58 Aufrufe

Wohngeld vor dem Bundesrat: Warum die AWO jetzt vor Kürzungen warnt

Vor der Beratung im Bundesrat warnt die Arbeiterwohlfahrt vor Änderungen beim Wohngeld, die ausgerechnet Menschen mit wenig Einkommen treffen könnten. Im Streit geht es nicht nur um Bürokratie, sondern um die Frage, wie viel nach Miete und Heizung noch zum Leben bleibt.
Inhaltsverzeichnis
Beitrag teilen
Papiere zu Wohngeld und Heizkosten, Schlüssel, Taschenrechner, Fenster im Hintergrund.
Verbandsbüro jetzt bei Google bevorzugen Damit unsere Vereins- und Verbandsnachrichten häufiger in Ihrer persönlichen Google-Übersicht erscheinen.
Jetzt bevorzugte Quelle festlegen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die AWO fordert, die geplanten Wohngeldänderungen im Bundesrat zurückzunehmen.
  • Geplant sind die Aussetzung der Wohngeld-Fortschreibung, Halbierung der Heizkostenkomponente und strengere Einkommensberechnung.
  • Diese Maßnahmen könnten 381.000 Haushalte den Wohngeldbezug und 143.000 Haushalte die Grundsicherung kosten.
  • Betroffen wären vor allem Familien, Alleinerziehende, Rentner und Menschen mit niedrigem Einkommen.
  • Die AWO betont, dass das Wohngeld für das Leben nach Miete und Heizung essentiell ist.

Beim Wohngeld geht es um eine sehr praktische Frage: Reicht das Geld am Monatsende noch für das Leben jenseits von Miete und Heizung? Genau an diesem Punkt setzt jetzt die Arbeiterwohlfahrt an. Der bundesweit tätige Wohlfahrtsverband fordert den Bundesrat auf, die geplanten Änderungen beim Wohngeld zurückzunehmen.

Die Debatte sollte am Freitag, den 25. September, im Bundesrat beraten werden. Nach der Bundesratsvorschau des Landes Berlin handelt es sich um ein zustimmungsbedürftiges Gesetz. Das Bundeskabinett hatte den Entwurf schon am 6. Juli beschlossen. Die Bundesregierung begründet ihn mit der Konsolidierung des Haushalts und rechnet mit sinkenden Ausgaben.

Für die Betroffenen klingen die Vorhaben allerdings nach etwas anderem: nach weniger Unterstützung. Geplant ist unter anderem, die regelmäßige Wohngeld-Fortschreibung ab dem 1. Januar 2027 auszusetzen. Außerdem soll die Heizkostenkomponente halbiert werden. Und eine geänderte Berechnungsformel soll den Anspruch bei steigendem Einkommen stärker mindern. Diese Formel bestimmt, wie sich das Einkommen auf die Höhe des Wohngelds auswirkt.

Auch interessant:Wohngeld-Kürzungen: Warum die Mehrheit Nein sagt

Die AWO bewertet das als Kürzungen zulasten von Menschen mit wenig Einkommen. Nach ihrer Einschätzung könnten vor allem Familien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit niedrigen Erwerbseinkommen betroffen sein, die bislang ohne Grundsicherung auskommen.

Der Verband verweist auf Berechnungen, nach denen infolge der Reform etwa 381.000 Haushalte aus dem Wohngeldbezug fallen könnten. Rund 143.000 dieser Haushalte könnten anschließend auf Grundsicherung angewiesen sein. Das hessische Wirtschaftsministerium führt diese Werte auf eine Mikrosimulation des Instituts der deutschen Wirtschaft zurück. Die Zahlen beschreiben damit mögliche Wirkungen des Entwurfs, nicht bereits eingetretene Verluste von Wohngeld; wie einzelne Haushalte betroffen wären, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.

AWO-Präsident Michael Groß macht den politischen Kern des Streits in einem Satz deutlich: „Das Wohngeld ist für Menschen gedacht, bei denen das Geld ohnehin knapp ist. Wenn genau hier gekürzt wird, geht es nicht um ein paar Euro weniger auf dem Konto. Es geht um die Frage, ob nach Miete und Heizung noch genug für Lebensmittel, Kleidung oder die Bedürfnisse der Kinder bleibt“.

Deshalb fordert die AWO, die geplanten Änderungen zurückzunehmen. Ihr Argument: Wohngeld könne die Krise des bezahlbaren Wohnens nicht lösen. Bis ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen sei, blieben viele Mieterinnen und Mieter auf Unterstützung angewiesen.

Quellen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.

Lesetipp:

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge