Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
Sie möchten Ihre Pressemitteilung ebenfalls bei uns platzieren? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – wir freuen uns über relevante Einsendungen.
*Mobilität für alle: Rollstuhlnutzerinnen verdienen barrierefreie Städte**
Am 23. August stoppt die Aktion Tour de Verkehrswende von Changing Cities e. V. in Dortmund. Während der öffentliche Fokus oft auf Radwege und den Autoverkehr gelenkt wird, erinnert der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) daran, dass eine wesentliche Gruppe im Diskurs um neue Mobilitätskonzepte immer wieder vergessen wird: Menschen im Rollstuhl.
1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind dauerhaft oder vorübergehend auf einen Rollstuhl angewiesen. Für sie bedeutet Mobilität weit mehr als das Bedürfnis nach Fortbewegung – sie ist die Voraussetzung für Teilhabe an Arbeit, Bildung, Kultur und Freizeit. Doch der Weg dorthin ist oft beschwerlich. „Wer Verkehr neu denkt, muss Menschen im Rollstuhl mitdenken. Mobilität muss allen offenstehen,“ betont Alf Reuter, Präsident des BIV-OT (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Die Realität sieht jedoch anders aus. Moderne Orthopädie-Technik verhilft zwar zu mehr Selbstständigkeit und individuellem Lebensgefühl, aber Barrieren im öffentlichen Raum bleiben das größte Hindernis. Defekte Aufzüge, fehlende Rampen, bröckelnde Gehwege oder ungeeignete Fahrzeuge machen selbst alltägliche Wege zu Hürdenläufen. Barrierefreiheit ist dabei längst keine freiwillige Leistung. Sie ist gesetzlich verankert – und sie ist Menschenrecht.
Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet Deutschland bereits seit 2009, den öffentlichen Verkehr und die Infrastruktur so zu gestalten, dass alle Menschen, auch jene mit eingeschränkter Mobilität, sich frei und unabhängig bewegen können. Im Alltag bleibt dieses Recht häufig ein Lippenbekenntnis. Vielerorts werden Zugänglichkeit und Barrierefreiheit als „Extra“ oder Kostenfaktor gewertet – ein Fehler, den sich unsere Gesellschaft nicht länger leisten kann.
Deutschland zählt auf das handwerkliche Know-how von 4.500 Orthopädie-Technik-Betrieben. Dort ermöglichen Fachkräfte jeden Tag Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit. Doch das größte Potenzial verpufft, wenn Städte und Kommunen die elementaren Voraussetzungen im Straßenbild nicht gewährleisten. Alf Reuter formuliert es eindringlich: „Barrierefreiheit darf nicht länger als freiwilliges Extra verstanden werden. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Menschen im Rollstuhl nicht dauerhaft ausgeschlossen werden – aus der Arbeitswelt, dem Bildungssystem oder dem kulturellen Leben. Wer Mobilität plant, muss Verantwortung übernehmen – und die Realität aller Menschen mitdenken, nicht nur die der Mehrheit“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).
Barrierearme Umgebungen sorgen für echte, inklusive Entwicklung – nicht nur für Rollstuhlnutzerinnen, sondern für Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen oder Menschen mit temporären Beeinträchtigungen. Die Umsetzung der UN-Konvention* ist damit nicht nur Pflicht, sondern ein Wandel mit gesellschaftlicher Tragweite. Wer Mobilität und Infrastruktur plant, trägt die Verantwortung, niemanden auszuschließen. Die Zukunft der Mobilität ist inklusiv – sie beginnt mit dem Verständnis, dass Freiheit nur dann gelebt werden kann, wenn sie allen offensteht.
Hintergrundinformationen
Weitere Fakten, Hintergründe und Erklärungen zur Lage der *Rollstuhlnutzerinnen, zu den Anforderungen an den öffentlichen Raum und Informationen zur Bedeutung der Barrierefreiheit finden sich unter anderem im Teilhabebericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie in den Artikeln 9 und 20 der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Entwicklungen in der Orthopädie-Technik** zeigen, was technisch möglich ist – jetzt müssen Städte die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.
Fazit:
Barrierefreiheit ist kein Extra. Es ist ein Recht, das verdient, im Zentrum jeder Diskussion über Mobilität und Stadtgestaltung zu stehen. Die Botschaft ist klar: Mobilität betrifft alle.
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Mobilität ist ein Menschenrecht, auch im Rollstuhl: BIV-OT plädiert für inklusive …
Original-Content übermittelt durch news aktuell.
Barrierefreiheit als Zukunftsthema: Herausforderungen und Chancen für eine inklusive Mobilität
Die Diskussion um eine zukunftsfähige Verkehrswende gewinnt angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen stetig an Dynamik. Ein oft übersehener, jedoch zentraler Aspekt ist dabei die Barrierefreiheit – ein Thema, das weit über technische Standards hinausgeht und die gesellschaftliche Teilhabe maßgeblich beeinflusst. Trotz völkerrechtlich verbindlicher Regelungen bleibt die tatsächliche Umsetzung in vielen deutschen Städten eine Herausforderung. Verschiedene Fakten und aktuelle Entwicklungen machen deutlich, dass Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nach wie vor auf zahlreiche bauliche und infrastrukturelle Hindernisse stoßen.
Vergleichbare Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern und Großstädten wie Kopenhagen oder Wien zeigen, dass gezielte Investitionen in barrierefreie Verkehrsangebote sowohl die Lebensqualität verbessern als auch die städtische Wettbewerbsfähigkeit stärken können. In Deutschland steigt zugleich das gesellschaftliche Bewusstsein für Inklusion und die damit verbundene Bedeutung barrierefreier Mobilität: Kommunale Aktionspläne, steigende Fördermittel sowie die Einbindung Betroffener in Planungsprozesse gehören zunehmend zum Standard moderner Stadtentwicklung.
Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Rollstuhlnutzer und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen aufgrund des demografischen Wandels weiter zunimmt. Prognosen deuten darauf hin, dass spätestens bis 2030 barrierefreie Infrastrukturen nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich alternativlos werden. Tech-Entwicklungen wie smarte Leitsysteme oder digitale Navigationshilfen für Menschen mit Behinderung erlangen eine immer größere Marktrelevanz und werden als wichtige kommerzielle Innovationen für die Branche gehandelt.
Besonders für Planer, öffentliche Auftraggeber und Entscheidungsträger gewinnt die Erklärung und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben eine neue Dringlichkeit – nicht zuletzt, um potenziellen Rechtsstreitigkeiten und Imageschäden vorzubeugen. Längst reicht es nicht mehr aus, Barrierefreiheit als freiwillige Ergänzung zu betrachten; sie wird zu einem Qualitätsmerkmal für attraktive und resiliente Lebensräume. Wer sich frühzeitig entsprechend aufstellt, kann sich als Vorreiter im Dienstleistungs- und Mobilitätssektor positionieren.
Zusammenfassend zeigt sich: Die Berücksichtigung von Menschen im Rollstuhl muss integraler Bestandteil aller Mobilitätsstrategien werden – aus sozialer Verantwortung, aber auch als Antwort auf die sich wandelnden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen.
Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

9 Antworten
„Mobilität betrifft alle“ – ich liebe diesen Satz! Wir müssen mehr Menschen dazu bringen, sich für Inklusion einzusetzen. Was haltet ihr von Workshops zur Sensibilisierung in der Nachbarschaft?
„Inklusion ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, da hast du recht Bklemm! Es wäre gut, wenn lokale Gruppen zusammenarbeiten könnten, um Lösungen zu finden.
„Barrierefreiheit ist kein Extra“ – dieser Satz bleibt mir im Kopf! Wie können Städte besser von den Erfahrungen der Betroffenen lernen? Es gibt so viel Potenzial für Verbesserungen!
Der Artikel beleuchtet ein sehr wichtiges Thema! Es ist traurig zu hören, dass viele Menschen mit Mobilitätseinschränkungen immer noch Hürden überwinden müssen. Wie können wir als Gesellschaft das ändern?
Ich denke, es wäre hilfreich, wenn mehr Leute sich engagieren und ihre Stimmen erheben! Jeder kann einen Beitrag leisten.
Toller Artikel! Ich finde es wichtig, dass Barrierefreiheit nicht als Zusatzleistung betrachtet wird. Wie können wir sicherstellen, dass diese Themen nicht immer wieder vergessen werden? Vielleicht sollten wir Petitionen starten?
Ich finde den Artikel sehr aufschlussreich! Die Perspektive der Rollstuhlnutzer wird oft vergessen. Was denkt ihr, wie könnte man die Barrierefreiheit in Städten schnell verbessern? Ich glaube, wir müssen mehr Druck auf die Politik ausüben.
Das ist ein wichtiger Punkt, Marlis! Vielleicht sollten mehr Veranstaltungen stattfinden, um das Bewusstsein zu schärfen. Welche Ideen habt ihr dafür?
Ich stimme euch zu! Man sollte auch Schulen in den Prozess einbeziehen, um junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren.