Baugenehmigungen im Aufwind: Wohnungsbau legt zu – Immobilienwirtschaft hofft auf Bau-Turbo

Im April 2025 wurden 18 500 neue Wohnungen genehmigt – ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Immobilienwirtschaft wertet diesen Anstieg zwar als gutes Zeichen nach langer Flaute, warnt jedoch, dass er allein nicht ausreicht, um den angespannten Wohnungsmarkt nachhaltig zu entlasten. Sie setzt daher auf den im Kabinett geplanten „Bau-Turbo“ mit Maßnahmen wie der schnellen Einführung von § 246e BauGB, vereinfachten Baustandards, einer Senkung der Grunderwerbsteuer und klaren Vorgaben im Gebäudeenergiegesetz, um den dringend nötigen Bauaufschwung wirklich ins Rollen zu bringen.

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– April 2025: Statistisches Bundesamt genehmigt 18.500 Wohnungen, 4,9 % mehr als Vorjahr.
– ZIA-Präsidentin: Keine nachhaltige Trendwende, Hoffnungen liegen auf dem geplanten „Bau-Turbo“.
– Verband fordert schnelle Einführung von § 246e, Gebäudetyp E, GEG-Klarheit, Mietpreisbremse-Reform und KfW-Anpassungen.

Leichte Erholung bei Baugenehmigungen bleibt hinter Erwartungen zurück

Im April 2025 wurden in Deutschland 18.500 neue Wohnungen genehmigt – das sind rund 4,9 Prozent beziehungsweise 900 mehr als im Vorjahresmonat. Diese leicht gestiegene Zahl der Baugenehmigungen signalisiert zwar einen positiven Trend nach einer längeren Flaute, eine für die Immobilienbranche bedeutsame Trendwende ist damit aber nicht eingetreten. Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), bewertet die aktuellen Zahlen nüchtern: „Wie erwartet ist keine außerordentliche Trendwende erkennbar“.

Die Branchenvertreter sehen in dem moderaten Zuwachs zwar einen willkommenen Aufwärtsschub. Doch Schöberl warnt: „Dass der Trend gerade nach einer langen Flaute zum zweiten Mal wieder positiver ist, kann und sollte zwar als gutes Zeichen verbucht werden – aber es reicht noch lange nicht aus, um den Wohnungsmarkt wirklich nachhaltig zu entlasten“. Die Nachfrage nach neuem Wohnraum bleibt zu hoch, weshalb die Immobilienwirtschaft auf deutlich stärkere Impulse hofft.

Diese Impulse sollen aus Sicht der Branche durch den sogenannten „Bau-Turbo“ kommen, dessen Verabschiedung im Kabinett für Juni 2025 erwartet wird. „Von dem Bau-Turbo, der heute im Kabinett voraussichtlich verabschiedet werden wird, erhoffen wir uns genau die starken Impulse, die die Branche braucht, um wieder richtig loszulegen“, so Schöberl weiter. Die zentralen Erwartungen umfassen dabei konkrete Maßnahmen wie etwa die schnelle Einführung des Paragrafen 246e des Baugesetzbuches und die gesetzliche Absicherung des Gebäudetyps E, um Baustandards einfacher zu gestalten. Finanzielle Verbesserungen sind ebenfalls wesentlich: So fordert die Branche die Überarbeitung der KfW-Programme, die Senkung der Grunderwerbssteuer und mehr Klarheit beim Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Darüber hinaus steht eine Reform der Mietpreisbremse auf der Forderungsliste, um marktgerechte Entwicklungen zu fördern und Investitionen anzureizen. Der ZIA unterstreicht deutlich: „Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Aufschwung mehr wird als nur ein kurzer Hoffnungsschimmer“. Die Branche sei bereit, ihre Rolle bei der Verbesserung des Wohnungsangebots wesentlich auszubauen. Die jetzt vorgelegten Baugenehmigungszahlen bilden demnach zwar einen kleinen Fortschritt, die erwarteten politischen Reformen gelten als entscheidend, damit aus dem aktuellen Anstieg ein nachhaltiger Trend wird.

Wohin steuert der Wohnungsbau? Einordnung und Ausblick

Im April 2025 wurden in Deutschland zwar knapp 5 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahresmonat, insgesamt waren es rund 18.500 neue Baugenehmigungen. Dieser leichte Zuwachs mag auf den ersten Blick positiv wirken, ist aber nur ein kleiner Schritt in einem weiterhin angespannten Wohnungsmarkt. Die aktuellen Zahlen reichen nicht aus, um die lange Nachfragespitze und die gravierenden Engpässe bei bezahlbarem Wohnraum schnell zu lösen. Zudem stehen Bauherren, Investoren und Mieter noch vor einer Reihe von Herausforderungen, die das Bauen verteuern und verzögern.

Warum bringt der Anstieg bei Baugenehmigungen noch keine Entwarnung?

Der Wohnungsmarkt kämpft seit Jahren mit einem Mangel an Neubauten, der vor allem in Ballungsräumen und Großstädten besonders spürbar ist. Die leicht gestiegenen Genehmigungszahlen zeigen vor allem, dass die Branche sich langsam erholt – doch ein kurzfristiger Impuls genügt nicht, um den jahrelangen Rückstau aufzuholen.

Zentrale Herausforderungen bleiben:

  • Hohe Baukosten durch steigende Materialpreise und Fachkräftemangel
  • Nachhaltigkeitsanforderungen und komplexe Regularien, etwa beim Gebäudeenergiegesetz (GEG)
  • Beschränkte Finanzierungsangebote, die Eigenheimbesitzer und Bauträger spürbar belasten
  • Unübersichtliche Gesetzeslage, insbesondere bei Mietrecht und kommunalen Vorgaben

Erst mit wirksamen staatlichen Maßnahmen kann der Wohnungsbau eine deutlich höhere Geschwindigkeit gewinnen. Hier setzt der sogenannte Bau-Turbo an, ein Bündel von Initiativen, das heute im Kabinett verabschiedet werden soll. Die Maßnahmen umfassen etwa die schnelle Einführung des Paragrafen 246e des Baugesetzbuches und die rechtliche Verankerung des neuen Gebäudetyps E, der Baustandards vereinfachen und beschleunigen soll.

Zudem will die Politik die finanzielle Belastung reduzieren – durch eine Überarbeitung der KfW-Förderprogramme, Senkung der Grunderwerbssteuer und Reformen am Mietrecht. Diese Paketpunkte sollen besonders für private Bauherren und Investoren Anreize schaffen, wieder verstärkt zu bauen und mehr Wohnraum auf den Markt zu bringen.

Welche Impulse werden vom Bau-Turbo erwartet?

Die Immobilienbranche hofft, dass der Bau-Turbo über kurzfristige Verbesserungen hinaus den Startschuss für eine nachhaltige Trendwende wird. Ein kontinuierlicher Anstieg der Neu-Baugenehmigungen könnte weitreichende Auswirkungen haben:

  • Für die Gesellschaft: Mehr bezahlbarer Wohnraum würde den Druck auf Mieter senken, besonders in Metropolen, und sozialere Strukturen stärken.
  • Für Mieter: Die geringere Knappheit könnte zu stabileren oder moderater steigenden Mieten führen.
  • Für Eigentümer und Investoren: Klarere Regeln und finanzielle Entlastungen schaffen Planungssicherheit und erhöhen Investitionsbereitschaft.
  • Für die Immobilienbranche: Mehr Bauvorhaben bedeuten mehr Arbeit und damit mehr Beschäftigungsmöglichkeiten bei Handwerkern und Baufirmen.

Trotz der positiven Signale bleiben Hürden bestehen: Experten sehen beispielsweise in der praktischen Umsetzung der neuen Regeln und der kommunalen Bauleitplanung oft eine zeitliche Verzögerung. Auch wenn der Bau-Turbo die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessern soll, brauchen Bauprojekte weiterhin mehr Zeit als eine einfache Genehmigung – von der Planung bis zur Fertigstellung sind oft Jahre nötig.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die gesetzlich geplanten Erleichterungen tatsächlich eine Beschleunigung des Wohnungsbaus bewirken. Für die breite Öffentlichkeit bleibt wichtig, dass Wohnungsbau nicht nur als boomender Wirtschaftssektor wahrgenommen wird, sondern als Schlüssel zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit großer Bedeutung für das Zusammenleben in Städten und Gemeinden.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Zentralen Immobilien Ausschusses e. V. (ZIA).

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