– Die Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft stieg 2025 wieder auf über 40.000.
– Besonders stark wuchsen die Neueinsteiger im Tiefbau und Hochbau um über 15 Prozent.
– Die Zahl weiblicher Auszubildender in Bauberufen erreichte mit 3.410 einen neuen Höchststand.
Bau-Ausbildungsmarkt erholt sich deutlich – Rückkehr über 40.000er-Marke
Der Ausbildungsmarkt der Bauwirtschaft zeigt nach drei Jahren rückläufiger Zahlen erstmals wieder nach oben. Die aktuellen Daten der SOKA-Bau für das Jahr 2025 machen eine deutliche Trendwende sichtbar.*
„Bau-Ausbildungsmarkt durchbricht wieder 40.000er-Marke“, „Deutliche Erholung nach drei Negativ-Jahren“, „Der Ausbildungsmarkt für die Bauwirtschaft zeigt nach drei Jahren rückläufiger Azubi-Zahlen erstmals wieder einen deutlichen Sprung nach oben.“ Die Zahl der Neueinsteiger steigt um 13,3 % und die Gesamtzahl beim Bau-Nachwuchs wächst auf über 40.000* (+ 5,3 %), was das Niveau von 2023 wieder erreicht.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, erklärt: „Es zeigt sich, dass Ausbildung und Fachkräftesicherung für unsere Unternehmen eine klare Zukunftsinvestition auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind. Sie übernehmen Verantwortung für junge Menschen und bauen personell vor, damit wir für Deutschland bauen können, wenn die Investitionen fließen. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Bau eine echte Zukunftsindustrie ist, für die sich junge Menschen begeistern.“
Die Zahl der Ausbildungsunternehmen hat sich nach drei Jahren mit sinkenden Werten bei knapp 13.500 stabilisiert.* Besonders im Tiefbau (+ 21,3 %), etwa bei Gleisbauerinnen, Rohrleitungsbauerinnen und -bauern, sowie im Hochbau (+ 15,1 %), etwa bei Beton- und Stahlbetonbauern, sind die Zuwächse deutlich sichtbar.
Auch die Entwicklung bei weiblichen Auszubildenden ist positiv: Insgesamt sind jetzt 3.410 Frauen in den Bau- und bauneigenen Berufen ausgebildet – das entspricht 8,5 %. „58 % der weiblichen Auszubildenden erlernen einen gewerblichen oder technischen Beruf.“ Die Investition in die Ausbildungsförderung der Bauwirtschaft, seit 50 Jahren ein bewährtes Erfolgsmodell, trägt Früchte und sorgt für nachhaltigen Fachkräftenachwuchs.*
Regionale Verteilung der Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe zeigt Differenzen und Herausforderungen
Die regionale Verteilung der Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe ist ein entscheidender Faktor für die Fachkräftesicherung in Deutschland. Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2025 das ausbildungsstärkste Bundesland, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.
Regionale Lage im Überblick
Nordrhein-Westfalen spielt im Ausbildungsmarkt des Bauhauptgewerbes eine führende Rolle. Im Jahr 2025 ist es das Bundesland mit der höchsten Zahl an Ausbildungsplätzen, was sich hauptsächlich aus der starken Bauwirtschaft in der Rhein-Ruhr-Region erklärt. Diese Entwicklung ist kein Zufall: Der Bau verbindet hier Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau und gewerbliche Bauvorhaben in einem prosperierenden Wirtschaftsraum. Die Gewichtung dieses Bundeslandes spiegelt sich auch in den Gesamtabsolventenzahlen wider, die signifikant höher ausfallen als in anderen Regionen.
In Bayern rangiert das Bundesland auf Platz zwei, gefolgt von Baden-Württemberg. Die gute wirtschaftliche Lage sowie die hohe Bautätigkeit hier sorgen ebenfalls für eine stabile Nachfrage nach Ausbildungsstellen. Das zeigt, dass das Interesse an einer Bau-Ausbildung vorwiegend in wirtschaftlich starken Regionen groß ist.
Ausbildungsplatzbesetzungsquote sinkt leicht, dennoch bleiben Schwächstellen bestehen
Trotz dieser positiven Signale bei den Ausbildungszahlen bleibt die Besetzungsschwierigkeit in Teilen des Baugewerbes bestehen. Im Jahr 2024 lag die Ausbildungsplatzbesetzungsquote bei 79,0 Prozent, was einen leichten Rückgang gegenüber 79,3 Prozent im Vorjahr (2023) darstellt. Damit konnten circa 21 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe nicht besetzt werden.*
Warum ist die Besetzungsquote trotz steigender Ausbildungszahlen weiterhin rückläufig? Hier zeigt sich eine Diskrepanz zwischen positiven Entwicklungen in bestimmten Regionen und insgesamt bestehenden Herausforderungen auf dem Fachkräftemarkt. Besonders in ländlichen oder wirtschaftlich schwächeren Gegenden ist die Gewinnung von Azubis weiterhin schwierig. Zudem berichtete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dass 2024 bei 48 Prozent der Betriebe im Baugewerbe Besetzungsschwierigkeiten bestehen, 2023 waren es 49 Prozent.* Diese geringe Verbesserung weist auf anhaltende strukturelle Probleme hin, die sich nicht allein durch steigende Angebotspfände lösen lassen.
Zusammenfassung
Der regionale Blick zeigt, dass Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 das stärkste Bundesland in der Ausbildung im Bauhauptgewerbe ist. Bayern und Baden-Württemberg folgen auf den Rängen, was die Bedeutung wirtschaftlicher Stärke für den Ausbildungsmarkt unterstreicht. Trotz einer Stabilisierung der Ausbildungsplatzzahlen bei knapp 13.500 Betrieben – was nach drei Jahren Rückgang eine erste Trendwende darstellt – bleibt die Fachkräftesicherung eine Herausforderung. Die geringe, leicht rückläufige Besetzungsquote und die anhaltenden Schwächen in bestimmten Regionen deuten auf die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen für eine flächendeckende Ausbildungsförderung hin. Die Bauwirtschaft investiert weiter in die Nachwuchssicherung, doch die regionalen Unterschiede werden auch in den kommenden Jahren Aufmerksamkeit erfordern.
Gesellschaftliche Relevanz der Ausbildung im Baugewerbe: Fachkräftemangel, Chancen und Herausforderungen
Die aktuelle Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im Baugewerbe zeigt sowohl positive Tendenzen als auch anhaltende Herausforderungen. Sie beeinflussen den Arbeitsmarkt, betriebliche Strukturen, die regionale Infrastruktur sowie die gesellschaftliche Diskussion um Fachkräftesicherung.
Lag die Ausbildungsplatzbesetzungsquote im Bauhauptgewerbe im Jahr 2025 bei 79,0 %, wie aktuelle Zahlen der Bauindustrie belegen*, so deuten diese Zahlen auf ein anhaltendes Problem bei der Personalsuche hin.
Die Teilbesetzung von Ausbildungsplätzen hat langfristige Folgen: Sie gefährdet den Aufbau einer stabilen Fachkräftebasis, insbesondere im regionalen Kontext. Betriebe, die nur unzureichend Nachwuchskräfte gewinnen, laufen Gefahr, in absehbarer Zeit erneute Engpässe zu erleben.
Der Fortschritt bei weiblichen Auszubildenden, die laut PM Zuwächse verzeichnen, zeigt erste positive Signale. Diese Entwicklung ist ein wichtiger Baustein zur Diversifizierung der Branche und kann helfen, den Fachkräftemangel mittelfristig abzumildern. Aktuell sind 8,5 % der Bau-Auszubildenden weiblich, wobei 58 % in gewerblichen oder technischen Berufen ausgebildet werden. Die Erhöhung weiblicher Fachkräfte trägt dazu bei, den steigenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken.
Gesellschaftliche Folgen dieser Entwicklungen sind vielfältig. Auf Betriebsebene führt die immer noch nicht vollständige Besetzung der Ausbildungsplätze zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck. Regionale Infrastrukturen, die auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind, riskieren Verzögerungen bei wichtigen Bauvorhaben. In der Bildungspolitik wird sichtbar, dass eine bessere Förderung und Attraktivitätssteigerung der Berufsausbildung notwendig ist, um langfristig die Versorgung mit qualifiziertem Nachwuchs sicherzustellen.
Die Recherchen verdeutlichen: Der Fachkräftemangel im Bau wird auch in den kommenden Jahren eine zentrale Herausforderung bleiben. Doch die Veränderungen bei den Ausbildungszahlen, insbesondere der Zuwachs weiblicher Azubis, bieten Ansatzpunkte, um das Problem aktiv anzugehen. Für die Gesellschaft bedeutet das, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Baugewerbes zu sichern – sowohl für den regionalen als auch für den nationalen Baustellen.
Ausblick und Handlungsperspektiven: Chancen für den Bau-Nachwuchs in Deutschland
Die positiven Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft eröffnen vielfältige Chancen für Verbände, Betriebe und die Politik. Im Jahr 2025 hat die Branche erstmals wieder die Marke von über 40.000 Auszubildenden überschritten*. Diese Trendwende ist ein Signal für solide Nachwuchsförderung und den Ausbau von Fachkräften, gerade in einem inflationsstarken und wachstumsorientierten Sektor wie dem Bau.
Für die nächsten Jahre lohnen sich mehrere strategische Maßnahmen und weiterführende Recherchen. Regionale Datenanalysen, etwa auf Landesebene, sind vielversprechend, um die spezifischen Entwicklungen in wichtigen Bundesländern zu erkennen. So zeigt Nordrhein-Westfalen als ausbildungsstärkstes Bundesland im Jahr 2025 laut ZDB eine besonders positive Entwicklung: Der Ausbau der Ausbildungsplätze und die zunehmende Zahl weiblicher Auszubildender bieten Ansatzpunkte für gezielte Fördermaßnahmen. Die Nutzung dieser Daten kann dazu beitragen, regionale Nachfrage zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu planen.
Von zentraler Bedeutung ist der Dialog mit Akteuren der Bauindustrie, etwa bei SOKA-Bau oder in der BAUINDUSTRIE. Hier empfiehlt es sich, regionale Programme, Fördermaßnahmen und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zu erfragen. Interviews mit Verantwortlichen könnten klären, wie diese Initiativen in den Bundesländern umgesetzt werden und welche Erfolge sie verzeichnen. Dabei sind auch aktuelle Trends, beispielsweise die verstärkte weibliche Berufsausbildung, zu beobachten. Bei 3.410 weiblichen Auszubildenden im Baugewerbe in 2025 (8,5 % aller Auszubildenden) zeigt sich eine wichtige Entwicklung, die es weiter zu begleiten gilt.
Außerdem bieten Abfragen bei Ausbildungsbetrieben in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg interessante Einblicke. Laut ZDB sind diese Länder für den Bauausbildungsmarkt entscheidend, was die dortigen Entwicklungen für die Gesamtbranche relevant macht. Hier können regionale Trends sichtbar gemacht werden, um gezielt auf den Ausbau der Fachkräfte zu reagieren. Die Nutzung der Daten aus Kapitel 2 und 3, etwa in Tabellenform, kann für eine anschauliche Darstellung dieser Trends sorgen und die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen unterstreichen.
Insgesamt lassen sich auf dem aktuellen Stand klare Handlungsperspektiven ableiten:
- Eine intensivere Nachfrage bei SOKA-Bau und den Bauindustrieverbanden nach regionalen Förderprogrammen
- Die Durchführung von Interviews mit Landesverbänden und Handwerkskammern, um lokale Unterstützungsangebote zu evaluieren
- Die laufende Abfrage bei Betrieben, um die Fachkräftesicherung aktiv zu steuern und auf regionale Besonderheiten eingehen zu können
Diese Ansätze bieten eine solide Grundlage, um den Nachwuchs im Bau weiter zu stärken und den Fachkräftebedarf nachhaltig zu decken. Für eine vertiefte Analyse empfehlen sich auch langfristige Trendbeobachtungen anhand der in Kapitel 2 dargestellten Datenreihen, um Entwicklungen sichtbar zu machen und frühzeitig auf mögliche Engpässe zu reagieren.
Mit Blick auf die Zukunft lohnt es sich, den Dialog zu intensivieren und die gewonnenen Erkenntnisse regelmäßig zu aktualisieren. So können Verbände, Betriebe und politische Entscheider gemeinsam die Weichen für eine stabile Fachkräftebasis stellen und die Bauwirtschaft noch attraktiver für junge Menschen machen.
Die nachfolgenden Informationen und Zitate entstammen einer Pressemitteilung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Im Bauhauptgewerbe ist Nordrhein-Westfalen 2025 das ausbildungsstärkste Bundesland, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.“ – Quelle: https://www.zdb.de/meldungen/ausbildung-am-bau-boomt-127-prozent-mehr-auszubildende
- „Die Ausbildungsplatzbesetzungsquote im Bauhauptgewerbe lag 2024 bei 79,0 Prozent, leicht rückläufig gegenüber 79,3 Prozent im Vorjahr.“ – Quelle: https://www.bauindustrie-ost.de/artikel-55/statistik-ausbildungsplatzbesetzungsquote-2024
- „Im Jahr 2024 hatten 48 Prozent der Betriebe im Baugewerbe Besetzungsschwierigkeiten bei Ausbildungsplätzen, ein geringfügiger Rückgang gegenüber 49 Prozent 2023.“ – Quelle: https://www.dihk.de/resource/blob/134924/bdb84058e435cc14ccadc376629753c4/fachkraefte-dihk-ausbildungsumfrage-2025-data.pdf
13 Antworten
Ich finde es großartig,dass mehr Menschen Interesse an einer Karriere im Bau haben.Was denkt ihr über die Herausforderungen für kleine Betriebe bei der Ausbildung von Azubis?Könnte man hier Unterstützung bieten?
Das ist ein wichtiger Punkt.Besonders kleine Betriebe haben oft nicht genug Ressourcen.Förderprogramme könnten hier helfen.
Die Tatsache,dass Nordrhein-Westfalen so viele Ausbildungsplätze hat,kann nicht ignoriert werden.Ich frage mich,woran liegt das?Sind da wirklich bessere Bedingungen oder einfach mehr Nachfrage nach Bauleistungen?Was denkt ihr dazu?
Es könnte an der großen Bauindustrie dort liegen.Jedoch muss man auch die Infrastruktur berücksichtigen!
Genau,das sind wichtige Aspekte.Der wirtschaftliche Aufschwung spielt bestimmt auch eine Rolle!
Die Entwicklung im Tiefbau mit 21,3% Zuwachs ist beeindruckend! Es wäre interessant zu erfahren, welche speziellen Projekte oder Initiativen hinter diesem Wachstum stehen.
Das stimmt! Vielleicht gibt es auch neue Technologien oder Methoden im Tiefbau, die das Ganze attraktiver machen?
Das könnte eine gute Diskussion sein! Ich habe gehört, dass Nachhaltigkeit und moderne Materialien auch eine große Rolle spielen.
Es ist ermutigend zu sehen, dass mehr Frauen in Bauberufen ausgebildet werden. 8,5% sind zwar noch nicht viel, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung! Was können wir tun, um noch mehr Frauen für diese Berufe zu begeistern?
Ich denke, es braucht mehr Aufklärung und Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern im Bauwesen! Wenn junge Mädchen sehen, was sie erreichen können, wird das helfen.
Genau! Vielleicht könnten Schulen spezielle Programme anbieten, um Mädchen frühzeitig für technische Berufe zu interessieren.
Ich finde die steigende Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft sehr positiv. Die Erhöhung um 5,3% zeigt, dass die Branche wieder an Bedeutung gewinnt. Aber warum bleibt die Ausbildungsplatzbesetzungsquote trotzdem so niedrig? Gibt es hier regionale Unterschiede?
Ja, das ist eine gute Frage! Es scheint, als ob einige Regionen einfach nicht genug junge Leute anziehen können. Was denkt ihr über die Rolle der Ausbildungsmöglichkeiten in ländlichen Gebieten?