– Im Oktober 2025 wurden 19.900 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 6,8 Prozent.
– Der ZIA fordert eine Übertragung der Infrastruktur-Zukunftsgesetz-Regeln auf den Wohnungsbau.
– Ziel sind schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie für neuen Wohnraum.
Baugenehmigungen steigen – ZIA fordert Reformen für den Wohnungsbau
Die aktuellen Zahlen zu Baugenehmigungen zeigen eine positive Entwicklung. Im Oktober 2025 wurden insgesamt 19.900 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Stand: 18.12.2025, Statistisches Bundesamt / ZIA-PM)*. Besonders deutlich fällt der Zuwachs bei Mehrfamilienhäusern aus: Hier wurden im laufenden Jahr 104.100 Neubauwohnungen genehmigt, ein Plus von 13,2 Prozent.
„Die aktuellen Zahlen sind ein gutes Zeichen für die Branche,“ erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. „Nach dem Bau-Turbo und der Wiederaufnahme der EH55-Förderung gilt es nun, den Reformkurs konsequent fortzusetzen.“ Der Zentralen Immobilien Ausschuss sieht die Politik in der Pflicht, diesen Schwung zu nutzen. Zentrale Forderung ist die Übertragung von Beschleunigungsregeln aus dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz auf den Wohnungsbau, um Genehmigungsverfahren zu straffen und Planungssicherheit zu erhöhen.
Daten & Kontext: Was die Statistik noch zeigt
Die Gesamtzahl der genehmigten Wohnungen im Oktober 2025 beträgt 19.900 und zeigt einen Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Stand: 18.12.2025)*. Die detaillierte Aufschlüsselung der Statistik liefert jedoch ein differenzierteres Bild der Entwicklung. Sie weist aus, welche Bereiche des Wohnungsbaus den Aufwärtstrend tragen und wo Schwächen liegen.
Detaillierte Monatswerte
Im Oktober 2025 entfiel der Großteil der Baugenehmigungen auf den Neubau. Hier wurden 16.800 Neubauwohnungen genehmigt, ein deutlicher Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Stand: 18.12.2025)*. Dieser Wert sticht besonders hervor.
Demgegenüber steht die Entwicklung bei Umbau- und Modernisierungsvorhaben. Im selben Monat sank die Zahl der genehmigten Umbauwohnungen auf 3.100. Das bedeutet einen Rückgang von 12,5 Prozent im Vergleich zum Oktober des Vorjahres (Stand: 18.12.2025)*. Während der Neubau deutlich zulegt, verliert der Umbausektor an Dynamik.
Jahresaggregation (Januar–Oktober 2025)
Betrachtet man den Zeitraum von Januar bis Oktober 2025, bestätigt sich das Bild eines insgesamt wachsenden Genehmigungsvolumens. In diesen zehn Monaten wurden insgesamt 195.400 Wohnungen zur Realisierung genehmigt. Das ist ein Plus von 11,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (Stand: 18.12.2025)*.
Die treibende Kraft dieser Entwicklung ist eindeutig der Neubau. Von Januar bis Oktober 2025 belief sich die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen auf 159.200. Das entspricht einem kräftigen Wachstum von 14,0 Prozent (Stand: 18.12.2025)*. Diese Zahlen untermauern, dass der aktuelle Aufschwung bei den Baugenehmigungen primär vom Neubausektor getragen wird.
Mögliche Tabelle: Monats- und Jahreswerte im Überblick
| Periode | Kategorie | Anzahl | Veränderung zum Vorjahr | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|---|
| Oktober 2025 | Neubauwohnungen | 16.800 | +6,8 % | new-facts.eu (18.12.2025)* |
| Oktober 2025 | Umbauwohnungen | 3.100 | -12,5 % | new-facts.eu (18.12.2025)* |
| Jan–Okt 2025 | Wohnungen insgesamt | 195.400 | +11,2 % | new-facts.eu (18.12.2025)* |
| Jan–Okt 2025 | Neubauwohnungen | 159.200 | +14,0 % | new-facts.eu (18.12.2025)* |
Ein Vorbild für schnelleren Wohnungsbau? Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz
Das Bundeskabinett beschloss am 17. Dezember 2025 das Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG). Dieses Gesetzespaket zielt darauf ab, Planungs- und Genehmigungsverfahren für Verkehrsprojekte grundlegend zu modernisieren.
Beschluss und Ziele des InfZuG
Die Bundesregierung hat mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz einen konkreten Maßnahmenkatalog vorgelegt, um lange als Hemmnis kritisierte Verfahren zu straffen. Im Kern geht es darum, Doppelprüfungen abzubauen, digitale Werkzeuge wie Building Information Modeling (BIM) verbindlich einzuführen und klare Fristen für Behörden zu setzen. Der politische Wille ist erkennbar, Infrastrukturprojekte von der Schiene bis zur Straße schneller realisierbar zu machen.
Erwartete Effekte auf Genehmigungszeiten
Die prognostizierte Verkürzung der Verfahren soll durch mehrere ineinandergreifende Mechanismen erreicht werden. Dazu gehören eine sogenannte Präklusionsregelung, die verspätet vorgebrachte Einwendungen vor Gericht ausschließt, und der Wegfall der aufschiebenden Wirkung von Klagen in bestimmten Fällen. Zusammen mit einer konsequenten Digitalisierung der Verwaltungsabläufe nach dem „digital only“-Prinzip sollen diese Instrumente Bürokratie abbauen und Planungssicherheit erhöhen.
Genau diese Ansätze macht der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) für den Wohnungsbau stark. In einer Stellungnahme zu den aktuellen Baugenehmigungszahlen betont der Verband, dass viele der im InfZuG verankerten Regelungen „auch für den Wohnungsbau dringend erforderlich“ seien. Die Forderung lautet, die erfolgreichen Prinzipien – weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, mehr Planungssicherheit – auf die Genehmigung von Wohnungsneubauprojekten zu übertragen, wo oft ähnliche planungsrechtliche Hürden bestehen. Ob das Gesetz damit zum Blaupause für eine umfassende Bauverfahrensreform werden kann, wird sich in der politischen Debatte zeigen.
Mehr Tempo, mehr Wohnungen? Was das Infrastruktur-Zukunftsgesetz für den Alltag bedeutet
Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG) verspricht, Planungsprozesse für Verkehrsprojekte deutlich zu beschleunigen. Im Gesetz selbst werden Beschleunigungen von bis zu 30 Prozent genannt (Stand: 18.12.2025). Welche konkreten Folgen hätte eine solche Beschleunigung für Mieterinnen, Bauherren und die gesamte Branche?
Was Mieterinnen und Mieter merken könnten
Für Menschen auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung wäre der spürbarste Effekt ein größeres Angebot. Schnellere Genehmigungsverfahren könnten Bauprojekte früher starten lassen und die Zeit bis zur Fertigstellung verkürzen. Das bedeutet: Neue Wohnungen stünden rascher zur Verfügung. Zudem würde mehr Planungssicherheit für Investoren langfristig helfen, die Baukosten besser zu kalkulieren – ein Faktor, der sich auf die Mietpreise auswirken kann. Die Forderung, den Gebäudetyp E als neuen Standard zu etablieren, zielt genau darauf ab: einen vereinfachten, schnelleren Weg zu mehr Wohnraum.
Folgen für Bauwirtschaft und Planungsbehörden
Für Bauunternehmen und Planungsbüros bedeuten straffere Verfahren vor allem eines: weniger Unsicherheit. Lange Wartezeiten auf Genehmigungen binden Kapital und Personal. Klare, digitale Prozesse und verkürzte Gerichtsverfahren, wie im InfZuG vorgesehen, würden Planung und Ressourceneinsatz erheblich erleichtern. Gleichzeitig stehen die Behörden vor der Herausforderung, diese beschleunigten Abläufe mit ihren Prüfpflichten in Einklang zu bringen. Kritische Fragen bleiben offen, etwa wie Umweltverträglichkeitsprüfungen in reduzierter Form aussehen oder wie Ausgleichsmaßnahmen für Naturverbrauch flexibel, aber wirksam gestaltet werden können. Die politische Debatte muss diese Abwägungen zwischen Tempo und Schutzgütern nun konkret führen.
Was kommt nach dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz?
Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG) wurde am 17. Dezember 2025 beschlossen*. Es zielt darauf ab, Planungs- und Genehmigungsverfahren für Verkehrsprojekte zu beschleunigen. Die Bundesregierung nennt eine Verkürzung der Prozesse um bis zu 30 % (Stand: 17.12.2025)*. Ob diese Ziele in der Praxis erreicht werden, muss sich nun in der Umsetzung zeigen. Die konsequente Anwendung und Überprüfung der neuen Regelungen wird entscheidend sein.
Der Fokus verschiebt sich jetzt auf die nächsten politischen Weichenstellungen. Zwei zentrale Vorhaben stehen für eine beschleunigte Bauwende an:
Erstens die zügige Novellierung des Baugesetzbuchs (BauGB). Viele der im InfZuG verankerten Prinzipien – wie die Straffung von Verfahren oder die vollständige Digitalisierung – sind auch für den Wohnungsbau dringend erforderlich. Eine Übertragung dieser Ansätze könnte hier ähnliche Entlastungen schaffen.
Zweitens bedarf es einer klaren politischen Entscheidung für den Gebäudetyp E. Seine Etablierung als neuer Basisstandard würde Planungssicherheit geben und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums vereinfachen. Die Debatte darüber, ob die im Infrastrukturbereich erfolgreichen Reformen auch im Wohnungsbau Anwendung finden, ist damit eröffnet.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA).
Weiterführende Quellen:
- „Im Oktober 2025 wurden in Deutschland insgesamt 19.900 Wohnungen genehmigt, davon 16.800 Neubauwohnungen (+11,4 % gegenüber Vorjahr) und 3.100 Umbauwohnungen (-12,5 % gegenüber Vorjahr). Stand: 18.12.2025“ – Quelle: https://www.new-facts.eu/sortierung-top/deutschlandwelt-block/2025/12/18/deutlich-mehr-baugenehmigungen-fuer-wohnungen-im-oktober/701647/
- „Von Januar bis Oktober 2025 wurden in Deutschland 195.400 Wohnungen genehmigt (+11,2 % gegenüber Vorjahr), davon 159.200 Neubauwohnungen (+14,0 %), inkl. 104.100 in Mehrfamilienhäusern (+13,2 %). Stand: 18.12.2025“ – Quelle: https://www.new-facts.eu/sortierung-top/deutschlandwelt-block/2025/12/18/deutlich-mehr-baugenehmigungen-fuer-wohnungen-im-oktober/701647/
- „Das Bundeskabinett beschloss am 17.12.2025 das Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG), um Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte zu vereinfachen, digitalisieren und beschleunigen. Stand: 17.12.2025“ – Quelle: https://www.vhw.de/nachricht/bundeskabinett-beschliesst-infrastruktur-zukunftsgesetz/
- „Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz verkürzt Genehmigungsprozesse um bis zu 30 % durch den Wegfall doppelter Prüfungen, digitale Tools wie BIM und verbindliche Fristen. Stand: 18.12.2025“ – Quelle: https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/das-neue-baurecht/schneller-bauen-kabinett-beschliesst-das-infrastruktur-zukunftsgesetz
9 Antworten
. Es gibt viele gute Ansätze in diesem Artikel! Aber wie lange wird es dauern, bis wir echte Veränderungen sehen? Gibt es bereits Zeitpläne oder Fristen für die Umsetzung der neuen Regelungen?
Es ist schön zu sehen, dass Neubauwohnungen zunehmen! Ich frage mich jedoch, ob dies auch für einkommensschwächere Haushalte zugänglich sein wird? Gute Punkte wurden angesprochen!
. Das ist ein wichtiger Punkt! Wenn nur teure Wohnungen gebaut werden, hilft uns das nicht viel. Welche Initiativen gibt es für sozialen Wohnungsbau?
. Ich denke auch an die Mieter! Wir brauchen dringend einen Plan für bezahlbaren Wohnraum und nicht nur mehr Luxuswohnungen.
Interessante Entwicklungen im Wohnungsbau! Die Übertragung der Regeln vom Infrastruktur-Zukunftsgesetz auf den Wohnungsbau klingt vielversprechend. Was haltet ihr von den möglichen Umweltauswirkungen dieser Reformen?
Die Zunahme der Baugenehmigungen ist ermutigend! Ich hoffe jedoch, dass die Qualität der Wohnungen nicht leidet. Wie können wir sicherstellen, dass neue Projekte auch nachhaltig sind?
Die Statistiken zeigen wirklich, dass wir Fortschritte machen. Aber wie werden die neuen Vorschriften konkret in der Praxis umgesetzt? Ich hoffe, dass die Bürokratie tatsächlich abgebaut wird und wir bald mehr Wohnungen haben.
Ja, ich finde auch, dass das wichtig ist. Aber es gibt immer noch viele Hürden bei Genehmigungen. Was denkt ihr über die Auswirkungen auf die Mietpreise?
Ich frage mich, ob wir genug Fachkräfte haben, um all diese neuen Bauprojekte zu realisieren. Gibt es da schon Pläne?