– Auf Sommertagung 2025 in Tschechien beschloss ENA Task Force Public Affairs einzurichten.
– Task Force koordiniert internationale Baumschulkonferenz in Brüssel zur Förderung grüner Infrastruktur.
– Konsortium internationaler Baumschulen finanziert Task Force mit Mitgliedern aus vier EU-Staaten.
ENA gründet Task Force Public Affairs zur Stärkung der europäischen Baumschulbranche
Die European Nurserystock Association (ENA) hat auf ihrer Sommerversammlung 2025 in der Tschechischen Republik eine wichtige Initiative gestartet: Eine Task Force für Public Affairs soll künftig die Interessen der europäischen Baumschulbranche auf EU-Ebene bündeln und stärker sichtbar machen. Dieses neue Gremium arbeitet eng mit dem ENA-Vorstand zusammen und wird unter anderem die Organisation einer internationalen Baumschulkonferenz in Brüssel übernehmen. Ziel ist es, das Profil der Baumschulen als bedeutenden Beitrag zur grünen Infrastruktur in der politischen Landschaft der EU zu stärken.
Die Gründung der Task Force ist Teil einer nachhaltigen Strategie, mit der der Einfluss des Sektors auf die EU-Politik kontinuierlich ausgebaut werden soll. Die Aktivitäten begannen bereits im Mai dieses Jahres mit einem vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) initiierten und durchgeführten hochrangigen politischen Frühstück im Europäischen Parlament. Daran nahmen Mitglieder des Europäischen Parlaments und Vertreter der Europäischen Kommission teil, was den politischen Stellenwert der Baumschulbranche verdeutlicht.
Die Initiative stößt auf breiten Rückhalt: Ein internationales Konsortium von Baumschulen stellt finanzielle Mittel bereit, um die Arbeit der Task Force zu unterstützen. Das Gremium besteht aus Mitgliedern aus Italien, Deutschland, den Niederlanden und Belgien und arbeitet zudem mit einer der führenden Kommunikationsagenturen in Brüssel zusammen, um die Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit professionell zu gestalten. Mit dieser gebündelten Expertise und Unterstützung soll die europäische Baumschulbranche künftig eine stärkere Stimme in der EU erhalten und ihre Rolle für Umwelt und nachhaltige Stadtentwicklung klar herausstellen.
Baumschulen als Schlüsselakteure in der EU-Politik für grüne Infrastruktur
Baumschulen gewinnen auf EU-Ebene zunehmend an Bedeutung. Mit der Gründung einer Task Force Public Affairs durch die European Nurserystock Association (ENA) rückt die Branche strategisch näher an die politischen Entscheidungsträger in Brüssel. Ziel dieser Verstärkung der Lobbyarbeit ist es, das Bild der Baumschulen als wesentlichen Bestandteil grüner Infrastruktur zu schärfen und ihren Einfluss auf europäische Umwelt- und Städtepolitik auszubauen. Dabei steht die wachsende Bedeutung von Grünflächen nicht nur für das Stadtbild, sondern auch für den Klimaschutz und die Lebensqualität im urbanen Raum im Fokus.
Die zunehmende Vernetzung internationaler Akteure und der gezielte Dialog mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments sowie der Europäischen Kommission zeigen, wie sehr die Baumschulbranche ihre Rolle als politischer Akteur ausweitet. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hat bereits mit einem hochrangigen parlamentarischen Frühstück die Weichen für eine enge Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern gestellt. Die internationale Unterstützung etwa aus Italien, den Niederlanden und Belgien zeigt zudem, wie stark die Branche grenzüberschreitend zusammenarbeitet, um ihre Interessen wirksam einzubringen.
Herausforderungen der grünen Infrastruktur
Die Anpassung an den Klimawandel und die damit verbundenen Anforderungen an städtische und ländliche Räume rücken grüne Infrastrukturprämissen verstärkt in den Mittelpunkt. Städte stehen vor komplexen Herausforderungen: steigende Temperaturen, zunehmende Luftbelastung, Starkregenereignisse und der Verlust von Biodiversität machen nachhaltige Begrünung unverzichtbar. Baumschulen liefern die Pflanzenmaterialien – von robusten Stadtbäumen bis zu vielfältigen Sträuchern –, die diese ökologischen Anforderungen erfüllen und gleichzeitig das Stadtbild prägen. Die Pflanzen tragen zur Regulierung des Mikroklimas bei, speichern CO2 und dienen als natürliche Filter für Schadstoffe.
Gleichzeitig ist die Pflege und angemessene Gestaltung dieser Grünen Infrastruktur anspruchsvoll. Eine professionelle Baumschulbranche sorgt dafür, dass geeignete und klimaangepasste Arten verfügbar sind und ökologisch verträgliche, wirtschaftliche Lösungen für städtische Gestaltungsaufgaben möglich werden. Dabei bleibt eine Balance zwischen ökologischen Zielen und wirtschaftlichen Realitäten eine Herausforderung.
Bedeutung der Lobbyarbeit für Umweltpolitik
Dass sich Interessenvertretungen wie die Baumschulen auf EU-Ebene organisieren, ist Teil einer größeren Entwicklung. Umwelt- und Stadtentwicklungspolitik werden immer stärker europaweit koordiniert und reguliert. Um hier Einfluss zu nehmen, ist eine professionelle Lobbyarbeit notwendig, die Politik und Öffentlichkeit auf den Beitrag der Branche hinweist. Die Etablierung der Task Force Public Affairs und die geplante internationale Baumschulkonferenz in Brüssel sind Ausdruck dieses Engagements.
Lobbyarbeit bietet der Baumschulbranche Chancen, die Bedingungen für nachhaltige Stadtentwicklung mitzugestalten. Sie kann helfen, neue Förderprogramme für grüne Infrastruktur anzustoßen oder technische Standards für Pflanzenqualität zu definieren. Gleichzeitig ermöglicht die Vernetzung den Erfahrungsaustausch über nationale Grenzen hinaus, was angesichts globaler Klima- und Biodiversitätskrisen an Relevanz gewinnt.
Potenziale und Fragestellungen, die sich aus der stärkeren politischen Einbindung ergeben:
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Vorteile: Verstärkte Anerkennung von Baumschulen als integraler Bestandteil der klimaresilienten Stadtplanung; bessere finanzielle Förderung und politische Unterstützung; verbesserte Qualität und Verfügbarkeit von Stadtbegrünung.
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Risiken: Gefahr einer zu starken Kommerzialisierung ökologischer Ziele; mögliche Interessenkonflikte zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Ansprüchen; Verteuerung von grüner Infrastruktur für Kommunen.
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Gesellschaftliche Herausforderungen: Integration von Grünflächen in dicht besiedelten Räumen; Berücksichtigung sozialer Aspekte der Stadtbegrünung; Sicherstellung langfristiger Pflege und Erhalt der städtischen Natur.
Dass Baumschulen heute nicht mehr nur Lieferanten sind, sondern sich als politische Akteure positionieren, spiegelt den wachsenden Stellenwert grüner Infrastruktur im gesellschaftlichen und politischen Diskurs wider. Sie könnten den Dialog zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft entscheidend mitprägen, damit Stadtentwicklung und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Der Ausbau der Lobbyarbeit auf europäischer Ebene ist somit ein wichtiger Schritt, um im komplexen Geflecht von Klimaanpassung, Biodiversitätsschutz und urbaner Lebensqualität eine sichtbare und gestaltende Rolle zu übernehmen.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Bund deutscher Baumschulen e.V. zur Einrichtung einer Task Force Public Affairs in Brüssel.