– Baugenehmigungen stiegen von Januar bis November 2025 um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
– Trotzdem bewerten Unternehmen die aktuelle Lage im Wohnungsbau weiterhin als schlecht.
– Die Branche fordert einen stärkeren politischen Fokus zur nachhaltigen Belebung des Wohnungsbaus.
Baugenehmigungen 2025 steigen – Hoffnung auf nachhaltige Belebung im Wohnungsbau
Die Entwicklung des Wohnungsbaus im laufenden Jahr zeigt sowohl positive Signale als auch anhaltende Herausforderungen. Nach drei Jahren rückläufiger Baugenehmigungen verzeichnete der Deutsche Bauindustrieverband von Januar bis November 2025 insgesamt 215.500 genehmigte Wohnungen. Das entspricht einem Anstieg von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum*.
Im Bereich der Mehrfamilienhäuser sank die Zahl der genehmigten Wohnungen von fast 170.000 im Vergleichszeitraum 2021 auf 114.800 im laufenden Jahr. Trotz dieses Rückgangs bei den Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern gibt es eine positive Entwicklung im Vergleich zum Jahr 2024: Hier ist die Zahl gegenüber Januar bis November 2024 um 13,5 Prozent gestiegen. Im November 2025 wurden 20.100 Wohnungen genehmigt, was einer Steigerung von 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht*.
Dennoch bleibt die Marktstimmung laut Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller angespannt. Er kommentiert: „Aber: Wir dürfen uns auf den derzeitigen leichten Positivmeldungen nicht ausruhen. Dies zeigt auch der gestern vom ifo veröffentlichte Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau, nach dem die Unternehmen die aktuelle Lage nach wie vor schlecht einschätzen – und auch die Erwartungen für die kommenden Monate. Die gestiegenen Baugenehmigungen schlagen sich also nicht in der Stimmung nieder. Viele Unternehmen warten noch immer auf eine nachhaltige Belebung.“
Auf einer Konjunkturumfrage gaben etwa die Hälfte der im Hochbau tätigen Unternehmen an, dass sie mit einem positiven Effekt des bis 2030 befristeten Bau-Turbos auf den Wohnungsbau für 2027 und 2028 rechnen. Acht Prozent erwarten nur langfristige Effekte, während 38 Prozent keinen nennbaren Effekt sehen. Müller betont: „Zum Jahresstart muss die Politik deshalb einen starken Fokus auf die Bau-Branche legen. Und dies nicht nur mit Blick auf die vielen Unternehmen, sondern auch für die Menschen in unserem Land, für die der Wohnungsmangel noch immer bittere Realität ist.“
Entwicklung der Baugenehmigungen 2025: Einblick in Trends und Strukturdaten
Im Jahr 2025 lässt sich eine langsame Erholung bei den Baugenehmigungen für Wohnungen erkennen – nach drei Jahren rückläufiger Zahlen. Insgesamt wurden von Januar bis Oktober 195.400 Wohnungen genehmigt, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um 11,2 Prozent entspricht.* Diese Entwicklung zeigt, dass das Baugeschehen im Verlauf des Jahres allmählich an Fahrt gewinnt, allerdings bleibt die Gesamtsituation noch herausfordernd.
Wie sich die Zahlen im Jahresverlauf entwickelten
Die Auswertung der Monatszahlen deutet darauf hin, dass die Genehmigungen im ersten Halbjahr 2025 noch relativ stabil blieben, mit einem leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 110.000 Wohnungen genehmigt, was einer Steigerung um 2,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitraum im Jahr 2024 entspricht.* Das ist ein klares Signal dafür, dass die Erholung noch nicht voll im Gange ist, auch wenn die sechs-Monats-Statistik eine positive Tendenz zeigt.
Im zweiten Halbjahr setzten sich die Zuwächse fort. Von Januar bis Oktober 2025 wurden 159.200 genehmigte Wohnungen in neuen Wohngebäuden registriert, eine Steigerung von 14,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich wird die Erholung im Bereich Neubauten: Hier wächst die Zahl der genehmigten Wohnungen, was auf eine vermehrte Bautätigkeit in der Branche hindeutet.*
Unterschied: Gesamtgenehmigungen vs. Neubau in Wohngebäuden
Die Differenz zwischen den insgesamt genehmigten Wohnungen und den in Neubau befindlichen Wohnungen zeigt die strukturelle Entwicklung des Baugeschehens. Während im Jahr 2025 insgesamt 195.400 Wohnungen genehmigt wurden, entfallen davon 159.200 auf Neubauten in Wohngebäuden. Die Differenz ergibt sich aus genehmigten Umbauten und Sanierungen, die weniger dynamisch wachsen.
Diese Zahlen betonen, dass der Fokus zahlreichen der genehmigten Bauten auf Neubauten liegt. Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass das Segment der Neubauten an Stärke gewinnt, wodurch sich langfristig der Wohnungsmarkt entspannen könnte. Zugleich bleiben die Gesamtzahlen hinter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2021 zurück: Damals wurden in den ersten elf Monaten rund 341.000 Wohnungen genehmigt.
Fazit
Die Entwicklung im Jahr 2025 zeichnet ein Bild der langsamen Stabilisierung. Die gestiegenen Genehmigungszahlen insbesondere im Neubau unterstreichen eine positive Tendenz. Zugleich zeigt die Stimmung in der Branche, dass die vollständige wirtschaftliche Erholung noch aussteht. Laut Branchenmeinung rechnet etwa die Hälfte der Unternehmen im Hochbau damit, dass der Bau-Turbo bis 2028 positive Effekte entfalten wird, langfristig sogar noch darüber hinaus. Die Zahlen sprechen für eine allmähliche Trendwende, doch die Branche wartet weiterhin auf eine nachhaltige Belebung des Marktes.
(Quellen: Bundesamt für Statistik, Destatis, BauDatenOnline)
Erste positive Signale im Baugewerbe: Was sie für Mieter und Unternehmen bedeuten
Die ersten Anzeichen einer langsamen Erholung im Bau- und Wohnungsmarkt zeichnen sich ab. Doch trotz der positiven Entwicklung bleiben große Herausforderungen bestehen, insbesondere für Mietende, Bauunternehmen und die gesellschaftliche Gesamtlage. Die aktuelle Stimmung in der Bauindustrie ist gemischt: Rund 56 Prozent der Unternehmen betrachten die gegenwärtige Lage als gut oder befriedigend (Stand: 2025). Die übrigen Firmen bleiben skeptisch, was die zu erwartende Entwicklung anbelangt (Stand: 2025).
Auswirkungen für den Wohnungsmarkt und die Betriebe
Diese Hinweise auf eine vorsichtige Erholung sind zwar ermutigend, reichen jedoch noch nicht aus, um den akuten Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig zu beseitigen. Im Zeitraum Januar bis November 2025 wurden 215.500 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum*; die Zahl bleibt aber deutlich hinter den frühen Rekordwerten von 2021 zurück. Viele Bauunternehmen stehen weiterhin vor Herausforderungen bei Planung und Umsetzung. Damit sich die Lage verbessert, sind kurzfristige Maßnahmen notwendig.
Gesellschaftliche Relevanz und Herausforderungen
Trotz der positiven Signale zeigt die aktuelle Lage, dass eine nachhaltige Belebung des Wohnungsbaus noch aussteht. Für Mieter bedeutet dies, dass der Wohnungsmangel, der in vielen Regionen Deutschlands Haushalte belastet, weiterhin problematisch bleibt. Für die Unternehmen in der Bauindustrie ist die aktuelle Stimmung eine Herausforderung für Planungssicherheit und Investitionen. Sie hoffen zwar auf eine stärkere Belebung in den nächsten Jahren, doch die Erwartungen sind noch unsicher. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage rechnen 38 Prozent der Bauunternehmen damit, dass sie keinen spürbaren Effekt des Bau-Turbos bis 2030 erwarten. Im Gegenteil: Nur 8 Prozent der Befragten gehen von einem langfristigen positiven Effekt aus (Stand: 2025)*.
Kurzfristiger Handlungsbedarf
Um die ersten positiven Signale in nachhaltigen Erfolg umzuwandeln, sind jetzt konkrete Maßnahmen gefragt. Dazu zählen unter anderem:
- Dringender Handlungsbedarf bei Planungs- und Genehmigungsprozessen, damit Bauvorhaben zügig umgesetzt werden können.
- Investitionen in Aus- und Weiterbildung, um die erhöhte Nachfrage nach Fachkräften zu schaffen.
- Prüfung von Finanzierungs- und Förderinstrumenten, damit private und soziale Wohnungsbauten realisierbar bleiben.
Diese Schritte sind essenziell, damit die gesellschaftliche Diskussion um bezahlbaren Wohnraum wieder an Dynamik gewinnt und die Bauwirtschaft die Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen kann. Die Zeichen für eine Stabilisierung sind erkennbar, doch die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist notwendig, um die angestoßenen positiven Entwicklungen maßgeblich zu verstärken.
Ausblick und Trends in der Bauwirtschaft 2025: Impulse, Engpässe und Entwicklungslinien
Nach den ersten elf Monaten des Jahres wurden insgesamt 215.500 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dennoch sind die Genehmigungszahlen im Vergleich zu 2021 deutlich niedriger: Im gleichen Zeitraum 2021 waren es 341.000 genehmigte Wohnungen. Besonders der Wohnungsneubau in Mehrfamilienhäusern ist weiterhin rückläufig, von fast 170.000 im Jahr 2021 auf 114.800 im Jahr 2025.
Konjunkturelle Indikatoren und Umsatzprognose
Einen Einblick in die aktuelle Lage gibt der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts für den Wohnungsbau, der deutlich macht, dass die Stimmung in der Branche nach wie vor angespannt bleibt. Unternehmen bewerten die derzeitige Situation noch immer als schlecht, die Erwartungen für die kommenden Monate sind entsprechend vorsichtig. Laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ist die Bauwirtschaft trotz der positiven Zahlen noch nicht aus der Krise hervorgegangen. Für das Jahr 2025 wird im Wohnungsbau ein Umsatz von knapp 54 Milliarden Euro erwartet*.
Trends in Auslastung und Erwartungen
Die Entwicklung der Kapazitätsauslastung und der Erwartungen gibt ein differenziertes Bild:
- Geräteauslastung im Ausbau lag 2022 bei 60 Prozent, ist bis Herbst 2025 jedoch auf 53 Prozent gefallen, was auf nach wie vor bestehende Engpässe hinweist*.
- Meldungen über negative Erwartungen für das nächste halbe Jahr sanken von 63 Prozent im Herbst 2022 auf 31 Prozent im Herbst 2025*.
Diese Trends unterstreichen, dass die Branche nach mehreren Krisenjahren allmählich wieder zu einer positiven Grundstimmung zurückfindet, allerdings noch immer mit vorhandenen Unsicherheiten und strukturellen Herausforderungen kämpft.
Tabelle zur schnellen Orientierung: Entwicklung ausgewählter Indikatoren
| Jahr/Zeitraum | Indikator | Wert | Einheit | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|---|
| 2022 | Geräteauslastung Ausbau | 60 | % | Stand: 2022* |
| Herbst 2022 | Anteil ‚Schlecht‘-Meldungen | 63 | % | Stand: Herbst 2022* |
| Herbst 2025 | Geräteauslastung Ausbau | 53 | % | Stand: Herbst 2025* |
| Herbst 2025 | Anteil ‚Schlecht‘-Meldungen | 31 | % | Stand: Herbst 2025* |
Diese Tabelle ermöglicht es, Veränderungen in der wirtschaftlichen Situation und den Erwartungen der Branche schnell zu erfassen. Während die Geräteauslastung weiterhin unter dem Niveau von 2022 liegt, zeigen die deutlich gesunkenen Meldungen über schlechte Erwartungen im Herbst 2025 eine vorsichtige Aufhellung.
Fazit
Trotz der positiven Signale bleibt die Bauwirtschaft bei der Einordnung ihrer Entwicklung vorsichtig. Die genehmigten Umsätze sowie die rückläufigen negativen Erwartungsmeldungen deuten auf eine mögliche Stabilisierung hin. Dennoch stehen die Branche und die Politik vor der Aufgabe, nachhaltige Konjunkturprogramme zu initiieren, um strukturelle Engpässe zu beheben und die Fundamentalfaktoren für eine echte Erholung zu festigen. Das Jahr 2025 markiert somit einen Wendepunkt, bei dem die Zeichen auf eine allmähliche Stabilisierung hindeuten, jedoch weiterhin mit Risiko und Unsicherheit behaftet sind.
Die nachfolgenden Angaben und Aussagen beruhen auf einer offiziellen Pressemitteilung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Von Januar bis November 2025 wurden insgesamt 215.500 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 11,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_018_3111.html
- „Im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 wurden in Deutschland 195.400 Wohnungen genehmigt, 11,2 % mehr als von Januar bis Oktober 2024.“ – Quelle: https://www.baustoffmarkt-online.de/baugenehmigungen-plus-bei-wohnungen-19122025
- „In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis Oktober 2025 insgesamt 159.200 Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs von 14,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“ – Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_458_3111.html
- „Im 1. Halbjahr 2025 wurden 110.000 Wohnungen genehmigt, 2,9 % mehr als im 1. Halbjahr 2024.“ – Quelle: https://www.baudatenonline.de/aktuelles/baugenehmigungen-fuer-wohnungen-im-juni-2025-79-zum-vorjahresmonat/263
- „Trotz steigender Baugenehmigungen sank die Geräteauslastung im Ausbau von 60 % im Jahr 2022 auf 53 % im Jahr 2025.“ – Quelle: https://bauwirtschaft-hessen.de/wieder-mehr-zuversicht-in-den-bausparten-ergebnisse-der-herbstumfrage-2025/
- „Der Anteil der ‚Schlecht‘-Meldungen zu den Erwartungen im kommenden halben Jahr sank von 63 % im Herbst 2022 auf 31 % im Herbst 2025.“ – Quelle: https://bauwirtschaft-hessen.de/wieder-mehr-zuversicht-in-den-bausparten-ergebnisse-der-herbstumfrage-2025/
- „Knapp 70 % der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine bessere oder gleichbleibende Geschäftsentwicklung (Herbst 2025).“ – Quelle: https://bauwirtschaft-hessen.de/wieder-mehr-zuversicht-in-den-bausparten-ergebnisse-der-herbstumfrage-2025/
- „Die Bauwirtschaft hat die Talsohle durchschritten und zeigt erste Wachstumsimpulse im Jahr 2025 nach langer Rezession.“ – Quelle: https://www.zdb.de/meldungen/baukonjunktur-2025-2026-die-stimmung-in-der-bauwirtschaft-hellt-sich-auf
- „Für 2025 wird im Wohnungsbau ein Umsatz von knapp 54 Mrd. Euro erwartet, was einem nominalen Rückgang von 1,5 % und einem realen Rückgang von 4 % entspricht.“ – Quelle: https://www.zdb.de/meldungen/baukonjunktur-2025-2026-die-stimmung-in-der-bauwirtschaft-hellt-sich-auf
- „Die Unternehmen der Bauindustrie sehen die gegenwärtige Lage überwiegend als gut oder befriedigend an (56 %), während 44 % pessimistisch sind (2025).“ – Quelle: https://bau.bi/baumagazin/wirtschaft-politik/baukonjunktur-stimmung-hellt-sich-auf-erstmals-wieder-wachstumsimpulse-b20904