft ist aus Sicht des Verbands auch eine grundsätzliche ordnungspolitische Frage. Im Kern geht es darum, wie wirtschaftliche Lasten zwischen Staat, Beschäftigten und Unternehmen verteilt werden.
Nachbauer formuliert es so: „Es gilt ein einfacher Grundsatz: Verteilt werden kann nur, was zuvor erwirtschaftet wurde. Wer das ignoriert, gefährdet Arbeitsplätze und unternehmerische Substanz.“
Mit Verweis auf steigende Insolvenzzahlen und die angespannte wirtschaftliche Lage warnt die Bundesvereinigung Bauwirtschaft davor, den Standort Deutschland weiter zu belasten. Wenn Kosten, Abgaben und Energiepreise nicht ausreichend abgefedert werden, sieht der Verband die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zusätzlich unter Druck.
Senkung der Energiesteuer reicht aus Sicht der Bauwirtschaft nicht aus
Auch bei der beschlossenen Absenkung der Energiesteuer erkennt der Verband zwar einen richtigen Ansatz, hält die Maßnahme aber für unzureichend. Nachbauer sagt: „Die Senkung der Energiesteuer um 17 Cent pro Liter ist zwar überfällig und ein richtiger Schritt. Doch sie kommt spät und reicht bei weitem nicht aus.“
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Damit bleibt die Entlastung aus Sicht der Bauwirtschaft deutlich hinter dem zurück, was die Branche angesichts der aktuellen Kostenlage benötigt. Der Verband macht deutlich, dass der wirtschaftliche Druck trotz der Maßnahme hoch bleibt. In der Mitteilung heißt es dazu: „Trotz dieser Maßnahme bleibt der wirtschaftliche Druck auf Verbraucher und Betriebe hoch.“
Bauwirtschaft fordert strukturelle Maßnahmen statt punktueller Hilfen
Für die Bundesvereinigung Bauwirtschaft geht die Debatte deshalb über einzelne Beschlüsse hinaus. Der Verband fordert nicht nur kurzfristige finanzielle Entlastungen, sondern vor allem strukturelle Maßnahmen, die die wirtschaftliche Lage der Unternehmen nachhaltig verbessern.
Nachbauer formuliert die Forderung so: „Klar ist: Ohne schnelle strukturelle Maßnahmen – von einer Ausweitung des Energieangebots bis hin zu tragfähigen Sozialversicherungen – droht dem Standort ein weiterer Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.“
Aus Sicht der Bauwirtschaft reicht es damit nicht aus, punktuelle Hilfen zu beschließen, wenn zentrale Belastungsfaktoren für Betriebe bestehen bleiben. Die Botschaft des Verbands ist klar: Die Koalitionsbeschlüsse setzen nach seiner Bewertung die falschen Signale und schaffen für die Bau- und Ausbauwirtschaft derzeit eher neue Lasten als spürbare Entlastung.
Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung Bauwirtschaft und enthält deren Stellungnahme zu aktuellen Koalitionsbeschlüssen.
Weiterführende Quellen:
- „Im Baugewerbe wurden 2025 durch das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus Genehmigungsverfahren gestrafft und Abweichungen von Bebauungsplänen erleichtert, um Wohnungsbauprojekte zu beschleunigen.“ – Quelle: https://www.bayika.de/de/aktuelles/meldungen/2026-03-25_Baubranche-2026-Bilanz-nach-dem-Koalitionsvertrag-2025.php
- „Der Bundestag beschloss am 10. Juli 2025 verkürzte immissions- und wasserrechtliche Verfahren für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien.“ – Quelle: https://www.bayika.de/de/aktuelles/meldungen/2026-03-25_Baubranche-2026-Bilanz-nach-dem-Koalitionsvertrag-2025.php
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Die Bewertung der Bauwirtschaft zeigt, dass politische Entlastungsversprechen nicht automatisch bei den Betrieben ankommen. Entscheidend ist aus Sicht des Verbands, wie Kosten- und Lastenverteilung tatsächlich wirkt – besonders bei Material- und Rohstoffkosten „an der Grenze der Wirtschaftlichkeit“ und steigenden Insolvenzzahlen.
Für die Bau- und Ausbauwirtschaft bedeutet das: Ohne strukturelle Verbesserungen bleiben Wettbewerbsdruck und Erwartungshaltungen hoch. Betroffen sind damit nicht nur Unternehmen, sondern auch Beschäftigte und der Standort Deutschland, wenn sich wirtschaftliche Spielräume weiter verengen.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum kritisiert der Verband die Entlastungsprämie trotz „Entlastung“?
Der Verband hält sie wirtschaftlich für realitätsfern und sieht in Betrieben zusätzlichen Erwartungsdruck, wenn bereits hohe Kosten anfallen.
Reicht die Senkung der Energiesteuer nach Ansicht der Bauwirtschaft aus?
Nein. Sie wird als überfällig, aber zu spät und nicht ausreichend bewertet, um den bestehenden Druck zu senken.
Welche Folge befürchtet die Bauwirtschaft bei weiterer Belastung?
Der Verband warnt vor gefährdeten Arbeitsplätzen und einem weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Art von Maßnahmen fordert der Verband statt punktueller Hilfen?
Strukturelle Schritte, u. a. mit Blick auf Energieversorgung und tragfähige Sozialversicherungen. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.
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10 Kommentare
Sachlich betrachtet: Politiker setzen oft auf sichtbare Einzelmaßnahmen wie Prämien statt auf langfristige Strukturen. Das schadet mittel- und langfristig der Wettbewerbsfähigkeit. Welche strukturellen Schritte wären prioritär? Ausbau Energieangebot, Sozialversicherungsreform oder Fokuss auf Materialkosten? Bitte um konkrete Vorschläge im Forum.
Gute Frage Herrmann, ich denk Ausbau vom Energieangebot und schnellere Genehmigungsverfahren für erneuerbaren Anlagen sind wichtig, das wird auch im Beitrag und in der Quelle angeschnitten https://www.bayika.de/de/aktuelles/meldungen/2026-03-25_Baubranche-2026-Bilanz-nach-dem-Koalitionsvertrag-2025.php Aber wer bezahlt das und wie verteilt man die Lasten gerechter?
Neutral kommentiert: Der Verband hat recht wenn er warnt vor Arbeitsplatzverlusten weil Betriebe am Limit sin. Aber kann man die Gefahr quantifizieren? Mehr daten währen hilfreich um die Forderungen nach strukturellen Maßnahmen glaubwürdig zu machen, z.B. Zahlen zu Insolvenzen und Margen.
Ich würd gern mehr harte daten sehen,wie viele Betriebe wirklich insolvenzgefährdet sin, und auch regionale Unterschiede, weil Bauwirtschaft ist nicht überall gleich. Der Link im Beitrag hilft schon mal bei Hintergrundinfos, aber mehr Transparenz brächte bessere Diskussion.
Der Verband stellt wichtige Fragen zur Lastenverteilung, das ist richtig, aber wie kann man das praktisch lösen ohne neue bürokratie? Vielleicht Steuererleichterungen für Investitionen ins Energiesparen,oder gezielte Zuschüsse für Materialkosten? Die Diskusion fehlt mir im Artikel, wär schön mehr Beispiele zu sehen.
Klaus, danke, genau das meine ich auch, konkrete Vorschläge wie Abschreibungszeiten verkürzen oder Förderung für energieeffiziente Maschinen wäres gut, sonst bleiben nur Versprechnungen. Wer hat Erfahrung mit solchen Förderprogrammen, arbeiten die wirklich schnell und erreichen kleine Betriebe?
Neutral gesagt: Die Senkung der Energiesteur um 17 Cent ist ein Ansatz aber zu spät und zu klein, wie im Beitrag steht. Kann jemand erklären wie das die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärkt? Vielleicht braucht es Ausbau vom Energieangebot plus Förderungen, nicht nur punktuelle Scheckausgaben.
Ja, Oprobst, das seh ich aehnlich, punktuelle Hilfen sind wenig wirksam, wir brauchen Strukturreformen und Investitionen in erneuerbaren Energien, siehe auch die Änderung in Genehmigungsverfahren für erneuerbare Anlagen: https://www.bayika.de/de/aktuelles/meldungen/2026-03-25_Baubranche-2026-Bilanz-nach-dem-Koalitionsvertrag-2025.php Ist da mehr geplant von der Regierung?
Die Sache mit der Entlastungsprämie klingt gut aufm Papier, aber fur die meisten kleine Betriebe is das nciht realisierbar, wie der Artikel sagt. Gibt es schon Zahlen wieviel das für einen Handwerksbetrieb(meist Margen knapp) wirklich kostet? Mehr info zur Energiesteuer wär nützlich: https://www.bayika.de/de/aktuelles/meldungen/2026-03-25_Baubranche-2026-Bilanz-nach-dem-Koalitionsvertrag-2025.php
Guter Punkt, Bode, aber ich frag mcih warum Politik das nicht sieht, die reden von Entlastung aber die Rechnung geht an die Betriebe, das stimmt nicht, weil die Materiakosten schon hoch sin und Löhne steigen und dann noch Prämien? Was schlagen andere vor, strukturelle Maßnahmnen oder Förderprogramme?