Bremen (VBR). Berlin – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in einer eindrucksvollen Aktion 24.105 Unterschriften gegen einen aktuellen Entwurf zur Novellierung des Tierschutzgesetzes an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag übergeben. Diese Unterschriften symbolisieren den Protest vieler Landwirte gegen geplante Gesetzesänderungen, die ihrer Meinung nach gefährliche Konsequenzen für die heimische Nutztierhaltung haben könnten.
Günther Felßner, der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, äußerte sich dabei sehr besorgt: „Wer für Tierschutz ist, muss diese Änderungspläne ablehnen. Anstelle einer praxistauglichen Weiterentwicklung unserer heimischen Nutztierhaltung drohen Betriebsaufgaben, eine weitere Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland und vermehrte Importe tierischer Lebensmittel aus Ländern mit deutlich geringeren Tierwohlanforderungen, als wir sie hierzulande bereits umsetzen. Ist dem Tierwohl damit gedient? Sicher nicht!“
Die Kritik der Bauernvertreter richtet sich vor allem gegen spezifische Regelungen des Gesetzentwurfs, die stark in die Praxis der Tierhaltung eingreifen würden. Hubertus Beringmeier, Veredelungspräsident des DBV, betont: „Tierschutz ja, aber nicht so. Dieser Gesetzentwurf schafft an einigen Stellen mehr Tierleid als Tierschutz. Die Vorschläge sind von vielen Betrieben in dieser Form schlicht nicht umsetzbar und werden diese ins Aus drängen. Dieses Gesetz ist eine Bedrohung für die Tierhaltung in Deutschland.“
Besonders betroffen seien die Bereiche Rinder-, Schweine- und Schafhaltung. So kritisiert der Bauernverband unter anderem die geplante Regelung zum Kupieren bei Schweinen. Diese würde das Problem des Schwanzbeißens nicht lösen und könnte zu mehr Tierleid führen. Hinzu kommt ein bürokratischer Aufwand, der weit über die EU-Vorgaben hinausgeht und die heimischen Betriebe zusätzlich belastet.
Der Verband fordert zudem die Beibehaltung bewährter Haltungssysteme wie die Kombinationshaltung mit 120 Tagen Bewegung im Jahr und sieht in den geforderten höheren Standards für viele Betriebe ein de facto Verbot dieser Systeme. Auch die Diskussion um die Anbindehaltung braucht laut DBV statt eines Komplettverbots Perspektiven für eine Weiterentwicklung. Ein solches Verbot hätte gerade für ertragsschwache Standorte und Grünlandregionen, wie sie etwa in den Alpen vorkommen, gravierende Folgen. Neben einem massiven Strukturbruch droht auch der Verlust von Artenvielfalt, regionaler Wertschöpfung und touristischer Attraktivität.
Durch die gesammelten Unterschriften hofft der Deutsche Bauernverband, im Gesetzgebungsverfahren Gehör zu finden und Änderungen durchzusetzen, die sowohl dem Tierwohl als auch den wirtschaftlichen Realitäten der deutschen Landwirtschaft gerecht werden.
Im Fokus steht dabei die Balance zwischen effektivem Tierschutz und praktikablen Maßnahmen für die Betroffenen. Es bleibt zu hoffen, dass der Dialog fortgesetzt und eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, die sowohl die Interessen der Tiere als auch der Landwirte berücksichtigt.
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Tierschutzgesetz – so nicht! / Bauernverband übergibt 24.000 Unterschriften
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