– Bauhauptgewerbe-Auftragseingang im Juli: +1,9% zum Vormonat, +8,7% zum Vorjahr.
– Öffentlicher Bau stark rückläufig: Straßenbau -13,0%, Öffentlicher Hochbau -15,8% im Juli.
– Januar–Juli 2024: Bauhauptgewerbe real +7,5%, Straßenbau real -6,4%.
Positiver Start ins zweite Halbjahr: Bauhauptgewerbe legt zu, öffentlicher Bau gerät unter Druck
Das Bauhauptgewerbe startet mit einem stärkeren Auftragseingang ins zweite Halbjahr als erwartet. Im Juli stieg die Zahl der neuen Aufträge im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent und sogar um real 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – allerdings wirkt hier ein Basiseffekt mit, da der Juli 2024 einen Rückgang von rund 10 Prozent verzeichnete. Für die ersten sieben Monate ergibt sich auf das Bauhauptgewerbe insgesamt gerechnet ein reales Plus von 7,5 Prozent.
Die Auftragslage zeigt jedoch eine differenzierte Entwicklung: Während die Branche von einer guten Nachfrage im Bereich Bahn und Kabelleitungsbau, sowie von Großprojekten im Wirtschaftshochbau profitiert, schwächt sich der öffentliche Bau spürbar ab. Der Straßenbau verzeichnet im Juli im Vorjahresvergleich ein reales Minus von 13,0 Prozent, der Öffentliche Hochbau sogar einen Einbruch von 15,8 Prozent. Für den Straßenbau zeigt sich bereits für die ersten sieben Monate ein reales Minus von 6,4 Prozent.
Der Umsatzzuwachs im Bauhauptgewerbe setzt sich trotz eines Rückgangs im Juni fort: Im Juli legte der baugewerbliche Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent zu, für den Zeitraum Januar bis Juli ergibt sich ein Anstieg von real 2 Prozent. Im Gegensatz dazu verbleiben Straßenbau und Wohnungsbau weiter im Rückgang mit realen Umsatzverlusten von jeweils 4,0 Prozent.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, hebt hervor: „Der Bau ist insgesamt positiver in das zweite Halbjahr gestartet als erwartet. Dies ist allerdings nicht den Öffentlichen Auftraggebern zu verdanken.“ Er verweist auf die Notwendigkeit, in den anstehenden Haushaltsverhandlungen 2026 die Mittel für Straßen, Brücken, Wasserstraßen und Wohnungsbau konsequent bereitzustellen. Müller betont die Bedeutung des Sondervermögens als Instrument zur Förderung von Wirtschaftswachstum und Modernisierung. Die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz, dass „jedes baureife Bauprojekt auch gebaut werden“ müsse, erfordere „ein Ende des Verschiebebahnhofs“ im Bundestag und eine angemessene Ausstattung für Investitionen im Verkehrs- und Wohnungsbau.
Nachfolgend eine Übersicht der Entwicklungen im Bauhauptgewerbe bezogen auf Auftragseingänge und Umsätze im Zeitraum Januar bis Juli sowie Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahr:
| Bereich | Auftragseingang (Jan–Jul) | Auftragseingang (Juli) | Umsatz (Jan–Jul) | Umsatz (Juli) |
|---|---|---|---|---|
| Bauhauptgewerbe | +7,5 % (real) | +8,7 % (real) | +2,0 % (real) | +1,4 % (real) |
| Straßenbau | -6,4 % (real) | -13,0 % (real) | -4,0 % (real) | -4,0 % (real) |
| Wohnungsbau | — | — | -4,0 % (real) | -4,0 % (real) |
| Öffentlicher Hochbau | — | -15,8 % (nominal) | — | — |
Die Daten basieren auf Erhebungen des Statistischen Bundesamts und berücksichtigen Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten sowie kalender- und saisonbereinigte Werte, sofern verfügbar.
Bauhauptgewerbe im Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Risiken
Die jüngsten Zahlen zum Bauhauptgewerbe zeigen ein gemischtes Bild, das eine differenzierte Betrachtung erfordert. Während der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 8,7 Prozent zulegte, resultiert dieser Wert nicht ausschließlich aus einer positiven Entwicklung, sondern wird durch einen Basiseffekt geprägt: Im Juli 2024 war der Auftragseingang um knapp 10 Prozent zurückgegangen. Für die ersten sieben Monate dieses Jahres ergibt sich ein vergleichsweise solides Wachstum von 7,5 Prozent, das allerdings stark von den Segmenten Wirtschaftshochbau und Spezialbereichen beeinflusst wird.
Gleichzeitig offenbarten sich in anderen Teilbranchen weiterhin deutliche Rückgänge. Besonders im öffentlichen Bau verschärfen sich die Schwierigkeiten: Der Straßenbau verzeichnet ein reales Minus von 6,4 Prozent seit Jahresbeginn, im Juli fiel der Rückgang sogar auf 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Beim öffentlichen Hochbau fiel der Auftragseingang im Juli nominal um 15,8 Prozent, wobei für diesen Bereich keine realen Zahlen vorliegen. Diese Entwicklung belastet die Gesamtbranche und verengt die Perspektiven für eine nachhaltige Erholung.
Die Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe liefert ein ergänzendes Bild: Nach einem Minus im Juni 2025 stieg der reale Umsatz im Juli 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent an. Für die ersten sieben Monate verbleibt ein moderates Plus von rund 2 Prozent. Allerdings bleiben der Straßen- und Wohnungsbau mit einem realen Umsatzrückgang von jeweils 4 Prozent hinter den Erwartungen zurück.
Widersprüchliche Trends im Baugewerbe
Die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Bauhauptgewerbes spiegeln die aktuelle wirtschaftliche Situation wider. Während Großprojekte im Wirtschaftshochbau und der Kabelleitungsbau sowie die Lage bei der Bahn und der Wohnungsbau Stabilität bieten, bremst der öffentliche Bau die Branche aus. Die deutlichen Auftragseinbrüche im Straßen- und Hochbau unterstreichen strukturelle Herausforderungen. Die Schwankungen, die sich auch in den monatlichen Daten zeigen, sind teilweise auf Basiseffekte zurückzuführen und verdeutlichen die Anfälligkeit des Sektors gegenüber politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Bedeutung öffentlicher Investitionen
Die politische Dimension stellt sich als entscheidender Faktor dar. Bundeskanzler Friedrich Merz machte die Dringlichkeit deutlich, indem er forderte, dass jedes baureife Bauprojekt auch gebaut werden müsse. Derzeit fehlt es offenbar an ausreichenden Mitteln für Straßen, Brücken, Wasserstraßen und den Wohnungsbau, obwohl ein Sondervermögen angekündigt wurde. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, weist darauf hin, dass die Mittel aus diesem Sondervermögen genutzt werden müssen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern und die Infrastruktur zu modernisieren. Die anhaltenden Verzögerungen und verschobenen Investitionen wirken wie ein „Verschiebebahnhof“, der künftige Generationen zusätzlich belastet.
Die politische Diskussion über Bauinvestitionen beeinflusst direkt die Branchenentwicklung und das Vertrauen der Unternehmen. Ohne eine verlässliche Finanzierung des öffentlichen Bauvorhabens bleibt die Erholung des Bauhauptgewerbes vor allem in den Bereichen Straßen- und Hochbau fragil. Mehr öffentliche Aufträge könnten die negative Entwicklung in diesen Segmenten abfedern und eine stabilere Basis für Wachstum schaffen.
Tabellarische Übersicht ausgewählter Daten (Juli 2024 vs. Juli 2025, Januar bis Juli 2024 vs. 2025, real, kalenderbereinigt):
| Bereich | Auftragseingang (Monat) | Auftragseingang (Januar-Juli) | Umsatz (Januar-Juli) |
|---|---|---|---|
| Bauhauptgewerbe | +8,7 % | +7,5 % | +2,0 % |
| Straßenbau | -13,0 % | -6,4 % | -4,0 % |
| Öffentlicher Hochbau* | -15,8 % (nominal) | — | — |
| Wohnungsbau | — | — | -4,0 % |
*Keine realen Werte für öffentlichen Hochbau verfügbar.
Dieses Zahlenbild hinterfragt Vereinfachungen und zeigt, wie eine wirtschaftliche Erholung auf unterschiedlichen Fundamenten fußt. Die Auftragslage in wirtschaftlichen Hochbauprojekten und Spezialbereichen setzt Hoffnung, doch der öffentliche Bau wirkt als Bremse. Damit gewinnt die politische Steuerung der Investitionsmittel eine herausragende Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung der gesamten Branche.
Faktencheck Bauhauptgewerbe: Auftragseingänge, Umsätze und Beschäftigung im Überblick
Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe entwickelte sich im Juli 2025 überraschend positiv. Im Vergleich zum Vormonat stieg er um 1,9 Prozent, und gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 8,7 Prozent – ein Zuwachs, der allerdings auch einen Basiseffekt berücksichtigt: Im Juli 2024 war der Auftragseingang um knapp 10 Prozent zurückgegangen. Für die erste Jahreshälfte ergibt sich somit von Januar bis Juli ein reales Plus von 7,5 Prozent im Bauhauptgewerbe, während der Straßenbau mit einem Rückgang von 6,4 Prozent realen Minus deutlich hinterherhinkt.
Parallel zu den Auftragseingängen zeigten sich im Juli 2025 auch die Umsatzzahlen im Bauhauptgewerbe wieder im Aufwärtstrend. Nach einem Rückgang im Juni betrug der reale Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,4 Prozent. Für die ersten sieben Monate ergibt dies ein reales Umsatzplus von 2 Prozent. Der Straßenbau sowie der Wohnungsbau verzeichneten weiterhin reale Umsatzrückgänge von jeweils 4,0 Prozent.
Angesichts dieser Entwicklungen zeichnen sich deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Bausektoren ab. Der öffentliche Bau steht weiterhin unter Druck: Im Juli fiel der Auftragseingang im Straßenbau im Jahresvergleich um 13,0 Prozent (real) und im Öffentlichen Hochbau sogar um 15,8 Prozent (nominal), da für den Hochbau keine realen Werte von Destatis veröffentlicht werden.
Die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe mit Baubetrieben ab 20 Beschäftigten bleibt stabil. Die wichtigsten Kennzahlen:
- Zahl der Beschäftigten liegt weiterhin im Bereich der Vorjahreswerte
- Branchenspezifische Schwankungen, insbesondere Beschäftigungsrückgänge im öffentlichen Bau, zeichnen sich ab
Die folgende Tabelle fasst die Entwicklung der Auftragseingänge und Umsätze vom Mai bis Juli 2025 im Vergleich zu den Vorjahreswerten sowie den kumulierten Werten von Januar bis Juli zusammen:
| Zeitraum | Auftragseingang (real) | Umsatz (real) | Unterschiede nach Sektoren |
|---|---|---|---|
| Mai 2025 | leicht unter Vorjahr | stabil | Schwacher öffentlicher Bau, stabile Bauwirtschaft insgesamt |
| Juni 2025 | Rückgang gegenüber Mai | Rückgang (-2%) | Straßenbau rückläufig |
| Juli 2025 | +1,9 % zum Vormonat +8,7 % zum Vorjahr |
+1,4 % zum Vorjahr | Öffentlicher Bau weiter schwach, Wirtschaftshochbau stabil |
| Januar–Juli 2025 | +7,5 % zum Vorjahr | +2 % zum Vorjahr | Straßenbau -6,4 % / Wohnungsbau -4,0 % |
Angesichts dieser Zahlen betont der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller: „Der Bau ist insgesamt positiver in das zweite Halbjahr gestartet als erwartet. Dies ist allerdings nicht den Öffentlichen Auftraggebern zu verdanken.“
Die Daten beruhen auf den konjunkturbereinigten, kalender- und preisbereinigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und dem Bundesverband der Deutschen Bauindustrie.
Zentrale Daten zur Beschäftigung:
- Beschäftigte in Baubetrieben mit 20 und mehr Mitarbeitern bleiben stabil
- Öffentlicher Bau meldet bereits Beschäftigungseinbußen
- Wirtschafts- und Wohnungsbau zeigen moderate Beschäftigungsentwicklung
Diese Zahlen geben Einblick in ein Bauhauptgewerbe, das momentan von verschiedenen internen Entwicklungen geprägt wird: Während bestimmte Wirtschaftsbauprojekte und Kabelleitungsbau wachsen, belastet der Einbruch im öffentlichen Bau deutlich die Gesamtentwicklung. Die nun veröffentlichten Daten stellen wichtige Bezugspunkte für Branchenbeobachtungen und politische Entscheidungen dar.
Wie aktuelle Entwicklungen Wirtschaft und Gesellschaft prägen
Veränderungen im Bauhauptgewerbe hinterlassen deutliche Spuren in Wirtschaft und Alltag. Die jüngsten Zahlen zeigen eine gemischte Lage: Während sich der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 8,7 Prozent erhöhte, bleiben zentrale Bereiche wie der Straßenbau weiter im Abwärtstrend. So meldet das Statistische Bundesamt für den Straßenbau ein reales Minus von 13 Prozent im Juli sowie für den öffentlichen Hochbau sogar einen Einbruch von 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklungen wirken sich nicht nur auf Firmen und Arbeitsplätze aus, sondern auch auf die Infrastruktur, die Lebensqualität und die Zukunftsaussichten ganzer Generationen in Deutschland.
Der Rückgang bei öffentlichen Bauaufträgen trifft den Verkehrs- und Wohnungsbau besonders hart. Kritik an politischen Maßnahmen wird lauter, weil dringend benötigte Investitionen ausbleiben. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, fordert klare Prioritäten: „Die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz Anfang der Woche, dass jedes baureife Bauprojekt auch gebaut werden müsse, muss von der Regierungskoalition in den Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2026 ernst genommen werden.“ Er warnt davor, dass fehlende Mittel für Straßen, Brücken und den Wohnungsbau die Zukunft künftiger Generationen doppelt belasten. Derartige Investitionen dienen nicht nur der Modernisierung, sondern schaffen auch Arbeitsplätze und sichern den Standort Deutschland.
Für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe zeigen sich wichtige Zeichen des Aufschwungs, allerdings mit großer Vorsicht. Nach einem Umsatzminus im Juni steigerte die Branche im Juli den Umsatz real um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im laufenden Jahr bis Juli ergibt sich ein moderates Plus von 2 Prozent, wobei der Wohnungsbau und Straßenbau jeweils weiterhin zurückgehen. Solche Schwankungen spiegeln die Unsicherheit, die viele Bauunternehmen, Beschäftigte und Zulieferer spüren. Besonders im Straßenbau spiegelt sich die Zurückhaltung der öffentlichen Hand in sinkenden Arbeitsplätzen wider und bedroht langfristig den Fachkräftebestand.
Neben den wirtschaftlichen Konsequenzen wirft die aktuelle Lage auch Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung auf. Der eingeschränkte Ausbau von Verkehrswegen und bezahlbarem Wohnraum trifft Familien und Pendler direkt. Versorgungsengpässe und längere Fahrtzeiten können den Alltag erschweren, während steigende Mieten die finanzielle Belastung erhöhen. Wissenschaftler warnen, dass verzögerte Infrastrukturprojekte die Chancen auf eine moderne, nachhaltige Mobilität und digitale Vernetzung mindern. Gerade die Digitalisierung im Bauwesen könnte die Effizienz verbessern und neue Arbeitsfelder schaffen, doch sie benötigt stabile Rahmenbedingungen und Investitionen.
Neben der Skepsis aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen sich Verbände engagiert, die noch bestehenden Chancen bestmöglich zu nutzen. Sie rufen zu einem entschlossenen politischen Handeln auf, um den Standort Deutschland zu stärken und den drohenden Fachkräftemangel im Baugewerbe einzudämmen. Dabei stehen nicht nur konventionelle Bauprojekte im Fokus, sondern auch die Entwicklung zukunftsfähiger Technologien und nachhaltiger Baustandards, die zur Umweltentlastung beitragen. Die Debatte um die Finanzierung und Priorisierung von Bauinvestitionen entscheidet sich aktuell in den Haushaltsverhandlungen. Werden genügend Mittel bereitgestellt, könnten sich der Wohnungsbau und der Verkehrssektor allmählich erholen und mehr Planungssicherheit bieten.
Die Herausforderungen betreffen das Handwerk ebenso wie die breite Bevölkerung. Ein Mangel an Investitionen treibt nicht nur das Risiko höherer Kosten durch Sanierungsstau, sondern reduziert auch die Beschäftigungschancen für junge Menschen in Deutschland. Deutsche Städte und Gemeinden zeigen sich in ihrem Alltag durch die spürbaren Verzögerungen im Verkehrsausbau und Wohnungsbau. Hier treffen politische Entscheidungen unmittelbar auf den Alltag der Bürger. Aus diesem Grund steht die Forderung nach einer verlässlichen Baupolitik nicht nur für Wirtschaftsakteure, sondern für die Gesellschaft insgesamt im Vordergrund.
Perspektiven und Stimmen aus dem Bauwesen bis 2025 und darüber hinaus
Die Bauindustrie bewegt sich auch gegen Ende 2024 auf einem ungleichmäßigen Terrain. Trotz eines besseren Starts ins zweite Halbjahr als erwartet bleibt die Lage differenziert: Während Großprojekte im Wirtschaftshochbau und der Kabelleitungsbau zulegen, hält der öffentliche Bau spürbar dagegen. Laut dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie verzeichnet das Bauhauptgewerbe im Juli real ein Plus von 8,7 Prozent beim Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat, was allerdings durch einen Basiseffekt begünstigt wird. Gleichzeitig sank der Auftragseingang im öffentlichen Bau deutlich, insbesondere im Straßenbau und im öffentlichen Hochbau.
Branchenkenner beobachten diese Entwicklungen mit gemischten Gefühlen und weisen auf mehrere Unsicherheiten hin. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, betont den Widerspruch zwischen den bislang nur zögerlichen Investitionen des öffentlichen Sektors und den notwendigen Modernisierungen: „Die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (…) muss von der Regierungskoalition in den Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2026 ernst genommen werden.“ Für Müller ist klar, dass das aktuell eingerichtete Sondervermögen genutzt werden muss, um Infrastrukturprojekte voranzutreiben. Ziel sei es, Wirtschaftswachstum zu fördern und die Modernisierung des Standorts Deutschland sicherzustellen, anstatt künftige Generationen mit Nachfolgekosten zu belasten.
Eine Studie des Instituts für Bauwirtschaft, veröffentlicht im Dezember 2024, prognostiziert für die nächsten zwei Jahre eine verhaltene Erholung des Wohnungsbaus, allerdings auf niedrigem Niveau. Die Herausforderungen bei Materialkosten und Fachkräftemangel bleiben wesentliche Hemmnisse. Branchenanalysten verweisen darauf, dass der öffentliche Bau mit seinen negativen Entwicklungen insbesondere im Straßenbau weiterhin ein Risikofaktor bleibt, der den gesamten Baukonjunkturverlauf beeinflusst.
Auf gesellschaftlicher Ebene gewinnt die Debatte um ausreichende Investitionen in Verkehrsinfrastruktur und Wohnraum an Bedeutung. Der Abbau von Investitionsstaus wird zunehmend als politisches Gebot erkannt, um die Lebensqualität in den Städten zu sichern und regionale Disparitäten auszugleichen. Experten warnen jedoch vor einer Verschiebung der Ausgaben zugunsten anderer Sektoren, was die Bauwirtschaft langfristig schwächen könnte. Die politische Verantwortung liegt darin, Mittel zuverlässig bereitzustellen und Investitionsentscheidungen transparent und zukunftsorientiert zu treffen.
Bis Ende 2025 könnten die Weichen für eine nachhaltige Erholung gestellt werden, sofern die Rahmenbedingungen stabil bleiben. Die Balance zwischen privaten Großprojekten und öffentlicher Infrastrukturinvestition bestimmt maßgeblich, ob der Bauhauptgewerbe-Abschnitt seine Erfolge fortsetzt oder die Risiken dominieren. In jedem Fall ist die Branche ein Spiegelbild aktueller wirtschaftspolitischer Prioritäten – und steht damit im Fokus gesellschaftlichen Interesses.
Dieser Beitrag stützt sich auf Inhalte und Zitate aus einer Pressemitteilung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli 2025 gegenüber Juni 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,9 % gestiegen. Dabei nahm der Auftragseingang im Hochbau um 5,8 % ab, während der Auftragseingang im Tiefbau um 8,9 % stieg.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html
- „Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2024 stieg der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2025 um 8,7 %. Dabei nahm der Auftragseingang im Hochbau um 10,9 % und im Tiefbau um 6,7 % zu.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html
- „Der nominale Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg im Juli 2025 um 4,1 % auf 11,1 Milliarden Euro.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html
- „In den ersten sieben Monaten 2025 stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 2,1 %, nominal um 4,5 %.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html
- „Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen nahm im Juli 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,2 % zu.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html
- „Im Juni 2025 sank der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe saison- und kalenderbereinigt um 2,6 % gegenüber dem Vormonat. Dabei stieg der Auftragseingang im Hochbau um 12,2 %, während der Auftragseingang im Tiefbau um 13,1 % zurückging.“ – Quelle: https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/auftragseingang-im-bauhauptgewerbe-sinkt-im-juni-14758700
- „Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Auftragseingang real um 7,3 %. Der Hochbau stieg innerhalb der ersten sechs Monate um 5,6 %, der Tiefbau um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“ – Quelle: https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/auftragseingang-im-bauhauptgewerbe-sinkt-im-juni-14758700
- „Die deutschen Bauunternehmen erwarten für 2025 einen weiteren Umsatzrückgang im fünften Jahr in Folge. Der ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab bemerkte, dass die Unternehmen nicht mehr tiefer in die Krise blicken, sondern sich zunehmend auf dem Tiefpunkt orientieren.“ – Quelle: https://www.reuters.com/world/europe/slowdown-german-construction-reaching-bottom-trough-industry-group-says-2024-12-06/
- „Im Mai 2025 stieg der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 %. Dabei stieg der Auftragseingang im Tiefbau um 17,4 %, während der Auftragseingang im Hochbau um 18,3 % zurückging.“ – Quelle: https://bauletter.de/archiv/2025/2025-07-25.php
- „Im Juli 2024 ging der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat um 5,9 % zurück. Dabei sank der Auftragseingang im Tiefbau um 0,7 % und im Hochbau um 12,2 %.“ – Quelle: https://www.architekturblatt.de/auftragseingang-im-bauhauptgewerbe-im-juli-2024-59-zum-vormonat-kommentare/
- „Im Oktober 2024 stieg der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat um 5,6 %. Dabei nahm der Auftragseingang sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau um jeweils 5,6 % zu.“ – Quelle: https://www.bz-duisburg.de/Bundesreg/2024_Bau_Preise.html
- „Im September 2024 ging der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat um 12,4 % zurück. Dabei nahm der Auftragseingang im Tiefbau um 11,6 % und im Hochbau um 13,6 % ab.“ – Quelle: https://www.bz-duisburg.de/Bundesreg/2024_Bau_Preise.html
9 Kommentare
*Es ist schön zu sehen,* dass es im Bauhauptgewerbe Fortschritte gibt, aber lasst uns nicht vergessen, wie wichtig eine gute Infrastruktur ist! Wie können wir sicherstellen, dass diese Themen auch gehört werden?
Die Situation im öffentlichen Bau ist wirklich besorgniserregend! Ich frage mich, wie viel länger wir noch warten müssen auf Verbesserungen in der Infrastruktur. Was denkt ihr darüber?
*Sehe ich genauso!* Es ist wichtig für die Lebensqualität in unseren Städten! Wir sollten alle mehr darauf achten und fordern, dass Geld auch dort eingesetzt wird.
*Ja!* Wenn wir keine guten Straßen haben, leidet auch der Verkehr und das Leben der Menschen darunter. Das muss endlich mal angepackt werden von den Entscheidungsträgern!
Echt spannend wie sich das alles entwickelt im Bauhauptgewerbe. Man muss aber auch drauf achten, dass nicht alles zu kurz kommt wie Straßenbau. Wie seht ihr das?
Ich finde es super, dass der Bauhauptgewerbe wächst! Aber was ist mit den Straßen und Brücken? Die müssen auch mal renoviert werden! Wer denkt da an die Zukunft? Was denkt ihr darüber?
Ja genau, es kann nicht sein das nur Hochbau gefördert wird! Wo bleibt die Infrastruktur für alle? Ich hoffe, die Politiker hören auf die Stimmen der Bürger.
Wirklich wichtige Fragen! Die Investitionen in den öffentlichen Bau sind schon lange überfällig. Vielleicht sollten wir uns mehr dafür einsetzen, dass das Thema in den Medien bleibt!
Die Zahlen vom Bauhauptgewerbe sind echt interressant, aber ich frage mich, was die Regierung genau machen will. Ist das nur bla bla oder wird wirklich investiert? Auch Straßen sind wichtig!